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Alys Pearsall Smith

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Alyssa Whitall Smith, 1894
Pearsall Smith und ihr Bruder Logan Pearsall Smith stehend, die Eltern Robert Pearsall Smith und Hannah Whitall Smith sitzend, ganz rechts sitzend ihre Schwester Mary Whitall Smith, dazwischen deren Töchter Karin Stephen (links) und Ray Strachey (rechts), 1894

Alyssa Whitall (Alys) Pearsall Smith (* 21. Juli 1867 in Philadelphia, Pennsylvania; † 21. Januar 1951 in London) war eine US-amerikanisch-britische Quäkerin, Autorin, Frauenrechtlerin und Wohlfahrtsaktivistin und -organisatorin. Sie war die erste Ehefrau von Bertrand Russell.

Pearsall Smith war die Tochter von Robert Pearsall Smith und Hannah Whitall Smith, bedeutenden Figuren der Heiligungsbewegung in den Vereinigten Staaten und der Higher Life Movement in Großbritannien. Sie war die Schwester des Essayisten und Kritikers Logan Pearsall Smith und der Kunsthistorikerin Mary Whitall Smith sowie die Cousine der Pädagogin und Frauenrechtlerin Martha Carey Thomas. Pearsall Smith schloss ihr Studium am Bryn Mawr College in der Nähe von Philadelphia ab.[1]

Die Familie Pearsall Smith lebte von 1873 bis 1875 in England und anschließend erneut ab 1888. Während dieser Zeit kam die Familie in Kontakt mit George Bernard Shaw, Henry James und Bernard Berenson, der ihre Schwester Mary heiratete.

Im Sommer 1889 lernte sie Bertrand Russell kennen.[2] Am 13. Dezember 1894 heiratete Pearsall Smith gegen den Willen seiner Familie im Quäker‑Meetinghouse in der St. Martin’s Lane in London.[3] Die Ehe scheiterte nach Russells Darstellung schon 1902. Das Ehepaar lebte spätestens ab 1911 getrennt voneinander und Russell hatte während dieser Zeit auch mehrere Affären. Russell fürchtete berufliche Nachteile und ließ sich daher erst 1921 scheiden, als seine spätere zweite Frau schwanger wurde.[4] Pearsall Smith heiratete nicht erneut.

Pearsall Smith verfasste diverse Schriften zu sozialen Fragen. 1896 trug sie einen Anhang zu Russels German Social Democracy: Six Lectures unter dem Titel On social democracy and the woman question in Germany bei.[5] 1903 veröffentlichte sie einen Bericht Four Days in a Factory.[6]

Mothers’ and Babies’ Welcome

Pearsall Smith leitete den Hauptausschuss der St Pancras School for Mothers, allgemein bekannt als Mothers’ and Babies’ Welcome.[7] Die 1907 gegründete Einrichtung hatte zum Ziel, die Säuglingssterblichkeitsrate zu verbessern, die zu jener Zeit in diesem Teil Londons bei etwa 15 Prozent lag, unter anderem durch die Bereitstellung grundlegender medizinischer Beratung und Kochunterricht für Frauen in ihren eigenen Wohnungen. Stellvertretende Vorsitzende war Adele Meyer, die das Projekt weitgehend finanzierte.[8] Die Einrichtung wurde ein Modell für „Säuglingsfürsorgezentren“, die eine Reihe von Dienstleistungen zusammenführten, die auf die Verringerung der Säuglingssterblichkeit ausgerichtet waren.[9][10]

Für das Jahr 1908 ist dokumentiert, dass Pearsall Smith auch in der Frauenwahlrechtsbewegung aktiv war.[11] 1915 wurde sie in das Executive Committee der National Union of Women’s Suffrage Societies (NUWSS) gewählt.[12]

Pearsall Smith gehörte zum Netzwerk des von 1925 bis 1934 im Londoner Exil lebenden italienischen Antifaschisten Gaetano Salvemini, den sie schon bei einem Besuch 1922 über ihre Schwester Mary und den Schwager Bernard Berenson kennengelernt hatte. Pearsall Smith verschaffte ihm Kontakt, organisierte Vorträge zu Lage in Italien und beherbergte ihn zeitweilig.[13] Pearsall Smith war Mitgründerin und Leiterin des Italian Refugees’ Relief Committee, das Menschen unterstützte, die aus Benito Mussolinis Italien flohen.[14] im Mai 1934 unterzeichnete sie das Manifesto on Liberty and Democracy, Mitunterzeichnende waren unter anderen Norman Angell, Vera Brittain, St. John Ervine, Winifred Holtby, Harold Macmillan oder Margaret Mackworth.[12][15]

Pearsall Smith starb am 1951 in London.[16]

Nach ihrem Tod geriet sie in Vergessenheit. In einer Forschungsnotiz, in der ihre Bibliografie zusammengestellt wurde, heißt es: Pearsall Smith „war eine frühe Frauenrechtlerin (Libber), die sich nicht nur politisch für Frauenrechte engagierte, sondern auch darum bemüht war, die unmittelbaren sozialen Lebensbedingungen armer Frauen zu verbessern. Sie war tief eingebunden in Bewegungen für Abstinenz, bessere Arbeitsbedingungen in Fabriken und höhere Bildung.“[17]

Commons: Alys Pearsall Smith – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. ↑ The Autobiography of Bertrand Russell: 1872–1914. Routledge, New York 2014, ISBN 978-1-317-83504-2, S. 72 (englisch, google.com).
  2. ↑ Bertrand Russell: The Autobiography of Bertrand Russell. S. Chapter 4 (englisch). Seiten=103 ff https://ia601409.us.archive.org/12/items/in.ernet.dli.2015.187241/2015.187241.The-Autobiography-Of-Bertrand-Russell-1872-1914_text.pdf
  3. ↑ The Wedding of Bertrand Russell and Alys Pearsall Smith. National Portrait Gallery (englisch).
  4. ↑ the New York Times Company Special Cable To the New York Times: MRS. BERTRAND RUSSELL WINS DIVORCE DECREE; Former Miss Alys Smith of Philadelphia Separated From Well Known Socialist. In: The New York Times, 6. Mai 1921. Abgerufen am 13. März 2020 (englisch). 
  5. ↑ Bertrand Russell: German Social Democracy: Six Lectures. Longmans, Green and Co., London 1896, S. 176–195 (englisch, Online).
  6. ↑ Alys W. Smith Russell: Four Days in a Factory. In: Contemporary Review. Juli 1903 (englisch).
  7. ↑ Evelyn M. Bunting, Dora E. L. Bunting, Annie E. Barnes and Blanch Gardiner (1907). A School for Mothers. London: Horace Marshall & Son.
  8. ↑ Ellen Ross: Slum Travelers: Ladies and London Poverty, 1860–1920. University of California Press, Berkeley, CA 2007, ISBN 978-0-520-24905-9, S. 53 f. (englisch, Google Books).
  9. ↑ St Pancras 1909. [Report of the Medical Officer of Health for St. Pancras, London, Borough of]. In: London’s Pulse: Medical Officer of Health reports 1848–1972. Wellcome Library, abgerufen am 15. März 2026 (englisch).
  10. ↑ James Vernon: Hunger: A Modern History. Harvard University Press, Cambridge, MA 2009, ISBN 978-0-674-04467-8, S. 203 (englisch, Google Books).
  11. ↑ Stuart Burch: London and the politics of memory : in the shadow of Big Ben. Abingdon, Oxon 2019, ISBN 978-1-315-59291-6, S. 84 (englisch).
  12. 1 2 Richard Rhys O’Brien: Mrs Alys Russell. In: Dinner for Lady Rhondda, 23rd March 1933. The Dinner Puzzle, 2019, abgerufen am 7. Mai 2026 (englisch).
  13. ↑ Alice Gussoni: Salvemini’s Antifascist Exile in London: Attracting the Attention of a British Audience. In: Modern Italy. Band 28, Nr. 4, 2023, S. 296–311, doi:10.1017/mit.2023.39 (englisch).
  14. ↑ Alys Pearsall Smith. Women in Peace, abgerufen am 7. Mai 2026 (englisch).
  15. ↑ In The Guardian, 17. Mai 1934, S. 7.
  16. ↑ Mrs. Alys Russell In: The New York Times, 22. Januar 1951. Abgerufen am 13. März 2020 (englisch). 
  17. ↑ Marion Kearns: Alys Russell: A bibliography. In: Russell: The Journal of Bertrand Russell Archives. Band 10. Johns Hopkins University Press, 1973, S. 17–19 (englisch, Online [PDF]).