Bleierne Jahre

Die bleiernen Jahre (italienisch anni di piombo) bezeichnen in Italien einen historischen Zeitraum zwischen Ende der 1960er und Anfang der 1980er Jahre, in dem es zu einer Radikalisierung der politischen Dialektik kam, die zu Straßengewalt, bewaffneten Kämpfen und Terrorismus führte.[1][2][3][4] An manchen Stellen wird die Zeit auch als „Bürgerkrieg geringer Intensität“ bezeichnet. Der Konflikt trug sich größtenteils zwischen linksextremen sowie rechtsextremen Terrorgruppen und dem italienischen Staat aus.
Der Ausdruck stammt aus dem gleichnamigen Film von Margarethe von Trotta aus dem Jahr 1981, der sich mit ähnlichen historischen Ereignissen in Westdeutschland befasste.[5] Dieser Ausdruck kann auch in einem breiteren internationalen Kontext gesehen werden, der verschiedene terroristische Aktivitäten wie die Strategie der Spannung, die Operation Gladio und Stay-behind-Organisationen sowie die Unterstützung diktatorischer Regime wie die Operation Condor umfasst, die während des Kalten Krieges, dem Fernkonflikt zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Sowjetunion, in verschiedenen Ländern durchgeführt wurden.
Einige der Aspekte der bleiernen Jahre sind bis heute nicht restlos geklärt und bieten immer wieder Spielraum für Spekulationen und Theorien.
Politischer und sozialer Kontext
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von 1968 bis zum Anschlag auf der Piazza Fontana
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Zeitraum dieser sogenannten Ära ist nicht genau definiert. Er wird in der Regel vom Ende der 1960er bis zum Beginn der 1980er Jahre angesetzt, wobei die als Anfang und Ende betrachteten Jahre je nach den politischen Überzeugungen des Historikers variieren können.[6][7][8] Als Beginn wird in der Regel der Bombenanschlag auf der Piazza Fontana angesehen, der von Mitgliedern der neofaschistischen Ordine Nuovo durchgeführt, anfangs allerdings Linken wie dem Anarchisten Giuseppe Pinelli angelastet wurden.[6]
Der erste Fall einer gewalttätigen Auseinandersetzung der 68er-Bewegung mit den Ordnungskräften ereignete sich am 1. März 1968 in Rom während der Schlacht von Valle Giulia; es war die erste Auseinandersetzung, bei der die kämpfenden Studenten nicht zurückwichen, sondern sich den Polizeikräften entgegenstellten. Als erstes Todesopfer der Bleiernen Jahre gilt häufig der Polizeibeamte Antonio Annarumma, der am 19. November 1969 in Mailand getötet wurde, während die erste Aktion im Rahmen der Strategie der Spannung, die diese Jahre prägte, das faschistische Attentat auf der Piazza Fontana am 12. Dezember 1969 in Mailand war[9], ohne die Bombenanschläge vom 25. April desselben Jahres in Mailand zu berücksichtigen, bei denen es keine Toten gab.
Diese Zeit war geprägt von gewalttätigen Ausschreitungen einiger außerparlamentarischer linker Organisationen wie Lotta Continua, Movimento Studentesco und anderer, die in den 1970er Jahren aktiv waren. Es bildeten sich aber auch terroristische Organisationen der extremen Linken wie Prima Linea und die Roten Brigaden sowie andere außerhalb Italiens aktive Gruppen wie die Rote Armee Fraktion (RAF) in Westdeutschland. In dieser Zeit waren auch einige rechtsextreme Terroristengruppen wie die Avanguardia Nazionale und die Ordine Nuovo sowie ihre Splittergruppen Nuclei Armati Rivoluzionari und Terza Posizione aktiv, die sich im politischen Kampf den linksextremen Gruppen entgegenstellten.[10]

Als zentraler Ideengeber und Inspiration für den italienischen Neofaschismus galten der Philosoph Julius Evola sowie dessen Unterstützer Pino Rauti, der mit dem Segen Evolas Ordine Nuovo gründete. Clemente Graziani erarbeitete früh die Strategien, die Neofaschisten später nutzen sollten. Der Terrorist und Ideologe Franco Freda, der als assoziiertes Mitglied der Ordine Nuovo und Ideengeber für Terza Posizione galt, propagierte als selbsternannter „Nazi-Maoist“ eine Querfront-Strategie zwischen Rechts- und Linksextremismus und war vor allem während der bleiernen Jahre einflussreich.

Die Neofaschisten vertraten die Auffassung der sogenannten Strategie der Spannung: Durch Terrorangriffe auf zivile Ziele und das willkürliche Töten von Zivilisten sollten mehrere Ziele erreicht werden. Einerseits sollten die Anschläge unter falscher Flagge ausgeübt werden, also den linken Kräften angehangen und somit die öffentliche Meinung und die Reaktion des Staats gegen diese gelenkt werden. Andererseits sollte durch die Destabilisierung entweder der Staat zu autoritären Maßnahmen angeleitet werden und somit nach Rechts rücken oder der Staat so entscheidend geschwächt werden, dass der Nährboden für einen Militärputsch nach Vorbild des Obristenregimes in Griechenland, das 1967 via Militärputsch die Macht übernahm und eine rechtsautoritäre Militärdiktatur aufbaute, geschaffen wird.

Ideologische Grundlage war u. a. das 1963 verfasste Pamphlet „Der revolutionäre Krieg“ („La guerra rivoluzionaria“) von Clemente Graziani. In jenem vertrat Graziani die Auffassung, dass es sich beim Kalten Krieg um einen unerklärten, aber aktiven, Krieg gegen den Bolschewismus in Form der Sowjetunion und der Kommunistischen Partei Italiens und deren Unterstützer handele. Dazu müsse man mit Terrorismus und asymmetrischer sowie psychologischer Kriegsführung die Ängste der Bevölkerung schüren und ausnutzen und auch nicht vor dem Töten von Unschuldigen zurückschrecken. Die Neofaschisten sollen zum Erreichen des Ziels auch mit einer Elite wie der CIA kollaborieren.[11]
| Auf der politisch linken Seite | |
|---|---|
| GAP | Gruppi d’Azione Partigiana |
| NAP | Nuclei Armati Proletari |
| PL | Prima Linea |
| Co.Co.Ri | Comitati Comunisti Rivoluzionari |
| PAC | Proletari Armati per il Comunismo |
| BR | Brigate Rosse |
| Auf der politisch rechten Seite | |
| FNR | Fronte Nazionale Rivoluzionario |
| NAR | Nuclei Armati Rivoluzionari |
| — | Ordine Nuovo |
| — | Ordine Nero |
| TP | Terza Posizione |
| AN | Avanguardia Nazionale |
Ab den frühen 1960ern entstand in Norditalien die neomarxistische Strömung des Operaismus, die unter marxistischen Theoretikern wie Raniero Panzieri, Antonio Negri und Mario Tronti ausformuliert wurde und die Grundlage für die Arbeitskämpfe der späten 1960er lieferte. Diese legte nicht den Fokus auf das Organisieren in alten Strukturen wie der kommunistischen Partei oder Gewerkschaften, sondern auf die Handlung des arbeitenden Subjekts an sich, und lieferte somit die theoretische Rechtfertigung für viele der Aktionen und Streiks. Aus dieser Denkschule entwickelte sich der Autonomismus mit einem weiteren starken Fokus auf direkte Aktion und Propaganda der Tat. Stark inspiriert war dies auch durch den Pariser Mai-Aufstand 1968, bei der ein Studentenprotest zu einem landesweiten Generalstreik eskalierte, der das gesamte Land zu lahmlegen drohte.
Aus diesen Gründen waren die Taten der Rechtsextremen bzw. Neofaschisten weitaus brutaler und mit mehr Massakern und Toten verbunden, während linksextreme Terrorgruppen eher gezielte und symbolische Anschläge auf Personen aus Staat, Justiz oder Wirtschaft ausführten, die an die Propaganda der Tat erinnerten. Dazu wurden viele der rechtsextremen Anschläge oft mit direkter Unterstützung oder Begünstigung durch abtrünnige Teile des italienischen Staates durchgeführt (einige Vorfälle sind noch nicht vollständig aufgeklärt).
Einige Meinungsmacher und politische Kommentatoren sind der Ansicht, dass es in Bezug auf die bleiernen Jahre nur eine «teilweise, verwirrende und oft widersprüchliche juristische Wahrheit» gibt.[12] Die französischen Kommentatoren Marc Lazar und Marie-Anne Matard-Bonucci haben sich gegen die Definition «Bürgerkrieg geringer Intensität» ausgesprochen, die nach diesen Jahren aufkam.[13][14]
Historische, politische und wirtschaftliche Ereignisse
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weitere Ereignisse dieser Zeit waren die Gewerkschaftsunruhen von 1969 (der sogenannte „heiße Herbst“), die zur Verabschiedung des Arbeitnehmerstatuts (Gesetz Nr. 300 vom 20. Mai 1970) führten, das Fortuna-Baslini-Gesetz (Gesetz Nr. 898 vom 1. Dezember 1970), das die Scheidung in Italien einführte, und das Referendum von 1974, mit dem der Versuch, dieses Gesetz aufzuheben, scheiterte. Ein Ereignis, das etwas untergegangen ist, war die Entscheidung des amerikanischen Präsidenten Richard Nixon vom 15. August 1971, die Konvertibilität des Dollars in Gold auszusetzen und damit das mit den Bretton-Woods-Abkommen erreichte Goldstandard-System faktisch aufzuheben.
Im September 1972, während der Olympischen Spiele in München, tötete eine Gruppe palästinensischer Terroristen der Organisation Schwarzer September zwei israelische Athleten und entführte neun weitere. Sie forderten die Freilassung von 234 inhaftierten „Fedajin“. Bei der anschließenden Schießerei wurden fünf Terroristen, ein Hubschrauberpilot, ein deutscher Polizist und alle neun israelischen Geiseln getötet.
Im Herbst 1973 erhöhte die OPEC den Ölpreis, was zur Energiekrise von 1973 führte, auf die 1979 eine weitere Energiekrise folgte. Italien war gezwungen, eine Politik der Energieeinsparung (im Journalismusjargon "Austerität" genannt) zu verfolgen, die sich auf die täglichen Gewohnheiten der Italiener auswirkte. 1975 wurde das Familienrecht reformiert, wodurch die Gleichstellung der Ehepartner festgeschrieben wurde. Im selben Jahr wurde das Volljährigkeitsalter von 21 auf 18 Jahre herabgesetzt, wodurch auch 18-Jährige das Wahlrecht erhielten.
Bei den Kommunalwahlen 1975 und den Parlamentswahlen 1976 setzen sich die linken Parteien durch. Die Democrazia Cristiana bleibt zwar die stärkste Partei, aber die Kommunistische Partei Italiens erreicht immerhin 33 % der Stimmen.
Ende 1975 wurde der Vertrag von Osimo unterzeichnet, der die Abtretung der Zone B des ehemaligen Freien Territoriums Triest an Jugoslawien festlegte und damit den nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entstandenen Status quo anerkannte. In den 1970er Jahren erreichte Italien einen Rekord bei Entführungen zu Erpressungszwecken, die vor allem von Banden der ’Ndrangheta und der Anonima Sarda verübt wurden: So wurden 1974 insgesamt 40 Entführungen registriert, 1975 waren es 62, 1976 47 und 1977 75[15]. Gegen Ende der 1970er Jahre kam das Wachstum der italienischen Bevölkerung zum Stillstand und stabilisierte sich bei knapp unter 60 Millionen Einwohnern.
Chronologie der wichtigsten Ereignisse
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Italien Ende der 1960er Jahre
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ende der 1960er Jahre war die italienische Wirtschaft rasch gewachsen, und die mit dem italienischen Wirtschaftswunder einsetzende Verbesserung des Lebensstandards war spürbar. Die Kindersterblichkeit war stark zurückgegangen, und Analphabetismus war praktisch verschwunden.
In diesen Jahren kam es auch zu einem kulturellen Aufschwung, der sich positiv auf die Wahlen auswirkte. Gleichzeitig kam es jedoch zu den ersten großen Demonstrationen und sozialen Umwälzungen, wie beispielsweise den Studentenunruhen von 1968 und dem „heißen Herbst“, der Reihe von großen Streiks in den Fabriken und Industriezentren in Norditalien von 1969–70.
Das kontinuierliche Wachstum der Kommunistischen Partei Italiens wurde von den Vereinigten Staaten nicht gerne gesehen, die den Übergang zu wirksameren Interventionsformen gegenüber der bisherigen Finanzierung der nichtkommunistischen Linken in Betracht zogen[16].
Der Beginn der bleiernen Jahre
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Datum | Tat | Opfer | Täter |
|---|---|---|---|
| 01. März 1968 | Schlacht von Valle Giulia | 600+ Verletzte | Links- und Rechtsextreme |
| 12. Dezember 1969 | Anschlag auf der Piazza Fontana, Mailand | 17 Tote, 88 Verletzte | Ordine Nuovo R |
| 15. Dezember 1969 | Defenestration von Giuseppe Pinelli | 1 Toter | ungeklärt, vllt. Polizei U |
| 22. Juli 1970 | Anschlag von Gioia Tauro | 6 Tote, 66 Verletzte | Avanguardia Nazionale R |
| 07. Dezember 1970 | Putschversuch von Junio Valerio Borghese | - | Fronte Nazionale R |
| 17. Mai 1972 | Ermordung von Luigi Calabresi | 1 Toter | Lotta Continua L |
| 31. Mai 1972 | Anschlag von Peteano | 3 Tote, 2 Verletzte | Ordine Nuovo R |
| 16. April 1973 | Brandanschlag von Primavalle | 2 Tote, 2 Verletzte | Potere operaio L |
| 17. Mai 1973 | Anschlag auf die Polizeidirektion von Mailand | 4 Tote, 45 Verletzte | Ordine Nuovo R |
| 28. Mai 1974 | Anschlag auf der Piazza della Loggia, Brescia | 8 Tote, 102 Verletzte | Ordine Nuovo R |
| 4. August 1974 | Anschlag auf den Italicus Express | 12 Tote, 48 Verletzte | Ordine Nero R |
| 27. Januar 1976 | Massaker von Alcamo Marina | 2 Tote | ungeklärt, vllt. Mafia; Gladio U |
| 16. März 1977 | Entführung und Ermordung Aldo Moros | 6 Tote | Rote Brigaden L |
| 7. Januar 1978 | Massaker von Acca Larentia | 2 Tote | Contropotere Territoriale L |
| 24. Januar 1979 | Ermordung von Guido Rossa | 1 Toter | Rote Brigaden L |
| 23. Juni 1980 | Ermordung von Magistrat Mario Amato | 1 Toter | Nuclei Armati Revoluzionari R |
| 2. August 1980 | Anschlag auf den Bahnhof von Bologna | 85 Tote, 200+ Verletzte | Nuclei Armati Revoluzionari R |
| 17. Dezember 1981 | Entführung von US-General James L. Dozier | - | Rote Brigaden L |
| 23. Dezember 1984 | Bombenanschlag im Apennin-Basis-Tunnel | 17 Menschen, 267 Verletzte | Sizilianische Mafia U |
| L = Linksextrem; R = Rechtsextrem; U = Unpolitisch/Unbekannt | |||

Der Beginn der bleiernen Jahre fällt mit der Zeit der Studentenproteste zusammen, die Italien und Europa erfassten.
Das Jahr 1969 war erneut von zahlreichen Protesten geprägt. Nach den Studentenunruhen kam es zu Arbeitskämpfen der Arbeitnehmer um Vertragsverlängerungen, die zu heftigen Auseinandersetzungen an Arbeitsplätzen und in Fabriken führten. Diese wurden durch die Vollbeschäftigung in Norditalien begünstigt, die durch das Ausbleiben des Fluss an Arbeitern aus dem Süden zu Stande kam und den Gewerkschaften erheblichen Einfluss und Druckmittel ermöglichten. Es war der sogenannte „heiße Herbst“. Allen voran die Werke von Fiat und Pirelli in Mailand und Turin wurden häufig bestreikt und besetzt. Dies bewirkte unter anderem die Verabschiedung des Arbeitnehmerstatuts sowie die Legalisierung der Scheidung. Der „heiße Herbst“ führte ebenfalls zur Gründung der Potere operairo sowie der Popularisierung marxistischer Ideologien wie dem Operaismus und Autonomismus.
Am 25. April desselben Jahres explodierte eine Bombe in Mailand im FIAT-Pavillon der Messe und verursachte mehrere Schwerverletzte, jedoch keine Toten, und eine Bombe wurde im Wechselstube des Hauptbahnhofs gefunden. Einige Monate später, am 9. August, explodierten acht Bomben in verschiedenen Zügen und verletzten 12 Menschen. Verantwortlich für all diese Anschläge waren Franco Freda und Giovanni Ventura von der neofaschistischen Terrororganisation Ordine Nuovo.[17]
Am 19. November starb während einer Demonstration der Union der italienischen Kommunisten (Marxisten-Leninisten) in Mailand der Polizist Antonio Annarumma, der beim Fahren eines Geländewagens von einem geworfenen Stahlrohr getroffen wurde. Für viele Historiker ist er das erste Opfer der Bleiernen Jahre.[18][19]
Vom Extremismus zum Terrorismus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 12. Dezember ereigneten sich in Italien innerhalb von 53 Minuten fünf Anschläge. Der schwerste war der Bombenanschlag auf der Piazza Fontana: In Mailand explodierte eine Bombe im Gebäude der Banca Nazionale dell’Agricoltura und forderte 17 Tote und 88 Verletzte.
Die Massaker trugen dazu bei, das ohnehin schon angespannte Klima weiter zu verschärfen. Zu den Unruhen und Demonstrationen, die in Straßenkämpfe ausarteten, kam es zu immer heftigeren Auseinandersetzungen. Für die Anschläge wurden sofort Anarchisten oder Linke beschuldigt, die sich aber später als unbeteiligt herausstellten, wie Pietro Valpreda oder Giuseppe Pinelli. Der Fall Pinelli war besonders brisant, da dieser während eines Verhörs unter mysteriösen Umständen aus einem Fenster der Mailänder Polizeidirektion stürzte und starb. Pinellis Witwe, mehrere Journalisten, Juristen und linke Gruppen werteten es jedoch als Fall von Polizeigewalt.
Der Tod Pinellis geschah unter dem Kommando von Kommissar Luigi Calabresi, der Ziel einer medialen Hetzkampagne durch die Lotta Continua wurde und 1972 ermordet wurde. In einem komplexen und kontroversen Prozess, dessen einziger Beweis das Geständnis vom angeblichen Fluchtwagenfahrer Leonardo Marino war, wurden die Lotta Continua Mitglieder Ovidio Bompressi und Leonardo Marino für den Mord verurteilt, ebenfalls wurde der Journalist Adriano Sofri, führender Kopf der Lotta Continua, verurteilt, da seine Berichterstattung als Auftrag zum Mord bewertet wurde.[20] In der Öffentlichkeit tauchten Hinweise auf Irreführungen und geheime Absprachen zwischen verschiedenen Bereichen des Staates auf (die später bestätigt wurden), und man begann, von einem „Staatsmassaker“ zu sprechen. Der Neofaschist und SID-Informant Guido Giannettini behauptete, der Bundesnachrichtendienst (BND) habe den Mord in Auftrag gegeben, nachdem Calabresi bei Ermittlungen auf Verwicklungen zwischen deutschem Staat und Terror gestoßen sei.
Valpreda, der andere verdächtige Anarchist, wurde auf Basis des Augenzeugenberichts eines Taxifahrers trotz eines Alibis verhaftet und 1973 zur Lebenslangen Haft verurteilt In den Medien wurde er als „Monster der Piazza Fontana“ bezeichnet, während Sympathisanten Demos zur Unterstützung abhielten. 1985 wurde er jedoch aufgrund Mangels an Beweisen freigesprochen.[21]
Während die Ermittlungsbehörden lange Zeit Hinweise auf eine Verwicklung der rechten Szene in den Anschlag ignorierten, wurden 1972 die Neofaschisten Franco Freda und Giovanni Ventura aus dem Umfeld der Ordine Nuovo wegen Tatverdachts verhaftet. 1981 wurden sie wegen „subversiver Aktivitäten“ sowie der Verwicklung in die Terroranschläge vom 12. Dezember 1969, darunter dem Anschlag auf die Piazza Fontana, zu lebenslanger Haft verurteilt. 1985 wurden jedoch ihre Verurteilungen im Fall Piazza Fontana aufgehoben und sie aufgrund von Mangel an Beweisen freigesprochen.[22] Die 15-jährige Haftstrafe wegen der anderen Attentate sowie der „subversiven Aktivitäten“ blieb jedoch bestehen. In den 1990ern und den 2000ern wurde durch neue Beweise Fredas und Venturas Schuld im Rahmen anderer Prozesse bewiesen, jedoch konnten sie aufgrund ihres Freispruchs 1985 nicht erneut verurteilt werden.[23][24]
In der Nacht vom 7. auf den 8. Dezember 1970 versuchte der ehemalige faschistische Kommandant Junio Valerio Borghese, Anführer der Nationalen Front, einen Staatsstreich, der als „Golpe Borghese“ in die Geschichte einging und aus ungeklärten Gründen plötzlich abgebrochen wurde, während er bereits in vollem Gange war. Der geheime Plan wurde am 18. März 1971 in der linken Zeitung Paese Sera aufgedeckt.[25] Die Putschisten erhoffen sich Unterstützung von SISMI, sizilianischer Mafia sowie der CIA. Die CIA sowie der amerikanische Militärattaché sollen im Vorhinein über die Pläne der Putschisten informiert, jedoch nur Beobachter gewesen sein.[26] Das Verschwinden des Investigativjournalisten Mauro De Mauro am 16. September 1970 soll mit seinen Ermittlungen im Vorfeld des Putsches zusammenhängen.
Im Rahmen dessen, was später von einigen Historikern als Strategie der Spannung bezeichnet wurde, schien die Gesellschaft zunehmend gespalten, und es bildeten sich Gruppen, die außerparlamentarische Politik betrieben und Gewalt nicht ablehnten. In einigen Bereichen der Linken ging man in den Untergrund und zum bewaffneten Kampf über. In der Gesellschaft entstand zunehmend ein Klima der Unsicherheit und Gefahr, auch weil nicht nur spektakuläre Anschläge verübt wurden, sondern es zu einer ständigen Flut von Angriffen auf unbedeutende Ziele, einzelne Bürger, Ordnungskräfte und Bankboten kam, deren Motive teilweise unbekannt und rätselhaft blieben. Unter den Regierungskräften und in der gemäßigten Öffentlichkeit setzte sich die Theorie der gegensätzlichen Extremismen durch. Diese Theorie wurde durch einen Bericht des Präfekten von Mailand, Libero Mazza, bestätigt, der nach den Zusammenstößen zwischen MS-Militanten und Ordnungskräften am 12. Dezember 1970 in der Stadt verfasst wurde: Der Inhalt des Dokuments, das vier Monate später veröffentlicht wurde, löste vor allem in der Presse und unter linken Politikern heftige Kontroversen aus.
L’Unità griff den Bericht des Präfekten, der den Linksextremismus und den Rechtsterrorismus auf eine Stufe stellte, scharf an. Eugenio Scalfari, der spätere Chefredakteur der Tageszeitung La Repubblica, warf dem Präfekten Parteilichkeit und Verfälschung der Realität vor. Der Bürgermeister Aldo Aniasi, der sich stets für die Entwaffnung der Polizei ausgesprochen hatte, bedauerte die Thesen von Mazza, da er sie für unnötig alarmistisch und politisch gefährlich hielt (und beklagte, dass ihm das Dokument vor der Übermittlung an Innenminister Franco Restivo nicht zur Einsicht vorgelegt worden war)[6]. Nur der stellvertretende Chefredakteur von La Stampa, Carlo Casalegno (1977 von den Roten Brigaden ermordet), verteidigte Mazza[27].
Bei Straßenprotesten erscheinen viele Demonstranten maskiert und oft mit Eisenstangen, Knüppeln, Schraubenschlüsseln[28] und Molotowcocktails bewaffnet.
Am 3. März 1972 verüben die Roten Brigaden in Mailand ihre erste Entführung und verschleppen den Ingenieur Idalgo Macchiarini, einen Manager von Sit-Siemens, der vor dem Werk abgeholt und mit einem Schild um den Hals fotografiert wird, auf dem steht: „Zubeissen und weg. Nichts bleibt ungestraft. Einen treffen, um hundert zu erziehen. Alle Macht dem bewaffneten Volk!“, und einem fünfzehnminütigen Verhör (von den Roten Brigaden «Proletarischer Prozess im Gefängnis des Volkes» genannt) über die laufenden Umstrukturierungsprozesse im Werk unterzogen. Dieser Aktion folgten weitere, die in ihrer Intensität und der Bedeutung der entführten Personen immer weiter zunahmen. In Genua verlagerte sich das Ziel am 18. April 1974 auf Personen, die Teil der institutionellen Strukturen waren. In ihrer Logik des Angriffs auf den Staat entführten sie Mario Sossi, einen Richter, der im Vorjahr Staatsanwalt in dem Prozess gewesen war, der zur Verurteilung der Mitglieder der terroristischen Gruppe Gruppo XXII Ottobre geführt hatte. Sossi wurde am 23. Mai 1974 in Mailand freigelassen. Wenige Monate später wurden die Brigadisten Renato Curcio und Alberto Franceschini von den Carabinieri unter General Carlo Alberto dalla Chiesa verhaftet.
Zumindest bis zur Entführung Moros fanden die Aktionen der Roten Brigaden bei Teilen der Bevölkerung Bewunderung, insbesondere bei einigen der seit Ende der 1960er Jahre politisch aktiven sozialen Gruppen, während ihre terroristischen Aktionen von der linken Presse als Werke faschistischer Provokateure verurteilt wurden[29].
Am 16. April 1973 setzen Mitglieder der Potere Operaio die Wohnung des MSI-Politikers Mario Mattei in Primavalle in Brand. Zwei seiner Söhne starben, Mattei und der Rest seiner Familie konnte entkommen.
Am 17. Mai 1973 wird bei einer Gedenkveranstaltung für den ermordeten Polizeikommandanten Luigi Calabresi im Polizeidirektorium in Mailand eine Handgranate gezündet. 4 Menschen sterben, 45 werden verletzt. Identifiziert wird der selbsternannte Anarchist Gianfranco Bertoli, der jedoch später nicht nur der Mitgliedschaft in Ordine Nuovo, sondern auch der Informantentätigkeit für den italienischen Militärgeheimdienst SID sowie möglicher Kontakte zu ausländischen Geheimdiensten überführt wird.[30] Die Federazione Anarchica Italiana, Italiens größte anarchistische Organisation, distanzierte sich sofort. Man geht aus diesem Grund von einem versuchten Anschlag unter falscher Flagge aus, der den Anarchisten angelastet werden sollte.[31]
1974 entstanden ebenfalls im Bereich der revolutionären Linken die Nuclei Armati Proletari ("Bewaffnete Proletarische Zellen"), die vor allem in Mittel- und Süditalien Fuß fassten und bis 1978 aktiv waren, wobei ihr besonderes Augenmerk auf dem Unterproletariat, den Arbeitslosen und den Gefängnissen lag. Ihre spektakulärste Aktion fand im Mai 1975 mit der Entführung von Di Gennaro und dem Aufstand im Gefängnis von Viterbo statt, als sie die Erfüllung ihrer Bedingungen durchsetzten, bevor sie den entführten Richter Di Gennaro freiließen.
1975 wird die Leiche des berühmten Regisseur und linken Intellektuellen Pier Paolo Pasolini brutalst zugerichtet an einem Strand in Ostia gefunden. Obwohl einzig der 17-jährige Stricher Pino Pelosi für den Mord zu neun Jahren Haft verurteilt wird, ranken sich bereits damals Theorien um eine Verbindung zu den bleiernen Jahren und ein politisches Motiv. Pasolini hatte sich ein Jahr vor dem Mord über mögliche Verbindungen von italienischem Staat und organisiertem Verbrechen informiert und in seiner Kolumne in der Corriere della Sera öffentlich geäußert. Journalisten sowie Pelosi selbst berichten von Verbindungen zur Magliana-Bande sowie der Propaganda Due und rechtsextremen Terrorgruppen.[32][33][34]
Im Januar 1976 werden die zwei Carabinieri Carmine Apuzzo und Salvatore Falcetta beim „Massaker von Alcamo Marina“ bei Trapani auf Sizilien im Schlaf erschossen. Nachdem erst die Roten Brigaden unter Verdacht geraten, werden eine Gruppe Jugendlicher, darunter Giuseppe Galotta, verhaftet und verurteilt. 2007 gab einer der Ermittler in dem Fall jedoch zu, dass Galottas Geständnis unter mehrstündiger Folter erzwungen wurde. Gulotta und die anderen Verurteilten wurden 2012 freigesprochen. Der Fall Gulotta ist bis heute einer der größten Justizskandale der italienischen Geschichte. Es wird vermutet, so zum Beispiel von Walter Veltroni, dass die Carabinieri eine Waffenlieferung abfingen, die für die Mafia oder Operation Gladio bestimmt waren und deswegen ermordet wurden.[35]
Die Sondergesetze
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Regierungsparteien – die Democrazia Cristiana, die Partito Socialista Italiano, die Partito Socialista Democratico Italiano, die Partito Repubblicano Italiano und die Partito Liberale Italiano – gestärkt durch die Unterstützung der Partito Comunista Italiano, fanden eine politische Einigung, um eine Reihe von Gesetzen auszuarbeiten, mit denen der Krisensituation des Landes begegnet werden sollte.
Aufgrund der terroristischen Bedrohung wurden einige bedeutende Gesetzesänderungen vorgenommen, die auch vom Verfassungsgericht geprüft wurden[36] und unter anderem die Befugnisse der Polizeikräfte zum Eingreifen und zum Einsatz von Waffen stärkten, jedoch stets unter Einhaltung der in der Verfassung vorgesehenen gesetzlichen und gerichtlichen Vorbehalte.
- Bedeutsam ist die Verabschiedung des Legge Reale (Nr. 152 vom 22. Mai 1975), das eine Reihe repressiver Maßnahmen einführte.
Das betreffende Gesetz löste viele Kontroversen aus und wurde einem Referendum unterzogen, das am 11. Juni 1978 durchgeführt wurde und bei dem sich die öffentliche Meinung dafür aussprach: 76,46 % stimmten für die Beibehaltung und 23,54 % für die Aufhebung[37]. - 1978 folgte die Einrichtung von Spezialeinheiten zur Terrorismusbekämpfung: die GIS (Gruppo di Intervento Speciale) der Carabinieri, die NOCS (Nucleo Operativo Centrale di Sicurezza) der Polizei und später die SVATPI-Einheiten (Scorta Valori Anti Terrorismo Pronto Impiego, ein Anti-Terror-Einsatzkommando, aus dem später die ATPI hervorging) der Guardia di Finanza.
- 1980 wurde das Cossiga-Gesetz (Gesetz Nr. 15 vom 6. Februar) erlassen, das erhebliche Strafen für Personen vorsieht, die des Terrorismus für schuldig befunden werden, und die Befugnisse der Polizei weiter ausdehnt. Obwohl einige Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit dieses Gesetzes geäußert wurden[38], wurde es vom Verfassungsgericht als verfassungskonform eingestuft.
Auch diese Maßnahme wurde einem Referendum zur Aufhebung unterzogen, das am 17. Mai 1981 stattfand und bei dem sich die Öffentlichkeit für dieses Gesetz aussprach: 85,12 % stimmten für die Beibehaltung des Gesetzes und nur 14,88 % für die Aufhebung[39].
Die Bewegung von ’77
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Jahr des gewaltsamen Umbruchs, das diese Zeit prägt, ist wohl 1977, wie Primo Moroni und Nanni Balestrini zusammenfassen[40]: „1977 eskalierte der politische und kulturelle Konflikt, der sich auf alle Bereiche des sozialen Lebens ausweitete und beispielhaft für die Auseinandersetzungen der gesamten 70er Jahre stand, zu einem harten, vielleicht sogar dem härtesten Konflikt zwischen den Klassen und innerhalb der Klassen, den es seit der Vereinigung Italiens je gegeben hatte. Vierzigtausend wurden angezeigt, fünfzehntausend verhaftet, viertausend zu Tausenden von Jahren Gefängnis verurteilt, und dann gab es Hunderte von Toten und Verletzten auf beiden Seiten.“
Die von den Brigadisten ausgewählten Ziele waren Führungskräfte von Unternehmen (die oft von den Arbeitern selbst gemeldet wurden, welche die BR nutzten, um die Disziplierung in den Fabriken zu durchbrechen), Vertreter der DC, Ärzte und Journalisten, denen vorgeworfen wurde, ihre beruflichen Fähigkeiten in den Dienst der Guerillabekämpfung zu stellen[41].

Am 11. März 1977 reagierten die Polizeikräfte während Zusammenstößen in Bologna auf einen Molotowcocktail-Angriff mit zahlreichen Schüssen, wobei der Student Pier Francesco Lorusso, ein Sympathisant der Lotta Continua, von einer Kugel tödlich getroffen wurde. Auf die darauf folgenden Studentenproteste reagierte Innenminister Francesco Cossiga mit der Entsendung von Panzerfahrzeugen ins Zentrum von Bologna[42]. Der Carabinieri Massimo Tramontani erklärte, dass er bei Anflug einiger Molotowcocktails das Magazin seines Winchester-Gewehrs geleert habe und anschließend, nachdem ein Molotowcocktail einen Brand an der Seite seines Lastwagens ausgelöst hatte, auf den Boden gesprungen sei und mit seiner Pistole geschossen habe, jedoch nur in die Luft. Im Gegensatz dazu sagten Arbeiter von Zanichelli aus, sie hätten gesehen, wie ein Beamter mehrere Schüsse in schneller Folge auf die Demonstranten abgegeben habe, nachdem er sich mit dem rechten Arm auf ein Auto gestützt hatte, um besser zielen zu können. Tramontani wurde freigesprochen, da die Kugel, die den Studenten tötete, nicht gefunden wurde und nicht nachgewiesen werden konnte, dass sie zu den von ihm abgefeuerten Schüssen gehörte. Die Gutachten ergaben, dass Lorusso und andere, als er getroffen wurde, vor der Polizei geflohen waren; die Kugel drang in seine Brust ein, weil er sich kurz umgedreht hatte, um sich umzusehen.[43][44][45]
Weitere blutige Ereignisse des Jahres 1977
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 31. März wurde Venedig von den Unruhen der Nächte der Feuer von Venetien erschüttert. Am 22. März starb in Rom der Polizeibeamte Claudio Graziosi, der vom NAP-Militanten Antonio Lo Muscio getötet wurde, als er versuchte, die beiden Terroristinnen Maria Pia Vianale und Franca Salerno in einem Bus festzunehmen. Bei dem Schusswechsel zwischen Graziosis Kollegen und dem Mörder wurde auch ein Tierfreund, Angelo Cerrai, tödlich getroffen[6].
Am 5. April wird in Neapel Guido De Martino, Sohn des ehemaligen sozialistischen Sekretärs Francesco De Martino, entführt. Nach verwirrenden Verhandlungen und der Zahlung eines Lösegeldes in Höhe von einer Milliarde Lire wird er am 15. Mai freigelassen. Die Entführung wurde zunächst von einer mit der NAP verbundenen Kampfgruppe aus Sesto San Giovanni beansprucht, die Zeitungen und Presseagenturen anrief und die Verlesung einer ihrer Botschaften im Fernsehen forderte. Diese Bekennung wurde durch eine spätere Erklärung der NAP in der römischen Zeitung Il Messaggero widerlegt, in der sie den Rechtsterrorismus für die Entführung verantwortlich machte (false-flag-Aktion). Dieser Fall, der erste, in den ein hochrangiger italienischer Politiker direkt verwickelt war, wurde nie vollständig aufgeklärt[46].
Am 21. April 1977 schossen Militante der Autonomiebewegung in Rom im Zuge der Ereignisse nach der Räumung der Universität auf die Ordnungskräfte. Der Polizeischüler Settimio Passamonti wurde von zwei Schüssen getroffen und getötet. Der Polizist Antonio Merenda, zwei weitere Polizisten und ein Carabinieri wurden verletzt, überlebten jedoch. Auch die Journalistin Patrizia Bermier wurde verletzt.
Am 28. April 1977 wurde in Turin der Anwalt Fulvio Croce, Präsident der Anwaltskammer von Turin, von einer Gruppe der Roten Brigaden, bestehend aus Rocco Micaletto, Lorenzo Betassa, Raffaele Fiore und Angela Vai, ermordet, um den Prozess gegen den sogenannten «historischen Kern» der Organisation zu verhindern. Am 12. Mai 1977 wurde in Rom auf der Ponte Garibaldi während einer Demonstration, die von heftigen Zusammenstößen mit den Ordnungskräften geprägt war, die Studentin Giorgiana Masi getötet, Elena Ascione und der Carabinieri Francesco Ruggiero wurden verletzt. Am 14. Mai 1977 zogen einige Demonstranten aus dem Umfeld der Autonomen während einer Demonstration in Mailand ihre Pistolen, zielten und eröffneten das Feuer auf die Polizei, wobei sie den Polizeibeamten Antonio Custra töteten. Ein Fotograf hielt die Szene fest, in der ein Demonstrant mit gefalteten Händen seine Pistole auf die Polizei richtet und schießt. Es ist die Zeit der P38. Die Chronik des Corriere della Sera weigerte sich, dieses Foto zu veröffentlichen, im Gegensatz zu anderen Tageszeitungen. Später stellte sich heraus, dass der identifizierte Schütze nicht der Mörder von Custra war, und das reichte einigen, um ihn zu einer Art unschuldig Verfolgtem zu machen[6].
Am 3. Oktober 1977 starb Roberto Crescenzio nach zwei Tagen der Qual in Turin. Während einer Demonstration erlitt er schwere Verbrennungen durch einen Molotowcocktail, der bei einem Angriff auf die Bar Angelo Azzurro geworfen wurde, in der er sich als Gast befand. Die Demonstration war von verschiedenen linken Gruppen als Reaktion auf den Mord an dem Studenten Walter Rossi organisiert worden, der am 30. September in Rom von zwei jungen Neofaschisten ermordet worden war[47].
1978 und die Entführung Moros
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Beginn des Jahres 1978 war geprägt von einem Ereignis, das in den Reihen der Rechtsextremisten eine Reaktion hervorrief, die auch in den folgenden Jahren spürbare Auswirkungen haben sollte: das Massaker von Acca Larentia. Am Abend des 7. Januar wurden Franco Bigonzetti und Francesco Ciavatta, junge MSI aus der Sektion Acca Larentia im Stadtteil Tuscolano in Rom mit Schüssen aus einer Skorpion-Maschinenpistole getötet, die von einer bewaffneten Gruppe abgefeuert wurden, die sich später als «Nuclei Armati per il Contropotere Territoriale» («Bewaffnete Zellen für die territoriale Gegenmacht») zu dem Anschlag bekannte. Am selben Abend wurde nach Zusammenstößen mit den Ordnungskräften auch ein dritter junger Aktivist der Jugendfront, Stefano Recchioni, durch einen Pistolenschuss aus nächster Nähe vom Carabinieri-Hauptmann Edoardo Sivori getötet[41]. Dieses Ereignis markierte den Beginn einer Offensive des Rechtsterrorismus (unter der Führung der bewaffneten Gruppe NAR) nicht nur gegen die antifaschistischen Kräfte, sondern auch gegen den Staat, der als mitverantwortlich für dieses Blutvergießen angesehen wurde. Zwischen Januar und Februar töteten verschiedene linke Organisationen auch Carmine De Rosa (FIAT-Manager in Cassino)[48], den Polizisten Fausto Dionisi in Florenz und den Notar Gianfranco Spighi in Prato[49], während die Roten Brigaden den Kassationsrichter Riccardo Palma (Rom, 14. Februar) und den Carabinieri-Marschall Rosario Berardi (Turin, 10. März) ermordeten.
Am 16. März 1978 kam es in der Via Fani in Rom zu einem Hinterhalt, bei dem der damalige Vorsitzende der Democrazia Cristiana, Aldo Moro, nach Eliminierung seiner fünf Leibwächter entführt und anschließend ermordet wurde. Die Ermordung erfolgte am 9. Mai 1978 durch ein Kommando der Roten Brigaden verübt, die sie als «Angriff auf das Herz des Staates» bezeichneten[6]. Die Brigadisten befürchteten, dass Moros Kurs des „Historischen Kompromiss“, der eine Zusammenarbeit seiner Christdemokraten mit der Kommunistischen Partei vorsah, die Kommunisten mäßigen und somit die Revolution bedrohen würde.[50] Während des Prozesses vor dem Schwurgericht in Rom erklärte Moros Frau Eleonora Chiavarelli, dass sich die Maschinenpistolen der Leibwächter im Kofferraum der Autos befanden, weil «diese Leute nicht mit Waffen umgehen konnten, da sie nie Schießübungen machten und nicht daran gewöhnt waren, mit ihnen umzugehen, sodass die Maschinenpistolen im Kofferraum blieben. Leonardi sprach immer davon. „Diese Leute“, sagte er, „können keine Waffe haben, die sie nicht benutzen können. Sie müssen wissen, wie man sie benutzt. Sie müssen sie ordnungsgemäß aufbewahren. Sie müssen sie griffbereit haben. Das Funkgerät muss funktionieren, aber es funktioniert nicht.“ Monatelang ging es so weiter. Marschall Leonardi und der Polizeibeamte Ricci rechneten nicht mit einem Hinterhalt, da ihre Waffen in einer Tasche verstaut waren und eine der beiden Taschen sogar in einer Plastikhülle steckte»[6]. Dieser letzte Satz wurde von der Witwe des Marschalls Leonardi widerlegt, die erklärte, dass ihr Mann «in letzter Zeit bewaffnet unterwegs war, weil er bemerkt hatte, dass ihm ein Auto folgte»[6]. Einer der in der Via Fani anwesenden Brigadisten, Franco Bonisoli, erklärte, dass die Entscheidung, den christdemokratischen Präsidenten zu entführen, «eine Woche zuvor getroffen worden war, ein Tag wurde festgelegt, es könnte der 15. gewesen sein, es könnte der 17. gewesen sein»[6].

Im Laufe der Jahre haben einige Mitarbeiter erklärt, dass Moro während eines Besuchs in Washington eine heftige Auseinandersetzung mit dem damaligen Außenminister Henry Kissinger hatte (der gegen einen möglichen Eintritt der PCI in die italienische Regierung war)[51][52]. Laut Sergio Flamigni war Steve Pieczenik (Berater des US-Präsidenten Jimmy Carter) später der Drahtzieher der «Irreführung am Lago della Duchessa» während der Entführung Moros, mit Zustimmung von Francesco Cossiga: Während am 18. April 1978 die Polizei gerade ein zufällig entdecktes Versteck der Roten Brigaden in der Via Gradoli 96 in Rom gestürmt hatte, meldete ein anonymer Anrufer, Aldo Moro sei tot und liege im (100 km entfernten) Lago della Duchessa, was einerseits die Polizei durch Ressourcenbindung an der falschen Stelle bei der Aufspürung von Moro behindern sollte und andererseits die BR psychologisch verunsichern sollte ("infowar"), damit diese Moro töten, um so eine mögliche Regierungsbeteiligung der PCI zu verhindern[53][54]. Die Anzahl an Verschwörungstheorien, die es im Fall Moro gibt, wird oft mit den Verschwörungstheorien zum Attentat auf John F. Kennedy verglichen.[55]
Am 18. März 1978, zwei Tage nach der Entführung Moros, werden in Mailand Fausto Tinelli und Lorenzo (Iaio) Iannucci, damals 18 Jahre alt und Besucher des Centro Sociale Leoncavallo, ermordet. Sie werden von Rechtsextremisten mit acht Pistolenschüssen getötet, wozu sich später auch die NAR bekennt.
Nach dem Mord an Moro trat der damalige Innenminister Francesco Cossiga am 10. Mai 1978 zurück. Der General der Carabinieri Carlo Alberto dalla Chiesa wurde am 10. August desselben Jahres (durch Dekret des damaligen Ministerpräsidenten Andreotti) mit der Koordinierung des Kampfes gegen den Terrorismus beauftragt. Dalla Chiesa setzte innovative Techniken bei den Ermittlungen gegen den Terrorismus ein und erzielte bemerkenswerte Ergebnisse. 1982 wurde er als Präfekt zur Bekämpfung der Mafia nach Sizilien entsandt, aber ohne die Ressourcen und die politische Unterstützung, die er in seiner vorherigen Position genossen hatte, wurde er völlig allein gelassen und am 3. September 1982 zusammen mit seiner jungen Frau Emanuela Setti Carraro in Palermo von der Mafia ermordet.
1980 und das Ende
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Von Juni 1978 bis Dezember 1981 nahmen die terroristischen Überfälle, Morde und Körperverletzungen zu. Die Statistiken zeigten eine in Europa bisher unbekannte Zunahme von Anschlägen: Die Zahl der in Italien aktiven bewaffneten Organisationen stieg von 2 im Jahr 1969 auf 91 im Jahr 1977 und auf 269 im Jahr 1979. Im selben Jahr wurde die Rekordzahl von 659 Anschlägen verzeichnet.[52] Das Jahr mit den meisten Opfern war jedoch 1980, in dem 125 Menschen starben, davon 85 beim Anschlag auf den Hauptbahnhof von Bologna, der durch Mitglieder der neofaschistischen Nuclei Armati Rivoluzionari verübt wurde.[52] Der Anschlag gilt bis heute als verherendster Terroranschlag in der Geschichte Italiens. Der NAR-Gründer Valerio Fioravanti sowie Francesca Mambro wurden verurteilt. Dazu wurden der P2-Vorsitzende Licio Gelli sowie zwei SISMI-Beamte wegen Behinderung der Ermittlungen verurteilt.
An zweiter Stelle nach der Entführung Moros stand hinsichtlich der internationalen Resonanz wahrscheinlich die Entführung des US-Generals James Lee Dozier durch die Roten Brigaden, der gemeinhin als Abschluss eines Zyklus der bleiernen Jahre angesehen wird. Die Entführung Dozier sorgte für Aufsehen, weil es den Roten Brigaden gelungen war, ein so bedeutendes militärisches Ziel zu treffen: Der General war damals stellvertretender NATO-Kommandeur in Südeuropa und wurde am 17. Dezember 1981 in Verona entführt. Am 28. Januar 1982 wurde er dann in Padua durch eine Aktion der NOCS befreit.

Gegen Ende des Jahrzehnts nahmen die Gewalttaten langsam ab. Insbesondere brach die Unterstützung für die Roten Brigaden nach der Ermordung des Arbeiters Guido Rossa im Jahr 1979 zusammen. Rossa hatte einen Kollegen angezeigt, den er beim Verteilen von Propagandamaterial der BR erwischt hatte. Die Jahre des Terrors gingen zu Ende, die Meinung, dass der bewaffnete Kampf zu einer Veränderung der verfassungsmäßigen Ordnung des Staates führen könnte, verlor an Bedeutung. Der Schriftsteller Bifo Berardi, ehemaliger Vertreter der außerparlamentarischen Linken, erklärte: «Ende der siebziger Jahre wurde jedes arbeiterfeindliche Verhalten kriminalisiert, geächtet und beseitigt, [...] der Realismus des Kapitals übernahm mit dem Triumph der neoliberalen Politik wieder die Führung. Die kapitalistische Gegenoffensive begann, das soziale Leben wurde erneut der Produktivität unterworfen, der wirtschaftliche Wettbewerb wurde als einziges Kriterium für Fortschritt geheiligt.»[56].
Im April 1979 wurden führende Intellektuelle der italienischen Linken, darunter der Theoretiker Antonio Negri, verhaftet und angeklagt. Negri soll den Roten Brigaden „moralische Unterstützung“ geleistet haben. Während seine Anklage vorbereitet wurde, ließ er sich 1983 auf der Liste der Radikalen Partei ins Parlament wählen und nutzte die Zeit vor der Aufhebung seiner parlamentarischen Immunität dazu, nach Frankreich zu fliehen. In Abwesenheit wurde er zu 34 Jahren in Haft verurteilt. 1997 kehrte er nach Italien zurück und saß lediglich 6 Jahre im Gefängnis ab.[57]
Viele militante Linke, die nach Frankreich fliehen konnten, wurden im Zuge der sogenannten Doctrine Mitterrand unter dem Präsidenten Mitterrand nicht nach Italien ausgeliefert. Diese wurde selbst 2023 nochmal bestätigt.[58]
Anfang der 90er Jahre analysiert die Ermittlungsrichterin von Savona, Fiorenza Giorgi, in ihrem Beschluss zur Einstellung der Ermittlungen zu den Bombenanschlägen, die zwischen 1974 und 1975 in der Stadt verübt worden waren, eine Analyse der Anschläge in der ersten Phase der Strategie der Spannung, in der sie unter anderem die Deckung erwähnt, die italienische Geheimdienste einigen terroristischen Aktionen und den Handlungen von Personen wie Junio Valerio Borghese gewährt hatten. Die Richterin berichtet dazu:
“Dal 1969 al 1975 si contano 4.584 attentati, l’83 percento dei quali dichiara impronta della destra eversiva (cui si addebitano ben 113 morti, di cui 50 vittime delle stragi e 351 feriti), la protezione dei servizi segreti verso i movimenti eversivi appare sempre più plateale.”
„Von 1969 bis 1975 gab es 4.584 Anschläge, von denen 83 Prozent der subversiven Rechten zugeschrieben werden (mit 113 Toten, darunter 50 Opfer von Massakern, und 351 Verletzten). Der Schutz der Geheimdienste gegenüber subversiven Bewegungen wird immer offensichtlicher.“
Die Terroranschläge der drei Jahre von 1978 bis 1981 versetzten die Öffentlichkeit in Angst und Schrecken und vermittelten den Eindruck, dass etwas Unaufhaltsames im Gange sei: Einige sprachen dramatisch von einer Schwelle zum Bürgerkrieg.[52] In Wirklichkeit (was jedoch erst im Nachhinein klar wurde) handelte es sich bei diesen Terroranschlägen um gefährliche, aber aussichtslose letzte Zuckungen: General Carlo Alberto dalla Chiesa war mit weitreichenden Befugnissen für die Bekämpfung des Terrorismus ausgestattet worden und erzielte bald einige sehr wirksame Erfolge[60].
Am 29. Mai 1982 wurde das Gesetz Nr. 304 endgültig verabschiedet, das erhebliche Strafmilderungen für diejenigen vorsah, die «nützliche Beiträge zum Kampf gegen den Umsturz» geleistet hatten. Für terroristische Organisationen war dieses Gesetz verheerend, da viele Militante begannen, mit den Richtern zusammenzuarbeiten und die Namen ihrer Komplizen preisgaben.[60]
Von diesem Zeitpunkt an bis 1988 gab es zwar noch weitere Anschläge, doch handelte es sich dabei um relativ isolierte Vorfälle. Die Vorstellung, dass bewaffneter Kampf ein Mittel zur Lösung sozialer Konflikte sein könnte, hatte selbst bei den extremen Flügeln beider politischer Lager stark an Glaubwürdigkeit verloren.
Das Ende der bleiernen Jahre war auch durch das Ende der sogenannten „Notstandsrechtsprechung“ gekennzeichnet. Im Juni 1985 reduzierte ein Urteil des Kassationsgerichtshofs den Umfang der moralischen Mitverantwortung, die zuvor auf Mitglieder einer bewaffneten Bande allein aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu dieser angewendet wurde, und stellte damit die persönliche Verantwortung für die Begehung der Straftat in den Vordergrund, um das strafrechtliche Urteil zu ermessen[61].
Der politische Terrorismus nach den bleiernen Jahren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Ende der bleiernen Jahre bedeutete nicht das Ende des Terrorismus, aber die Abfolge einzelner Anschläge und einzelner Vorfälle, die auf soziale und politische Konflikte abzielten, konnte die konstitutionell-parlamentarische Staatsform nicht mehr gefährden.
Es gab einen Versuch, die Roten Brigaden wiederzubeleben, indem die Neuen Roten Brigaden gegründet wurden, die zwar bis 2006 Anschläge und Morde verübten, aber in der italienischen Gesellschaft, die sich seit den 70er Jahren verändert hatte, keine Umfelder mehr, in denen sie sich neu formieren und ein Terrornetzwerk aufbauen konnten, das dem der Roten Brigaden ähnelte, von denen sie sich inspirieren ließen.
Die historische Debatte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Politologe Ernesto Galli della Loggia untersuchte das Problem der italienischen Anomalie in Bezug auf den Terrorismus und hob hervor, dass Italien das einzige große europäische Land ist, in dem der politische Terrorismus eine lange Tradition hat (mit Ausnahme von Nordirland und dem Baskenland, die andere Probleme haben). Seine Analyse, die diese Besonderheit auf eine der italienischen Gesellschaft innewohnende Gewaltbereitschaft zurückführt, stieß auf Zustimmung und Ablehnung[62].
Einige Kommentatoren haben behauptet, dass im Gegensatz zu den innovativen Impulsen, die die 68er-Bewegung hervorgebracht hatte, «der Terrorismus paradoxerweise das Ziel erreichte, das mit der Strategie der Anschläge nicht gelungen war: die demokratische Beteiligung zu ersticken, die verängstigten Bürger in ihre Häuser zurückzudrängen und die Logik der Unterdrückung und Angst durchzusetzen. Die „bleiernen Jahre“ markierten das Ende dieser Ära, die dann in den sogenannten „Rückzug ins Private“ der 1980er Jahre mündete»[63]. Anderen Kommentatoren wie Indro Montanelli und Massimo Fini zufolge waren die bleiernen Jahre eine Folge von 1968[64], in denen die ernsthaften Rebellen diejenigen waren, die zur Waffe griffen und zu Terroristen wurden[65][66].
Montanelli selbst, der 1977 von den Roten Brigaden verletzt worden war, vergab seinen Angreifern, nachdem sie sich vom bewaffneten Kampf losgesagt hatten[67], und sprach sich mehrfach für einen Akt der Gnade gegenüber den Terroristen aus, die Reue gezeigt hatten[67][68], und erklärte:
“Intendiamoci, i delitti dei terroristi non si possono cancellare né tanto meno giustificare. E le loro condanne sono state più che giuste. Ma è il modo in cui le hanno scontate e continuano a scontarle che m’incute un certo rispetto. A differenza dei loro maestri e mandanti, che ancora oggi blaterano impuniti, un certo esame di coscienza almeno quei ragazzi se lo sono fatto. E molti si sono dissociati, cioè hanno riconosciuto l’inanità dei loro ideali. È stato un modo dignitoso di far sapere che sono consapevoli d’aver sognato un mondo impossibile e d’averlo perseguito attraverso strade impraticabili. [...] Per questo sostengo l’indulto, la grazia, l’amnistia. La formula non ha importanza. L’importante è riconoscere che la partita è chiusa. E a farla chiudere è stato soprattutto il modo in cui quella gente ha pagato[69].”
„Verstehen wir uns richtig: Die Verbrechen der Terroristen können weder getilgt noch gerechtfertigt werden. Und ihre Verurteilungen waren mehr als gerecht. Aber die Art und Weise, wie sie ihre Strafe verbüßt haben und weiterhin verbüßen, flößt mir einen gewissen Respekt ein. Im Gegensatz zu ihren Lehrern und Auftraggebern, die noch heute ungestraft schwafeln, haben zumindest diese jungen Leute eine gewisse Gewissensprüfung vorgenommen. Und viele haben sich distanziert, das heißt, sie haben die Sinnlosigkeit ihrer Ideale erkannt. Das war eine würdige Art und Weise, um zu zeigen, dass sie sich bewusst sind, von einer unmöglichen Welt geträumt und diese auf undurchführbaren Wegen verfolgt zu haben. [...] Deshalb bin ich für Begnadigung, Gnade, Amnestie. Die Formulierung spielt keine Rolle. Wichtig ist, anzuerkennen, dass das Spiel vorbei ist. Und dass es vorbei ist, liegt vor allem daran, wie diese Menschen dafür bezahlt haben.“
Strategie der Spannung und Verschwörungstheorien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Siehe auch: Strategie der Spannung (Italien) und „Folgen“ im Artikel Gladio
Bis heute werden weiterhin Hypothesen und Verschwörungstheorien über die bleiernen Jahre diskutiert. So zum Beispiel die Hypothese der Strategie der Spannung, die besagt, dass Rechtsextremisten zusammen mit westlichen Geheimdiensten Terroranschläge unter falscher Flagge inszeniert hätten, um diese der italienischen Linken anzulasten und somit eine Regierungsbeteiligung (compromesso storico) der Kommunistischen Partei zu unterbinden. Ziel der Rechtsextremisten sei es gewesen, durch die Spannungen einen autoritären Staat herbeizuführen. Gruppen, über deren Verwicklung in die Terroranschläge spekuliert wird, sind u. a. die CIA[70], der italienische Militärgeheimdienst SISMI[71], die OAS, die griechische Militärjunta, organisiertes Verbrechen wie die Mafia oder die Magliana-Bande[72], die NATO in Form von Gladio, der vom Neofaschisten und Freimaurer Licio Gelli geführte, gut vernetzte Geheimbund Propaganda Due (P2)[73], sowie die Vatikanbank via Mittelsmänner wie Roberto Calvi oder Paul Marcinkus.[74]
So wurden beispielsweise zwei SISMI-Beamte und P2-Mitglieder sowie Gelli infolge des Anschlags von Bologna wegen schwerer Strafvereitelung und Verleumdung zu Haftstrafen verurteilt, da sie versucht hatten, Spuren zu Rechtsterroristen und Gladio-Mitgliedern zu verwischen.[75] 1984 deckte der venezianische Untersuchungsrichter Felice Casson auf, dass ein den Roten Brigaden zugeschriebener Bombenanschlag aus dem Jahr 1972 eigentlich durch Rechtsterroristen verübt wurde. Der eigentliche Täter Vincenzo Vinciguerra gab an, von staatlicher Seite gedeckt worden zu sein. Casson deckte dazu auf, dass SISMI Falschinformationen zum Attentat verbreitet hatte, um den Anschlag den Brigaden anzuhängen.[76] Casson trug damit maßgeblich zur Aufdeckung von Gladio bei.
Die Spekulationen verstärkten sich durch die Aufdeckung der Operation Gladio im August 1990. Einige Untersuchungsausschüsse sowie Forschungen durch Historiker kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen darüber, ob die stay-behind-Organisation an Terroranschlägen beteiligt war.[77] Die parlamentarische Untersuchungskommission Commissione stragi kam zu keinem endgültigen Ergebnis. Laut Historiker Hans Woller gibt es für Gladios Terrorbeteiligung nur einige Indizien, aber keine harten Beweise.[78] Allerdings gilt es als bewiesen, dass sich Rechtsterroristen an ehemaligen Gladio-Waffendepots bedient haben.[79]
Als ausländische Unterstützer der linksextremen Terrorzellen werden, neben Kontakten zu ähnlichen Organisationen wie der RAF oder der Action directe, Verbindungen zum KGB[80], StB, Stasi, Sigurimi sowie dem libyschen Geheimdienst[81] vermutet. Für eine Verwicklung von Gladio mit linksextremen Gruppen gibt es jedoch laut Historiker Tobias Hof „keinerlei aussagekräftige Beweise“.[82]
Veröffentlichungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kino, Fernsehen und Theater
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Andrea Frezza, Il gatto selvaggio, 1968.
- Edoardo Bruno, Sein Ruhmestag, 1969.
- Salvatore Samperi, Cuore di mamma, 1969.
- Luigi Zampa, Contestazione generale, 1970.
- Elio Petri, Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger, 1970.
- Nelo Risi und Elio Petri, Documenti su Giuseppe Pinelli, 1970.
- Dario Fo, Zufälliger Tod eines Anarchisten, 1970.
- Marco Bellocchio, Sbatti il mostro in prima pagina, 1972.
- Steno, La polizia ringrazia, 1972.
- Giovanni Bonfanti, Pier Paolo Pasolini, Der 12. Dezember, 1972.
- Maria Virginia Onorato, L’ultimo uomo di Sara, 1972.
- Gianfranco Mingozzi, Morire a Roma – La vita in gioco, 1972.
- Mauro Bolognini, Imputazione di omicidio per uno studente 1972.
- Mario Monicelli, Vogliamo i colonnelli, 1973.
- Dino Risi, Mordi e fuggi, 1973.
- Roberto Infascelli, La polizia sta a guardare, 1973.
- Lucio De Caro, Processo per direttissima 1974.
- Giorgio Francesco Rizzini, Un normale giorno di violenza, 1974.
- Luciano Ercoli, La polizia ha le mani legate, 1975.
- Giuseppe Rosati, La polizia interviene: ordine di uccidere!, 1975.
- Sergio Martino, La polizia accusa: il Servizio Segreto uccide, 1975.
- Rainer Werner Fassbinder, Il viaggio in cielo di mamma Kusters, 1975.
- Francesco Rosi, Die Macht und ihr Preis, 1976.
- Carlo Lizzani, San Babila ore 20: un delitto inutile, 1976.
- Mario Monicelli, Caro Michele 1976.
- Mario Monicelli, Un borghese piccolo piccolo, 1977.
- Damiano Damiani, Io ho paura, 1977.
- Massimo Pirri, Italia: ultimo atto?, 1977.
- Dante Guardamagna, Occidente, 1978.
- Rainer Werner Fassbinder, Die dritte Generation, 1979.
- Dino Risi, Caro Papà, 1979.
- Gillo Pontecorvo, Ogro, 1979.
- Gianni Barcelloni, Desideria, 1980
- Marco Tullio Giordana, Maledetti vi amerò, 1981.
- Margarethe von Trotta, Die bleierne Zeit, 1981.
- Pier Giuseppe Murgia, La festa perduta, 1981.
- Bernardo Bertolucci, Die Tragödie eines lächerlichen Mannes, 1981.
- Damiano Damiani, Parole e sangue, 1981.
- Francesco Rosi, Drei Brüder, 1981.
- Marco Tullio Giordana, La caduta degli angeli ribelli, 1981.
- Gianni Amelio, Colpire al cuore, 1983.
- Carlo Lizzani, Nucleo Zero, 1984.
- Giuseppe Schito, Il ragazzo di Ebalus, 1984.
- Marco Bellocchio, Teufel im Leib, 1986.
- Reinhard Hauff, Stammheim, 1986.
- Giuseppe Ferrara, Die Affäre Aldo Moro, 1986.
- Pasquale Squitieri, Gli invisibili, 1988.
- Marco Leto, A proposito di quella strana ragazza, 1989.
- Paolo Grassini, Italo Spinelli, Roma-Paris-Barcellona, 1990.
- John Frankenheimer, Verliebt in die Gefahr, 1991.
- Vittorio Sindoni, Una fredda mattina di maggio, 1990.
- Cristina Comencini, La fine è nota, 1992.
- Carlo Lizzani, Il caso Dozier, 1993.
- Marco Tullio Giordana, Pasolini, un delitto italiano, 1995.
- Mimmo Calopresti, Das zweite Mal, 1995.
- Wilma Labate, La mia generazione, 1996.
- Loredana Bianconi, Do you remember revolution?, 1997.
- Marco Turco, Vite in sospeso, 1998.
- Rosalia Polizzi, Riconciliati, 2001.
- Marco Tullio Giordana, Die besten Jahre, 2003.
- Renzo Martinelli, Piazza delle Cinque Lune, 2003.
- Marco Bellocchio, Buongiorno, notte, 2003.
- Valeria Bruni Tedeschi, Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr …, 2003.
- Guido Chiesa, Lavorare con lentezza, 2004.
- Steven Spielberg, München, 2005.
- Giuseppe Ferrara, Guido che sfidò le Brigate Rosse, 2005.
- Claudio Fragasso, Concorso di colpa, 2005.
- Michele Placido, Romanzo criminale, 2005.
- Michele Soavi, Arrivederci amore, ciao, 2006.
- Daniele Luchetti, Mein Bruder ist ein Einzelkind, 2007.
- Uli Edel, Der Baader Meinhof Komplex, 2008.
- Igor Mendolia, Anni Spietati – Una Città e il Terrorismo: Torino 1969–1982, 2008.
- Aurelio Grimaldi, Se sarà luce sarà bellissimo – Moro: Un’altra storia, 2008.
- Gianluca Maria Tavarelli, Aldo Moro – Il presidente, 2008.
- Renato De Maria, La prima linea, 2009.
- Stefano Sollima, Romanzo criminale – La serie, 2008–2010.
- Giacomo Campiotti, Il sorteggio, 2010.
- Mosco Levi Boucault, Ils étaient les Brigades Rouges, 2011.
- Marco Tullio Giordana, Romanzo di una strage, 2012.
- Graziano Diana, Gli anni spezzati, 2014.
- Aurelio Grimaldi, Il delitto Mattarella, 2020.
- Marco Bellocchio, Und draußen die Nacht, 2022.
Belletristik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Jahre des Terrors haben einige Werke der italienischen Literatur inspiriert, fast alle dokumentarischer Art, die der Fantasie nur wenig Raum lassen.[83]
Einer der ersten Romane zu diesem Thema ist Caro Michele von Natalia Ginzburg. Auch Alberto Moravia schrieb in seinem Roman Desideria aus dem Jahr 1978 über Terrorismus. Es gibt zahlreiche Romane über die Geschichte von Aldo Moro: Im selben Jahr, in dem sich die Ereignisse zutrugen, veröffentlichte Leonardo Sciascia Die Affäre Moro, während Alberto Arbasino In questo Stato herausbrachte. Auch die posthumen Romane von Pier Paolo Pasolini (Petrolio) und Goffredo Parise (Der Geruch des Blutes) behandeln diese Jahre. Die US-amerikanische Schriftstellerin Rachel Kushner hat ein Kapitel ihres Romans Flammenwerfer (Aus dem Englischen von Bettina Abarbanell, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2015) im Rom der Demonstration vom März 1977 angesiedelt. Der Roman La guerra di Nora (deutsch: Der Krieg von Nora) von Antonella Tavassi La Greca in Form eines Tagebuchs ermöglicht es, eine Geschichte aus den Jahren des Terrorismus nachzuvollziehen.
Nachfolgend eine Liste von Romanen, die in den Jahren des Terrorismus spielen:
- Wir wollen alles (Vogliamo tutto) (1971), Nanni Balestrini
- Caro Michele (1973), Natalia Ginzburg.
- Todo modo oder das Spiel um die Macht (1977), Leonardo Sciascia.
- Occidente (1975), Ferdinando Camon.
- Desideria (La vita interiore) (1978), Alberto Moravia.
- Storia di Sirio (1984) Ferdinando Camon
- Petrolio, (1992, geschrieben 1972/1975), Pier Paolo Pasolini.
- Alonso e i visionari (1996), Anna Maria Ortese.
- Der Geruch des Blutes (1997, geschrieben 1979) Goffredo Parise.
- L’ultimo sparo (1998), Cesare Battisti.
- Il prigioniero (1998), Anna Laura Braghetti.
- Lo spasimo di Palermo (1998), Vincenzo Consolo.
- Romanzo criminale (2002), Giancarlo De Cataldo
- Tristano stirbt (2004), Antonio Tabucchi.
- Anatomia della battaglia (2005) Giacomo Sartori.
- Piove all’insù (2006), Luca Rastello.
- Der blaue Cinquecento: Geschichte meiner Familie im Schatten des Terrorismus. (2008), Mario Calabresi.
- Prima esecuzione (2007), Domenico Starnone.
- Il tempo materiale (2008), Giorgio Vasta.
- La legge dell’odio (2012), Alberto Garlini.
- Resistere non serve a niente (2012), Walter Siti.
- Gli anni al contrario (2015), Nadia Terranova.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- AA. VV., La strage di Stato – Controinchiesta, Roma, Samonà e Savelli, 1970.
- Cristiano Armati, Italia criminale – Dalla banda della Magliana a Felice Maniero e la mala del Brenta, Roma, Newton Compton, 2012.
- David Barra e Nicola Ventura, Maledetti '70, storie dimenticate degli anni di piombo, Roma, Gog Edizioni, 2018
- Nanni Balestrini e Primo Moroni, L’orda d’oro 1968–1977 – La grande ondata rivoluzionaria e creativa, politica ed esistenziale, Milano, SugarCo, 1988.
- Gian Ruggero Manzoni e Emilio Dalmonte, Pesta duro e vai trànquilo, Milano, Feltrinelli (Hrsg.), 1980.
- Marco Baliani, Corpo di Stato – Il delitto Moro, Milano, Rizzoli, 2003.
- Antonella Beccaria, Pentiti di niente – Il sequestro Saronio, la banda Fioroni e le menzogne di un presunto collaboratore di giustizia, Viterbo, Nuovi Equilibri, 2008, ISBN 978-88-6222-049-1.
- Tore Bjǿrgo (a cura di), Terror from Extreme Right, Londra, Frank Cass, 1995.
- Giorgio Bocca: Il terrorismo italiano 1970/1980 (= Biblioteca Universale Rizzoli). "nuova edizione" Auflage. Rizzoli, Milano 1981.
- Giorgio Bocca, Gli anni del terrorismo – Storia della violenza politica in Italia dal '70 ad oggi, Roma, Armando Curcio (Hrsg.), 1989.
- Carlo Bordini e Andrea Di Consoli (a cura di), Renault 4 – Scrittori a Roma prima della morte di Moro, Roma, Avagliano, 2007.
- Mario Calabresi, Spingendo la notte più in là – Storia della mia famiglia e di altre vittime del terrorismo, Milano, Mondadori, 2007.
- Maurizio Calvi, Alessandro Ceci, Angelo Sessa e Giulio Vasaturo, Le date del terrore – La genesi del terrorismo italiano e il microclima dell’eversione dal 1945 al 2003, Roma, Luca Sossella (Hrsg.), 2003, ISBN 88-87995-58-3.
- Giovanni Fasanella e Grippo Antonella, I silenzi degli innocenti, Milano, Rizzoli, 2006.
- Giorgio Galli, Storia del partito armato 1968–1982, Milano, Rizzoli, 1986, ISBN 88-17-53309-2.
- Guido Giraudo, Andrea Arbizzoni, Giovanni Buttini, Francesco Grillo e Paolo Severgnini, Sergio Ramelli, una storia che fa ancora paura, EFFEDIEFFE edizioni, 1997. ISBN 88-85223-14-1
- Marc Lazar e Marie-Anne Matard-Bonucci (a cura di), Il libro degli anni di piombo – Storia e memoria del terrorismo italiano, traduzione di Christian Delorenzo e Francesco Peri, Milano, Rizzoli, 2010.
- John Loughlin, Subnational Democracy in the European Union – Challenges and Opportunities, Oxford, Oxford University Press, 2001.
- Giorgio Manzini, Indagine su un brigatista rosso – La storia di Walter Alasia, Torino, Einaudi (Hrsg.), 1978.
- Achille Melchionda, Piombo contro la Giustizia. Mario Amato e i magistrati assassinati dai terroristi, Pendragon 2010.
- Giorgio Melitton, Per memoria di Sergio Ramelli, 1995: il racconto di un suo professore.
- Indro Montanelli, Soltanto un giornalista – Testimonianza resa a Tiziana Abate, Milano, Rizzoli, 2002, ISBN 88-17-12991-7.
- Indro Montanelli e Mario Cervi, L’Italia degli anni di piombo (1965–1978), Milano, Rizzoli, 1991, ISBN 88-17-42805-1.
- Indro Montanelli e Mario Cervi, L’Italia degli anni di fango (1978–1993), Milano, Rizzoli, 1993, ISBN 88-17-42729-2.
- Paolo Persichetti, Esilio e castigo – Retroscena di un’estradizione, Reggio Calabria, La Città del Sole, 2006.
- Michele Ruggiero, Nei secoli fedele allo Stato – L’Arma, i piduisti, i golpisti, i brigatisti, le coperture eccellenti, gli anni di piombo nel racconto del generale Nicolò Bozzo, Genova, Fratelli Frilli, 2006.
- Marco Maria Sambo, Contro chi – La primavera spezzata di Ezio Tarantelli, Roma, Castelvecchi, 2005.
- Frances Stonor Saunders, La guerra fredda culturale – La CIA e il mondo delle lettere e delle arti, Roma, Fazi, 2004.
- Alessandro Silj: Mai più senza fucile! Alle origini dei NAP e delle BR. Vallecchi, Firenze 1977 (Vorwort von Pio Baldelli).
- Luca Telese, Cuori neri. Dal rogo di Primavalle alla morte di Ramelli, Sperling & Kupfer, 2006.
- Sergio Zavoli, La notte della Repubblica, Roma, Nuova Eri, 1992, ISBN 88-04-33909-8.
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Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ L’Italia della Repubblica – Gli anni di piombo (deutsch: Das Italien der Republik – Die bleiernen Jahre) ( vom 27. Februar 2019 im Internet Archive; italienisch)
- ↑ Anni di piombo, cosa sappiamo e cosa attende ancora risposta (deutsch: Die bleiernen Jahre: Was wir wissen und was noch offen ist) ( vom 25. November 2020 im Internet Archive; italienisch)
- ↑ Il filo rosso e il filo nero degli anni di piombo (deutsch: Der rote und der schwarze Faden der bleiernen Jahre) ( vom 25. Juli 2021 im Internet Archive; italienisch)
- ↑ Anni di piombo i testimoni dell’Italia sotto assedio (deutsch: Die bleiernen Jahre: Zeugen eines belagerten Italiens). 20. April 2014, abgerufen am 26. Februar 2026 (italienisch).
- ↑ Anni di piombo (deutsch: Die bleiernen Jahre) ( vom 24. Juni 2013 im Internet Archive; italienisch)
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Indro Montanelli, Mario Cervi: L’Italia degli anni di piombo. Rizzoli, Mailand 1991, ISBN 88-17-42805-1 (italienisch).
- ↑ Cronologia degli anni di piombo (deutsch: Chronologie der bleiernen Jahre) ( vom 12. Juni 2007 im Webarchiv archive.today; italienisch)
- ↑ John Loughlin: Subnational Democracy in the European Union: challenges and opportunities. Oxford University Press, Oxford 2001, ISBN 0-19-829679-7 (englisch).
- ↑ Le stragi in Italia: gli anni di piombo (in Avvenimenti Italiani) (deutsch: Die Massaker in Italien: die bleiernen Jahre (in „Italienische Ereignisse“)) ( vom 18. Oktober 2007 im Internet Archive; italienisch)
- ↑ Leonard Weinberg: Terror from the Extreme Right. Hrsg.: Tore Bjørgo. Frank Cass, London 1995, ISBN 0-7146-4663-6, Italian Neo-Fascist Terrorism: A Comparative Perspective, S. 221–239 (englisch).
- ↑ Dario Fiorentino. Clemente Graziani e Ordine Nuovo. September 2024. RCS MediaGroup. S. 83–89
- ↑ Anni di piombo: parte male il dibattito sul superamento (deutsch: Die bleiernen Jahre: Die Debatte über die Überwindung beginnt schlecht) ( vom 27. April 2014 im Internet Archive; italienisch)
- ↑ Anais Ginori: Anni di piombo – "L’errore storico di Mitterrand" (deutsch:Die bleiernen Jahre – „Der historische Fehler Mitterrands“). (PDF) La Repubblica, 15. April 2010, abgerufen am 26. Februar 2026 (italienisch).
- ↑ Marc Lazar, Marie-Anne Matard-Bonucci (Hrsg.): Il libro degli anni di piombo (deutsch: Das Buch der bleiernen Jahre). Rizzoli, Mailand 2013, ISBN 978-88-586-5332-6 (italienisch).
- ↑ Giovanni Maria Bellu: In diciassette anni 600 sequestri (deutsch: In siebzehn Jahren 600 Entführungen). 17. Juni 1989, abgerufen am 26. Februar 2026 (italienisch).
- ↑ Frances Stonor Saunders: La guerra fredda culturale. La CIA e il mondo delle lettere e delle arti (deutsch: Der kulturelle Kalte Krieg. Die CIA und die Welt der Literatur und der Künste). Fazi, Rom 2004, ISBN 88-8112-880-2 (italienisch).
- ↑ L’attentato al treno 404 Venezia-Milano coinvolge Grisignano di Zocco nel Vicentino – La calda notte dell’8 agosto 1969 (deutsch: Der Anschlag auf den Zug 404 Venedig-Mailand trifft die Gemeinde Grisignano di Zocco in der Provinz Vicenza – Die heiße Nacht des 8. August 1969) ( vom 2. Januar 2019 im Internet Archive; it)
- ↑ Annarumma, la prima vittima degli anni di piombo (deutsch: Annarumma, das erste Opfer der Bleiernen Jahre) Video ( vom 3. Mai 2014 im Internet Archive; MP4)
- ↑ Antonio Annarumma
- ↑ Ginsborg, Paul. Italy and Its Discontents: Family, Civil Society, State. Palgrave Macmillan. 2003. S. 193.
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- ↑ Corriere della Sera - Piazza Fontana, 36 anni di indagini e di processi. Abgerufen am 2. September 2026 (italienisch).
- ↑ Philip Willan: Three jailed for 1969 Milan bomb. In: The Guardian. 2. Juli 2001, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 2. September 2026]).
- ↑ Raffaele Liucci: Cinquanta anni fa la strage. Chi è il vero «mostro» di Piazza Fontana. 11. Dezember 2019, abgerufen am 2. September 2026 (italienisch).
- ↑ Nur Stilübungen. In: Der Spiegel. 28. März 1971, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 2. September 2026]).
- ↑ René Monzat, Enquêtes sur la droite extrême, Le Monde-éditions, 1992, S. 84 (französisch)
- ↑ W il prefetto (deutsch: Es lebe der Präfekt!) ( vom 26. Mai 2016 im Internet Archive; (italienisch; aus La Stampa))
- ↑ Guido Passalacqua: Quando a Milano la chiave inglese faceva politica contro i fascisti (deutsch: Als in Mailand der Schraubenschlüssel gegen die Faschisten eingesetzt wurde). 20. September 1985, abgerufen am 27. Februar 2026 (italienisch): „"Hazet 36 – fascista dove sei". L’Hazet era la chiave inglese preferita dai Servizi d’ordine dei gruppuscoli milanesi, un attrezzo d’acciaio lungo quanto un avambraccio. Lo slogan risuonava ossessivo nei cortei, scandito fino alla nausea; si trovava scritto con lo spray rosso sui muri vicino alle scuole frequentate dai "fasci", a volte addirittura illustrato da pitture murali che lo riproducevano, enorme, incombente. Per Milano la chiave inglese era il simbolo di quello che negli anni successivi al mitico Sessantotto si chiamava "antifascismo militante". (deutsch: „Hazet 36 – Faschist, wo bist du?“ Der Hazet war der Lieblingsschraubenschlüssel der Ordnungsdienste der Mailänder Splittergruppen, ein Stahlwerkzeug, das so lang wie ein Unterarm war. Der Slogan hallte wie eine Obsession durch die Demonstrationen, wurde bis zum Überdruss skandiert und mit roter Sprühfarbe auf die Wände in der Nähe der von „Faschisten“ besuchten Schulen geschrieben, manchmal sogar durch riesige, bedrohlich wirkende Wandmalereien illustriert. Für Mailand war der Schraubenschlüssel das Symbol für das, was in den Jahren nach dem legendären 1968 als „militanter Antifaschismus“ bezeichnet wurde.)“
- ↑ Robert Lumley: Dal 68 agli anni di piombo – Studenti e operai nella crisi italiana (deutsch: Von 1968 bis zu den Jahren des Terrors – Studenten und Arbeiter in der italienischen Krise). Giunti Editore, Florenz 1998, ISBN 88-09-21325-4, S. 260–261 (italienisch).
- ↑ Philip Willan: Terrorists 'helped by CIA' to stop rise of left in Italy. In: The Guardian. 26. März 2001, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 2. September 2026]).
- ↑ Jeffrey M. Bale: The may 1973 terrorist attack at Milan police HQ: Anarchist ‘propaganda of the deed’ or ‘false‐flag’ provocation? In: Terrorism and Political Violence. Band 8, Nr. 1. Routledge, 1. März 1996, ISSN 0954-6553, S. 132–166, doi:10.1080/09546559608427337.
- ↑ Ed Vulliamy: Who really killed Pier Paolo Pasolini? In: The Guardian. 23. August 2014, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 2. September 2026]).
- ↑ Olivia Laing: What did Pasolini know? Fifty years after his brutal murder, the director’s vision of fascism is more urgent than ever. In: The Guardian. 1. November 2025, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 2. September 2026]).
- ↑ Agenzia ANSA: Plea to reopen Pasolini murder file presented - Arts Culture and Style - Ansa.it. 3. März 2023, abgerufen am 2. September 2026 (italienisch).
- ↑ Alcamo massacre, acquitted Ferrantelli and Santangelo. In: lettera43.it.
- ↑ So heißt es beispielsweise im Urteil 15/1982 des Verfassungsgerichts: „Es liegt jedoch in der Logik der Argumentation, dass Terrorismus und Steuerhinterziehung einerseits und die Verlängerung der Untersuchungshaft andererseits in einem Ursache-Wirkungs-Zusammenhang stehen: Ein dokumentarischer Beweis dafür sind die Reformen in eindeutig liberaler Richtung, die seit der Wiederherstellung des demokratischen Lebens schrittweise in diesem Bereich durchgeführt wurden, sowie die Trendwende seit dem Gesetzesdekret Nr. 99 vom 11. April 1974, das in das Gesetz Nr. 220 vom 7. Juni 1974 umgewandelt wurde und genau zeitgleich mit der Ausbreitung der Gewalt verabschiedet wurde.“
- ↑ (Archivio Storico delle Elezioni – Referendum dell’11 giugno 1978) (deutsch: Historisches Wahlarchiv – Referendum vom 11. Juni 1978). Abgerufen am 27. Februar 2026 (italienisch).
- ↑ Beispielsweise wurden vom Gericht in Padua und vom Schwurgericht in Turin drei verschiedene Fragen zur Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes aufgeworfen, auf die das Verfassungsgericht mit Urteil Nr. 15 von 1982 antwortete und sie alle für unzulässig oder unbegründet erklärte. Bezeichnend sind die Begründungen des Gerichts, das die Gültigkeit der unter demokratischen Notstandsbedingungen getroffenen Maßnahmen anerkennt, aber feststellt: «Wenn man zugestehen muss, dass eine Rechtsordnung, in der der Terrorismus Tod – auch durch die gnadenlose Ermordung unschuldiger „Geiseln“ – und Zerstörung sät und damit Unsicherheit und somit die Notwendigkeit hervorruft, die Sicherheit von Leben und Eigentum bewaffneten Begleitern und privaten Sicherheitskräften anzuvertrauen, sich in einem Ausnahmezustand befindet, muss man dennoch einig sein, dass der Notstand im eigentlichen Sinne zwar ein sicherlich anomaler und schwerwiegender, aber auch im Wesentlichen vorübergehender Zustand ist. Daraus folgt, dass er zwar ungewöhnliche Maßnahmen rechtfertigt, diese jedoch ihre Legitimität verlieren, wenn sie ungerechtfertigt über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten werden.»
- ↑ Archivio Storico delle Elezioni – Referendum del 17 maggio 1981 (deutsch: Historisches Wahlarchiv – Referendum vom 17. Mai 1981). Ital. Innenministerium, abgerufen am 28. Februar 2026 (italienisch).
- ↑ Primo Moroni, Nanni Balestrini: L’orda d’oro (deutsch: Die goldene Horde). SugarCo, Mailand 1988 (italienisch, Dieses Essay, das als Broschüre veröffentlicht wurde, war viele Jahre lang der einzige Aufsatz über die Bewegung von ’77. 2015 erschien eine aktualisierte Neuausgabe.).
- 1 2 Giorgio Galli: Storia del partito armato (deutsch: Geschichte der bewaffneten Partei). Rizzoli, Mailand 1986, ISBN 88-7953-022-4 (italienisch).
- ↑ I carri armati all’Università (deutsch: Die Panzer an der Universität). tmcrew.org, abgerufen am 28. Februar 2026 (italienisch).
- ↑ La morte di Lorusso:inchiest del giudice (deutsch: Der Tod von Lorusso: Ermittlungen des Richters). La Stampa, 13. März 1977, abgerufen am 28. Februar 2026 (italienisch).
- ↑ Ex carabiniere arrestato per la morte di Lorusso (deutsch: Ehemaliger Carabinieri wegen Tod von Lorusso verhaftet) ( vom 6. September 2020 im Internet Archive; aus La Stampa, italienisch)
- ↑ Accusato di omicidio e arrestato il carabiniere che avrebbe ucciso Lorusso (deutsch: Der Carabinieri, der Lorusso getötet haben soll, wurde wegen Mordes angeklagt und verhaftet.). 7. September 1977, abgerufen am 28. Februar 2026 (italienisch, Liegt hinter einer Paywall, in keinem Webarchiv frei verfügbar).
- ↑ Cristiano Armati: Italia criminale. Newton Compton, Rom 2012, ISBN 978-88-541-4169-8 (italienisch).
- ↑ David Barra, Nicola Ventura: Maledetti ’70. Storie dimenticate degli anni di piombo (deutsch: Verdammte ’70er. Vergessene Geschichten aus den Jahren des Terrorismus). GOG, Rom 2018, ISBN 978-88-85788-05-3 (italienisch).
- ↑ Ugo Maria Tassinari: 4 gennaio 1978, Cassino: ucciso dirigente Fiat, Carmine De Rosa (deutsch: 4. Januar 1978, Cassino: Fiat-Manager Carmine De Rosa ermordet). 4. Januar 2022, abgerufen am 28. Februar 2026 (italienisch).
- ↑ Paolo Toccafondi: Spighi: così Prato scoprì gli Anni di piombo (deutsch: Vor vierzig Jahren der Mord an Spighi: So entdeckte Prato die Bleiernen Jahre). 11. Februar 2018, abgerufen am 28. Februar 2026 (italienisch).
- ↑ Harvey W. Kushner: Red Brigades aka Brigate Rosse. In: derselbe: Encyclopedia of Terrorism. Sage Publications, Thousand Oaks/London/Neu-Delhi 2003, S. 306.
- ↑ Guerzoni conferma: Kissinger ebbe un duro scontro con Moro (deutsch: Guerzoni bestätigt: Kissinger hatte einen heftigen Streit mit Moro). La Stampa, 11. November 1982, abgerufen am 1. März 2026 (italienisch).
- 1 2 3 4 Sergio Zavoli: La notte della Repubblica (deutsch: Die Nacht der Republik). Nuova ERI, Rom 1992, ISBN 88-04-33909-8 (italienisch, Das Buch enthält die Transkripte vom Großteil der 18 Episoden seiner gleichnamigen TV-Sendung).
- ↑ Sergio Flamigni: La tela del ragno. Il delitto Moro (deutsch: Das Spinnennetz. Der Mord an Moro). Kaos Edizioni, Mailand 1993, ISBN 88-7953-027-5, S. 208 f. (italienisch).
- ↑ Fabrizio Colarieti: Caso Moro: la falsa esecuzione del Lago della Duchessa (deutsch: Der Fall Moro: Die vorgetäuschte Hinrichtung am Lago della Duchessa). 18. April 2008, abgerufen am 1. März 2026 (italienisch).
- ↑ Georg Seeßlen: Zwischen Thrill und Paranoia | Verschwörungstheorien. 27. August 2021, abgerufen am 2. September 2026.
- ↑ Franco «Bifo» Berardi: Il sapiente, il mercante, il guerriero (deutsch: Der Weise, der Kaufmann, der Krieger). DeriveApprodi, Rom 2004, ISBN 88-88738-32-0 (italienisch).
- ↑ deutschlandfunk.de: Frankreich - Italienischer Philosoph Antonio Negri mit 90 Jahren gestorben. 16. Dezember 2023, abgerufen am 26. August 2026.
- ↑ Caterina Milo: The Non-extradition of Italian Terrorists from France, Between Political and Legal Issues. In: Italy's Diplomatic and Parliamentary Practice on International Law. 24. Mai 2023, abgerufen am 26. August 2026 (englisch).
- ↑ Gericht von Savona, Büro des Ermittlungsrichters, Beschluss zur Einstellung des Strafverfahrens 2276/90 R.G., S. 23 bis 25, zitiert im Buch aus einem Interview mit dem General der Carabinieri Nicolò Bozzo: Michele Ruggiero: Nei secoli fedele allo Stato (deutsch: Seit Jahrhunderten dem Staat treu ergeben). Fratelli Frilli, Genua 2006, ISBN 88-7563-239-1, S. 229 (italienisch).
- 1 2 Indro Montanelli, Mario Cervi: L’Italia degli anni di fango. Rizzoli, Mailand 1993, ISBN 88-17-42729-2 (italienisch).
- ↑ Roberto Martinelli: I limiti del concorso morale (deutsch: Die Grenzen der moralischen Mitverantwortung). 4. Juni 1985, abgerufen am 1. März 2026 (italienisch).
- ↑ Brigantismo senza fine (deutsch: Endloser Brigantismus) ( vom 3. Oktober 2015 im Internet Archive; von Ernesto Galli della Loggia; italienisch)
- ↑ Marco Boato: La contraddizione degli anni Settanta (deutsch: Der Widerspruch der 70er Jahre). Hrsg.: Mondoperaio (= Mondoperaio. Nr. 6). Nuova Editrice Mondoperaio, Rom Juni 2014, S. 31–32 (italienisch, mondoperaio.net [PDF; abgerufen am 1. März 2026]).
- ↑ Massimo Fini: Caro Capanna, ti autoassolvi con troppa disinvoltura (deutsch: Lieber Capanna, du sprichst dich zu leichtfertig frei.). 5. September 2014, abgerufen am 1. März 2026 (italienisch).
- ↑ Indro Montanelli: La Storia d’Italia di Indro Montanelli – 09 – Il sessantotto e la politica di Berlinguer (deutsch: Die Geschichte Italiens von Indro Montanelli – 09 – Das Jahr 1968 und die Politik von Berlinguer). (MP4) 29. März 2014, abgerufen am 1. März 2026 (italienisch).
- ↑ Luciano Gulli: Quelli dalla parte sbagliata: non feci il '68, me ne vanto (deutsch: Die auf der falschen Seite: Ich habe 1968 nicht mitgemacht, und darauf bin ich stolz.). Il Giornale, 30. Januar 2008, abgerufen am 1. März 2026 (italienisch).
- 1 2 Montanelli "gambizzato" cinque mesi prima: "Mi salvò una promessa a Mussolini" (deutsch:Montanelli fünf Monate zuvor „ins Bein geschossen“: „Ein Versprechen an Mussolini rettete mich“) ( vom 5. Oktober 2010 im Internet Archive; Francesco Cevasco im Corriere della Sera vom 09.11.1997; italienisch)
- ↑ Conti da chiudere e piaghe aperte (deutsch: Offene Rechnungen und offene Wunden) ( vom 1. Dezember 2015 im Internet Archive; Montanelli Indro im Corriere della Sera vom 5. Juli 1997; italienisch)
- ↑ Indro Montanelli: Soltanto un giornalista (deutsch: Nur ein Journalist). Rizzoli, Mailand 2002, ISBN 88-17-12991-7 (italienisch).
- ↑ Philip Willan: Terrorists 'helped by CIA' to stop rise of left in Italy. In: The Guardian. 26. März 2001, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 26. August 2026]).
- ↑ “Secret agents, freemasons, fascists...” Guardian, 5 December 1990. Abgerufen am 26. August 2026.
- ↑ NAR: lo spontaneismo armato neofascista. Abgerufen am 26. August 2026 (italienisch).
- ↑ Italian minister falls victim to corruption. 11. Februar 1993, abgerufen am 26. August 2026 (englisch).
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- ↑ Sergio Flamigni: Dossier Gladio, Mailand 2012, S. 155–162
- ↑ Gunther Latsch: Die dunkle Seite des Westens. In: Der Spiegel. 10. April 2005, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 26. August 2026]).
- ↑ Tobias Hof: Staat und Terrorismus in Italien 1969-1982. de Gruyter GmbH, Walter, 2011, ISBN 978-3-486-70431-0.
- ↑ Hans Woller: Geschichte Italiens im 20. Jahrhundert. Verlag C.H.BECK oHG, 2010, ISBN 978-3-406-61520-7, S. 309, doi:10.17104/9783406615207.
- ↑ Deborah Kisatsky: The United States and the European right, 1945-1955. Ohio State University Press, Columbus (Ohio) 2005, ISBN 0-8142-0998-X
- ↑ Andrew, Christopher; Vasili Mitrokhin (2000). The Sword and the Shield: the Mitrokhin archive and the secret history of the KGB. Basic Books.
- ↑ Simon Tisdall: Gaddafi: a vicious, sinister despot driven out on tidal wave of hatred. In: The Guardian. 23. August 2011, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 26. August 2026]).
- ↑ Tobias Hof: Anti-Terrorismus-Gesetze und Sicherheitskräfte in der Bundesrepublik Deutschland, Großbritannien und Italien in den 1970er und 1980er Jahren. In: Terrorismusbekämpfung in Westeuropa. De Gruyter, 2015, ISBN 978-3-486-76454-3, doi:10.1515/9783110345445.7.
- ↑ Es gibt einige Listen italienischer Romane und Erzählungen, die sich auf den Terrorismus beziehen, jedoch ist dieser Bezug oft nur am Rande vorhanden. Siehe beispielsweise die Bibliografie am Ende des Aufsatzes von Raffaele Donnarumma: Per Romano Luperini. Hrsg.: Pietro Cataldi. Palumbo, Palermo 2011, ISBN 978-88-6017-084-2, Storia, immaginario, letteratura: il terrorismo nella narrativa italiana (1969–2010) (deutsch: Geschichte, Vorstellungswelt), Literatur: Terrorismus in der italienischen Belletristik (1969–2010) – (italienisch).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Two Hours Of Italian Communist Music «Hot Autumn» And «Years Of Lead». (MP4; Kommunistische Musik) 22. Oktober 2022, abgerufen am 1. März 2026 (italienisch).
- Dossier Anni spietati, Filme und Interviews mit Historikern ( vom 6. Oktober 2016 im Internet Archive; italienisch)
- Anni Spietati. Una città e il terrorismo 1969–1982 (deutsch: Gnadenlose Jahre. Eine Stadt und der Terrorismus 1969–1982) ( vom 25. April 2008 im Internet Archive; Aus der TV-Reihe La storia siamo noi (Die Geschichte sind wir) von Rai Cultura; italienisch)
- Memorie dell’Associazione Italiana Vittime del Terrorismo / Italian victims of terrorism data base ( vom 23. Oktober 2013 im Internet Archive; italienisch)
- Misteri d’Italia – Website mit vertiefenden Informationen zu den italienischen Geheimnissen und Fällen der Bleiernen Jahre und der Strategie der Spannung
- Chi finanzia lo stragismo e il terrorismo in Italia? (deutsch: Wer finanziert die Terroranschläge und den Terrorismus in Italien?) ( vom 6. März 2013 im Webarchiv archive.today; italienisch)
- Bilder: Da aus lizenzrechtlichen Gründen einige der auf der korrespondierenden Seite in der italienischsprachigen Wikipedia verwendeten und (nur) in Italien als gemeinfrei verwendbaren historischen Bilder zu diesen Ereignissen hier nicht verwendet werden dürfen, sei ergänzend auf die Artikelversion in der italienischsprachigen Wikipedia verwiesen: Anni di piombo (it.wikipedia.org)