Sunrise (Telekommunikationsunternehmen)
| Sunrise GmbH[1] | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| GrĂŒndung | 1994 (als Cablecom) |
| Sitz | Opfikon, Schweiz |
| Leitung | AndrĂ© Krause (Vorsitzender der GeschĂ€ftsfĂŒhrung) |
| Mitarbeiterzahl | ca. 2'850 VZĂ (2026)[2] |
| Umsatz | 1,296 Mrd. CHF (2018)[3] |
| Branche | Telekommunikation |
| Website | sunrise.ch |
Die Sunrise GmbH ist das zweitgrösste Telekommunikationsunternehmen in der Schweiz. EigentĂŒmerin war bis zum eigenstĂ€ndigen Börsengang am 16. November 2024 der britisch-amerikanische Telekommunikations- und Kabelnetzbetreiber Liberty Global. Die frĂŒheren Namen der bis zur Fusion 2021 voneinander unabhĂ€ngigen Unternehmen waren (in chronologischer Reihenfolge): diAx, Sunrise, Cablecom, UPC Cablecom, Sunrise UPC. Infolge der Fusion von UPC (Schweiz) GmbH mit Sunrise Communications erhielt das Unternehmen den heutigen Namen Sunrise GmbH.

Unternehmensdaten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Per 30. Juni 2019 versorgte UPC in der Schweiz 1,1 Millionen Kunden mit mehr als 2,4 Millionen Diensten (ca. 1'041'000 Fernseh-, 677'000 Breitband-Internet-, 511'000 Festnetztelefon- und 173'000 Mobilfunkkunden).[4] Aktuell beschÀftigt UPC in der Schweiz rund 1'500 Mitarbeiter.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zur Geschichte der Sunrise vor dem 1. Mai 2021 siehe Sunrise Communications.
In den 1930er Jahren entstanden die ersten Kabelnetzbetreiber, die mehrere Radioprogramme ĂŒber Kabel in die Haushalte transportierten. Eine dieser Kabelnetzanbieterinnen war die 1931 gegrĂŒndete Rediffusion S.A, welche Radiosendungen mittels Drahtrundspruch verbreitete. Ab Ende der 1950er Jahre ĂŒbertrug die Rediffusion S.A. vom Uetliberg aus erste Fernsehprogramme in schwarz-weiss. 1994 entstand aus der Rediffusion S.A. und anderen selbststĂ€ndigen Kabelnetzgesellschaften das Unternehmen Cablecom, das den Unternehmen Siemens, VEBA und Swisscom gehörte.[5]
Cablecom integrierte 1998 den Internet-Service-Provider SwissOnline. In den folgenden Jahren wuchs die Kabelnetzbetreiberin weiter, indem sie Kabelnetzgesellschaften (Bsp. Balcab und Sitel) kaufte. Durch diese Ăbernahmen erweiterte Cablecom ihr Netz in weite Teile der Schweiz. Im Jahr 2000 verkauften die bisherigen EigentĂŒmer Cablecom an die britisch-amerikanische NTL fĂŒr 5,8 Milliarden Schweizer Franken. In den Folgejahren konnte das operative GeschĂ€ft nachhaltig verbessert werden. Nach finanziellen Schwierigkeiten der NTL verkaufte diese Cablecom im Jahre 2003 an eine Gruppe von Banken und Privatinvestoren.
Auf Mitte Oktober 2005 planten die Besitzer von Cablecom den Börsengang. Nachdem Liberty Global Europe, eine 100-prozentige Tochter von Liberty Global, am 30. September 2005 Cablecom fĂŒr 2,8 Milliarden aufgekauft hatte, wurde der Börsengang jedoch abgesagt.[5] In den darauffolgenden Jahren investierte Cablecom in den Netzausbau. 2007 lancierte das Unternehmen hochauflösendes Fernsehen (HDTV). Zwei Jahre spĂ€ter fĂŒhrte Cablecom erste Kombi-Angebote (Paket mit Internet, Telefonie und Fernsehen) ein. Digitales Fernsehen wurde zu Beginn grundverschlĂŒsselt und konnte nur mit einem ZusatzgerĂ€t (SetTopBox) empfangen werden, bis im Jahr 2010 Cablecom die DigiCard lancierte, die es den Kunden zumindest ermöglichte, den im FernsehgerĂ€t eingebauten CI-Steckplatz zur EntschlĂŒsselung zu nutzen, ohne ein zusĂ€tzliches GerĂ€t an den Fernseher anschliessen zu mĂŒssen. Seit Anfang 2011 bietet Cablecom Video-on-Demand mit 3D-Inhalten an.[5]
Im April 2011 wurde Cablecom in UPC Cablecom umbenannt. Durch das Rebranding wurde anstelle des roten SchraubenschlĂŒssels ein neues Logo Ă€hnlich einer LotusblĂŒte lanciert.[5]
Am 14. Januar 2013 fĂŒhrte UPC die Set-Top-Box Horizon ein. Bei diesem System handelt es sich um eine Settopbox fĂŒr Digital- und HD-TV, vereint mit einem Internetrouter mit W-LAN, IP-Telefonie und einem Festplattenrekorder.
Liberty Global fĂŒhrte am 1. August 2014 die beiden Schwestergesellschaften UPC Cablecom und UPC Austria zu einer gemeinsamen Regionalorganisation mit Sitz in ZĂŒrich zusammen.
Seit 25. Mai 2016 heisst UPC Cablecom nur noch UPC.
Am 1. September 2018 ĂŒbernahm Severina Pascu die CEO-Agenden von Eric Tveter, der seit 2009 das Amt des CEO innehatte.
Am 27. Februar 2019 wurde offiziell bekannt gegeben, dass UPC von Sunrise ĂŒbernommen werden soll.[6] Die Wettbewerbskommission stimmte der Ăbernahme im September 2019 ohne Auflagen zu.[7] Als NĂ€chstes hĂ€tten die Sunrise-AktionĂ€re einer erforderlichen Kapitalerhöhung zustimmen sollen,[8][9] doch da die grösste Sunrise-AktionĂ€rin Freenet nicht mitmachen wollte, scheiterte die Ăbernahme.[10][11]
Seit 1. Februar 2020 ist der NiederlĂ€nder Baptiest Coopmans CEO von UPC Schweiz, er ĂŒbernahm das Amt von Severina Pascu.[12]
Am 12. August 2020 gab umgekehrt nun die UPC Schweiz bekannt, Sunrise ĂŒbernehmen zu wollen.[13][14] Die Ăbernahme wurde am 30. Oktober 2020 von der Wettbewerbskommission genehmigt.[15] Der Zusammenschluss wird einen Stellenabbau nach sich ziehen, weshalb im Januar 2021 ein Konsultationsverfahren eingeleitet wurde. Zusammen mit der Gewerkschaft syndicom und beiden Mitarbeitervertretungen wurde ein Sozialplan verabschiedet.[16] Bis Ende 2022 sollen durch die Fusion insgesamt 600 Stellen gestrichen werden.[17]
Sunrise Communications AG und UPC Schweiz GmbH wurden rechtlich ab dem 1. Mai 2021 unter dem Namen Sunrise UPC GmbH vereint.[18] Am 23. Mai 2022 wurde die Marke Sunrise zur Hauptmarke des Konzerns.[19][20] Unterdessen wurde das Unternehmen in Sunrise GmbH umbenannt.
2023 hat Sunrise die Telecom-Sparte der EBL (Genossenschaft Elektra Baselland) ĂŒbernommen.[21]
Im November 2023 wurde angekĂŒndigt, dass in den nĂ€chsten Monaten 200 Stellen abgebaut werden.[22]
2024 wurde bekannt, dass Liberty Global Sunrise als eigenstĂ€ndige Aktiengesellschaft unter dem Namen âSunrise Communications AGâ an die Börse bringen will. Dieser Schritt soll im vierten Quartal 2024 abgeschlossen werden. Im Zuge der Abspaltung wird ein neuer Verwaltungsrat mit bekannten Persönlichkeiten aus der Telekommunikations- und Medienbranche eingefĂŒhrt, darunter Mike Fries, der derzeitige CEO von Liberty Global, der den Verwaltungsrat prĂ€sidieren wird, sowie weitere internationale Experten. Der Börsengang ist am 16. November 2024 erfolgt.[23][24]
Im selben Jahr wurde auch bekannt, dass im Rahmen des laufenden Restrukturierungsprozesses und der bevorstehenden Abspaltung weitere Stellen abgebaut werden sollen. Bereits ein Teil der Stellen wurde in diesem Zusammenhang ins Ausland, insbesondere nach RumÀnien, ausgelagert.
Im September 2026 wurde bekannt, dass bis zu 450 Vollzeitstellen abgebaut werden sollen.[25]
Produkte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Digitales TV und Radio
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]UPC verbreitet digitale TV- und Radiosender. Den Grundstein hierfĂŒr wurde 1999 gelegt, als neu 32 digitale Sender parallel zum analogen Angebot ausgestrahlt wurden. Im November 2012 hob UPC die GrundverschlĂŒsselung fĂŒr das TV-Grundangebot von 55 digitalen TV- und 100 Radiosendern auf. Trotz der Digitalisierung wurden ĂŒber das Kabelnetz von UPC je nach Region mindestens 36 TV- und 34 Radiosender analog verbreitet.[26] Der Bundesrat hat im Rahmen des Bundesgesetzes ĂŒber Radio und Fernsehen eine Must-Carry-Liste fĂŒr analoge Sender erstellt. Diese enthielt vom Bundesrat bestimmte Sender, welche durch UPC und andere Kabelnetzbetreiber in der ganzen Schweiz analog verbreitet werden mussten. Diese Must-Carry-Regel wurde aufgrund der Ănderung in der UVEK-Verordnung ĂŒber Radio und Fernsehen vom 13. Mai 2013 angepasst. Daraufhin mussten nur noch die SRG Sender, die konzessionierten Regional-TV-Programme sowie der Jugendsender Joiz analog verbreitet werden. Diese Pflicht endete am 31. Dezember 2014 (Joiz: 21. MĂ€rz 2015) bzw. schon vorher, wenn von Kabelnetzbetreiber ein Grundangebot ohne Mehrkosten und einen Digital/Analog-Konverter angeboten wurde. So digitalisierte UPC im Herbst 2014 im Rahmen eines Pilotprojekts die Zentralschweiz komplett â am 7. Juli 2015 schliesslich wurden im Tessin die letzten analogen Sender von upc cablecom abgestellt.[27] Durch die Aufhebung der GrundverschlĂŒsselung ist auch die freie Wahl des EndgerĂ€tes (TV, Receiver, Recorder, DigiCard) möglich geworden. FĂŒr die Benutzung des digitalen Basisangebots wird ein aktiver Kabelanschluss, ein Antennenkabel und ein FernsehgerĂ€t mit integriertem DVB-C EmpfĂ€nger bzw. einem Umwandler fĂŒr Ă€ltere GerĂ€te benötigt.
Um digitale Zusatzangebote via Kabelnetz zu empfangen, wird die UPC TV Box benötigt. Eine Smartcard fĂŒr eigene GerĂ€te oder ein CI-Modul fĂŒr den Fernseher werden nicht mehr angeboten.
Happy Home
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Anfang 2018 lancierte UPC die âHappy Homeâ Kombi-Abos und ersetzte dadurch die vormals als âConnect & Playâ bekannten Pakete. Diese gibt es in drei unterschiedlichen Varianten: Happy Home 100, 300 bzw. 600, deren Ziffern jeweils gleichbedeutend mit den Downloadgeschwindigkeiten gemessen in Mbit/s sind (Die Höchstgeschwindigkeit lag per 31. MĂ€rz 2019 bei 600 Mbit/s). Die Happy Home Pakete umfassen einen Internetzugang, UPC TV und einen Festnetzanschluss â wobei hierbei auch eine Option gewĂ€hlt werden kann, die neben Anrufe innerhalb der Schweiz auch Anrufe ins EU-Ausland inkludiert. Gleichzeitig wurde auch, um die WLAN-Verbindung bei den Kunden zu verbessern, die UPC Connect App eingefĂŒhrt, die das Einrichten der Connect-Box sowie das Scannen der WLAN-Abdeckung im eigenen Zuhause vereinfacht beziehungsweise ermöglicht. Um darĂŒber hinaus die SignalstĂ€rke des hauseigenen WLANs zu erweitern, können mittels Powerline Adapters â ĂŒber Verwendung der Stromleitung â Hotspots in anderen RĂ€umen errichtet werden.[28]
UPC TV und MySports
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Oktober 2018 wurde mit UPC TV (als Nachfolger des Horizon HD Recorders) die neue TV-Box des Unternehmens lanciert â inklusive Features wie Sprachsteuerung, persönlichen Empfehlungen, einer âEine Suche fĂŒr allesâ-Funktion sowie die im April 2019 eingefĂŒhrten persönlichen Profile. UPC TV ist fĂŒr die User jedoch nicht nur auf die TV Box beschrĂ€nkt. So kann auch mittels UPC TV App Plattform-unabhĂ€ngig und unterwegs ferngesehen werden. Stand 31. MĂ€rz 2019 waren schweizweit bereits 107â000 UPC TV Boxen im Markt.
Der Sportkanal MySports wiederum wurde im September 2017 lanciert und bietet eine breite Palette an unterschiedlichen Sportarten, allen voran der Schweizer National League im Eishockey sowie der Formel E. Im August 2018 wurde darĂŒber hinaus mit MySports One ein âBest ofâ-Sender lanciert, erhĂ€ltlich fĂŒr alle UPC TV Kunden. MySports Go, welches im September 2018 gestartet wurde, ist das Resultat einer Partnerschaft von MySports mit Sky und als OTT-Lösung fĂŒr Besitzer der Sky Sport App erhĂ€ltlich.
Mit MyPrime fĂŒhrte UPC als erstes Unternehmen in der Schweiz das Flatrate-Modell fĂŒr Filme und Serien ein. Ende 2016 waren mehr als 10'000 Inhalte wie Filmklassiker, Serien, Dokumentationen und Kindersendungen fĂŒr die Kunden in der Deutschschweiz, der Romandie und dem Tessin verfĂŒgbar.[29]
Internet
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]UPC bietet einen Breitband-Internet-Anschluss ĂŒber ihr Kabelnetz (Glasfaserkabelnetz) an. Das Unternehmen verfĂŒgt in diesem Bereich ĂŒber 686'000 Kunden (Stand 31. MĂ€rz 2019).[4] Das Kabelnetz besteht zu 95 % aus Glasfasern und zu 5 % aus Koaxialkabel, sogenanntes Hybrid Fiber Coax (HFC). Der Vertrieb des Internetdienstes lĂ€uft mit dem Ăbertragungsstandard DOCSIS 3.0.
Seit November 2012 beinhaltet der Kabelanschluss von UPC auch ein digitales Basisangebot fĂŒr Bestandskunden mit Internetzugang von 2 Mbit/s sowie TV-Angebot, und seit Januar 2015 einen Telefon-Festnetzanschluss. ZusĂ€tzlich lĂ€sst sich damit auch die UPC TV App nutzen.[30]
Wi-Free
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit Herbst 2014 bietet UPC ihren Kunden mit Wi-Free das grösste kostenlose WLAN-Netz der Schweiz an. An rund 500'000 Standorten in der Schweiz beziehungsweise ĂŒber 10 Millionen Standorten in Europa und in den USA können UPC-Kunden kostenlos via Smartphone, Tablet & Co. surfen.[31]
Im Februar 2023 informierte die Sunrise GmbH ihre Kundinnen und Kunden darĂŒber, dass die Dienstleistung per 3. April 2023 eingestellt wird. Dies mit der BegrĂŒndung, dass der Service praktisch gar nicht mehr benutzt werde. Der rĂŒcklĂ€ufige Gebrauch des Wi-Free Hotspot-Dienstes sei ĂŒberwiegend auf die weitverbreitete Nutzung von unlimitierten Datenpaketen, einschliesslich attraktiver Roaming-Tarife, zurĂŒckzufĂŒhren.
Telefonie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Festnetz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit Juli 2003 gibt es bei UPC mit Voice over Cable ein Telefonie-Angebot. Es telefonieren 514'000 Kunden (Stand 31. MĂ€rz 2019) ĂŒber ihr Kabel.[4]
Mobilfunkangebot
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit April 2014 bietet UPC bestehenden Kunden ein Mobilfunkangebot an. UPC bietet ihr Mobilfunkangebot seit Januar 2019 auf dem bestehenden Mobilfunknetz der Swisscom (vorher via Salt) an und wird so zum MVNO (Mobile Virtual Network Operator)-Anbieter. Das Unternehmen erbringt, abgesehen von der Nutzung der Mobilfunkantennen der Swisscom, alle Services eigenstĂ€ndig. Im ersten Quartal 2019 hatten 173'000 Personen ein Mobilfunk-Abonnement von UPC. Im Jahr 2021 wurde mit Swype ein Flatrate-Angebot fĂŒr Preisbewusste lanciert. Auch die Mitbewerber Swisscom (mit Wingo) und Salt (mit GoMo) haben solche Billigangebote lanciert.[32]
GeschÀftskunden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]UPC Business bietet seit 1999 Kommunikationslösungen fĂŒr Unternehmen â bestehend aus kleinen und mittleren Unternehmen, Kantonalbanken, SpitĂ€ler, öffentliche Verwaltungen etc. â an und spielt eine starke Rolle im Schweizer B2B-Markt. So bedient das Unternehmen im Finanzsektor mehr als 50 Prozent aller Kantonalbanken mit Connectivity und Managed Services. Zu weiteren Kunden gehören die SV (Schweiz) AG (IP-Telefonie-Lösungen und LAN-Management) sowie die BKW Gruppe (Software Defined WAN).[33]
Konkurrenzsituation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kombi-Angebote
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]StĂ€rkster Konkurrent von UPC ist Swisscom. Bei UPC bestehen solche Bundles aus Fernseh-, Internet- und Telefoniediensten.[34] Vergleichbare Angebote gibt es bei Swisscom und seit Dezember 2011 bei Sunrise. Salt wiederum stieg im MĂ€rz 2018 mit âSalt Fibreâ ins Festnetz-Business ein.
Fernsehen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]UPC liegt mit 1.060 Mio. TV-Kunden auf Platz zwei (Stand: 31. MĂ€rz 2019). Dies ist gleichbedeutend mit einem 26-prozentigen Anteil am Schweizer TV-Markt. Spitzenreiter in dieser Kategorie ist Swisscom mit knapp 35 Prozent. Sunrise wiederum bewegt sich am TV-Markt im einstelligen Bereich mit einem Anteil von 5 Prozent. Die anderen Kabelnetzbetreiber kommen zusammengerechnet ebenso wie UPC auf 26 Prozent. Die ĂŒbrigen 8 Prozent belegen Satellit sowie Antenne.[35]
Internet
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Glasfaserkabelnetz von UPC erreicht in der Schweiz rund 3 Millionen Haushalte und ermöglicht flĂ€chendeckend Internet von 1000 Mbit/s Downstream bei 100 Mbit/s Upstream resp. 1000/100 Mbit/s (Stand: Dezember 2020) mittels DOCSIS 3.1 â sowohl in der Stadt als auch auf dem Land. Die Höchstgeschwindigkeit der Internetverbindungen von Swisscom wie auch von Sunrise lag 2013 bei 100/35 Mbit/s (VDSL2), 500/100 Mbit/s (G.fast) und bei 10/10 Gbit/s (FTTH ĂŒber XGS-PON).[36] Ermöglicht werden die Geschwindigkeiten bei UPC Schweiz durch ein hybrides Netz aus einem ĂŒberwiegenden Anteil Glasfaser sowie einem kleinen Teil Koaxialkabel. Dadurch können die bereits vorhandenen InternetkapazitĂ€ten auf dem bestehenden Netz kontinuierlich und nach Bedarf weiter ausgebaut werden â mittels Frequenzerweiterung beziehungsweise der BĂŒndelung von KanĂ€len. Der Status quo von 1000 Mbit/s kann demzufolge auf zukĂŒnftige KundenbedĂŒrfnisse angepasst werden â ohne, dass dadurch zusĂ€tzliche Bauarbeiten auf Strassen oder in den HĂ€usern vorgenommen werden mĂŒssten.[37]
Telefonie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]UPC, Sunrise und Swisscom bieten Abonnemente in der Festnetz- wie auch in der Mobilnetztelefonie. Alle Anbieter haben Sondertarife, variierend je nach Abonnementstyp.
Kritik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]KĂŒndigungsverfahren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit FrĂŒhling 2021 können VertrĂ€ge bei Sunrise nur noch mĂŒndlich oder per Chat gekĂŒndigt werden. Schriftliche KĂŒndigungen werden von Sunrise nicht mehr akzeptiert.[38] Von Seiten Sunrise wird dies dadurch gerechtfertigt, dass mit der direkten Kommunikation per Telefon oder im Chat Unklarheiten oder Fehler vermieden werden könnten.
Konsumentenschutzvereinigungen kritisieren diese Handhabung jedoch scharf, da aus ihrer Sicht dadurch eine schriftliche BestĂ€tigung der KĂŒndigung fehle, welche bei Anfechtungen durch die Kundschaft als Beweis vorgelegt werden könnte, oder diese um zu kĂŒnden ewig in der Telefon-Warteschlaufe des Anbieters warten mĂŒssen.[39]
Laut Sunrise seien jedoch schriftliche KĂŒndigungen noch immer möglich, falls es per Telefon oder Chat keine Einigung gibt.[40]
Die Konsumentenschutzorganisation âK-Tippâ hat im November 2023 angekĂŒndigt, gegen Sunrise wegen dieser Handhabung, nur mĂŒndliche KĂŒndigungen und solche per Chat zu akzeptieren, Klage einzureichen, da diese Klausel der AGB aus Sicht von K-Tipp nicht rechtsgĂŒltig sei.[41]
Beschwerden bei der Ombudsstelle Ombudscom
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahre 2022 waren Sunrise und ihre Subunternehmen mit 347 FĂ€llen die Telekommunikationsfirmen mit den meisten Beschwerden bei der unabhĂ€ngigen schweizerischen Ombudsstelle Ombudscom. Als Nummer zwei folgte Salt mit 95 Beschwerden. Die meisten GrĂŒnde fĂŒr Beschwerden betrafen dabei die Themen Sperrungen, Annullierungen und VertragskĂŒndigungen.[42] Oft wurden die Beschwerden durch unklare Vertragsbedingungen in den allgemeinen GeschĂ€ftsbedingungen (AGB) verursacht, welche fĂŒr die Kundinnen und Kunden verwirrend und oft schwer verstĂ€ndlich sind.[43]
Auch im Jahre 2023 war die Sunrise GmbH mit 525 FĂ€llen und Anfragen (FĂ€lle der Subunternehmen nicht mitgezĂ€hlt) an erster Stelle der Jahresstatistik der Ombudsstelle[44]. Davon fĂŒhrten 334 FĂ€lle zu SchlichtungsfĂ€lle.[45] Sunrise fĂŒhrt die hohe Beschwerdezahl auf Personalwechsel in den auslĂ€ndischen Callcentern zurĂŒck und kommunizierte, dass bereits Massnahmen zur Verbesserung der QualitĂ€t ergriffen worden seien.[46]
Befristete lebenslange Abos
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von der Ombudsstelle Ombudscom wird kritisiert, dass Sunrise in einigen seiner Abos mit einem "lebenslang" vergĂŒnstigten Tarif wirbt. Schriftlich erhalten Kunden dann jedoch die Information, dass der lebenslange Tarif nur fĂŒr 720 Monate gilt, also fĂŒr 60 Jahre.[47] Zudem erwĂ€hnt die Ombudsstelle einen Fall, bei welchem der Tarif trotz des garantierten Preises angehoben wurde. Laut Sunrise handelte es sich dabei aber um eine Anpassung des Grundtarifs und nicht des Rabatts.[48]
Teurungsklausel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]2023 haben Sunrise und andere Schweizer Telekommunikationsunternehmen in ihren AGB festgelegt, dass sie die Preise der Angebote erhöhen können, wenn der Landesindex der Konsumentenpreise steige. Bei einer Senkung des Indexes, mĂŒssten die Preise hingegen nicht nach unten korrigiert werden.[49] Zudem stehe der Kundschaft "bei einer Preisanpassung infolge Teuerung [...] kein Recht zur vorzeitigen KĂŒndigung der Dienstleistung zu".[50] Die einzige Möglichkeit fĂŒr die KĂŒndschaft ist es dabei, auf den nĂ€chstmöglichen Termin zu kĂŒndigen.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Auszug aus dem Handelsregister des Kantons ZĂŒrich
- â Sunrise: Ăber uns
- â UPC: Ăber uns
- 1 2 3 Ergebnisse Q2 2019
- 1 2 3 4 UPC Unternehmensgeschichte
- â GroĂfusion auf Schweizer Telecommarkt: Sunrise ĂŒbernimmt UPC auf Heise online vom 28. Februar 2019
- â Sunrise darf UPC Schweiz ĂŒbernehmen â keine EinwĂ€nde der Weko. Aargauer Zeitung, 26. September 2019, abgerufen am 27. September 2019.
- â Weko genehmigt UPC-Ăbernahme durch Sunrise. 20 Minuten, 26. September 2019, abgerufen am 26. September 2019.
- â Stefan HĂ€berli: UPC-Sunrise-Saga: Jetzt kann es schnell gehen. Neue ZĂŒrcher Zeitung, 27. Oktober 2019, abgerufen am 27. Oktober 2019.
- â Philip Meyer: UPC-Ăbernahme â Sunrise und Liberty Global haben die Gegner unterschĂ€tzt. SRF, 22. Oktober 2019, abgerufen am 21. November 2019.
- â Sunrise und UPC machen alleine weiter, Freenet freut sich. Handelszeitung, abgerufen am 21. November 2019.
- â Wechsel zur Liberty-Tochter. Severina Pascu tritt als UPC-CEO ab. In: Blick.ch, 15. Januar 2020.
- â UPC hĂ€lt schon 96,6 Prozent an Sunrise: Börse-Delisting naht. In: Der Standard. 3. November 2020, abgerufen am 3. November 2020.
- â Liberty Global acquires Swiss operator Sunrise for $7.4 billion. In: telecomstechnews.com. 12. August 2020, abgerufen am 12. August 2020 (englisch).
- â WEKO bewilligt Kauf von Sunrise. In: admin.ch. Wettbewerbskommission, 30. Oktober 2020, abgerufen am 22. Juli 2025.
- â Sunrise UPC passt Arbeitsbedingungen an und leitet Konsultationsverfahren fĂŒr Stellenabbau ein. In: upc.ch. 21. Januar 2021, abgerufen am 21. Januar 2021.
- â Sunrise UPC streicht nach Fusion 600 Stellen. In: suedostschweiz.ch. 26. April 2021, abgerufen am 26. April 2021.
- â Der neue Name gilt ab 01. Mai. In: persoenlich.com. 30. April 2021, abgerufen am 2. Mai 2021.
- â https://www.letemps.ch/economie/marque-upc-va-disparaitre-profit-sunrise
- â Sunrise UPC beerdigt die Marke UPC. In: watson.ch. 19. Mai 2022, abgerufen am 10. MĂ€rz 2024.
- â EBL und Sunrise schliessen Ăbernahme der Telekom Sparte der EBL (Genossenschaft Elektra Baselland) ab. In: ebl.ch. 16. Januar 2023, abgerufen am 26. Januar 2023.
- â 7 Prozent aller Stellen â Sunrise plant den Abbau von 200 Stellen. In: srf.ch. 27. November 2023, abgerufen am 27. November 2023.
- â AWP: Sunrise-Aktien mit zweitem DebĂŒt an der Schweizer Börse. 15. November 2024, abgerufen am 19. November 2024.
- â O.K. fĂŒr Börsengang - Sunrise-Abspaltung gutgeheissen. In: srf.ch. 29. Oktober 2024, abgerufen am 29. Oktober 2024.
- â Telekomriese - Sunrise prĂŒft Abbau von 450 Vollzeitstellen. In: srf.ch. 21. September 2026, abgerufen am 21. September 2026.
- â UPC: Fernsehen
- â Digitales Fernsehen in der Schweiz
- â Happy Home
- â MyPrime & OnDemand - Filme und Serien streamen | UPC. Archiviert vom am 17. September 2018; abgerufen am 15. MĂ€rz 2025.
- â digitales Basisangebot
- â Wi-Free - Online sein mit kostenlosem Wifi | UPC. Archiviert vom am 29. Januar 2023; abgerufen am 15. MĂ€rz 2025.
- â Salt lanciert ein neues Billig-Abo, Sunrise und Swisscom greifen ebenfalls an â doch die SchnĂ€ppchen-Angebote haben Haken. In: luzernerzeitung.ch. 15. November 2021, abgerufen am 25. Oktober 2022.
- â UPC Business
- â UPC: Kombi-Angebote
- â Kampf im TV-Markt - UPC kĂ€mpft sich an der Swisscom ab. Abgerufen am 15. MĂ€rz 2025.
- â Option 1 Gbit/s. Swisscom, archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 13. November 2013; abgerufen am 22. Juli 2025.
- â UPC: Unser Netz
- â https://www.konsumentenschutz.ch/allgemein/2021/11/muendliche-kuendigungen-salt-krebst-zurueck/
- â Darf Sunrise auf einer mĂŒndlichen KĂŒndigung beharren? 6. Februar 2023, abgerufen am 15. MĂ€rz 2025.
- â Ărger mit Sunrise - Schlechter Kundendienst sorgt fĂŒr viel Frust. Abgerufen am 15. MĂ€rz 2025.
- â PCtipp.ch: MĂŒndliche KĂŒndigungen bei Sunrise: K-Tipp reicht Klage ein. Abgerufen am 15. MĂ€rz 2025 (Schweizer Hochdeutsch).
- â Felix Ertle: Ombudscom: Der Jahresbericht zeigt, Sunrise verĂ€rgert ihre Kundschaft am meisten. 26. Juli 2023, ISSN 1661-7444 (beobachter.ch [abgerufen am 15. MĂ€rz 2025]).
- â Reklamationszentrale: Reklamationen und Ărger mit Sunrise: Die hĂ€ufigsten Probleme im Ăberblick | Reklamationszentrale Schweiz. 10. Juli 2024, abgerufen am 15. MĂ€rz 2025 (Schweizer Hochdeutsch).
- â https://de.ombudscom.ch/media/files/2023-jahresbericht-ombudscom.pdf
- â Otto Hostettler: Sunrise sorgt fĂŒr Ărger: Erneut am meisten Beschwerden. 29. Mai 2024, ISSN 1661-7444 (beobachter.ch [abgerufen am 15. MĂ€rz 2025]).
- â Reklamationszentrale: Reklamationen und Ărger mit Sunrise: Die hĂ€ufigsten Probleme im Ăberblick | Reklamationszentrale Schweiz. 10. Juli 2024, abgerufen am 15. MĂ€rz 2025 (Schweizer Hochdeutsch).
- â Otto Hostettler: Sunrise sorgt fĂŒr Ărger: Erneut am meisten Beschwerden. 29. Mai 2024, ISSN 1661-7444 (beobachter.ch [abgerufen am 15. MĂ€rz 2025]).
- â Otto Hostettler: Sunrise sorgt fĂŒr Ărger: Erneut am meisten Beschwerden. 29. Mai 2024, ISSN 1661-7444 (beobachter.ch [abgerufen am 15. MĂ€rz 2025]).
- â Julia Gubler: Klage gegen Sunrise: die wichtigsten Fragen und Antworten. 6. September 2024, ISSN 1661-7444 (beobachter.ch [abgerufen am 15. MĂ€rz 2025]).
- â https://www.sunrise.ch/content/dam/sunrise/residential/hilfe/agbs/Allgemeine_Geschaeftsbedingungen.pdf
