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Dank

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Dank ist die wohlwollende Erwiderung empfangener Hilfe, auch selbstverstĂ€ndlicher Leistungen; sie gilt als eine allgemeine ethische Forderung an den Menschen.[1] Dankbarkeit ist ein GefĂŒhl oder eine Haltung in Anerkennung einer materiellen oder immateriellen Zuwendung, die man erhalten hat oder erhalten wird. Sie ist zu unterscheiden von der Pflicht der Dankesschuld.

Etymologisch kommt Dank von Denken, also ist Dank „das in denkender Gesinnung sich Ă€ußernde GefĂŒhl“.[2]

Vom Dank abgeleitet ist die Höflichkeitsformel „danke“, eine sprachliche Interjektion. Von einer Danksagung spricht man bei meist förmlich geschriebenen Äußerungen des Dankes, besonders fĂŒr die Anteilnahme bei einem Todesfall.

Dankbarkeit setzt voraus, dass der EmpfĂ€nger einer Wohltat etwas bekommt, das er nicht einfordern kann. Oft wird Dankbarkeit jedoch auch dort erwiesen oder erwartet, wo lediglich eine Pflicht erfĂŒllt wurde (z. B. Altenbetreuung, Abgabe von FundgegenstĂ€nden etc.), die auch zurĂŒckgewiesen werden könnte.

Aristoteles und Cicero bemerkten in ihren Abhandlungen, es verletze die Selbstachtung, sich durch Annahme von Wohltaten zur Dankbarkeit verpflichten zu lassen. Diese Betrachtungsweise zeigen auch Menschen, die zu stolz sind, sich etwas schenken zu lassen, obwohl sie der Wohltat eigentlich bedĂŒrften. In manchen Kulturen ist man sogar erschrocken ĂŒber Geschenke – wohl aus Furcht, diese nicht angemessen erwidern zu können.

Undankbarkeit und Undank sind nicht nur ein Fehlen von Dankbarkeit, sondern zusĂ€tzlich eine Einstellung (auch „Geisteshaltung“ genannt), die im Widerspruch zu der Tatsache steht, eine Wohltat erhalten zu haben.

Undank kann z. B. zur Folge haben, dass der EmpfĂ€nger den WohltĂ€ter unangemessen (unfreundlich, grob o. À.) behandelt. Dies kann dem WohltĂ€ter und/oder Dritten negativ auffallen und das Ansehen (das Image, das Renommee, die Reputation) des Undankbaren senken, beschĂ€digen oder ruinieren: So lautete die „Botschaft der Tugend“, die in den moralischen Wochenschriften und in der PĂ€dagogik der AufklĂ€rung ausgangs des 18. Jahrhunderts massiv propagiert wurde.[3][4]

Danksagung mittels Opferlicht in der Wallfahrtskirche St. Marien in Kevelaer

UrsprĂŒnglich ist das Vorkommen des Dankes als einer positiven sozialen Sanktion, die schuldet, wer eine Wohltat empfangen hat, bis in frĂŒheste Formen gemeinschaftlichen Lebens diesseits des Tier-Mensch-Übergangsfeldes hinein anzunehmen (vgl. Tausch (Soziologie)). (Die negative soziale Sanktion, die einer ebensolchen antwortet, ist z. B. die Rache.)

Zumal einer Gottheit den Dank vorzuenthalten, war gewagt (vgl. Hybris). In der Bibel ist von Dankopfern und Dankpsalmen die Rede. Im Neuen Testament wird die Dankbarkeit Gott gegenĂŒber durch Mahnungen stĂ€ndig eingefordert, stĂ€rker jedenfalls als gegenĂŒber Mitmenschen.

„Keine Schuld ist dringender als die, Dank zu sagen.“

– Marcus Tullius Cicero: (11)

PĂ€dagogische Perspektive

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Im Allgemeinen lĂ€sst sich der Dank von z. B. Erziehenden im konkreten Fall auch als erziehungsrelevantes Verhalten und hier im speziellen Fall als eine Form der VerstĂ€rkung (s. Lerntheorie) bzw. positiven VerstĂ€rkung interpretieren. Der Dank wĂŒrde damit das (soeben realisierte) Verhalten des Kindes/Jugendlichen verstĂ€rken. Der Dank anerkennt somit das Verhalten des Kindes und bewertet es als positiv (vgl. Manipulation, Lob, Dankbarkeit, soziale Sanktion).

Commons: Gratitude – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Dank – BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikiquote: Dank – Zitate

Einzelnachweise

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  1. ↑ Brockhaus-EnzyklopĂ€die. Brockhaus, Mannheim 1988, ISBN 3-7653-1100-6.
  2. ↑ Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Walter de Gruyter, Berlin 1960.
  3. ↑ Friedrich Koch: Der Kaspar-Hauser-Effekt. Über den Umgang mit Kindern. Opladen 1995, ISBN 3-8100-1359-5.
  4. ↑ Wolfgang Martens: Die Botschaft der Tugend. Die AufklĂ€rung im Spiegel der deutschen Moralischen Wochenschriften. Stuttgart 1968.