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Bahnstrecke Velgast–Prerow

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(Weitergeleitet von Darßbahn)
Velgast–Prerow
Streckenverlauf
Streckennummer (DB):6778 (Velgast–Barth)
6779 (Barth–Prerow)
Kursbuchstrecke (DB):192 (Velgast–Barth)
Kursbuchstrecke:108f (1934)
121q (1946)
StreckenlÀnge:29,7 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4 (Velgast–Barth)
Strecke
von Stralsund
Bahnhof
18,88 Velgast
Abzweig geradeaus und nach links
nach Rostock
Wechsel des Eisenbahninfrastrukturunternehmens
20,01 Infrastrukturgrenze DB InfraGO / UBB
BahnĂŒbergang
22,48 Bundesstraße 105
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
22,58 Saatel
Haltepunkt / Haltestelle
26,46 Kenz
Kreuzung geradeaus unten (Querstrecke außer Betrieb)
Franzburger Kreisbahnen (FKB)
Abzweig geradeaus und ehemals von rechts
vom Hafen, Dreischienengleis mit FKB
Haltepunkt / Haltestelle, ehemals Bahnhof
30,29 Barth (ehem. Bf)
Prellbock
Abzweig geradeaus und ehemals nach links
Anschluss Flugplatz
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
32,40 Barth Kranichblick[1] (geplant)
BrĂŒcke ĂŒber Wasserlauf
Barthe
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
33,52 Tannenheim
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
35,48 Pruchten
BrĂŒcke
KloerbrĂŒcke
ehemaliger Bahnhof
37,82 Bresewitz
Kopframpe
MeiningenbrĂŒcke (Meiningenstrom)
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
42,20 Zingst
Kopfbahnhof Streckenende (Strecke außer Betrieb)
48,60 Prerow

Quellen: [2][3]

Die Bahnstrecke Velgast–Prerow ist eine eingleisige, nicht elektrifizierte Nebenbahn der Usedomer BĂ€derbahn in Mecklenburg-Vorpommern. Sie verlĂ€uft von Velgast ĂŒber Barth und Zingst nach Prerow, wobei der Abschnitt von Barth nach Prerow am Darß auch als Darßbahn bekannt ist.

Der Streckenabschnitt von Velgast nach Barth ist in Betrieb, auf dem Folgeabschnitt zwischen Barth und Bresewitz liegen noch Gleise – der Eisenbahnbetrieb ruht jedoch seit den 2000er Jahren. Auf dem letzten Abschnitt zwischen Bresewitz und Prerow existiert lediglich die Trasse, sie wird nördlich der MeiningenbrĂŒcke teilweise als Bahnradweg genutzt.

Strecke Velgast–Barth und Planung der Darßbahn

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Bei der Planung der Hauptstrecke Stralsund–Rostock war zunĂ€chst erwogen worden, diese zwischen Stralsund und der mecklenburgisch-pommerschen Grenze bei Damgarten durch die Stadt Barth zu fĂŒhren. Zugunsten einer direkten Trassierung nahmen die Planer davon Abstand und schlossen Barth mit einer Stichstrecke von Velgast an, die zusammen mit der Hauptstrecke am 1. Juli 1888 von den Preußischen Staatseisenbahnen eröffnet wurde.

Um 1900 gab es PlĂ€ne, in Barth einen FĂ€hrhafen fĂŒr eine Trajekt-Verbindung nach Schweden zu errichten. Bei Zingst sollte ein Durchstich in die Ostsee mit Schleusentoren zum Schutz gegen Unwetter entstehen. Die Bahnlinie Barth-Velgast sollte zu Hauptbahn ausgebaut werden, von Velgast aus eine neue Bahnlinie nach Grimmen entstehen und diese an die Strecke Neubrandenburg-Stralsund angebunden werden. Aus verschiedenen GrĂŒnden kam das Projekt nicht ĂŒber erste Planungen hinaus.[4]

Schon kurz danach gab es Ideen zur WeiterfĂŒhrung der Strecke von Barth auf den Darß. Ein Antrag der Gemeinde Prerow scheiterte jedoch aufgrund der bereits bestehenden Schifffahrtswege zu der Halbinsel. Am 20. Juli 1901 bereiste der Landrat v. Zanthier den Darß. Kurz darauf machte die Hansestadt Stralsund einen Vorschlag zur StreckenfĂŒhrung und als Reaktion erneuerten die Gemeinden Zingst und Prerow ihre Anfragen.

Am 17. Dezember 1904 fand eine Konferenz ĂŒber die Darßbahn in Stettin statt, auf der eine Spurweite von 1000 mm und die LinienfĂŒhrung Barth–Pruchten–Timmort–Zingst–Prerow festgelegt wurden. Eine endgĂŒltige Entscheidung, die Bahn zu bauen, blieb jedoch zunĂ€chst aus.

In den folgenden Jahren begannen die Planungs- und Vermessungsarbeiten fĂŒr die Darßbahn, in deren Folge die Entscheidung fĂŒr eine normalspurige Strecke fiel. Außerdem waren folgende bautechnische Besonderheiten in der Diskussion:

  • Bau einer BrĂŒcke ĂŒber den Fluss Barthe
  • Bau eines Dammes durch den Bodstedter Bodden
  • Bau zweier BrĂŒcken ĂŒber den Bodstedter Bodden und den Meiningenstrom.

Bau der Darßbahn

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Bau der MeiningenbrĂŒcke im Jahr 1908

Die Bauarbeiten wurden im FrĂŒhjahr 1909 an mehreren Stellen gleichzeitig begonnen. Es wurde auch ĂŒber eine StreckenverlĂ€ngerung bis Ahrenshoop nachgedacht, diese PlĂ€ne konnten aber aufgrund mangelnder Kostendeckung nicht realisiert werden. Bereits im November 1910 konnte die Strecke abgenommen werden.

Die MeiningenbrĂŒcke ist die grĂ¶ĂŸte bautechnische Leistung der Strecke. Es handelt sich um eine 470 Meter lange FachwerktrĂ€gerbrĂŒcke, eine Eisenbauanstalt aus Hannover-Herrenhausen hatte sie errichtet. Der Bau der BrĂŒcke dauerte erheblich lĂ€nger als der der restlichen Strecke. Die Bauarbeiten begannen bereits im Jahre 1908, Restarbeiten mussten noch nach Streckeneröffnung bis ins Jahr 1912 hinein durchgefĂŒhrt werden.

Eröffnung und Betrieb in den Anfangsjahren

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Eröffnungsfeier im Bahnhof Prerow am 30. November 1910

Am 30. November 1910 wurde der Streckenabschnitt Barth–Prerow eröffnet. Es fanden Probefahrten von Barth nach Prerow statt und an den Bahnhöfen unterwegs wurden FestgĂ€ste und Gemeindevertreter begrĂŒĂŸt. Die Darßbahn wurde am 1. Dezember 1910 fĂŒr den öffentlichen Verkehr freigegeben:

„Am 1. Dezember 1910 wird die normalspurige Bahnstrecke Barth–Prerow als Nebenbahn mit den Bahnhöfen Tannenheim, Pruchten, Bresewitz, Zingst und Prerow fĂŒr den Personen-, GĂŒter- und GepĂ€ckverkehr sowie die Abfertigung von Leichen und lebenden Tieren eröffnet.“

– Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Stralsund

Die Bevölkerung in Zingst und Prerow hatte mit der Bahn eine ganzjĂ€hrige Verbindung zum Festland und war nicht mehr auf die Dampfschiffe angewiesen, die im Winter nur eingeschrĂ€nkt verkehren konnten. FĂŒr die Dampfschiffslinien bedeutete die Eröffnung der Bahnstrecke das Aus, 14 Tage nach Streckeneröffnung stellten alle Linien ihren Dienst ein.

Betrieben wurde die Bahn durch die Preußischen Staatseisenbahnen. Der Personenverkehr entwickelte sich in den folgenden Jahren betrĂ€chtlich. Die Strecke wurde schnell zu einer wichtigen Verbindung fĂŒr die BadegĂ€ste. FĂŒr das ReisegepĂ€ck wurden zeitweise eigene GepĂ€ckzĂŒge eingesetzt. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg brachen die Fahrgastzahlen jedoch ein. Grund war das Sturmhochwasser vom 30. Dezember 1913. Die MeiningenbrĂŒcke wurde beschĂ€digt und die KloerbrĂŒcke zwischen Pruchten und Bresewitz stĂŒrzte ein, nachdem der letzte Zug sie passiert hatte.

Als Ersatz wurde im Januar 1914 eine hölzerne NotbrĂŒcke errichtet, die bis zur Fertigstellung der neuen KloerbrĂŒcke in Betrieb bleiben sollte. Am 6. September 1914 legte die Königliche Eisenbahndirektion (KED) detaillierte Vorlagen und EntwĂŒrfe vor, die den EinsprĂŒchen der Gemeinden Rechnung trug. Diese forderten eine VerlĂ€ngerung der BrĂŒcke, da sich der Bahndamm als Hindernis bei dem Sturmhochwasser erwiesen hatte. Im MĂ€rz 1916 wurde die neue KloerbrĂŒcke in Betrieb genommen. Sie war nun 723 Meter lang, mit insgesamt 54 Überbauten, von denen fĂŒnf als Fachwerk- und 49 als BlechtrĂ€gerkonstruktion ausgefĂŒhrt worden waren.[5]

Auch Anfang der 1920er Jahre erreichten die Fahrgastzahlen nicht mehr das Niveau von 1913. Es gab PlĂ€ne, die Strecke fĂŒr Touristen wieder attraktiver zu machen und nach SĂŒdwesten fortzufĂŒhren. Sie sollte mit der 1925 fertiggestellten Mecklenburgischen BĂ€derbahn in Graal-MĂŒritz verbunden werden. So hĂ€tten auch die restlichen Orte auf dem Darß und dem Fischland erschlossen werden können. Allerdings stießen diese PlĂ€ne auf Kritik, insbesondere von NaturschĂŒtzern und der Stadt Ribnitz, und wurden schließlich am 5. November 1925 von der Reichsbahndirektion Stettin abgelehnt. In dieser Zeit sanken die Passagierzahlen aufgrund der ökonomischen Krisen in Deutschland. Erst Anfang der 1930er Jahre stiegen die Urlauberzahlen in der Region, so dass die Fahrgastzahlen wieder das Niveau der Jahre vor 1914 erreichten.

Im Jahr 1926 verkehrten die ZĂŒge nach folgendem Fahrplan (Beispiel):

ZugnummerAbfahrtsbahnhofAbfahrtszeitAnkunftsbahnhofAnkunftszeit
288Barth6:02 UhrPrerow6:40 Uhr
289Prerow7:00 UhrBarth7:38 Uhr
291Barth9:16 UhrVelgast9:40 Uhr
292Velgast10:01 UhrPrerow11:11 Uhr
295Prerow12:20 UhrVelgast13:41 Uhr
294Velgast14:48 UhrPrerow16:15 Uhr
297Prerow17:20 UhrVelgast19:12 Uhr
298Velgast19:45 UhrBarth20:16 Uhr

Der Fahrplan war so ausgelegt, dass der gesamte Betrieb mit einem Triebfahrzeug abgewickelt werden konnte. Der FrĂŒhzug Prerow–Velgast und der letzte Zug in der Gegenrichtung waren eingestellt worden, was fĂŒr die Prerower bedeutete, dass sie, wenn sie in Stralsund etwas zu erledigen hatten, nicht mehr am gleichen Tag zurĂŒckfahren konnten. Im Normalbetrieb, also bei höherem Passagieraufkommen, waren wohl zwei Maschinen im Einsatz, von denen eine in Prerow, die andere in Barth ĂŒber Nacht blieb.

Im Zeitraum 1933 bis April 1945

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Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten Ă€nderte sich die Situation auf der Darßbahn deutlich. Infolge des massiven Ausbaus der RĂŒstungsindustrie wurden in Barth Gleisanlagen zum dortigen Fliegerhorst (Standort des spĂ€teren KZ-Außenlagers Barth) geschaffen. Außerdem entstand in Tannenheim eine Verbindung zu den Pommerschen Industriewerken, einem von 1939 bis 1945 existierenden RĂŒstungsunternehmen, das vor allem Nebelkerzen, Nebelgranaten und Brandbomben produzierte. Diese Neubauten sowie die Urlaubsprogramme der KdF fĂŒhrten zu einem starken Anstieg des Verkehrs auf der Darßbahn. Die Streckenhöchstgeschwindigkeit wurde auf 50 km/h erhöht. Im Sommer 1934 verkehrten fĂŒnf Zugpaare auf der Gesamtstrecke, die nur noch etwa eine Stunde benötigten. Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges nahm die Zahl der Passagiere wieder stark ab.

Im April 1944 ereignete sich im Bahnhof Prerow der einzige schwere Unfall in der Geschichte der Darßbahn: Unter einem einfahrenden Personenzug wurde die Einfahrweiche umgestellt, wodurch mehrere Personenwagen entgleisten und umstĂŒrzten. Sieben FahrgĂ€ste fanden dabei den Tod. Ein Bahnhilfsarbeiter hatte die fernbedienbare Einfahrweiche in der Meinung gestellt, der Zug hĂ€tte sie schon passiert.[6] Danach wurde der Bahnbetrieb von Zingst nach Prerow eingestellt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

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In den letzten Kriegstagen konnte die Bevölkerung von Zingst eine Sprengung der MeiningenbrĂŒcke verhindern. Wenige Tage spĂ€ter marschierten sowjetische Soldaten in Barth und Zingst ein. Nach dem Krieg wurde die Strecke von Prerow bis Bresewitz als Reparationsleistung abgebaut; nur die Gleise auf der MeiningenbrĂŒcke blieben zunĂ€chst liegen. Der Betrieb zwischen Barth und Bresewitz normalisierte sich zunĂ€chst fĂŒr kurze Zeit wieder. 1947 wurden die Schienen auf dem TeilstĂŒck Bresewitz–Tannenheim abgebaut, wenig spĂ€ter folgte der Rest bis Barth.

Anfang der 1950er Jahre wurden durch die Bevölkerung Forderungen fĂŒr einen Wiederaufbau der Strecke laut. SpĂ€ter war die Nationale Volksarmee (NVA), welche im Osten der Halbinsel Zingst einen TruppenĂŒbungsplatz einrichtete, hieran interessiert. ZunĂ€chst war der Wiederaufbau der Strecke noch bis Zingst vorgesehen, aufgrund der hohen geschĂ€tzten Baukosten fĂŒr eine neue StraßenbrĂŒcke nahm der Bezirk Rostock von diesem Vorhaben Abstand. So begann im Jahr 1967 der Wiederaufbau der Strecke Barth–Bresewitz durch Eisenbahnpioniere der NVA. Sie war bis zur Wende nur fĂŒr Truppen- und Materialtransporte vorwiegend der NVA in Betrieb. DafĂŒr wurde in Bresewitz nördlich des Ortes eine Laderampe errichtet, um den NVA-Übungsplatz in den Sundischen Wiesen und den NVA-StĂŒtzpunkt in Zingst zu versorgen.

Der Abschnitt von Velgast nach Barth verblieb weiter im Personen- und GĂŒterverkehr. Das Touristenaufkommen im Bereich von Darß und Zingst wuchs, entsprechend nahm auch das Angebot im Personenverkehr auf diesem Abschnitt zu. In den 1970er und 1980er Jahren war der Fahrplan fĂŒr eine Nebenbahn relativ umfangreich; es verkehrten tĂ€glich mehr als zehn Zugpaare. Hinzu kamen im Sommer direkte SchnellzĂŒge aus Richtung Berlin und dem SĂŒden der DDR. Zu den Badeorten musste in einen Bus umgestiegen werden, es konnten aber durchgehende Fahrkarten gelöst werden. Auch das ReisegepĂ€ck wurde direkt abgefertigt.[7]

Niedergang und neue Perspektiven nach 1990

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KloerbrĂŒcke ĂŒber die Gill-Wiese
BrĂŒcke am Bodstedter Bodden
MeiningenbrĂŒcke
Gleise bei Bresewitz

Die Auflösung der NVA 1990 im Zuge der deutschen Wiedervereinigung fĂŒhrte auch zur Auflösung ihrer StĂŒtzpunkte auf dem Zingst; die Strecke zwischen Barth und Bresewitz wurde nicht mehr benötigt. Die letzten Fahrten fanden in den Jahren 1996 und 1997 statt, als einige GĂŒterwagen fĂŒr eine Ausstellung in Bresewitz ĂŒberfĂŒhrt wurden.[8] Seitdem ruht jeglicher Zugverkehr auf diesem Streckenabschnitt, der aber offiziell nicht stillgelegt ist. Anfragen nach Sonderfahrten verschiedener Veranstalter wurden vom damaligen Netzbetreiber, der Deutschen Bahn, immer wieder abgelehnt. Mittlerweile ließ die Bahn im Stadtgebiet Barth einen Prellbock auf die weiterfĂŒhrende Strecke schrauben. Weiter nördlich sind die Gleisanlagen an mehreren BahnĂŒbergĂ€ngen mit Straßenbelag ĂŒberteert.

Gleisabschluss in Barth (Juni 2010)
Überbauter BahnĂŒbergang im Streckenabschnitt Barth–Tannenheim (Juni 2010)

Die EmpfangsgebĂ€ude entlang der Strecke wurden ab den 2000er Jahren aufwĂ€ndig renoviert und an Privatleute verkauft. Der Bahndamm zwischen der MeiningenbrĂŒcke und Zingst wurde zu einem Bahntrassenradweg umgebaut.

Der Abschnitt Velgast–Barth wurde im Jahr 1991 trotz des bereits rĂŒcklĂ€ufigen Verkehrs zusammen mit der Strecke zwischen Rostock und Stralsund noch elektrifiziert. Aus KostengrĂŒnden und wegen der geringen Streckenhöchstgeschwindigkeit bekam sie nur eine Einfachfahrleitung. HauptsĂ€chlich diente die Elektrifizierung der Durchbindung von UrlauberzĂŒgen bis Barth. Die Inbetriebnahme fand am 2. Juni 1991 statt.[9][10]

In den 1990er Jahren verkehrten im Sommer direkte SchnellzĂŒge bis Barth. 1997 gab es unter anderem durchgehende Interregioverbindungen der Linie 36 nach Frankfurt am Main und Berlin. Ein Jahr spĂ€ter existierte nur noch eine Fernverkehrsverbindung nach Chemnitz als Linie 34. Mit Ende des Sommerfahrplans 1998 waren die durchgehenden ZĂŒge Geschichte. Auch der Regionalverkehr wurde ab 1999 ausgedĂŒnnt. Seitdem verkehrten etwa neun Zugpaare am Tag in einem angenĂ€herten Zweistundentakt.

Seit Modernisierung des Bahnhofs Velgast im Jahre 1997 werden sĂ€mtliche BetriebsablĂ€ufe dort von einem Elektronischen Stellwerk (ESTW) ferngesteuert. Bei den Umbauarbeiten wurde zunĂ€chst die Einbindung der Nebenbahn nach Barth nicht mehr berĂŒcksichtigt, so dass es zu Problemen mit der BetriebsfĂŒhrung beim Übergang von ZĂŒgen in Richtung Barth kam. Massive Proteste verhinderten, dass die Strecke geschlossen wurde.

Zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2002 ĂŒbernahm die Usedomer BĂ€derbahn (UBB) den Personenverkehr zwischen Velgast und Barth. Sie erwarb auch die Infrastruktur von DB Netz. Mit dem Einsatz von Dieseltriebwagen wurde die erst 1991 installierte Fahrleitung ĂŒberflĂŒssig und 2005 zurĂŒckgebaut. Auch alle Weichen und Nebengleise, die Stellwerke und die Signaltechnik im Bahnhof Barth wurden ausgebaut. Alle BahnĂŒbergĂ€nge zwischen Barth und Velgast werden automatisch gesteuert. Mit dem nunmehr am Bahnsteig endenden Streckengleis ist Barth aus betrieblicher Sicht heute nur noch ein Haltepunkt. Damit sind GĂŒterverkehr oder lokbespannte SonderzĂŒge nach Barth technisch nicht mehr möglich.

Stadler GTW 2/6 der UBB im Bahnhof Barth

Die PersonenzĂŒge verkehren seit dem 10. Dezember 2017, nachdem zuvor eine Einstellung des Verkehrs gedroht hatte,[11] in einem 40-/80-Minuten-Takt zwischen Velgast und Barth, um in Velgast jeweils einen guten Anschluss zu Nah- und Fernverkehr Richtung Rostock und Stralsund zu gewĂ€hrleisten. Zuvor verkehrten sie zweistĂŒndlich zwischen Stralsund und Barth.

Seit Dezember 2019 wird die Verkehrsleistung von DB Regio Nordost erbracht. Zum Einsatz kommt ein gebrauchter Triebwagen mit 50 SitzplÀtzen. Des Weiteren war in diesem Verkehrsvertrag die Option enthalten, die Strecke bis Bresewitz alle zwei Stunden zu bedienen. Dazu kam es jedoch aufgrund der fehlenden Infrastruktur nicht.

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 verkehrt die RB 25 im Stundentakt zwischen Stralsund und Barth. Die Bedienung der Halte Kenz und Saatel wurden zur Sicherung der AnschlĂŒsse in Velgast bei den verĂ€nderten Fahrplanlagen der RB 25 eingestellt.[12]

Ausblick und Wiederaufbau

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Die Strecke im Jahr 2007

Nach Übernahme der Eisenbahn-Infrastruktur auf dem verbliebenen Streckenabschnitt durch die UBB nahmen Überlegungen fĂŒr die Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke zwischen Barth und Prerow konkrete Formen an. Die UBB hatte sich mit den Gemeinden am Streckenverlauf auf eine Reaktivierung bis zum Jahr 2015 geeinigt. Mitte 2007 bestanden PlĂ€ne, bereits Ende 2009 den Abschnitt bis Tannenheim zu reaktivieren. Seit Juli 2007 lĂ€uft das Planfeststellungsverfahren fĂŒr die Durchfahrt Zingst, wo Teile der bisherigen Trasse genutzt werden und nicht mehr fĂŒr den Streckenwiederaufbau verwendet werden können.[13]

In einem Wirtschaftlichkeitsgutachten zum Wiederaufbau der Darßbahn von 2009 wurde dem Vorhaben zunĂ€chst nur ein Kosten-Nutzen-VerhĂ€ltnis von 0,88 bescheinigt. Damit wĂ€re das Vorhaben nicht förderungswĂŒrdig. FĂŒr den Wiederaufbau wurden vom Gutachter 48 Millionen Euro veranschlagt.[14] Daraufhin lehnte der Verkehrsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Volker Schlotmann, das Projekt ab. Die Ergebnisse des Gutachtens und die Entscheidung des Ministers wurden von verschiedenen Seiten kritisiert. So Ă€ußerte der örtliche Tourismusverband, dass im Gutachten nur HotelgĂ€ste gezĂ€hlt wurden, nicht jedoch TagesausflĂŒgler und PrivatĂŒbernachtungen.[15] Die UBB verwies auf deutlich gĂŒnstigere Kosten nach Ausschreibungen.[16]

Am 24. April 2016 erließ das Eisenbahn-Bundesamt den Planfeststellungsbeschluss fĂŒr den Abschnitt Barth–Bresewitz.[1] Am 12. Juli 2016 gab der Landkreis Vorpommern-RĂŒgen bekannt, dass die Landesregierung, vertreten durch den Landesverkehrsminister Christian Pegel, gegen den Planfeststellungsbeschluss klagt. Strittig sind die vom Land zu ĂŒbernehmenden Kosten und die zu klĂ€rende Frage des Eigentums an der MeiningenbrĂŒcke.[17] Auch die Gemeinde Pruchten klagte vor dem Oberverwaltungsgericht.[18] Diese Klage wurde im Juni 2019 vom Oberverwaltungsgericht Mecklenburg-Vorpommern zurĂŒckgewiesen.[19] Zum Oktober 2025 wurde in einem weiteren Klageverfahren ein Vergleich geschlossen.[20]

Die Koalitionspartner CDU und SPD vereinbarten im Oktober 2016, dass die Landesregierung sich auf Bundesebene fĂŒr die Infrastrukturfinanzierung einsetzen wird. Eine PlanĂ€nderung fĂŒr den Wiederaufbau des Abschnittes Bresewitz–Zingst wurde im Oktober 2017 erörtert.[21]

Der Vorstand des DB-Konzerns hat sich per Beschluss im MĂ€rz 2019 hinter das Projekt gestellt und eine wichtige Entscheidung ĂŒber die Finanzierung getroffen. Generell habe der Bund eine Zusage gegeben, rund 34 Millionen Euro fĂŒr die Finanzierung des Projekts dazuzuschießen – bei geschĂ€tzten 115 Millionen Euro Gesamtkosten fĂŒr die Darßbahn.[22]

Am 4. Februar 2020 teilten MinisterprĂ€sidentin Manuela Schwesig (SPD) und der Bundesminister fĂŒr Verkehr und digitale Infrastruktur Andreas Scheuer (CSU) mit, dass sich Landes- und Bundesregierung bei den offenen Finanzierungsfragen geeinigt haben. So soll der mit ca. 50 Millionen Euro teuerste Teil der Streckenwiedererrichtung, der Bau einer neuen KlappbrĂŒcke als Ersatz fĂŒr die MeiningenbrĂŒcke, zu jeweils einem Drittel vom Bund (rund 25,5 Millionen Euro), vom Land und von der Usedomer BĂ€derbahn getragen werden (89,5 Mio. Euro).[23] Am 18. August 2020 beschloss die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern die Wiedererrichtung der Strecke von Barth ĂŒber Zingst nach Prerow.

Das Projekt ist in vier Bauabschnitte unterteilt, die schrittweise in Betrieb genommen werden sollen. Stand 2025 rechnet die Landesregierung mit einer Inbetriebnahme der Gesamtstrecke in den 2030er-Jahren.[20]

Bauabschnitte Darßbahn (Stand Dezember 2025)[20]
AbschnittFortschrittKosten 1Bauzeitraum
1 Barth–Bresewitz Planfeststellungsbeschluss von 2016, weitere Verfahren anhĂ€ngig  2 49,2 Mio. Euro 2027–2030/31
2.1 MeiningenbrĂŒcke Entwurfsplanung, im Anhörungsverfahren[24] 94,7 Mio. Euro unbekannt
2.2 Bresewitz–Zingst Anhörungsverfahren abgeschlossen 24,2 Mio. Euro 2028–2031/32
3 Zingst–Prerow Vorplanung 35,9 Mio. Euro 2030–2034/35
1 
Stand Februar 2024
2 
Die Stationen Barth und Bresewitz durchlaufen eigene Planrechtsverfahren. Hier ist die Entwurfsplanung abgeschlossen.

Im ersten Bauabschnitt ist unter anderem geplant, den Bahnhof Barth weitgehend umzubauen, sodass er zukĂŒnftig als Kreuzungsbahnhof genutzt werden kann, zusĂ€tzlich werden zwei neue Abstellgleise ergĂ€nzt. Außerdem werden die Bahnsteige den aktuellen Standards angepasst; sie werden mit 150 m LĂ€nge bei 550 mm Bahnsteighöhe ausgefĂŒhrt.[25]

Der zweite Bauabschnitt umfasst als wesentlichen Bestandteil den Ersatzneubau der MeiningenbrĂŒcke, sowie die Instandsetzung bzw. den Wiederaufbau der Altstrecke fĂŒr den zukĂŒnftigen Bahnbetrieb. Der BrĂŒckenneubau wird dabei vom Straßenbauamt Stralsund ausgefĂŒhrt, da die BrĂŒcke zu einem ĂŒberwiegenden Anteil als Straßenverkehrsanlage dient. Im Bereich des Stadtgebiets von Zingst muss von der Bestandstrasse westlich abgewichen werden, da die Bahntrasse inzwischen ĂŒberbaut wurde. Der Bahnhof Zingst wird als neuer Kopf- und Kreuzungsbahnhof mit zwei Bahnsteigen ausgefĂŒhrt.[25]

Im Laufe des Planungsprozesses wurde entschieden, die Strecke ĂŒber den ehemaligen Endpunkt hinaus bis zum Prerower Hafen zu verlĂ€ngern. Dort soll ein Endbahnhof mit zwei Kopfbahnsteigen entstehen, wobei zusĂ€tzlich zwischen Zingst und Prerow ein neuer Haltepunkt Prerow Strand vorgesehen ist.[25]

Noch weitergehende Ideen sehen vor, die PlĂ€ne aus dem Jahre 1925 wieder aufzugreifen und eine Verbindung von Prerow nach Graal-MĂŒritz zur Mecklenburgischen BĂ€derbahn mit einem Abzweig nach Ribnitz-Damgarten zu schaffen. Gerade angesichts der hohen Anzahl der Urlauber und des jĂ€hrlich wachsenden Verkehrsstroms auf dem Darß bei nur zwei Straßenverbindungen haben diese VorschlĂ€ge viele BefĂŒrworter.

Betriebsstellen

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Bahnhof Saatel

Der Haltepunkt etwa ein Kilometer sĂŒdlich des Dorfes in der NĂ€he der Bundesstraße 105 besitzt ein großes, dreietagiges EmpfangsgebĂ€ude. Es wird nicht mehr zu Bahnzwecken genutzt und befindet sich seit 2003 in Privatbesitz.

Bahnhof Kenz

Bahnhof Kenz

Auch Kenz besitzt noch ein relativ großes, zweistöckiges BahnhofsgebĂ€ude am Nordostrand des Dorfes, das als Wohnhaus genutzt wird. Den Reisenden dient, wie auch in Saatel, nur noch eine Wartehalle am Bahnsteig.

Bahnhof Barth

Bahnhof Barth
EmpfangsgebÀude der Schmalspurbahnen in Barth

Der Bahnhof von Barth liegt am sĂŒdlichen Ortsrand. Der Bahnhof wurde zum Haltepunkt zurĂŒckgebaut, die Oberleitung im Jahr 2005 endgĂŒltig demontiert. So existieren nur noch das EmpfangsgebĂ€ude und ein Bahnsteig. Der Bahnhof war frĂŒher auch Ausgangspunkt der Schmalspurbahnen nach Damgarten und Stralsund sowie der Barther Hafenbahn. Diese Strecken wurden von 1895 bis zur Verstaatlichung nach 1945 von den Franzburger Kreisbahnen betrieben. Die Schmalspurbahnen hatten einen separaten Bahnhofsteil mit EmpfangsgebĂ€ude und Lokschuppen.[26]

Im ehemaligen EmpfangsgebĂ€ude der normalspurigen Bahn war lange Zeit eine GaststĂ€tte untergebracht. Die Usedomer BĂ€derbahn sanierte das GebĂ€ude und hat das Reisezentrum im Bahnhof reaktiviert. Im EmpfangsgebĂ€ude wurde nach dem 2020 gefassten Beschluss der Landesregierung, die Darßbahn wieder in Betrieb zu nehmen, inzwischen ein PlanungsbĂŒro eingerichtet.[27]

Das denkmalgeschĂŒtzte ehemalige EmpfangsgebĂ€ude sowie der Lokschuppen der Schmalspurbahn stehen seit mehreren Jahren leer und machen einen sehr desolaten Eindruck. Im Zuge der geplanten Umgestaltung des Bahnhofes Barth sollen diese GebĂ€ude abgerissen werden. Bisher ist dies aber aufgrund von Problemen mit dem Besitzer nicht erfolgt.

Bahnhöfe Tannenheim, Pruchten und Bresewitz

Die EmpfangsgebĂ€ude der Bahnhöfe Tannenheim, Pruchten und Bresewitz sind baugleiche zweistöckige Ziegelbauten, die heute als WohnhĂ€user genutzt werden. Das GelĂ€nde des Bahnhofs Bresewitz wird fĂŒr die Ausstellung Kunst auf Schienen genutzt.[28]

Bahnhof Zingst

Bahnhof Zingst (2012)

Der Bahnhof wurde 1910 nach Fertigstellung der Strecke eröffnet. Das HauptgebĂ€ude ist in Klinkerbauweise mit tief herabreichendem Dach in typisch norddeutscher Bauweise errichtet und wurde noch zu DDR-Zeiten unter Denkmalschutz gestellt. Im GebĂ€ude befanden sich WarterĂ€ume fĂŒr die 1., 2. und 3. Klasse, eine GaststĂ€tte, eine GepĂ€ckannahme, zwei Fahrkartenschalter und eine Wohnung fĂŒr die Familie des Bahnhofsvorstehers.

Neben dem HauptgebĂ€ude gab es mehrere NebengebĂ€ude, so fĂŒr die Damen- und Herrentoiletten, fĂŒr die Stallungen, Brennstoffe und eine WaschkĂŒche. FĂŒr die Gastronomie gab es einen separaten KĂŒhlraum (Eiskeller) und einen Bierkeller. Der Bahnhofsvorsteher besaß eine separate Toilette.[29]

Nach Ende des regulÀren Bahnbetriebes im Jahr 1946 wurde die Gaststube zum Lazarett umfunktioniert, da in Zingst Diphtherie und Typhus ausgebrochen waren. Danach wurde die Gaststube noch bis 1956 als GaststÀtte genutzt.

Im selben Jahr baute die Reichsbahndirektion Greifswald das GebĂ€ude zum Betriebsferienlager um, in dem auch außerhalb der Ferienzeiten Weiterbildungsmaßnahmen fĂŒr Eisenbahner erfolgten. Nach der Wende wurde das Ferienlager geschlossen, und das GebĂ€ude stand ĂŒber 20 Jahre lang leer. Wegen der hohen Sanierungskosten wurde kein KĂ€ufer gefunden. Hoffnung auf eine Sanierung wurde durch eine geplante Wiederaufnahme des Bahnbetriebes genĂ€hrt.

Mittlerweile wurde der Bahnhof Zingst historisch restauriert und im FrĂŒhjahr 2013 eröffnet. Er beherbergt heute das „Wirtshaus im alten Bahnhof“ und die Zimmervermittlung Zingst.

Bahnhof Prerow

Der Bahnhof Prerow als Endstation der Darßbahn war ein Kopfbahnhof direkt am Prerowstrom. Das 1910 errichtete EmpfangsgebĂ€ude ist ein typisch norddeutscher Klinkerbau. Nach Einstellung des Bahnbetriebes 1944 stand das GebĂ€ude acht Jahre lang leer. Im Jahr 1952 wurde es zu einer Schule fĂŒr Weiterbildungsmaßnahmen des Ministeriums fĂŒr Verkehrswesen umgebaut, die wĂ€hrend der Sommerferien als Betriebsferienheim fungierte. Diese Doppelnutzung wurde 1989 beendet, und das GebĂ€ude stand sieben Jahre leer. Im Januar 2000 wurde es zu einer Pension mit GaststĂ€tte umgebaut.[30]

Hafenbahn Barth

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Barth besitzt einen Binnenhafen am BoddengewĂ€sser. Zu DDR-Zeiten fehlte es oft an HĂ€fen, sodass Barth eine gewisse Bedeutung als GĂŒterumschlagsplatz, insbesondere fĂŒr Holz, hatte. Doch der Hafen ist bereits deutlich Ă€lter. Seit 1895 ist die Strecke zum Hafen dreischienig. Die Franzburger Kreisbahnen betrieben sie bis zur Verstaatlichung. Auf der Strecke Stralsund–Barth–Damgarten wurde der Personenverkehr 1968 eingestellt, ein Jahr spĂ€ter auch der GĂŒterverkehr, sodass wahrscheinlich seitdem kein schmalspuriger Zug den Barther Hafen mehr anfuhr.[26]

Fahrzeugeinsatz

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Der anfĂ€ngliche Betreiber, die Eisenbahndirektion Stettin der Preußischen Staatseisenbahn, nutzte ihren vorhandenen Fahrzeugpark, um die Strecke zu betreiben. Das Vorhandensein einer 16-m-Drehscheibe in Prerow lĂ€sst darauf schließen, dass z. B. die Dampflok P 3.1 die PersonenzĂŒge beförderte. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 50 km/h. Durch den sehr einfachen Oberbau der Strecke mit Form-8-Schienen im einfachen Nagelbau und Kiesbettung konnten keine schweren Lokomotiven und höheren Geschwindigkeiten gefahren werden.

Mit der Zunahme des GĂŒterverkehrs kamen auf der Darßbahn hauptsĂ€chlich Dampflokomotiven der preußischen Gattung G 10 (Baureihe 57.1–3) und ab 1939 auch der Baureihe 50 zum Einsatz. Die kleineren Dampflokomotiven der BR 57 mit einem Achsstand von 14.050 mm konnten noch in Prerow von Hand gedreht werden. Seit dem Jahr 1937 gab es im Bahnhof Barth ebenfalls eine 16-m-Drehscheibe. Diese stammte aus AltefĂ€hr und war dort durch den Bau des RĂŒgendamms ĂŒberflĂŒssig geworden.

UBB-Triebwagen nach Barth in Stralsund Hauptbahnhof

Die PersonenzĂŒge wurden bis Mitte der 1930er Jahre mit Tenderlokomotiven der Gattungen T 12 (Baureihe 74.4–13) und T 18 (Baureihe 78.0–5) gefahren. Diese wurden dann von Dampflokomotiven der Baureihe 64 abgelöst.[6]

In den 1970ern und 1980ern kamen auf dem verbliebenen Abschnitt bis Barth vor allem Diesellokomotiven der DR-Baureihe V 100/110 zum Einsatz. Den teilweise sehr hohen GĂŒterverkehr bediente auch die DR-Baureihe V 60. Die Diesellokomotiven der DR-Baureihe 132, DR-Baureihe V 180 und vereinzelt DR-Baureihe V 200 (diese Baureihe konnte nur im Sommer eingesetzt werden, weil sie keine Zugheizung besitzt) wurden fĂŒr die SchnellzĂŒge aus Richtung Berlin verwendet.[31]

Nach der Wende verkehrten hier modernisierte Triebwagen der DR-Baureihe VT 2.09 und Doppelstockwagen mit der Elektrolokomotive DR-Baureihe 243.

Die Usedomer BĂ€derbahn setzte von 2002 bis 2019 Dieseltriebwagen des Typs Stadler GTW (DB-Baureihe 646) ein.[32]

Seit Dezember 2019 setzt die DB Regio Nordost in Rostock beheimatete Fahrzeuge vom Typ LINT27 oder Siemens Desiro Classic ein.

  • G. Jonas, F. Schulz: Eisenbahn zwischen Meer und Bodden, ein Beitrag zur Geschichte der Darßbahn Barth-Prerow. Hrsg.: Deutscher Kleinbahnverein Barth. 1988.
  • H. Bergmann, A. Rickelt: Barth und seine Eisenbahn. Hrsg.: Deutscher Kleinbahnverein Barth. Axel-Dietrich-Verlag, PeenemĂŒnde 1995, ISBN 3-930066-35-1, S. 72.
  • Bernd Goltings: Schienenwege zwischen Stralsund und Rostock – Verkehrsgeschichte der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Hrsg.: Deutscher Kleinbahnverein Barth. Darß Verlag, Prerow 2005, ISBN 3-00-015628-3, S. 72.
  • Eric Logall: Wiederinbetriebnahme der Darßbahn. In: VDEI, Marcel Jelitto (Hrsg.): Der Eisenbahningenieur. Nr. 6. DVV Media Group / Eurailpress, Juni 2026, ISSN 0013-2810, S. 15 ff.
Commons: Bahnstrecke Velgast–Prerow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Planfeststellungsbeschluss gemĂ€ĂŸ § 18 AEG fĂŒr das Vorhaben Wiederinbetriebnahme Darßbahn, Streckenabschnitt Barth – Bresewitz, in den Gemeinden Barth und Pruchten, Landkreis Vorpommern-RĂŒgen, Bahn-km 29,875 bis 38,301 der Strecke 6778 Velgast – Zingst. (PDF) Eisenbahn-Bundesamt, 24. April 2016, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 15. Februar 2020; abgerufen am 22. September 2016.
  2. ↑ Infrastrukturregister. In: geovdbn.deutschebahn.com. DB InfraGO AG, abgerufen am 2. Januar 2025.
  3. ↑ Übersichtskarte des Reichsbahndirektionsbezirks Schwerin 1:200 000. Deutsche Reichsbahn, Januar 1986 (blocksignal.de [abgerufen am 2. Januar 2025]).
  4. ↑ Heiko Bergmann, Achim Rickelt: Barth und seine Eisenbahn. PeenemĂŒnde 1995, ISBN 3-930066-35-1, S. 57.
  5. ↑ Die Eisenbahn auf dem Darß: Die ersten Jahre bis zum ersten Weltkrieg. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 28. Mai 2009; abgerufen am 31. August 2012.
  6. 1 2 Die Eisenbahn auf dem Darß: Die Bahn in den Jahren 1918 bis 1945. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 27. September 2007; abgerufen am 31. August 2012.
  7. ↑ diverse KursbĂŒcher
  8. ↑ Bericht ĂŒber die ÜberfĂŒhrungsfahrten auf bahn-in-pommern.de, abgerufen am 3. September 2010.
  9. ↑ http://www.bahn-in-pommern.de/strecken/nebnv1.htm.
  10. ↑ https://eisenbahn.wikia.com/wiki/Streckenchronik_1991
  11. ↑ Bahnanbindung vor dem Aus. (Memento vom 15. November 2015 im Internet Archive) Online-Artikel der Ostsee-Zeitung, 11. November 2015.
  12. ↑ Mecklenburg-Vorpommern: Fahrplanwechsel – RB25 im Stundentakt und verlĂ€ngert bis Stralsund. In: LOK Report. 10. Dezember 2025, abgerufen am 25. Dezember 2025.
  13. ↑ Signal auf GrĂŒn fĂŒr Darßbahn, Ostsee-Zeitung vom 28. Juni 2007
  14. ↑ Darßbahn – Ergebnisse des Wirtschaftlichkeitsgutachtens heute vorgestellt, Pressemitteilung des Ministeriums fĂŒr Verkehr, Bau und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern vom 17. Dezember 2009
  15. ↑ Bahn-Report, 2/2010, S. 40.
  16. ↑ Bahn-Report, 5/2010, S. 35.
  17. ↑ Klage gegen Wiederaufbau der Darßbahn. Alba Fachportal ÖPNV, 14. Juli 2016, abgerufen am 22. September 2016.
  18. ↑ Robert Niemeyer: 130 Jahre Bahn in Barth: Wie geht’s weiter? In: Ostsee-Zeitung. 19. September 2018, abgerufen am 15. November 2018.
  19. ↑ Oberverwaltungsgericht Mecklenburg-Vorpommern: PRESSEMITTEILUNG Klageverfahren „Darßbahn“. 18. Juni 2019, abgerufen am 18. Juni 2019.
  20. 1 2 3 Planungsstand und KostenschĂ€tzung zur Reaktivierung der Darßbahn. (PDF) Kleine Anfrage der Abgeordneten Jutta Wegner, Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, und Antwort der Landesregierung. Drucksache 8/5390. In: Parlamentsdatenbank. Landtag Mecklenburg-Vorpommern, 1. Dezember 2025, abgerufen am 14. Januar 2026.
  21. ↑ Aktuelle Anhörungsverfahren von Eisenbahnvorhaben. Landesamt fĂŒr Straßenbau und Verkehr Mecklenburg-Vorpommern, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 22. Juli 2017; abgerufen am 19. Oktober 2017.
  22. ↑ Bahn schiebt Debatte um Darß-Bahn neu an. NDR, 27. MĂ€rz 2019, abgerufen am 27. MĂ€rz 2019.
  23. ↑ MinisterprĂ€sidentin: Bundes- und Landesregierung stellen Signale fĂŒr Darßbahn auf GrĂŒn. 4. Februar 2020, abgerufen am 4. Februar 2020.
  24. ↑ L 21 Ersatzneubau MeiningenbrĂŒcke bei Bresewitz - LS M-V. Archiviert vom Original am 30. August 2026; abgerufen am 30. August 2026.
  25. 1 2 3 Eric Logall: Wiederinbetriebnahme der Darßbahn. In: VDEI (Hrsg.): EI - Der Eisenbahningenieur. 77. Jahrgang, Nr. 6, Juni 2026, ISSN 0013-2810, S. 15–17.
  26. 1 2 Barther Hafenbahn. In: ostseestrecke.de. 26. August 2008, abgerufen am 3. August 2016.
  27. ↑ Hagen Ludwig: Schneller an die Ostsee. In: Das GrundstĂŒck, VDGN-Journal, 12-2021, S. 18/19.
  28. ↑ Kunst auf Schienen, abgerufen am 21. August 2020
  29. ↑ Zingster Strandbote, Juli 2004
  30. ↑ Hotel Alter Bahnhof in Prerow. In: prerow-bahnhof.de. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 6. Februar 2006; abgerufen am 19. Juli 2007.
  31. ↑ Historische Eisenbahnen. In: ubb-online.de. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 16. April 2016; abgerufen am 15. September 2017.
  32. ↑ BR 646. In: ubb-online.de. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 16. April 2016; abgerufen am 15. September 2017.