Dentitio difficilis
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| K00.6 | Störungen des Zahndurchbruchs |
| K00.7 | Dentitionskrankheit |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
| Klassifikation nach ICD-11 | |
|---|---|
| DA07.6 | Störungen des Zahndurchbruchs |
| DA0B.6 | Perikoronitis |
| ICD-11: Englisch âą Deutsch (Vorabversion) | |
Die Dentitio difficilis (von lateinisch dentitio âZahndurchbruchâ und difficilis âbeschwerlich, schwierigâ)[1] ist ein erschwerter Zahndurchbruch.

Dentitio difficilis im Milchgebiss
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Durchbruch der MilchzĂ€hne (Erste (lacteale) Dentition, umgangssprachlich auch Zahnen) ist hĂ€ufig mit einer schmerzhaften EntzĂŒndung der Schleimhaut und erhöhtem Speichelfluss verbunden.
Dentitio difficilis im bleibenden Gebiss
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A = Retinierter Weisheitszahn 48 mit mesialer Karies;
B = distale Karies am Zahn 47, dazwischen Gingivitis;
C = entzĂŒndete, kĂŒnstliche Zahnfleischtasche;
D = Elongierter Zahn 18

Zahn 28: Distale Zahnfleischtasche.
Zahn 38: Verlagerter Weisheitszahn mit âSchmutzwinkelâ zwischen den ZĂ€hnen.
Zahn 48: Ebenfalls distale Zahnfleischtasche.


Synonym: Perikoronitis (von altgriechisch ÏΔÏÎŻ peri âum, drum herumâ[2] und lateinisch corona âKroneâ)[1]
Ursache
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Dentitio difficilis tritt als Dentitionsstörung im bleibenden Gebiss fast ausschlieĂlich beim Durchbruch von WeisheitszĂ€hnen auf, vorwiegend im Unterkiefer. Die Ursache liegt im Platzmangel fĂŒr diese (zuletzt durchbrechenden) ZĂ€hne. Der Platzmangel entstand in der menschlichen Evolution durch eine bei zahlreichen Menschen entstandene VerkĂŒrzung des Unterkieferkörpers. Im Unterkiefer kommt hinzu, dass durch den aufsteigenden Ast des Unterkiefers (Ramus mandibulae) an der distalen FlĂ€che der Zahnkrone oft eine Zahnfleischtasche entsteht, die der Zahnreinigung nicht hinreichend zugĂ€nglich ist. In dieser kĂŒnstlichen Zahnfleischtasche können sich Bakterien und Speisereste ansammeln, die zu einer eitrigen EntzĂŒndung fĂŒhren. Besonders bei einem verlagerten oder teilretinierten Zahn ist diese Gefahr gegeben, wobei dann auch andere ZahnflĂ€chen als âSchmutzwinkelâ in Frage kommen. (Siehe nebenstehende Abbildung)
Symptome
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ZahnfleischentzĂŒndung im perikoronalen Bereich
- Heftige Schmerzen
- Schwellung â bis hin zur Abszessbildung, eventuell mit Fieber
- Behinderte Mundöffnung (Kieferklemme), (vor allem, wenn WeisheitszÀhne betroffen sind)
Therapie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Therapie liegt je nach AusprĂ€gung des Krankheitsbildes darin, die Zahnfleischtasche zu reinigen und durch Einlegen eines Gazestreifens fĂŒr einen Abfluss des eitrigen Sekrets zu sorgen oder die Zahnfleischkapuze zu excidieren. Bei einem Abszess muss dieser eröffnet werden, damit das eitrige Sekret abflieĂen kann. In diesem Stadium kann die Indikation zur Verabreichung eines Antibiotikums gegeben sein, falls bereits eine Kieferklemme, eine Parulis (Dicke Backe) oder Fieber besteht. Bei einer Rezidivgefahr ist das Mittel der Wahl, den Zahn nach Abklingen des akuten Stadiums operativ zu entfernen (Zahnosteotomie).
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Walter Hoffmann-Axthelm: Lexikon der Zahnmedizin. Quintessenz-Verlag, Berlin.
- David Haunfelder, Lorenz Hupfauf, Werner Ketterl, Gottfried Schmuth et al.: Praxis der Zahnheilkunde. Verlag Urban und Schwarzenberg, MĂŒnchen / Wien / Baltimore, Kapitel B-8, S. 11 f.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Joseph Maria Stowasser: Der Kleine Stowasser, Lateinisch-deutsches Schulwörterbuch. G. Freytag Verlag, MĂŒnchen.
- â Wilhelm Gemoll: Gemoll, Griechisch-deutsches Schul- und Handwörterbuch. G. Freytag Verlag, MĂŒnchen.