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Dentitio difficilis

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Klassifikation nach ICD-10
K00.6 Störungen des Zahndurchbruchs
K00.7 Dentitionskrankheit
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
Klassifikation nach ICD-11
DA07.6 Störungen des Zahndurchbruchs
DA0B.6 Perikoronitis
ICD-11: Englisch ‱ Deutsch (Vorabversion)

Die Dentitio difficilis (von lateinisch dentitio ‚Zahndurchbruch‘ und difficilis ‚beschwerlich, schwierig‘)[1] ist ein erschwerter Zahndurchbruch.

Untere Milch­schneide­zÀhne, kurz vor dem Durchbruch

Dentitio difficilis im Milchgebiss

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Der Durchbruch der MilchzĂ€hne (Erste (lacteale) Dentition, umgangssprachlich auch Zahnen) ist hĂ€ufig mit einer schmerzhaften EntzĂŒndung der Schleimhaut und erhöhtem Speichelfluss verbunden.

Dentitio difficilis im bleibenden Gebiss

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Mögliche Folgen:
A = Retinierter Weisheitszahn 48 mit mesialer Karies;
B = distale Karies am Zahn 47, dazwischen Gingivitis;
C = entzĂŒndete, kĂŒnstliche Zahnfleischtasche;
D = Elongierter Zahn 18
Orthopantomogramm eines voll bezahnten bleibenden Gebisses.
Zahn 28: Distale Zahnfleischtasche.
Zahn 38: Verlagerter Weisheitszahn mit „Schmutzwinkel“ zwischen den ZĂ€hnen.
Zahn 48: Ebenfalls distale Zahnfleischtasche.
Durchbrechender Weisheitszahn 48 bei einer 22 Jahre alten Frau
Wunde eines frisch extrahierten Weisheitszahns 48. Nebenbefund: Zungenpiercing

Synonym: Perikoronitis (von altgriechisch Ï€Î”ÏÎŻ peri ‚um, drum herum‘[2] und lateinisch corona ‚Krone‘)[1]

Die Dentitio difficilis tritt als Dentitionsstörung im bleibenden Gebiss fast ausschließlich beim Durchbruch von WeisheitszĂ€hnen auf, vorwiegend im Unterkiefer. Die Ursache liegt im Platzmangel fĂŒr diese (zuletzt durchbrechenden) ZĂ€hne. Der Platzmangel entstand in der menschlichen Evolution durch eine bei zahlreichen Menschen entstandene VerkĂŒrzung des Unterkieferkörpers. Im Unterkiefer kommt hinzu, dass durch den aufsteigenden Ast des Unterkiefers (Ramus mandibulae) an der distalen FlĂ€che der Zahnkrone oft eine Zahnfleischtasche entsteht, die der Zahnreinigung nicht hinreichend zugĂ€nglich ist. In dieser kĂŒnstlichen Zahnfleischtasche können sich Bakterien und Speisereste ansammeln, die zu einer eitrigen EntzĂŒndung fĂŒhren. Besonders bei einem verlagerten oder teilretinierten Zahn ist diese Gefahr gegeben, wobei dann auch andere ZahnflĂ€chen als „Schmutzwinkel“ in Frage kommen. (Siehe nebenstehende Abbildung)

  • ZahnfleischentzĂŒndung im perikoronalen Bereich
  • Heftige Schmerzen
  • Schwellung – bis hin zur Abszessbildung, eventuell mit Fieber
  • Behinderte Mundöffnung (Kieferklemme), (vor allem, wenn WeisheitszĂ€hne betroffen sind)

Die Therapie liegt je nach AusprĂ€gung des Krankheitsbildes darin, die Zahnfleischtasche zu reinigen und durch Einlegen eines Gazestreifens fĂŒr einen Abfluss des eitrigen Sekrets zu sorgen oder die Zahnfleischkapuze zu excidieren. Bei einem Abszess muss dieser eröffnet werden, damit das eitrige Sekret abfließen kann. In diesem Stadium kann die Indikation zur Verabreichung eines Antibiotikums gegeben sein, falls bereits eine Kieferklemme, eine Parulis (Dicke Backe) oder Fieber besteht. Bei einer Rezidivgefahr ist das Mittel der Wahl, den Zahn nach Abklingen des akuten Stadiums operativ zu entfernen (Zahnosteotomie).

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Joseph Maria Stowasser: Der Kleine Stowasser, Lateinisch-deutsches Schulwörterbuch. G. Freytag Verlag, MĂŒnchen.
  2. ↑ Wilhelm Gemoll: Gemoll, Griechisch-deutsches Schul- und Handwörterbuch. G. Freytag Verlag, MĂŒnchen.