Der Mond (Oper)
| Werkdaten | |
|---|---|
| Titel: | Der Mond |
| Originaltitel: | Der Mond |
| Originalsprache: | Deutsch |
| Musik: | Carl Orff |
| Libretto: | Carl Orff |
| Literarische Vorlage: | Der Mond, MĂ€rchen der BrĂŒder Grimm |
| UrauffĂŒhrung: | 5. Februar 1939 |
| Ort der UrauffĂŒhrung: | Nationaltheater MĂŒnchen |
| Spieldauer: | ca. 1 œ Stunden |
| Ort und Zeit der Handlung: | MĂ€rchen |
| Personen | |
| |
Der Mond ist eine Oper in einem Akt von Carl Orff, basierend auf dem MĂ€rchen Der Mond der BrĂŒder Grimm. Orff schrieb sowohl das Libretto als auch die Musik.
Das Werk wird oft zusammen mit Orffs anderem auf Grimms MĂ€rchen basierenden Einakter Die Kluge (1943) aufgefĂŒhrt.
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vier Burschen aus einem Land ohne Mond, in dem nachts Dunkelheit herrscht, begeben sich auf Wanderschaft und gelangen in ein Land, in dem eine leuchtende Kugel auf einem Eichbaum hĂ€ngt und nachts ein Licht ausstrahlt. Auf die Frage hin, was denn das sei, antwortet ihnen ein Bauer, dass ihr SchultheiĂ (heute etwa der BĂŒrgermeister) diesen sogenannten Mond gekauft habe und diesem nun gegen Entgelt tĂ€glich Ăl aufgieĂt, um ihn am Leuchten zu halten. Die Burschen beschlieĂen, den Mond zu stehlen und nehmen ihn mit in ihr Land zurĂŒck. Dort hĂ€ngen sie ihn ebenfalls an einen Eichbaum und verlangen von der Gemeinde ein entsprechendes Entgelt. Als die Burschen alt werden und ihnen klar wird, dass sie bald sterben werden, beschlieĂen sie nacheinander, dass ein jeder von ihnen ein Viertel des Mondes in sein Grab mitnehmen möchte. So gelangt der Mond in die Unterwelt und weckt dort durch sein ungewohntes Licht die Toten. Diese werden wieder aktiv und fangen an, sich laut zu amĂŒsieren. Als Petrus dieses LĂ€rms gewahr wird, ruft er im Glauben, die Toten wĂŒrden angreifen, die himmlischen Heerscharen zusammen. Da ein Angriff ausbleibt, begibt sich Petrus persönlich in die Unterwelt, beruhigt die Toten und nimmt den Mond mit in den Himmel, wo er ihn aufhĂ€ngt. Die Oper endet mit einem Solo fĂŒr Zither und der sich daran anschlieĂenden Sprechstimme eines kleinen Kindes, das den Mond wieder am Himmel entdeckt: âAh, da hĂ€ngt ja der Mond!â
Orchester
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Orchesterbesetzung enthĂ€lt die folgenden Instrumente:[1] 3 groĂe (auch kleine) Flöten, 3 Oboen (auch Englischhorn), 3 Klarinetten (auch Bassklarinette), 2 Fagotte (auch Kontrafagott), 4 Hörner, 3 Trompeten, 3 Posaunen, 1 Tuba, Pauken, Schlagwerk fĂŒr 5 Spieler (groĂe und kleine Trommel, RĂŒhrtrommel, Tamburin, Triangel, Xylophon, Cymbel, verschiedene Becken, Tamtam, Ratsche, Rute, Schlittenschellen, Kastagnette, Uhrglocke, Röhrenglocken, GlĂ€serspiel, Glockenspiel, Metallophon), Harmonium, Ziehharmonika, Harfe, Celesta, Klavier, Zither, Streicher.
BĂŒhnenmusik: Orgel, gemischter Chor, Schlagzeug (Glocke, 3 RĂŒhrtrommeln, groĂe Trommel, Becken und Tamtams), Donner- und Windmaschine, WĂ€chterhorn (Tuba), Blitz und Einschlag.
Stilistische Stellung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Carl Orff nannte sein Werk nicht âOperâ, sondern âEin kleines Welttheaterâ.
Orff ĂŒbernahm den Text des MĂ€rchens ohne Ănderung als Grundlage fĂŒr sein Libretto. Es wird vom ErzĂ€hler vorgetragen. ErgĂ€nzt wird der Text durch die dramatischen EinwĂŒrfe der handelnden Personen.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Komposition entstand in den Jahren 1937/38. Die UrauffĂŒhrung am 5. Februar 1939 in der Bayerischen Staatsoper in MĂŒnchen wurde von Clemens Krauss geleitet.
Aufnahmen / TontrÀger
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Rudolf Christ â Karl Schmitt-Walter â Helmut Graml â Paul KuĂ«n bzw. KuĂ©n â Peter Lagger â Albrecht Peter â Willy Rösner â Hans Hotter â Teresa Holloway u. a. â Philharmonia Chorus and Childrenâs Chorus, Philharmonia Orchestra â Dirigent: Wolfgang Sawallisch, Aufnahme London 1957, EMI
- Aufnahme der âNeufassung 1970â: John van Kesteren â Heinz Friedrich â Richard Kogel â Ferry Gruber â Benno Kusche â Raimund Grumbach â Hubert Buchta â Fritz Strassner â Franz Crass â Angelika Kiesbauer u. a. â Chor des Bayerischen Rundfunks, Kinderchor Rudolf Kiermeyer, MĂŒnchner Rundfunkorchester â Regie: Carl Orff â Dirigent: Kurt Eichhorn, Aufnahme MĂŒnchen 1970, RCA
- Eberhard BĂŒchner â Fred Teschler â Horst Lunow â Helmut Klotz â Armin Terzibaschian â Reiner SĂŒĂ u. a. - Rundfunkchor Leipzig, Choreinstudierung: Horst Neumann; Rundfunk-Sinfonie-Orchester Leipzig, Dirigent: Herbert Kegel, Aufnahme Leipzig 1973, Eterna 8 26 332-333
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Kurt Pahlen, Rosemarie König: Carl Orff. Der Mond. Die Kluge. OpernfĂŒhrer. Goldmann, MĂŒnchen 1981, ISBN 3-442-33040-8.
- Andreas Liess: Carl Orff. Idee und Werk. Neubearbeitete Auflage. Goldmann, MĂŒnchen 1980, ISBN 3-442-33038-6.
- Werner Thomas: Das Rad der Fortuna â AusgewĂ€hlte AufsĂ€tze zu Werk und Wirkung Carl Orffs. Schott, Mainz 1990, ISBN 3-7957-0209-7.
- Werner Thomas: Orffs MĂ€rchenstĂŒcke. Der Mond â Die Kluge. Schott, Mainz 1994, ISBN 3-7957-0266-6.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Der Mond â Ein kleines Welttheater (1939), orff.de
- Der Mond. Ein kleines Welttheater, Orff-Zentrum MĂŒnchen
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Kurt Pahlen, Rosemarie König: Carl Orff. Der Mond. Die Kluge. OpernfĂŒhrer. Goldmann, MĂŒnchen 1981, ISBN 3-442-33040-8, S. 8.