Zum Inhalt springen

Der Mond (Oper)

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Werkdaten
Titel: Der Mond
Originaltitel: Der Mond
Originalsprache: Deutsch
Musik: Carl Orff
Libretto: Carl Orff
Literarische Vorlage: Der Mond, MĂ€rchen der BrĂŒder Grimm
UrauffĂŒhrung: 5. Februar 1939
Ort der UrauffĂŒhrung: Nationaltheater MĂŒnchen
Spieldauer: ca. 1 œ Stunden
Ort und Zeit der Handlung: MĂ€rchen
Personen
  • Der ErzĂ€hler (hoher lyrischer Tenor)
  • Vier Burschen, die den Mond stehlen (Tenor, 2 Baritone, Bass)
  • Ein alter Mann, der Petrus heißt und den Himmel in Ordnung hĂ€lt (Bass-Buffo)
  • Ein Bauer (Bariton)
  • Zwei Schultheißen (Sprechrollen)
  • Ein Wirt (Sprechrolle)
  • Ein kleines Kind (Sprechrolle)
  • Großer gemischter Chor und Kinderchor

Der Mond ist eine Oper in einem Akt von Carl Orff, basierend auf dem MĂ€rchen Der Mond der BrĂŒder Grimm. Orff schrieb sowohl das Libretto als auch die Musik.

Das Werk wird oft zusammen mit Orffs anderem auf Grimms MĂ€rchen basierenden Einakter Die Kluge (1943) aufgefĂŒhrt.

Vier Burschen aus einem Land ohne Mond, in dem nachts Dunkelheit herrscht, begeben sich auf Wanderschaft und gelangen in ein Land, in dem eine leuchtende Kugel auf einem Eichbaum hĂ€ngt und nachts ein Licht ausstrahlt. Auf die Frage hin, was denn das sei, antwortet ihnen ein Bauer, dass ihr Schultheiß (heute etwa der BĂŒrgermeister) diesen sogenannten Mond gekauft habe und diesem nun gegen Entgelt tĂ€glich Öl aufgießt, um ihn am Leuchten zu halten. Die Burschen beschließen, den Mond zu stehlen und nehmen ihn mit in ihr Land zurĂŒck. Dort hĂ€ngen sie ihn ebenfalls an einen Eichbaum und verlangen von der Gemeinde ein entsprechendes Entgelt. Als die Burschen alt werden und ihnen klar wird, dass sie bald sterben werden, beschließen sie nacheinander, dass ein jeder von ihnen ein Viertel des Mondes in sein Grab mitnehmen möchte. So gelangt der Mond in die Unterwelt und weckt dort durch sein ungewohntes Licht die Toten. Diese werden wieder aktiv und fangen an, sich laut zu amĂŒsieren. Als Petrus dieses LĂ€rms gewahr wird, ruft er im Glauben, die Toten wĂŒrden angreifen, die himmlischen Heerscharen zusammen. Da ein Angriff ausbleibt, begibt sich Petrus persönlich in die Unterwelt, beruhigt die Toten und nimmt den Mond mit in den Himmel, wo er ihn aufhĂ€ngt. Die Oper endet mit einem Solo fĂŒr Zither und der sich daran anschließenden Sprechstimme eines kleinen Kindes, das den Mond wieder am Himmel entdeckt: „Ah, da hĂ€ngt ja der Mond!“

Die Orchesterbesetzung enthĂ€lt die folgenden Instrumente:[1] 3 große (auch kleine) Flöten, 3 Oboen (auch Englischhorn), 3 Klarinetten (auch Bassklarinette), 2 Fagotte (auch Kontrafagott), 4 Hörner, 3 Trompeten, 3 Posaunen, 1 Tuba, Pauken, Schlagwerk fĂŒr 5 Spieler (große und kleine Trommel, RĂŒhrtrommel, Tamburin, Triangel, Xylophon, Cymbel, verschiedene Becken, Tamtam, Ratsche, Rute, Schlittenschellen, Kastagnette, Uhrglocke, Röhrenglocken, GlĂ€serspiel, Glockenspiel, Metallophon), Harmonium, Ziehharmonika, Harfe, Celesta, Klavier, Zither, Streicher.

BĂŒhnenmusik: Orgel, gemischter Chor, Schlagzeug (Glocke, 3 RĂŒhrtrommeln, große Trommel, Becken und Tamtams), Donner- und Windmaschine, WĂ€chterhorn (Tuba), Blitz und Einschlag.

Stilistische Stellung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carl Orff nannte sein Werk nicht „Oper“, sondern „Ein kleines Welttheater“.

Orff ĂŒbernahm den Text des MĂ€rchens ohne Änderung als Grundlage fĂŒr sein Libretto. Es wird vom ErzĂ€hler vorgetragen. ErgĂ€nzt wird der Text durch die dramatischen EinwĂŒrfe der handelnden Personen.

Die Komposition entstand in den Jahren 1937/38. Die UrauffĂŒhrung am 5. Februar 1939 in der Bayerischen Staatsoper in MĂŒnchen wurde von Clemens Krauss geleitet.

Aufnahmen / TontrÀger

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Kurt Pahlen, Rosemarie König: Carl Orff. Der Mond. Die Kluge. OpernfĂŒhrer. Goldmann, MĂŒnchen 1981, ISBN 3-442-33040-8.
  • Andreas Liess: Carl Orff. Idee und Werk. Neubearbeitete Auflage. Goldmann, MĂŒnchen 1980, ISBN 3-442-33038-6.
  • Werner Thomas: Das Rad der Fortuna ─ AusgewĂ€hlte AufsĂ€tze zu Werk und Wirkung Carl Orffs. Schott, Mainz 1990, ISBN 3-7957-0209-7.
  • Werner Thomas: Orffs MĂ€rchenstĂŒcke. Der Mond ─ Die Kluge. Schott, Mainz 1994, ISBN 3-7957-0266-6.

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. ↑ Kurt Pahlen, Rosemarie König: Carl Orff. Der Mond. Die Kluge. OpernfĂŒhrer. Goldmann, MĂŒnchen 1981, ISBN 3-442-33040-8, S. 8.