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dyne:bolic

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
dyne:bolic
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Entwickler Denis „Jaromil“ Rojo, uvm.
Lizenz(en) GPL; von Jaromil als „Rasta Software“ bezeichnet und verwirklicht
Akt. Version 3.0.0[1](„Munir“) vom 8. September 2011
(vor 15 Jahren und 53 Tagen)
Abstammung LFS
↳ Dyne:bolic
Architektur(en) x86
Sonstiges Preis: kostenlos
Sprache: Englisch
dyne.org/software/dynebolic

dyne:bolic (auch einfach dynebolic) ist eine ausschließlich aus freier Software bestehende Live-Linux-Distribution mit dem Schwerpunkt Multimedia. Sie wurde speziell fĂŒr Medienaktivisten und KĂŒnstler geschaffen und enthĂ€lt daher eine Vielzahl an Programmen fĂŒr die Bearbeitung, Konvertierung und Streaming von Ton- und Filmwerken.

Screenshot von dyne:bolic 1.4.1 mit dem Window-Maker-MenĂŒ links

dyne:bolic ist darauf ausgerichtet, als sogenannte Live-CD direkt von CD gebootet und benutzt zu werden. Auf dem Rechner wird deshalb keinerlei installierte Software benötigt und somit auch keine Festplatte oder Ă€hnliche Installationsmedien. Ähnlich wie andere Live-CDs erkennt und konfiguriert sie daher beim Systemstart die vorhandene Hardware samt PeripheriegerĂ€ten automatisch. Der verwendete Linux-Kernel ist auf geringe Latenz und hohe Geschwindigkeit optimiert, um sie speziell den Anforderungen fĂŒr Ton- und Filmproduktion anzupassen.

dyne:bolic ist jedoch keine modifizierte Version anderer bekannter Live-CDs wie Knoppix und nutzt ab der Version 2.4 Xfce als Standard-Desktop-Umgebung auf der Basis des X.Org-Servers. Zuvor wurde statt Xfce Window Maker genutzt. Die minimalen Systemanforderungen sind mit einem PC der Pentium-MMX-Klasse (i586) und 64 MB Arbeitsspeicher relativ niedrig.

Die dauerhafte Installation von dyne:bolic besteht lediglich darin den „dyne“ genannten Ordner von der CD auf eine geeignet formatierte Festplattenpartition zu kopieren („Docking“). Dieses Dateisystem wird von der CD beim Systemstart automatisch erkannt und gebootet. Daneben ist es aber auch möglich, einen Bootloader zu installieren beziehungsweise den vorhandenen so zu modifizieren, dass dyne:bolic auch ohne die CD direkt gestartet werden kann. dyne:bolic kann daneben auch Benutzereinstellungen wie eine normale Linuxdistribution dauerhaft abspeichern („Nesting“). Ab Version 2.4 kann dieses „Nest“ zum Schutz der PrivatsphĂ€re auch verschlĂŒsselt werden.

Durch die Installation zusĂ€tzlicher Module, wie Entwicklungswerkzeuge oder BĂŒroanwendungen kann das System erweitert werden. Diese Module werden dabei im „modules“-Ordner des Systems abgelegt und beim Systemstart automatisch integriert.

dyne:bolic ist auf die Anforderungen von Medienaktivisten und KĂŒnstlern ausgerichtet, um ein nĂŒtzliches Werkzeug zur Erstellung von multimedialen Inhalten zu sein. Mittels spezieller Aufnahme-, Bearbeitungs-, Konvertierungs- und Streamingprogrammen ermöglicht es die Erstellung und Verbreitung von Ton- und Filmwerken. So beinhaltet es XMMS zum Abspielen von Musik, das Trackerprogramm SoundTracker, den MPEG4 Audio- und Video-Streaming-Server Mp4Live, das VJ-Programm FreeJ, das virtuelle DJ-Turntable TerminatorX, den Tonspureditor Audacity, Pure Data, Cinelerra, die Videoschnittsoftware Jahshaka, Blender fĂŒr 3D-Animation, das freie Grafikprogramm GIMP, das SVG-Vektorgrafikprogramm Inkscape und die Mehrspur-Aufnahmesoftware Ardour.

Daneben bietet dyne:bolic auch Textverarbeitungen wie AbiWord, Mozilla als Webbrowser, Sylpheed fĂŒr E-Mail, das Chatprogramm XChat, mit Bluefish einen HTML-Editor, Lopster fĂŒr Filesharing und allgemein gebrĂ€uchliche Desktophilfsprogramme, wie beispielsweise die zsh als Standard-Shell.

Neuere dyne:bolic-Versionen enthalten zahlreiche auf dem auf geringe Verzögerungszeit optimierten Audioframework JACK Audio Connection Kit basierende Programme zur Musikbearbeitung. Mit openMosix, welches nicht in der 2.x-Reihe in den Kernel integriert ist, wird automatisch zwischen mit dyne:bolic gebooteten Rechnern ein Computercluster eingerichtet. So ist es zum Beispiel möglich, mit mehreren Àlteren Rechnern eine beachtliche Arbeitsgeschwindigkeit zu erreichen.

Ab Version 2.0 verfolgen die Entwickler den Ansatz, dyne:bolic in allen Aspekten zu einer „Livedistribution“ zu machen. Die meisten Live-CD-Distributionen sind nur zu Demonstrationszwecken gedacht; um neue Programmversionen auszuprobieren, muss man bei diesen auf eine neue CD-Version warten. dyne:bolic 2 besteht aus einem Basissystem, das durch zusĂ€tzliche Module einfach an die eigenen BedĂŒrfnisse anpassbar sein soll.

Die hauptsĂ€chlichen Verbesserungen gegenĂŒber dem Version 1.x-Zweig sind:

  • kein ausschließliches Standard-Root-Konto mehr, sondern echter Mehrbenutzerbetrieb, wie unter GNU/Linux und Unix allgemein ĂŒblich
  • Aufnahme von Entwicklerwerkzeugen einschließlich eines Compilers, um das System teilweise oder ganz selbst neu zu erstellen (komplett möglich in Version 2.3)
  • grĂ¶ĂŸerer Umfang an möglichen Benutzereinstellungen
  • modularer Aufbau fĂŒr Erweiterungen

Der Hauptautor und Verantwortliche von dyne:bolic Denis „Jaromil“ Rojo hat einige in der Distribution enthaltene Werkzeuge selbst geschrieben, wie MusE, HasciiCam und FreeJ.

Commons: Dyne:bolic – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Dynebolic :: Free & Live creative multimedia. (englisch, abgerufen am 1. Mai 2016).