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Eberhard Roters

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Grab auf dem Friedhof Ruhleben in Berlin-Charlottenburg, Feld Christengemeinschaft

Eberhard Roters (* 15. Februar 1929 in Dresden; † 31. August 1994 in Berlin) war ein deutscher Kunsthistoriker und Museumskurator. Er war GrĂŒndungsdirektor der Berlinischen Galerie und Autor zahlreicher Schriften zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts.

Roters war Sohn der Eheleute Rudolf (1898–1965) und Johanna Roters (geb. Löwe, 1902–1971). Nach dem Abitur 1948 an der Rudolf-Steiner-Schule in Dresden begann er 1949 ein Studium der Kunstgeschichte (bei Wilhelm Worringer) und der Philosophie und ArchĂ€ologie an der Martin-Luther-UniversitĂ€t in Halle. 1951 wechselte Roters aus politischen GrĂŒnden nach West-Berlin. Er setzte sein Studium an der Freien UniversitĂ€t Berlin bei Edwin Redslob fort und wurde dort 1956 mit der Arbeit „Der Holzschnitt der KĂŒnstlergruppe BrĂŒcke“ promoviert, 1976 wurde ihm der Professorentitel verliehen.

WĂ€hrend seiner „Wanderjahre“ als junger Kunsthistoriker war er in verschiedenen Positionen tĂ€tig. Nach einer Assistenz an der Nationalgalerie Berlin wurde er PrĂ€sidialsekretĂ€r der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Bildende Kunst, Ausstellungskurator an der Kunsthalle NĂŒrnberg und PrĂ€sidialsekretĂ€r der Akademie der KĂŒnste Berlin. 1972 war er Mitorganisator der Abteilung Trivialrealismus – Trivialemblematik bei Harald Szeemanns documenta 5 in Kassel.[1] Er entwickelte ein eigenes Ausstellungskonzept, das den kunstgeschichtlichen Zusammenhang eines KĂŒnstlers oder Themas durch Zurseitestellung gesellschaftsgeschichtlicher und -politischer Dokumente erlĂ€utern will.

1976 wurde Roters GrĂŒndungsdirektor der Berlinischen Galerie, die er bis 1987 leitete. HierfĂŒr wurde ihm die Ernst-Reuter-Plakette in Silber verliehen. 1987/88 war er kommissarischer Direktor des BrĂŒcke-Museums. Ein ihm verliehenes Ehrenstipendium des Senats von Berlin ermöglichte ihm die Konzeption seines viel beachteten Buchs „Malerei des 19. Jahrhunderts“, das 1998 posthum aus dem Nachlass erschien. Neben zahlreichen kuratierten Ausstellungen war Roters 1988 durch Konzeption und Mitarbeit am Ausstellungsprojekt „Stationen der Moderne. Die bedeutendsten Kunstausstellungen des 20. Jahrhunderts in Deutschland“[2] beteiligt.

Roters' nachgelassenes Archiv, das seine Bibliothek, die Korrespondenz mit KĂŒnstlern, Galerien, Institutionen und Kunstvereinen, die Materialien zu Ausstellungen sowie Fotodokumentationen umfasste, befindet sich in der Berlinischen Galerie.[3] Seit 1999 wird das Eberhard-Roters-Stipendium fĂŒr Junge Kunst vergeben.[4] Ihm zu Ehren ist der Eberhard-Roters-Platz in Berlin-Kreuzberg benannt. In der Berlinischen Galerie gibt es einen Eberhard-Roters-Saal.[5]

Roters war seit 1963 mit Hanna Lutze (* 1933) verheiratet. Sie ist die Herausgeberin seiner 2000 erschienenen Bibliografie „Kunst ist ein Spiel, das Ernst macht“, zu der die Berlinische Galerie 2000 in der Akademie der KĂŒnste eine Widmungsausstellung zu Ehren Roters ausrichtete, und Mitarbeiterin am Eberhard-Roters-Archiv der Berlinischen Galerie.

Darstellung Roters in der bildenden Kunst (unvollstÀndig)

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  • Bernhard Heisig: Bildnis Eberhard Roters (1993/1995, Öl, 60 × 58 cm; Berlinische Galerie)[6]

Kuratierte Ausstellungen

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  • 1960: Berlin, Ort der Freiheit fĂŒr die Kunst, Nationalgalerie Berlin
  • 1966: Labyrinthe. Phantastische Kunst vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart
  • 1967: Avantgarde Osteuropa 1910–1930
  • 1968: Le salon imaginaire
  • 1970: Der Bildungstrieb der Stoffe
  • 1972: Nofretete und die Zwerge
  • 1974: Aspekte der GrĂŒnderzeit
  • 1977: Dada in Europa – Werke und Dokumente, 15. EuropĂ€ische Kunstausstellung Berlin 1977; StĂ€dtische Galerie im StĂ€delschen Kunstinstitut Frankfurt am Main, 1977/1978
  • 1987: Ich und die Stadt. Mensch und Großstadt in der Kunst des 20. Jahrhunderts, Martin-Gropius-Bau

Schriften (Auswahl)

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  • Maler am Bauhaus. (Die Kunst unserer Zeit; Band 18). Rembrandt Verlag, Berlin 1965 (englisch 1969 bei Praeger).
  • Dada: Dada in Europa – Werke und Dokumente (mit Klaus Gallwitz, Hanne Bergius), StĂ€delsches Kunstinstitut Frankfurt am Main, Reimer, Berlin 1977, ISBN 3-496-01002-9.
    • Auch in: Tendenzen der Zwanziger Jahre. 15. EuropĂ€ische Kunstausstellung Berlin 1977. (Katalog) Dietrich Reimer Verlag Berlin, Berlin 1977; S. 3/1–3/278.
  • Weltstadt Sinfonie: Berliner Realismus, 1900–1950 (mit Wolfgang Jean Stock), Kunstverein MĂŒnchen, Frölich & Kaufmann, 1984, ISBN 3-88725-067-2
  • Vostell und Berlin, Leben und Werk 1971–1981. DAAD-Galerie Verlag, Berlin 1982. (Text ĂŒber Wolf Vostell).
  • Berlin, 1910–1933. Rizzoli, 1982, ISBN 0-8478-0439-9 (englisch)
  • Galerie Ferdinand Möller. Die Geschichte einer Galerie fĂŒr Moderne Kunst in Deutschland 1917–1956. Gebr. Mann Verlag, Berlin 1984, ISBN 3-7861-1181-2.
  • Malerei des 19. Jahrhunderts. Ostfildern 1998, ISBN 3-7701-3078-2 (Zwei BĂ€nde).
  • Hanna Roters (Hrsg.), Eva ZĂŒchner: Kunst ist ein Spiel, das Ernst macht. Eberhard Roters: Briefe und Texte 1949–1994. Dumont, Köln 2000, ISBN 3-7701-5022-8 (Darin: Bibliografie E. Roters: S. 188–282).
  • Willi Gorzny (Hrsg.): Internationaler Nekrolog (International Necrology), Ausgabe 1994, Saur, MĂŒnchen 1996, ISSN 0177-7858, S. 111

Einzelnachweise

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  1. ↑ JĂŒrgen Harten, Horst Richter, Karl Ruhrberg: Kunstjahrbuch, Band 3, FackeltrĂ€ger-Verlag, 1973, S. 114
  2. ↑ Stationen der Moderne: Die bedeutenden Kunstausstellungen des 20. Jahrhunderts in Deutschland. 25. September 1988 bis 8. Januar 1989. Berlinische Galerie, Museum fĂŒr Moderne Kunst, Photographie und Architektur im Martin-Gropius-Bau, Berlin. Nicolai, Berlin 1988, ISBN 3-87584-256-1.
  3. ↑ Eberhard Roters auf der Internetseite der Berlinischen Galerie
  4. ↑ Statut des Preises (Memento des Originals vom 27. September 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 76 kB) auf Internetseite der Stiftung Preußische Seehandlung
  5. ↑ Eberhard-Roters-Saal auf der Internetseite der Berlinischen Galerie
  6. ↑ Berlinische Galerie. Abgerufen am 17. Dezember 2025.