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Eugen Isaak Neter

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Eugen Isaak Neter (geboren 29. Oktober 1876 in Gernsbach; gestorben 8. Oktober 1966 in Degania, Israel) war ein deutscher Kinderarzt.

Neter war der Sohn des Kaufmanns Eli Neter und seiner Frau Augusta, geb. Sinauer. Nach dem Abitur in Rastatt studierte er von 1894 bis 1899 in MĂŒnchen und Heidelberg Medizin. 1900 wurde er in Heidelberg promoviert, am 1. April dieses Jahres wurde er Assistenzarzt an einem Berliner Krankenhaus, bevor er sich ab 1903 in Mannheim als Kinderarzt niederließ. Er verfasste zahlreiche Arbeiten zur Kinderheilkunde und war MitbegrĂŒnder des Fröbelseminars fĂŒr angehende KindergĂ€rtnerinnen, wo er auch unterrichtete.

Im Ersten Weltkrieg war Neter als Stabsarzt eingesetzt, nach 1918 leitete er die Mannheimer Ortsgruppe des Reichsbundes JĂŒdischer Frontsoldaten. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten kĂŒmmerte sich Neter vor allen Dingen um die Aus- und Weiterbildung auswanderungswilliger Jugendlicher. Bei den Novemberpogromen 1938 wurde er kurzfristig verhaftet, anschließend ĂŒbernahm er den Vorsitz der jĂŒdischen Gemeinde Mannheims. Bei der Deportation der badischen Juden in das Camp de Gurs am 22. Oktober 1940 begleitete Neter die Mannheimer Deportierten und stand ihnen im Lager medizinisch bei. Durch seine „Mischehe“ war er von den Deportationen verschont worden.

Nach 1945 wanderte er nach PalÀstina aus und lebte im Kibbuz Degania.

Schriften (Auswahl)

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  • Die Behandlung der Rachitis mit Nebennierensubstanz, Berlin: Karger, 1900, aus: Jahrbuch fĂŒr Kinderheilkunde ; N.F. Bd. 52, zugl.: Heidelberg, Univ., Diss., 1900.
  • zusammen mit Hanns Roeder: Über die Hautkrankheiten im SĂ€uglingsalter und ihre Behandlung, Berlin: Fischer, 1904 (Berliner Klinik : Sammlung klin. VortrĂ€ge ; 189).
  • Mutterpflicht und Kindesrecht: ein Mahnwort und Wegweiser, MĂŒnchen: Gmelin [1905] (Der Arzt als Erzieher: Sammlung gemeinverstĂ€ndlicher Ă€rztlicher Abhandlungen; 20).
  • Die Bedeutung der chronischen Stuhlverstopfung im Kindesalter, Langensalza: Beyer, 1906 (BeitrĂ€ge zur Kinderforschung und Heilerziehung ; 14).
  • Muttersorgen und Mutterfreuden: Wie erhalten wir unsere kleinen Kinder gesund? RatschlĂ€ge fĂŒr die junge Frau. MĂŒnchen: Ärztl. Rundschau [1907].
  • Die Behandlung der straffĂ€lligen Jugend, MĂŒnchen: Gmelin 1908 (Der Arzt als Erzieher: Sammlung gemeinverstĂ€ndlicher Ă€rztlicher Abhandlungen; 30).
  • Der Selbstmord im kindlichen und jugendlichen Alter, Langensalza: Beyer, 1910 (BeitrĂ€ge zur Kinderforschung und Heilerziehung; 70).
  • Sorgen und Fragen in der Kinderpflege,
    • Teil 1, MĂŒnchen: Verl. der Ärztlichen Rundschau Gmelin 1910.
    • Teil 2: Der Elternbriefe 1., 2. u. 3. Teil, MĂŒnchen: Verl. der Ärztlichen Rundschau Gmelin 1913.
    • Teil 3: Ein TrostbĂŒchlein fĂŒr junge MĂŒtter, MĂŒnchen: Verl. der Ärztlichen Rundschau Gmelin 1913.
  • Elternbriefe ĂŒber Kinderpflege und Erziehung, MĂŒnchen: Gmelin 1911.
  • Das einzige Kind und seine Erziehung: ein ernstes Mahnwort an Eltern und Erzieher, 5. u. 6.,erw. Aufl., MĂŒnchen: Gmelin 1914 (Der Arzt als Erzieher: Sammlung gemeinverstĂ€ndlicher Ă€rztlicher Abhandlungen; 25).
  • Des SĂ€uglings Pflege und ErnĂ€hrung (2. verm. u. verb. Aufl. d. 'Muttersorgen u. Mutterfreuden'), MĂŒnchen: Gmelin [1919].
  • In memoriam (ErinnerungsblĂ€tter an die gefallenen Offiziere der Regimenter 98, 130 u. 135), Mannheim: Vereinsdruckerei 1926.
  • Die fĂŒnf Sorgenkinder, Langensalza 1933 (Friedrich Mann’s pĂ€dagogisches Magazin: Abhandlungen vom Gebiete d. PĂ€dagogik, Psychologie, Philosophie u. Politik; 1365).
  • Gedenktafel an Neters ehemaligem PraxisgebĂ€ude in Q 1,9
  • Im Mannheimer Stadtteil Blumenau wurde eine Schule nach ihm benannt. Die Eugen-Neter-Schule ist ein sonderpĂ€dagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung.
  • Karl Otto Watzinger: Geschichte der Juden in Mannheim 1650-1945 mit 52 Biographien, 2. Aufl., Stuttgart: Kohlhammer 1987 (Veröffentlichungen des Stadtarchivs Mannheim; 12), S. 131–132.
  • Friederike Sick: Eugen Neter (1876 - 1966) ein Beitrag zur pĂ€dagogischen Aufgabe des Kinderarztes, Med. Diss., Freiburg i.Br. 1988.
  • Neter, Eugen Jizchak, in: Gabriele Mittag: Es gibt nur Verdammte in Gurs. Literatur, Kultur und Alltag in einem sĂŒdfranzösischen Internierungslager. 1940–1942. TĂŒbingen : Attempto, 1996, S. 289