Forsthaus

Ein Forsthaus, Försterhaus, oder ForsthĂŒtte (auch Forsthof) ist ein Dienstsitz eines Försters, des Leiters einer Försterei.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]HolzfĂ€llerhĂŒtten sind wohl so alt wie die Forstwirtschaft selbst. Anfangs meist temporĂ€re UnterstĂ€nde fĂŒr Rodungen, entwickelten sie sich in Europa besonders im Hochmittelalter, als man fĂŒr Bergbau oder Salzgewinnung in immer weiter abgelegene Waldgebiete zur Brennholzgewinnung vordringt, um die langen Anmarschwege zu vermeiden. Die Forstarbeiter konnten so wochenlang in einem SchlĂ€gerungsgebiet bleiben. Mit der Entwicklung eines Forstrechtes entwickelte sich der Beruf des Försters, und damit auch das Forsthaus als Dienststelle, bis hin zu gröĂeren ForstgĂŒtern.
Ăblicherweise sind ForsthĂ€user feste, gemauerte Baulichkeiten, oft stĂ€ndig besetzt, etwa als Forstverwaltungen, hĂ€ufig auch in oder in der NĂ€he von Ansiedlungen, wĂ€hrend ForsthĂŒtten mehr oder minder gut ausgebaute einfachere UnterstĂ€nde und Ăbernachtungsmöglichkeiten in den abgelegeneren Regionen eines Reviers sind. Verbreitet gehören zu einem gröĂeren Revier ein Forsthaus und mehrere oder zahlreiche ForsthĂŒtten, bis heute auch nur temporĂ€r wĂ€hrend der SchlĂ€gerungsarbeiten (etwa als Baucontainer). Durch die ErschlieĂung mit ForststraĂen haben ForsthĂ€user in Mitteleuropa seit der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts an Bedeutung verloren, in den groĂen Waldgebieten des Nordens sind sie zum Teil noch in Gebrauch. Bei kombinierten Standorten fĂŒr Jagd- und Forstbelange (allgemeine Waldaufsicht) spricht man auch von Hegerhaus.
Architektur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zusammen mit den JagdhĂ€usern/-hĂŒtten und den Almen und anderen Transhumanz-Stationen sowie den BergsteigerhĂŒtten gehören die ForsthĂ€user und -hĂŒtten zu den wichtigsten Siedlungsformen des nicht dauernd besiedelten Raumes, wie groĂen Waldgebieten oder des Berglands, sofern sie nicht in Ortschaften liegen.[1]
ForsthĂ€user haben stets eine besondere Architektur, die einerseits dazu dient, es möglichst gut in die Landschaft einzupassen, und andererseits es als solches zu erkennen. Deshalb steht es hĂ€ufig an einer exponierten Stelle. Als Zeichen ist oft ĂŒber dem Eingang oder im Giebel ein Geweih angebracht.
Gelegentlich haben ForsthĂ€user auch einen wehrhaften Charakter. Beispielsweise wurde das Forsthaus SchieĂhaus von 1812 im Solling mit einer Schutzmauer mit SchieĂscharten umgeben.[2]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Peter Richter, Andreas Gerth: Geschichtssplitter aus dunklen WĂ€ldern - Das Forsthaus als Erinnerungsort. Verlag Norbert Kessel, Remagen-Oberwinter 2025, ISBN 978-3-910611-31-3.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â vergl. etwa Topographische Siedlungskennzeichnung nach STAT fĂŒr Ăsterreich
- â Hannes Blieschies: In den SollingwĂ€ldern. Heimatkundliche StreifzĂŒge. Mitzkat, Holzminden 2007, S. 78 (mit Abbildungen).