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GebÀudeadresse

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
GebÀudeadresse
Fotomosaik aus Straßennamen und Hausnummern aus WĂ€denswil (Kanton ZĂŒrich, Schweiz)

Eine GebÀudeadresse ist die Adresse, welche die Lage eines bestimmten GebÀudes landes- und mit Angabe des Landes weltweit in der Regel eindeutig identifiziert.

Zweck und Bedeutung

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Die GebÀudeadresse dient der Postzustellung, den Rettungsdiensten, der Feuerwehr, der Polizei oder ortsunkundigen Personen, ein gesuchtes GebÀude rasch zu finden. Im Speziellen bezieht sich die GebÀudeadresse auf einen GebÀudeeingang als Stelle des GebÀudes, an der man das GebÀude mit der Vorstellung einer bestimmten Adresse betritt.[1] In der Regel wird nur dem Haupteingang eines GebÀudes eine GebÀudeadresse zugeteilt. Sind Wohnungen eines GebÀudes durch separate EingÀnge zugÀnglich, werden diesen EingÀngen meist separate GebÀudeadressen zugeteilt.

Die GebĂ€udeadressierung spielt heute in der öffentlichen Verwaltung wie auch im privaten Bereich der BĂŒrger eine zentrale Rolle. Fahrzeugnavigationssysteme haben dabei an Bedeutung stark gewonnen. GebĂ€udeadressen werden aber auch fĂŒr elektronische Telefonverzeichnisse sowie in GebĂ€ude- und Wohnungsregistern, Basis- und OrtsplĂ€nen und Geoinformationssystemen (GIS) verwendet.

AusprÀgung und Beispiele

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Eine GebĂ€udeadresse enthĂ€lt im Unterschied zu einer Postanschrift[2] keine Angaben ĂŒber Personen oder Firmen und besteht in Deutschland, Österreich und der Schweiz grundsĂ€tzlich aus der Kombination folgender Elemente:

Beispiele von GebÀudeadressen bei Google Maps:

Abgrenzung zur Wohnadresse

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Eine GebĂ€udeadresse ist eng verwandt mit dem Begriff Wohnadresse. GrundsĂ€tzlich kann eine GebĂ€udeadresse allen GebĂ€uden zugewiesen werden, auch solchen, die nicht zum Wohnen dienen (wie z. B. IndustriegebĂ€ude, öffentliche GebĂ€ude, WaldhĂŒtten, Schiessanlagen usw.). Bei Angaben zu Personen wird von Wohnadresse oder Adresse und nicht von GebĂ€udeadresse gesprochen. Die Wohnadresse kann sich wie eine GebĂ€udeadresse auch auf einen GebĂ€udeteil beziehen und ist grundsĂ€tzlich wie die GebĂ€udeadresse personenunabhĂ€ngig. Im Gegensatz zur GebĂ€udeadresse kann sich die Wohnadresse jedoch auch auf ein UntermietverhĂ€ltnis („bei“ oder „c/o“) beziehen.

Der Begriff GebÀudeadresse hat sich kurz vor dem Jahr 2000 aus dem Begriff Wohnadresse entwickelt. Wohn- und GebÀudeadressen sind in der Regel identisch, wobei die GebÀudeadresse allgemeiner als die Wohnadresse angewendet wird.

Georeferenzierung

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Eine georeferenzierte GebÀudeadresse enthÀlt zusÀtzlich zur GebÀudeadresse entsprechende Koordinaten, in Deutschland Hauskoordinate genannt.

GebÀudeadressierung

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GebĂ€udeadressen gibt es nur innerhalb einer grĂ¶ĂŸeren Einheit wie z. B. einer Gemeinde als Gesamtsystem mit einer entsprechenden Planung und Unterhalt sowie mit einer entsprechenden Beschilderung. FĂŒr die Straßenbenennung und die Vergabe von Hausnummern sind in der Schweiz die politischen Gemeinden zustĂ€ndig. Da es sich hierbei um eine typische Vollzugsaufgabe handelt, wird diese in der Gemeindeordnung oder in der Polizeiverordnung in der Regel dem Gemeinde- bzw. dem Stadtrat ĂŒbertragen. In grĂ¶ĂŸeren Gemeinden sind beratende Kommissionen eingesetzt, welche diese GeschĂ€fte fĂŒr die Exekutivbehörden vorbereiten.

Immer mehr wird nicht nur GebĂ€uden, in denen Menschen wohnen oder arbeiten, eine eigene GebĂ€udeadresse zugeteilt, sondern auch NebengebĂ€uden und speziellen GebĂ€uden wie z. B. SchießplĂ€tzen, WaldhĂŒtten, GebĂ€uden in Freizeitanlagen usw., da bei diesen die rasche Auffindbarkeit in NotfĂ€llen von großer Bedeutung ist.

Im Jahr 2005 hat in der Schweiz das Bundesamt fĂŒr Landestopografie eine Empfehlung zur GebĂ€udeadressierung herausgegeben: «GebĂ€udeadressierung und Schreibweise von Strassennamen». Diese wurde im Jahr 2018 zusammen mit dem Bundesamt fĂŒr Statistik ĂŒberarbeitet.[5]

FĂŒr die Haus- resp. GebĂ€udenummerierung existieren weltweit verschiedene Nummerierungssysteme.

Zu den geeigneten und verbreiteten Nummerierungs-Prinzipien gehören das Zickzack-Prinzip (fĂŒr Straßen) und das Kreis-Prinzip (fĂŒr PlĂ€tze), wĂ€hrend das Hufeisen-Prinzip unzweckmĂ€ĂŸig und heute wenig verbreitet ist.[6]

Die Straßenbezeichnung kann als Teil der GebĂ€udeadresse die Benennung folgender Objekte umfassen:

  • Straße
  • Platz
  • Gebiet (vereinzelt im lĂ€ndlichen, dĂŒnn besiedelten Raum angewendet, in der Schweiz als benanntes Gebiet bezeichnet)

GebÀudeadresse in der Postanschrift

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Beispiel einer Postanschrift in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz (Details vgl. Postanschrift)


GebÀudeadresse

Angaben zur Wohnung: der Hausnummer können in Österreich und der Schweiz nach einem SchrĂ€gstrich, in Deutschland nach zwei SchrĂ€gstrichen Bezeichnung Wohnblock sowie Nummern bezĂŒglich Treppenhaus (Stiege), Stockwerk und Wohnung/TĂŒr angefĂŒgt werden (kein einheitlicher Standard fĂŒr Deutschland, Österreich und der Schweiz vorhanden).[8]

GebÀudename in der Postanschrift

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GebĂ€ude, insbesondere auch HĂ€user, tragen zum Teil einen GebĂ€ude- respektive Hausnamen oder sind mit einem Lokalnamen (Orts- und Flurnamen) eng verknĂŒpft. Bei der EinfĂŒhrung einer GebĂ€udeadressierung können solche Bezeichnungen nicht immer als Bestandteil der GebĂ€udeadresse berĂŒcksichtigt werden. Es ist jedoch möglich, in der Postanschrift zwischen dem PostempfĂ€nger und der GebĂ€udeadresse einen GebĂ€ude-/Hausnamen oder eine Örtlichkeitsangabe (Lokalname) wie z. B. Ortsteil oder Flurname als Adresszusatz aufzufĂŒhren.


Adresszusatz[9]

GebÀudeadresse

Hausnamen als wichtiges Kulturgut können nachhaltig erhalten werden, wenn sie in öffentlich publizierten Verzeichnissen mit den entsprechenden GebĂ€udeadressen verknĂŒpft werden, wie es z. B. in der Stadt WĂ€denswil erfolgreich realisiert wurde.[10]

Unterschied Haus- und GebÀudenummer

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Bei einer straßenweisen Hausnummerierung (GebĂ€udeadressierung) wurden bisher primĂ€r Hausnummern Wohn- und GeschĂ€ftshĂ€usern zugeteilt. Daher spricht man bei der GebĂ€udeadresse von Hausnummer und nicht von GebĂ€udenummer. Der Begriff Hausnummer sollte unbedingt mit dieser Bedeutung beibehalten werden, da der Begriff GebĂ€udenummer eine ganz andere Bedeutung haben kann. Eine GebĂ€udenummer wird in der Schweiz als administrative Nummer eines GebĂ€udes verstanden, welche mit der GebĂ€udeadressierung nichts zu tun hat und zu einem ganz anderen Zweck vergeben wird (vgl. z. B. Amtliche GebĂ€udenummer resp. Eidgen. GebĂ€udenummer in der Schweiz).[11]

Bedeutung von Lokalnamen in GebÀudeadressen

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Lokalnamen (Orts- und Flurnamen) sind meist wichtige Elemente in GebÀudeadressen und verleihen ihnen eine kulturhistorische Bedeutung.[12][13]

  • Straßenbezeichnungen setzten sich ĂŒblicherweise aus einem Bestimmungswort z. B. Stocken-, Steinacher-, GrĂŒnau- usw. und einem Grundwort wie -straße, -weg, -platz usw. zusammen (Komposition). Die Bestimmungswörter sind hĂ€ufig aus Lokalnamen abgeleitet. In dĂŒnn besiedelten Gebieten werden als Straßenbezeichnung hĂ€ufig Lokalnamen ohne Grundwörter verwendet (einfache Straßennamen wie z. B. Stocken, Steinacher, GrĂŒnau usw.).
  • Ortschaften im postalischen Sinn entsprachen meist gleichlautenden Ortsnamen.

Bedeutung von Lokalnamen beim Fehlen von GebÀudeadressen

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In Gebieten ohne GebĂ€ude, wo GebĂ€udeadressen zur Navigation fehlen, können z. B. bei NotfĂ€llen Lokalnamen (Orts- und Flurnamen) diese Funktion ĂŒbernehmen. Da Lokalnamen in einem Land nicht immer eindeutig sind, muss ein Lokalname in solchen FĂ€llen z. B. mit dem Namen der zugehörigen Gemeinde prĂ€zisiert werden.

Deutschland:

Österreich:

  • NÖ Bauordnung 2014 § 31. In: Bundesministerium fĂŒr Finanzen, Fassung vom 30. Juni 2022 (Orientierungsbezeichnung; Niederösterreichische Bauordnung)

Schweiz:

Einzelnachweise

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  1. ↑ Schweizer Norm 612040 GebĂ€udeadressen
  2. ↑ Postanschrift wird in der Schweiz Postadresse genannt.
  3. 1 2 3 Postleitzahl (Deutschland); Postleitzahl (Österreich); Postleitzahl (Schweiz)
  4. ↑ bei reinen GebĂ€udeadressen Schreibweise Land in der betreffenden Landessprache z. B. Deutschland, Österreich, Schweiz.
  5. ↑ Empfehlung: GebĂ€udeadressierung und Schreibweise von Strassennamen Bundesamt fĂŒr Statistik / Bundesamt fĂŒr Landestopografie, 2018.
  6. ↑ Nummerierungs-Prinzipien bei der GebĂ€udeadressierung giswiki.hsr.ch
  7. 1 2 Bei Postanschriften z. B. GERMANY, AUSTRIA, SWITZERLAND.
  8. ↑ Postadressglobal der Deutschen Bundespost (Memento vom 4. MĂ€rz 2016 im Internet Archive): Formatierung und Strukturierung Deutscher Adressen (Memento vom 4. MĂ€rz 2016 im Internet Archive); Formatierung und Strukturierung Österreichischer Adressen (Memento vom 4. MĂ€rz 2016 im Internet Archive); Formatierung und Strukturierung Schweizer Adressen (Memento vom 1. MĂ€rz 2016 im Internet Archive)
  9. ↑ Ein Adresszusatz ist eine ergĂ€nzende Angabe zu der eigentlichen Adresse (Name, Straße, PLZ, Ort). Typische AdresszusĂ€tze sind z. B. eine Zustellanweisungen wie c/o. Die Angabe von GebĂ€udenamen und Örtlichkeiten ist eher unĂŒblich, aber durchaus zulĂ€ssig.
  10. ↑ WĂ€denswiler Hausnamen
  11. ↑ Amtliche GebĂ€udenummer; Eidgen. GebĂ€ude- und Wohnungsregister (Memento vom 26. Dezember 2004 im Internet Archive)
  12. ↑ Kulturhistorische Bedeutung von Strassennamen und GebĂ€udeadressen in der Stadt ZĂŒrich: vgl. Alt-ZĂŒrich
  13. ↑ Neue ZĂŒrcher Zeitung, Artikel «Wie ZĂŒrichs Strassen zu ihren Namen kamen» vom 7. MĂ€rz 2016 von Alexandra Kohler, Marvin Milatz und Simon Wimmer.