HD+
| HD PLUS GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | Gesellschaft mit beschrÀnkter Haftung |
| Sitz | Unterföhring |
| Leitung | Christoph MĂŒhleib und Deepak Mathu |
| Branche | Satellitenfernsehen |
| Website | www.hd-plus.de |
HD+ ist ein kostenpflichtiges Angebot, Fernsehen in HD-QualitĂ€t zu empfangen. Der Service wird vertrieben von der HD PLUS GmbH, einem Tochterunternehmen von SES S.A., die das Astra-Satellitensystem betreibt. Mit HD+ können 35 verschlĂŒsselte private TV-Sender in HD-QualitĂ€t sowie drei UHD-Sender empfangen werden (Stand: November 2024).
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit dem 1. November 2009 werden auf dieser Plattform HDTV-Versionen von RTL und VOX gesendet. Die HD-Sender von Sat.1, ProSieben und Kabel Eins kamen am 31. Januar 2010 hinzu.[1] Der Anteil an Sendungen, die in nativem HD ausgestrahlt werden, erhöhte sich ĂŒber die Zeit. ZunĂ€chst gab es fast ausschlieĂlich US-Filme und US-Serien in HD, spĂ€ter auch Eigenproduktionen. GroĂe SportĂŒbertragungen wurden zunehmend in nativem HD ausgestrahlt.
Am 5. Februar 2013 vermeldete das Medienmagazin DWDL.de, dass HD+ nach ĂŒber drei Jahren mehr als eine Million zahlende Kunden gehabt habe.[2] Nach Angaben der HD PLUS GmbH hatte HD+ zum 30. September 2013 2,68 Millionen Nutzer, davon 1,28 Millionen zahlende Kunden.[3] Ende 2015 betrug die Zahl der HD+-Kunden etwa 2,94 Mio., wovon etwa 1,84 Mio. Kunden mit kostenpflichtigem Abonnement waren.[4] Nach eigenen Angaben lagen die Nutzerzahlen von HD+ 2017 bei ca. 2,1 Mio. Kunden. ZusĂ€tzlich zu den zahlenden Kunden befanden sich rund 850.000 Haushalte in der kostenlosen HD+-Testphase.[5]
BeschrÀnkungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sender konnten bei HD+ Aufnahmen reglementieren oder ganz unterbinden. Sie konnten fĂŒr jede einzelne Sendung (Stand: 2010)[6]
- die Aufnahme gÀnzlich unterbinden,
- die Wiedergabe von TV-Aufnahmen zeitlich begrenzen (zwischen sechs Stunden und 61 Tagen)
- zeitversetztes Fernsehen gÀnzlich unterbinden oder begrenzen (zum Beispiel nur bis 90 Minuten nach Sendungsende)
- TV-Aufnahmen unter Einsatz des individuellen SchlĂŒssels des DVB-Recorders an das jeweilige GerĂ€t binden, die dann nicht von anderen GerĂ€ten wiedergegeben werden können. Auch das Aufzeichnen auf einer externen Festplatte kann verhindert werden.
- das Vorspulen (z. B. zum Ăberspringen von Werbung) gĂ€nzlich unterbinden.
- festlegen, ob und in welcher Auflösung (evtl. Downscaling auf SDTV) die Videoausgabe ĂŒber den analogen Ausgang (z. B. SCART) erfolgen kann und ob diese mit einem Kopierschutz (Macrovision) versehen wird, wie etwa bei HDTV-Sendungen.
Seit dem 16. April 2014 können bei Sat.1 HD, ProSieben HD, Kabel eins HD, sixx HD und ProSieben Maxx HD per HD+-Receiver oder CI+-Modul aufgezeichnete Sendungen mit bis zu achtfacher Geschwindigkeit vorgespult werden. Bei anderen Sendern waren keine Aufzeichnungen ĂŒber das CI+-Modul möglich, jedoch stand eine 90-minĂŒtige Timeshift-Funktion zur VerfĂŒgung. Ăber Sky waren grundsĂ€tzlich keine Aufnahmen möglich.[7]
Technik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Voraussetzung fĂŒr den Empfang ist ein HD+-Receiver (HDTV-Receiver oder UHD-TV-Receiver, der um die geforderten Eigenschaften erweitert wurde) oder ein HD+-Modul, das ĂŒber die entsprechende Konsortium CI-Plus-Schnittstelle in einem TV-GerĂ€t oder einem Receiver wirkt, oder ein TV-GerĂ€t, in dem HD+ direkt integriert ist. Diese GerĂ€te entschlĂŒsseln die mit dem VerschlĂŒsselungsverfahren Nagravision verschlĂŒsselten Fernsehsignale. UnverschlĂŒsselte HDTV-Sender nach DVB-S- und DVB-S2-Standard bleiben empfangbar.[8] Ein Empfang der Programme des Pay-TV-Anbieters Sky Deutschland ist in einem HD+-Receiver mit einem Sky-CI-Plus-Modul nur möglich, wenn der HD+-Receiver ĂŒber einen CI-Plus-Steckplatz verfĂŒgt.[9]
Einige HD+-Receiver boten mittels CI-Schnittstelle und einem geeigneten AlphaCrypt-CAM (Modul) an.[10] Seit Juni 2011 ist der Empfang von HD+ auch mit Sky-Receivern möglich.[11] FĂŒr die Sky-Receiver werden die Fernsehsignale zusĂ€tzlich in Videoguard verschlĂŒsselt. FĂŒr die ĂŒber die HD+-Plattform gesendeten HDTV-Sender werden dann die erweiterten Eigenschaften benötigt, die nicht Umfang der DVB-Norm sind. Eine vollstĂ€ndige UnterstĂŒtzung von HD+ ist nach aktuellem Stand nur mit speziellen HD+-tauglichen Receivern möglich. Diese mĂŒssen entweder direkt fĂŒr HD+ freigegeben sein, oder ĂŒber eine CI+-Schnittstelle verfĂŒgen, in die dann die neuen Module zum Einsetzen der HD+-Smartcard gesetzt werden können. Zum Zeitpunkt der MarkteinfĂŒhrung von HD+ im Jahr 2009 war eine Reihe von HDTV-Receivern, die HD+ nicht entschlĂŒsselten konnten, weil sie nicht mit einer CI+-Schnittstelle ausgestattet waren. Einige Receiver-Hersteller stellten ein Firmware-Update bereit, mit dem Receiver nachgerĂŒstet werden konnten.[12] Darunter Hersteller wie Humax, TechniSat und Vantage. ZusĂ€tzlich zum Firmware-Update konnten Kunden CI-CAMs (Module), die Legacy-Module genannt werden, erwerben. SpĂ€ter wurde auf der HD+-Webseite eine Liste der per CI-CAMs nachrĂŒstbaren EmpfangsgerĂ€te veröffentlicht.[13] Diese Updates und besonderen Module liefern dann unter anderem die verschĂ€rften Kopierschutzmechanismen nach, die die Sender und/oder Rechteinhaber fĂŒr eine Ausstrahlung von HDTV-Sendungen fordern. Eine Aufnahme von HD+-Sendern ist nur mit einigen auf diese Weise nachgerĂŒsteten Receivern möglich.[14]
Empfangswege
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Kaufpreis eines HD+-Satellitenreceivers, HD+ Moduls oder bei einem TV mit integriertem HD+ ist die Möglichkeit enthalten, die ersten sechs Monate gebĂŒhrenfrei HD+ zu empfangen (anfangs 12 Monate), danach mĂŒssen PrePaid-VerlĂ€ngerungen erworben werden, zudem fĂŒhrte HD+ im Mai 2014 auch ein Abo-Modell ein. Es wird fĂŒr die HD+-Karten der VerschlĂŒsselungsstandard Nagravision sowie fĂŒr Sky-Receiver der VerschlĂŒsselungsstandard Videoguard verwendet.[15]
HD+ IP
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Unter dem Angebot HD+ IP werden seit Dezember 2021 die HD-Sender des HD+-Angebots auch ĂŒber das Internet empfangbar gemacht, ein Satelliten- oder Kabelanschluss ist nicht mehr notwendig.[16] Die VerfĂŒgbarkeit ist unabhĂ€ngig vom Internetanbieter.[17]
HD+-Dienste
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HD+ Smart TV war ein Angebot der HD PLUS GmbH in Zusammenarbeit mit verschiedensten Kooperationspartnern wie zum Beispiel der Tageszeitung Bild, dem Sportmagazin Kicker oder der Programmzeitschrift TV Movie. Seit November 2013 waren ĂŒber 100 Apps ĂŒber HD+ Smart TV verfĂŒgbar.[18] Um die jeweiligen Apps auf dem Fernseher benutzen zu können, benötigte der Receiver Internetzugang via WLAN oder Kabel. Ende September 2018 wurde der Service von HD+ eingestellt.[19]
HD+ OpApp und HD+-Komfort-Funktion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 2019 wurde HD+ mittels einer eigens entwickelten HbbTV-Operator-App HD+ direkt in TVs integriert verfĂŒgbar. Mit dieser OpApp wird auch die sogenannte HD+ Komfort-Funktion angeboten und ist in zahlreichen TV-GerĂ€ten integriert.[20][21][22][23]
In der TV-App sind alle gĂ€ngigen freien HD-Sender enthalten sowie die im HD+-Sender-Paket enthaltenen 26 privaten HD- und drei UHD-Sender. Nach der Installation ist die HbbTV OpApp ohne Registrierung fĂŒr sechs Monate kostenlos nutzbar, anschlieĂend fallen die Kosten fĂŒr eine HD+-VerlĂ€ngerung oder das HD+-Abo an.[24]
Kritik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die HD Plus GmbH erhielt von der Computerzeitschrift Chip die Negativauszeichnung âBremse des Jahres 2010â, da die Nutzer spezielle Empfangstechnik kaufen und zudem eine jĂ€hrliche GebĂŒhr zahlen mĂŒssten und zudem die Möglichkeit bestĂŒnde, dass die Privatsender auf diese Weise einige Funktionen wie zeitversetztes Fernsehen unterbinden könnten.[25]
Im Mai 2010 fĂŒhrte das Bundeskartellamt eine Razzia bei der RTL Group und ProSiebenSat.1 durch, wegen Verdachts der unerlaubten Absprache und Bildung eines Kartells bei der VerschlĂŒsselung von Digitalprogrammen.[26] Damals regte sich auch von Seiten der Industrie zunehmend Kritik an HD+.[27]
Im Februar 2011 fĂŒhrte das Bundeskartellamt erneut eine Razzia bei den Unternehmen RTL Group und ProSiebenSat.1 durch. Es ging dabei wieder um den Verdacht der unerlaubten Absprache und Bildung eines Kartells bei der VerschlĂŒsselung von Digitalprogrammen, in diesem Fall bezogen auf die VerschlĂŒsselung von Programmen in SD-QualitĂ€t. Von den Nachermittlungen betroffen waren zudem auch eventuelle Absprachen ĂŒber Kopierschutzsignale und Anti-Werbeblocker.[28]
Ein kritisch ĂŒber die Kundenseite von HD+ und CI+ berichtendes, professionell aufgemachtes Video wurde von YouTube nach einer Beschwerde durch die HD-Plus GmbH aufgrund einer nicht nĂ€her genannten Urheberrechtsverletzung gelöscht. Der Urheber des Videos ist nicht bekannt. Nach der Löschung des Videos wurden von anderen YouTube-Usern Kopien des Videos als Gegenreaktion erneut hochgeladen.[29] AuĂerdem wurde in einem Blog eine Reaktion des Videoerstellers veröffentlicht.[30] Im Dezember 2010 teilte RTL-Chefin Anke SchĂ€ferkordt mit, dass das normale SD-Fernsehen der RTL-Gruppe mit den gleichen Restriktionen wie HD+ eingeschrĂ€nkt werden soll. Somit könnten Zuschauer z. B. die Werbung bei aufgenommenen Sendungen und Filmen nicht mehr ĂŒberspringen.[31]
In der Satvision, Heft 1/2011, wurde das HD-Angebot der HD+-Plattform (RTL, Sat.1, ProSieben, VOX usw.) und das des Pay-TV-Anbieters Sky ĂŒberprĂŒft. Bei HD+ wurde dabei bewertet, dass es ânoch ein weiter Wegâ bis zur echten HD-Ausstrahlung sei.[32]
Ăsterreich
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Pendant zu HD+ in Ăsterreich ist HD Austria.[33]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â SchĂ€rfer als die RealitĂ€t. In: prosieben.de. Archiviert vom am 19. Mai 2010; abgerufen am 20. Mai 2010.
- â DWDL.de: HD+ hat nun mehr als eine Million zahlende Kunden, aufgerufen am 5. Februar 2013
- â Satellitenplattform: HD+ wĂ€chst weiter. In: horizont.net. 4. November 2013, ehemals im (nicht mehr online verfĂŒgbar); abgerufen am 1. Dezember 2013. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
- â HD Plus erzielt 2015 deutlichen Kundenzuwachs. 29. Januar 2016, abgerufen am 31. MĂ€rz 2016.
- â HD+ zĂ€hlt erstmals ĂŒber zwei Millionen Kunden. In: SATVISION. Abgerufen am 13. August 2020.
- â Pit Klein: VerbraucherschĂŒtzer wettern weiter gegen âHD+â von SES Astra & Co. â âHD+â weiter in der Schusslinie. In: satundkabel.de, 28. August 2009, abgerufen am 20. Mai 2010.
- â Neuer TV-Service hat sich etabliert: 769.000 Haushalte schauen Privatsender in HD ĂŒber HD+. Pressemeldung der HD Plus GmbH vom 2. Mai 2011 auf presseportal.de.
- â ARD Digital: Info der öffentlich-rechtlichen Sender zur KompatibilitĂ€t zu eigenen HD-Angeboten ( vom 10. August 2010 im Internet Archive)
- â http://www.sky.de/web/cms/de/kundencenter-ciplus-empfehlung.jsp
- â Pay TV: Empfang von Sky â IcordForumWiki. In: icordforum.com. Archiviert vom am 28. Mai 2010; abgerufen am 20. Mai 2010.
- â HD+ ab Sommer auch ĂŒber Sky HD-Satellitenreceiver zu empfangen. In: hd-plus.de. Abgerufen am 27. November 2013.
- â HD+-Website: HD+ kĂŒnftig auch ĂŒber HDTV-Receiver mit CI-Schnittstelle, 22. Dezember 2009
- â HD+: Liste der nachrĂŒstbaren EmpfangsgerĂ€te veröffentlicht. In: Heise.de. 16. Februar 2010, abgerufen am 20. Mai 2010.
- â Nico Juran: cât â Chaos bei Astras hochauflösendes Pay-TV-Angebot HD. In: Heise.de. 31. MĂ€rz 2010, abgerufen am 20. Mai 2010.
- â HD+: RTL HD und Vox HD auf Astra. In: hdtv-pro.de. Archiviert vom am 1. Juli 2010; abgerufen am 20. Mai 2010.
- â Hayo LĂŒcke: HD+ IP: Auf diese Erweiterung haben Tausende Haushalte gewartet. 9. November 2021, archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 19. Juni 2022; abgerufen am 17. Juni 2022.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- â HD+ öffnet sich fĂŒr Haushalte ohne SatellitenschĂŒssel. In: DWDL.de. 9. November 2021, abgerufen am 21. November 2021.
- â SATVISION: HD+ Replay gestartet. Abgerufen am 13. August 2020.
- â HD+ RePlay wird eingestellt. In: SATVISION. Abgerufen am 13. August 2020.
- â SATVISION: HD+ in Smart-TVs integriert. Abgerufen am 7. August 2022.
- â SES unbundles HD+ from satellite and launches IP service. 8. November 2021, abgerufen am 7. August 2022 (britisches Englisch).
- â HD+ integriert: Jetzt ist auch Sony mit an Bord! Abgerufen am 7. August 2022.
- â Udo Metterlein: Vestel integriert HD+ Service in "eigenen" UHD-Fernsehern. In: Ultra HDTV. 28. Juli 2020, abgerufen am 7. August 2022.
- â AV-Magazin: HD+ HbbTV Operator App im Test - HD+ mit viel Komfort. Abgerufen am 7. August 2022.
- â chip.de: CHIP verleiht âBremse des Jahres 2010â an HD Plus GmbH ( vom 21. August 2010 im Internet Archive) (PDF; 252Â kB)
- â Focus.de: Kartellamt: Razzia bei RTL und ProSiebenSat.1
- â Insider packen aus: Wer HD+ sehen will, muss leiden spiegel.de, am 2. Juni 2010
- â DWDL.de: Kartellamt untersucht weiter: âNachermittlungenâ gegen RTL & ProSiebenSat.1
- â Astra-Tochter lĂ€sst kritisches YouTube-Video zu HD+ und CI+ sperren. In: SatundKabel.de. 1. September 2010, archiviert vom am 2. September 2010; abgerufen am 2. September 2010.
- â Die Wahrheit ĂŒber HD+ - Gegendarstellung. In: xhdplusxx.wordpress.com. 1. September 2010, abgerufen am 31. Mai 2025.
- â Bescherung: RTL und Telekom im Clinch. dwdl.de
- â Sky â HD+ Vergleich â Wo ist die HD-QualitĂ€t besser? ( vom 18. Dezember 2013 im Internet Archive) auf flimmerkisten.de
- â HD Plus. Abgerufen am 13. August 2020.
