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Handicap (Golf)

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Das Handicap (oder Handicap-Index, deutsch Vorgabe) im Golf ist eine Kennzahl, die das theoretische und aktuelle Spielpotenzial eines Spielers ausdrĂŒckt. Vor einem Wettbewerb wird das Course Handicap (ehemals Spielvorgabe) errechnet.

Das Handicap eines Spielers wird aus seinen letzten Spielergebnissen abgeleitet und ist Teil der Berechnungsgrundlage fĂŒr sein nĂ€chstes Spiel auf einem konkreten Golfplatz. Es Ă€ndert sich somit potentiell nach jedem Spiel.

Es wird als Differenz der SchlĂ€ge fĂŒr eine 18-Loch-Golfrunde eines Spielers gegenĂŒber einem sehr guten Golfspieler, dem sogenannten Scratch-Golfer mit dem Handicap Null, ausgedrĂŒckt. Dieser fiktive Scratch-Golfer beendet eine Runde mit genau der Anzahl von SchlĂ€gen, die dem Par des Platzes entspricht. In der Regel sind dies 72 SchlĂ€ge. Rechnet der einzelne Spieler sein aktuelles Handicap mit ein, ist ein Wettbewerb „auf Augenhöhe“ auch zwischen Spielern unterschiedlicher Spielpotenziale möglich. Einzelne Spieler können damit ebenso ihr aktuelles Spielpotenzial als Kennzahl ausdrĂŒcken und ihre Verbesserung (oder Verschlechterung) nachverfolgen.

Der Handicap-Index liegt in Deutschland zwischen etwa −5 (beste Amateurspieler) und +54 (AnfĂ€ngereinstufung). Daraus ergibt sich, je besser (gemĂ€ĂŸ oben erwĂ€hntem Sprachgebrauch: je niedriger) ein Handicap ist, desto höher die SpielstĂ€rke, die es ausweist. Bei außergewöhnlich guten Spielern, die besser als der Scratch-Golfer spielen können, ist die Kennzahl rechnerisch negativ und wird trotz des Vorzeichenwechsels durch EinfĂŒhrung des World Handicap System (WHS) explizit als Plus Handicap-Index klassifiziert.[1]

Historisch gibt es weltweit unterschiedliche Handicap-Systeme, die 2021 zum World Handicap System vereinheitlicht wurden.[1] In Deutschland, Österreich und der Schweiz galt bis Dezember 2020 das kontinentaleuropĂ€ische EGA-Vorgabensystem (2016–2019) mit leichten verbandsspezifischen Unterschieden.[2][3][4]

Course Handicap (ehemals Spielvorgabe)

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Aus dem Handicap-Index, in Deutschland bis 2020 auch Stammvorgabe genannt, wird vor einem Wettbewerb das Course Handicap errechnet. Dieser unterscheidet sich von dem Handicap-Index dadurch, dass er zusĂ€tzlich noch die Schwierigkeit des zu spielenden Platzes berĂŒcksichtigt. Hierzu gehen bei der Berechnung des Course Handicaps das Course Rating (CR) und das Slope Rating (Slope) des Platzes ein.

[5]

Dieser Wert wird auf ganze Zahlen gerundet. Er kann höher, niedriger oder (bei einem durchschnittlich schweren Platz) genauso hoch wie der Handicap-Index sein. Aus diesem Course Handicap ergibt sich dann eine Anzahl von VorgabeschlĂ€gen, die der Spieler von der eigentlich gespielten Schlagzahl einer Runde abziehen darf. Dieses errechnete Ergebnis unter BerĂŒcksichtigung der VorgabeschlĂ€ge wird Netto-Ergebnis genannt und ist zwischen Golfern unterschiedlicher SpielstĂ€rke vergleichbar. In clubinternen Amateurwettspielen werden normalerweise mehrere Netto-Preise ausgeschrieben, da dann alle Spieler eine realistische Chance auf einen Gewinn haben. Meist gibt es zusĂ€tzlich einen Brutto-Preis fĂŒr das absolut beste Ergebnis, also ohne BerĂŒcksichtigung von VorgabeschlĂ€gen.

Bei nationalen und internationalen Amateurmeisterschaften sowie in Berufsspielerturnieren wird immer brutto gewertet. Berufsgolfer haben in der Regel kein Handicap und können deshalb, wenn sie bei Wettspielen mit Amateuren antreten, nicht an der Nettowertung teilnehmen.

Bei fast allen Spielformen (Stableford, ZÀhlspiel, Lochspiel und vielen Teamspielformen) kann man das Handicap dazu verwenden, das unterschiedliche Können der Spieler rechnerisch auszugleichen. Ein schlechter Spieler kann dann durchaus gegen einen guten gewinnen, weil der schlechtere Spieler mit seiner höheren Spielvorgabe entsprechend mehr VorgabeschlÀge erhÀlt.

FĂŒr jede der 18 Bahnen einer vollen Golfrunde gibt es einen Richtwert fĂŒr die Schlagzahl, der als Par angegeben ist. Die einfachste und frĂŒher auch praktizierte Form der Ermittlung eines Handicaps besteht darin, den Durchschnitt mehrerer vergangener Ergebnisse des Spielers mit dem Par zu vergleichen. Spielte er beispielsweise die letzten Runden bei Par 72 mit durchschnittlich 90 SchlĂ€gen, so wĂ€re sein Handicap 18, da man 18 von seinem Ergebnis abziehen mĂŒsste, um Par zu erreichen.

Mit registrierten Privatrunden (bis 2020 Extra Day Scores oder EDS-Runden) können Golfspieler auch außerhalb von Turnieren ihr Handicap verbessern.

Berechnungsmethode im WHS-Vorgabensystem

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Beispielhafte Scorecard nach deutschem WHS-Regelwerk. Sie enthĂ€lt neben den ĂŒblichen Angaben (Loch, Par, HCP, Vorgabe, Score) auch alle Angaben zum Platz (CR, Slope), Brutto/Netto Ergebnisse/Punkte, sowie Score Differential, um die Berechnungen nachvollziehen zu können.

Im World Handicap System (WHS) berechnet sich der Handicap-Index in der Regel durch Bildung des Mittelwerts des Punktergebnisses aus den acht besten der letzten 20 gewerteten vollen 18-Loch-Runden.

Score im Sinne des WHS je Loch

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Score im ZĂ€hlspiel begrenzt durch Netto Doppelbogey

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Im ZĂ€hlspiel wird je Loch maximal der Netto Doppelbogey (englisch Net Double Bogey) als Score gewertet. Hiermit werden besonders schlecht gespielte Löcher nicht höher gewertet als dieser Maximalwert. Er entspricht einem Doppelbogey (Par + 2 SchlĂ€ge) zuzĂŒglich der VorgabeschlĂ€ge (kurz Vorgabe oder auch vom Platz erhaltene SchlĂ€ge) fĂŒr das Loch entsprechend dem bisherigen WHS-Index des Spielers:

Neue Spieler ohne WHS-Index erhalten drei VorgabeschlÀge.[1]

Stableford Score

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Ein Score nach Stableford kann ebenfalls je Loch fĂŒr ein Netto-Ergebnis genutzt werden und dann zum Score Differential umgerechnet werden. Es werden wie bisher 0 Punkte und mehr bei erreichen des Netto Doppelbogey oder besser (1 Punkt fĂŒr Netto Bogey, 2 Punkte bei Netto Par usw.) notiert.

Bildung eines Score Differential fĂŒr eine Runde

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Im WHS werden die Punktergebnisse jeder gewerteten Runde normalisiert und Score Differential genannt. Hierzu gelten konkrete Berechnungsregeln.[1][6]

  1. Die Scores unter Beachtung der Obergrenze Netto Doppelbogey werden fĂŒr die ganze Runde aufsummiert und bilden das gewertete Bruttoergebnis (Adjusted Gross Score):

    oder wenn es sich um Stableford Punkte handelt:
  2. Durch Abzug von Course Rating (CR) und der Course-Rating-Korrektur (CR-Korrektur, oder auch Play Conditions Calculation, PCC) sowie der anschließenden Anwendung (Multiplikation mit 113 und Division mit Slope) des Slope Rating (Slope) wird aus dem gewerteten Bruttoergebnis der Score Differential berechnet:

    Damit ist die grundsĂ€tzliche Schwierigkeit (CR & Slope) des Platzes sowie die SpielverhĂ€ltnisse wĂ€hrend der Runde (CR-Korrektur) in den Wert einbezogen und dieser damit normalisiert. Diese Berechnungsregel wird fĂŒr 9-Loch-Runden durch die entsprechenden Werte fĂŒr CR, Slope und CR-Korrektur angepasst.

Das Score Differential wird auf das nÀchste Zehntel kaufmÀnnisch gerundet.

Aktualisierung des WHS-Index nach einer Runde

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Als Basis fĂŒr die Berechnung des WHS-Index werden die letzten 20 gewerteten Runden herangezogen. Aus ihnen werden die niedrigsten acht Score Differentials ausgewĂ€hlt. Der Mittelwert dieser besten Score Differentials ergibt den WHS-Index.[1]

Sollten weniger als 20 gewertete Runden vorliegen, kann dennoch ein WHS-Index gebildet werden, indem die Anzahl der besten Score Differentials zur Bildung des Mittelwerts reduziert wird.

Vergleich von WHS- und EGA-Vorgabensystem

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GegenĂŒber dem EGA-Vorgabensystem, bei dem sich die Vorgabe inkrementell verĂ€nderte, stellt der WHS-Index einen aktuellen Mittelwert dar. Dadurch entfallen im WHS-Vorgabensystem Vorgabenklassen, Pufferzonen und die entsprechenden Herab- und Heraufsetzungsfaktoren.

Registrierte Privatrunden und gewertete 9-Loch-Runden sind im WHS-Vorgabensystem fĂŒr alle Spieler Handicap-relevant, im EGA-Vorgabensystem war die Vorgabenklasse 1 hiervon ausgeschlossen.

Eine direkte Umrechnung von EGA-Handicap in WHS-Index ist nicht möglich, hierzu mĂŒssen vollstĂ€ndige Scorecards mit CR und Slope zur Berechnung von Score Differentials vorliegen.

Das rechnerische Vorzeichen hat sich beim Wechsel auf den Handicap-Index umgekehrt. Die ĂŒberwiegende Mehrheit der Amateure hat somit kein Minus-Handicap mehr.

Das Handicap in Turnieren

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Wenn das Ergebnis eines Turniers ohne BerĂŒcksichtigung von Handicaps gewertet wird, spricht man von einer Bruttowertung, wenn das Handicap berĂŒcksichtigt wird, von einer Nettowertung. Golfprofis spielen mangels eines Handicaps immer brutto, in den meisten Turnieren fĂŒr Amateure werden Brutto- und Nettopreise ausgelobt und dementsprechend mehrere Wertungen vorgenommen. Bruttosieger wird der Spieler, der absolut am wenigsten SchlĂ€ge in einem Turnier benötigt, beziehungsweise die meisten Brutto-Stablefordpunkte erzielt hat. Nettosieger wird derjenige, dessen Ergebnis unter BerĂŒcksichtigung seiner Spielvorgabe am besten ist.

Beispiel:
Reines ZÀhlspiel: Spieler A mit Spielvorgabe 2 benötigt 76 SchlÀge, Spieler B mit Spielvorgabe 18 benötigt 90 SchlÀge.
Spieler A wird Bruttosieger, da 76 die geringste Anzahl von SchlÀgen ist.
Spieler B wird Nettosieger, da er nach Abzug seiner Spielvorgabe netto nur 72 SchlĂ€ge (90-18=72) benötigt hat, wĂ€hrend dies bei A 74 SchlĂ€ge (76−2=74) sind.

Im Lochspiel wird das Handicap in der Weise angewendet, dass die Differenz der Spielvorgaben der Gegner berechnet wird, gegebenenfalls modifiziert um einen zusÀtzlichen Faktor. Je nach der Verteilung der VorgabeschlÀge auf die Bahnen darf der schwÀchere Spieler die sich ergebende Differenz von SchlÀgen mehr benötigen, um ein Unentschieden zu erreichen. Bei beispielsweise 3 SchlÀgen Differenz wird je ein Schlag Vorgabe an den Löchern mit den Vorgabewerten 1, 2 und 3 wirksam.

Beispiel:
Spieler A hat Spielvorgabe 2, Spieler B hat Spielvorgabe 25, erhÀlt daher 23 SchlÀge vor.
B darf dann an den 5 Löchern mit Handicapeintrag 1-5 zwei SchlÀge mehr brauchen als A, an allen anderen Löchern je einen Schlag mehr.
Spielt B beispielsweise am schwersten Loch (Handicapeintrag 1) eine 5 und A eine 4, so hat B das Loch gewonnen.
Wenn Spieler A am leichtesten Loch (Handicapeintrag 18) eine 5 spielt, und Spieler B eine 6, dann hĂ€tten beide das Loch geteilt, also „unentschieden“ gespielt.

Berechnungsmethode im alten EGA-Vorgabensystem

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Bis Dezember 2020 wurde in Deutschland das DGV-Vorgabensystem durch den Deutschen Golf Verband DGV angewendet. Es entsprach dem in Europa verwendeten EGA-Handicap-System. Es unterschied sich deutlich vom Handicap-System der USGA (United States Golf Association) in den USA. Dieser Nachteil wurde mit dem WHS behoben.

Auch das EGA-Vorgabesystem hatte zum Ziel, die Handicaps vergleichbar zu machen. Zur BerĂŒcksichtigung der Schwierigkeit eines Platzes wurden bereits CR und Slope berĂŒcksichtigt.

Im DGV-Vorgabensystem hatte jeder Golfer eine sogenannte Stammvorgabe, die seine SpielstĂ€rke in absoluter Form ausdrĂŒckte und auf eine Nachkommastelle angegeben wird. Dieser Wert wurde allgemein als Handicap bezeichnet. Obwohl dieser Wert fĂŒr die Amateure das Vorzeichen Minus trug, wurde dieses ĂŒberwiegend nicht genannt. Sehr gute Golfer, die normalerweise besser als Par spielen, hatten eine positive Stammvorgabe. In diesem Fall wurde das Plus ausdrĂŒcklich als Vorzeichen genannt. Unter Hinzunahme des CR- und des Slope-Wertes wird aus der Stammvorgabe eine fĂŒr den zu spielenden Platz gĂŒltige ganzzahlige Spielvorgabe berechnet. Ein Golfer, der z. B. eine Stammvorgabe von −19,3 hat, könnte auf einem schwierigen Platz eine Spielvorgabe von −21 erhalten, dĂŒrfte also 21 SchlĂ€ge mehr als Par benötigen, um sein normales Leistungsniveau erreicht zu haben. Auf einem leichten Platz könnte seine Spielvorgabe hingegen nur −18 sein, so dass er entsprechend weniger SchlĂ€ge benötigen darf.[7]

Die Stammvorgabe (oder Clubvorgabe) wurde auf Basis der Ergebnisse vorgabenwirksamer Runden ermittelt. Der relevante Score war hierbei der nach Stableford, bei anderen Spielformen musste das Ergebnis in ein Ergebnis nach Stableford umgerechnet werden. Hatte der Spieler 36 Stablefordpunkte erzielt, so hatte er sein Handicap bestĂ€tigt, hatte er mehr als 36 Stablefordpunkte erspielt, errechnete sich die neue Stammvorgabe auf Basis der ĂŒber 36 liegenden Punktzahl. FĂŒr jeden zusĂ€tzlichen Stablefordpunkt wurde die Stammvorgabe um einen bestimmten Wert herabgesetzt (in Anbetracht des Vorzeichens eigentlich heraufgesetzt), und zwar

Vorgabe-
klasse
Bereich
des Handicaps
Änderung des Handicaps Pufferzone (bis 36)
bei >36 Stable-
fordpunkten
bei Nicht-Erreichen
der Pufferzone
18-Loch
Turnier
9-Loch
Turnier
6
Clubvorgabe
−54−37+1keine
Verschlechterung
n/a
5−36−26,5+0,5
4−26,4−18,5+0,4−0,1ab 32ab 34
3−18,4−11,5+0,3ab 33ab 35
2−11,4−4,5+0,2ab 34
1−4,4besser+0,1ab 35n/a

Hatte ein Spieler mit einer Stammvorgabe ab Vorgabeklasse 4 (also −26,4 oder besser) in einer vorgabenwirksamen Runde weniger als 36 Stablefordpunkte erzielt, konnte sich seine Stammvorgabe verschlechtern. Die Verschlechterung betrug pauschal 0,1 Punkte. Sie trat ein, wenn die fĂŒr jede Vorgabenklasse unterschiedlich große Pufferzone verfehlt wurde. In der Klasse 1 betrug diese einen Punkt, in der Klasse 2 waren es 2 Punkte, in den Klassen 3 und 4 durfte man ohne Auswirkungen auf sein Handicap 3 bzw. 4 Punkte weniger als 36 erzielen. In der Vorgabeklasse 5 und 6 wurde das Handicap nicht hochgesetzt.

Vorgabenwirksam waren normalerweise nur ZĂ€hlspiel oder Stableford-Turniere ĂŒber eine oder mehrere volle Runde(n) von 18 Löchern und EDS-Runden ĂŒber 18 Löcher. Im Deutschen Golf Verband bestand 2006 bis 2020 jedoch die Möglichkeit „vorgabenwirksame Neun-Löcher-Turniere“ zu spielen. Zunehmende allgemeine Zeitknappheit und der Wunsch der Golfspieler, hĂ€ufiger vorgabenwirksam zu spielen, waren die GrĂŒnde fĂŒr diese Regelung, welche in einem zweijĂ€hrigen Pilotprojekt vorbereitet wurde. Allerdings waren Neun-Löcher-Turniere nur fĂŒr Spieler der Vorgabenklassen 2–6, also bis bestenfalls Stammvorgabe −4,5, vorgabenwirksam. FĂŒr die „nicht gespielten“ zweiten 9 Löcher bei den Neun-Loch-Turnieren wurden zum Ergebnis pauschal 18 Stableford Punkte addiert.

Äußere EinflĂŒsse (Wind, Regen, Trockenheit, hohes Rough, 
) können gegenĂŒber dem „normalen“ Platzzustand Wettspielergebnisse verzerren. Mittels des Verfahrens Computed Buffer Adjustment wurden bis 2016 in diesem Fall die Puffergrenzen der jeweiligen Stablefordklassen verschoben (von +1 bis −4), um eine bessere Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Wettspielen zu erreichen. Ab 2016 ist dieses Verfahren ersatzlos wegfallen. Ebenso gab es seit dem keine Verschlechterungen bis Handicap −26,5 (anstatt bis dahin −36), falls das aktuelle Handicap im Turnier oder in einer EDS-Runde nicht erreicht wurde.

Gelegentlich ist der Vorwurf zu hören, Golfer wĂŒrden versuchen, ihr Handicap zu manipulieren. Dabei wird manchen Spielern vorgeworfen, ein zu niedriges Handicap zu pflegen, um nach außen hin als besserer Golfer zu gelten. Dies kann z. B. dadurch erreicht werden, dass gerade bei Privatrunden ein „frisierter“ Score angegeben wird.

Anderen wird das „Schonen“ ihres Handicaps vorgeworfen („Sandbagging“): Sie wĂŒrden ihr Handicap kĂŒnstlich hoch halten, um bei Turnieren mehr VorgabeschlĂ€ge und damit bessere Siegchancen zu haben. Dies kann unter anderem dadurch erreicht werden, dass zur Vermeidung von Herabsetzungen nur sehr wenige vorgabewirksame Runden gespielt werden oder der Spieler absichtlich schlecht spielt.

Eine Herabsetzung kann man auch vermeiden, wenn man sich als Spieler eines auslÀndischen Clubs bzw. eines Inhabers einer auslÀndischen Lizenz bei Turnieren anmeldet. Zum Beleg der Verbesserung wird dem Spieler z. B. eine beglaubigte Scorekarte mitgegeben, wobei aber die Meldepflicht beim Spieler liegt. VersÀumt er dies, so startet er verbotenerweise beim nÀchsten Turnier mit dem gleichen Handicap.

Im Falle von Verletzungen oder Ă€hnlichen Situationen kann man sein Handicap auf Antrag auch hochsetzen lassen, damit der Wert dann wieder der tatsĂ€chlichen SpielstĂ€rke entspricht. DafĂŒr gibt es je nach Golfverband unterschiedliche Regeln.[8]

Wiktionary: Handicap – BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 World Handicap System, Rules of Handicapping. In: The United States Golf Association and R&A Rules Limited. 2019, abgerufen am 11. Juni 2020 (englisch).
  2. ↑ EGA-Vorgabensystem (2016–2019). In: Deutscher Golf Verband e. V. 2015, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 29. November 2021; abgerufen am 11. Juni 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. ↑ EGA Handicap System (2016–2019). In: EGA Handicapping and Course Rating Committee. November 2015, abgerufen am 11. Juni 2020 (englisch).
  4. ↑ Lizenznehmer des EGA-Vorgabensystems Licensed Users. In: ega-golf.ch. European Golf Association, abgerufen am 12. Juni 2020.
  5. ↑ Handicap-Regeln, GĂŒltig in Deutschland ab 2021, USGA, DGV, Regel 6.1, S. 64
  6. ↑ Grundlage zur Berechnung des World Handicap Index / Das gewertete Bruttoergebnis und der Score Differential. In: serviceportal.dgv-intranet.de. Abgerufen am 16. August 2020.
  7. ↑ Beschreibung der Vorgaben- und Wettspielbedingungen ab 2012. In: Deutscher Golf Verband e. V. Oktober 2011, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 10. Oktober 2013; abgerufen am 12. Juni 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 1,9 MB)
  8. ↑ Diskussionsforum Beitrag - mehrere Autoren: HCP hochsetzen lassen - von wem? In: www.golfforum.eu. 5. MĂ€rz 2022, abgerufen am 26. November 2024.