Implikation
Die Bezeichnung Implikation (von lateinisch implicare âverwickelnâ; Verb: implizieren; Adjektiv: implizit) wird in der Logik nicht einheitlich fĂźr einen bestimmten logischen Zusammenhang verwendet; insbesondere werden unterschieden:
- eine materiale Implikation als eine von mehreren mĂśglichen logischen VerknĂźpfungen (Junktoren) zwischen zwei Aussagenvariablen: (siehe auch Artikel âJunktorâ). Diese materiale Implikation, auch Subjunktion oder Konditional genannt, kann wahrheitsfunktional definiert werden (siehe Abschnitt unten). Sie findet sich bereits bei Philon von Megara (3. Jh. v. Chr.) und wird umgangssprachlich meist umschrieben mit: âWenn a, dann b.â[1]
- eine formale Implikation als eine Form logischen Zusammenhangs, welche eher einer intuitiven Anschauung entsprechen soll, die sich aus Gewohnheiten der Umgangssprache ergeben kann. Es entstanden im Laufe der Zeit verschiedene Interpretationen, um das Phänomen mĂśglichst eindeutig zu formalisieren. Dabei wird die obige Formel differenzierter betrachtet, zum Beispiel als , gelesen: âFĂźr jedes Individuum x gilt: Wenn x die Eigenschaft A besitzt, dann besitzt es auch die Eigenschaft B.â Die Analyse einer Aussage mit Zerlegung in den Prädikator und sein Argument, insbesondere fĂźr die formale Implikation, findet sich ähnlich schon bei Platon und Aristoteles.[1]
Als Varianten einer deduktionmäĂigen formalen Implikation kĂśnnen auch die intuitionistische Implikation bzw. Subjunktion innerhalb der dialogischen Logik sowie die strenge Implikation von Ackermann und ebenso die strikte Implikation angesehen werden. Von Bruno von Freytag-LĂśringhoff und Albert Menne wurde die Implikation als hypothetisches Urteil formalisiert.
Diese spezifischeren Deutungen kĂśnnen auch als objektsprachliche Implikationen bezeichnet werden. Davon zu unterscheiden sind dann jeweils die metasprachlichen Implikationen; sie erlauben es, Ăźber die logische Struktur dieser Sprachen zu sprechen. Dementsprechend kann ihnen eine noch engere Verbindung zum Ableitbarkeitsbegriff und dem Begriff der Schlussfolgerung zugesprochen werden.
Unterschied zwischen objektsprachlicher und metasprachlicher Implikation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die objektsprachliche Implikation (materiale Implikation, Konditional, Subjunktion) ist ein Aussagesatz, der mittels des Junktors â(schon) wenn âŚ, dann âŚâ aus zwei kĂźrzeren Aussagesätzen zusammengesetzt ist. Zum Beispiel ist âWenn es regnet, dann ist die StraĂe nassâ eine materiale Implikation; diese Implikation sagt etwas Ăźber den logischen Zusammenhang der Sätze, nämlich dass die Wahrheit des ersten Teilsatzes (Antezedens, auch Antecedens) eine hinreichende Bedingung fĂźr die Wahrheit des zweiten Teilsatzes (Konsequenz) ist.
Die metasprachliche Implikation ist hingegen eine Aussage Ăźber Aussagen, eben eine Metaaussage. Eine metasprachliche Implikation wäre die Aussage âAus dem Satz âEs regnetâ folgt der Satz âDie StraĂe ist nassââ. Hier wird nichts Ăźber Regen, Nässe oder deren Zusammenhang ausgesagt, sondern hier wird Ăźber zwei Sätze der Objektsprache und ihr logisches Verhältnis gesprochen. Dabei kann auf ihre Bedeutung Bezug genommen werden (etwa: ob das, was der eine Satz aussagt, vorliegt, wenn das vorliegt, was der andere aussagt) oder auch nicht, so kĂśnnen zwei Sätze allein durch ihre logische Form miteinander verbunden sein (so kann man zum Beispiel sagen: âWenn , dann â).
Objektsprachliche Implikationen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die objektsprachliche Implikation, ein Aussagesatz, der mittels des Junktors â(schon) wenn âŚ, dann âŚâ aus zwei kĂźrzeren Aussagesätzen zusammengesetzt ist, wird als materiale Implikation, Subjunktion und Konditional bezeichnet.
Wahrheitsfunktionale Implikation
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Es gilt klassisch

In der klassischen Logik werden nur wahrheitsfunktionale Aussageverbindungen verwendet, das heiĂt nur solche, bei denen der Wahrheitswert der AussagenverknĂźpfung allein von dem Wahrheitswert der Teilaussagen abhängt. Innerhalb eines Konditionals wird die erste Aussage unter anderem als Vordersatz, Antezedens, Implikans oder Vorderglied bezeichnet, die zweite Aussage unter anderem als Nachsatz, Hintersatz, Konsequenz, Implikat, selten auch Sukzedens.
Seit der Antike wird â erstmals von Philon von Megara â die wahrheitsfunktionale Implikation oder seq-Funktion durch folgende Wahrheitstabelle definiert:
|
Diese wahrheitsfunktionale objektsprachliche Implikation wird unter anderem materiale Implikation, Subjunktion oder (zunehmend) Konditional genannt. Sie drĂźckt die hinreichende Bedingung aus, das heiĂt, sie behauptet keinerlei kausalen oder sonstigen inhaltlichen Zusammenhang zwischen und .
Schon im Altertum wurde diskutiert, inwieweit und unter welchen Voraussetzungen das natĂźrlichsprachliche âwenn âŚ, dann âŚâ eine hinreichende Bedingung ausdrĂźckt und damit der materialen Implikation entspricht, vor allem aber, ob und wie sich die anderen Bedeutungen des natĂźrlichsprachlichen âwenn âŚ, dann âŚâ, zum Beispiel die kausale (âA verursacht Bâ), analysieren lassen. Versuche, andere Bedeutung als die rein wahrheitsfunktionale (âmaterialeâ) Bedeutung des natĂźrlichsprachlichen âwenn âŚ, dann âŚâ zu analysieren, fĂźhren zu nichtklassischen Implikationen, zum Beispiel der strikten Implikation und der intuitionistischen Implikation.
Als Symbol fĂźr den Junktor wird in der formalen Sprache der Logik ein einfacher Pfeil , insbesondere im englischsprachigen Bereich in Anlehnung an die Peano-Russellsche Schreibweise auch die Kurve (âHufeisenâ, âhorseshoeâ, âBogenzeichenâ (Reichenbach)) verwendet, gelegentlich auch der Pfeil mit zwei Querstrichen .
In der polnischen Notation wird fĂźr die materiale Implikation der GroĂbuchstabe C verwendet, sodass die Aussage âWenn a, dann bâ als Cab geschrieben wird.
Gottlob Frege drĂźckt in seiner Begriffsschrift, der ersten Formalisierung der klassischen Prädikatenlogik, das Konditional âWenn A, dann Bâ durch
aus.
|
NatĂźrliche Sprache und materiale Implikation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Fall der materialen Implikation sagt man oft kurz: âWenn a, dann b.â Dieser Sprachgebrauch ist etwas unglĂźcklich, weil die Formulierung âwenn âŚ, dann âŚâ im Deutschen ein weites Bedeutungsfeld hat und mehrheitlich nicht fĂźr materiale, das heiĂt hier wahrheitsfunktionale, sondern fĂźr inhaltliche Zusammenhänge (Kausalität oder zeitliche Abfolge) verwendet wird. Solche Zusammenhänge lassen sich mit der materialen Implikation nicht ausdrĂźcken. Zwischen der materialen Implikation und dem natĂźrlichsprachlichen âwenn âŚ, dann âŚâ muss daher sehr genau unterschieden werden. Manchmal versucht man, durch Formulierungen wie âSchon wenn a, dann b âŚâ oder âa ist eine hinreichende Bedingung fĂźr bâ Missverständnisse zu vermeiden, die aus den vielen Bedeutungen des deutschen âwenn âŚ, dann âŚâ resultieren kĂśnnen.
Die Implikation zu (a) âEs regnetâ und (b) âDie StraĂe wird nassâ ist damit die Aussage
| Wenn es regnet, wird die StraĂe nass. |
Alternative Formulierungen, die den materialen Charakter besser betonen, sind
| Schon wenn es regnet, wird die StraĂe nass. |
oder
| Dass es regnet, ist eine hinreichende Bedingung dafĂźr, dass die StraĂe nass wird. |
Die materiale Implikation ist genau dann falsch, wenn das Antezedens wahr ist und das Sukzedens falsch ist. In jedem anderen Fall ist die Implikation wahr. Das Konditional â(w)enn es regnet, wird die StraĂe nassâ ist also nur dann falsch, wenn es regnet, die StraĂe aber nicht nass wird.
Die Festlegung, dass eine materiale Implikation nur dann falsch ist, wenn das Antezedens (der Wenn-Teil) wahr und das Sukzedens falsch ist, fĂźhrt dazu, dass die folgenden VerknĂźpfungen empirischer Aussagen wahr sind:
| Wenn London in Frankreich liegt, ist Schnee weiĂ. | falsches Antezedens, wahres Sukzedens |
| Wenn London in Frankreich liegt, ist Schnee schwarz. | falsches Antezedens, falsches Sukzedens |
| Wenn London in England liegt, ist Schnee weiĂ. | wahres Antezedens, wahres Sukzedens |
Diese Paradoxien der materialen Implikation unterstreichen den extensionalen Charakter (siehe Junktor) der materialen Implikation: Sie behauptet keinerlei inhaltlichen Zusammenhang zwischen Antezedens (Wenn-Teil) und Sukzedens (es gibt auch tatsächlich keinen Zusammenhang zwischen der geographischen Lage von London und der Farbe von Schnee), vielmehr wird ihr Wahrheitswert rein extensional auf die Wahrheitswerte ihrer Teilsätze zurĂźckgefĂźhrt: âSchon wenn das Antezedens wahr ist, ist das Sukzedens auch wahr.â
Zusammenhang mit der notwendigen Bedingung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wie bereits erwähnt, drßckt die materiale Implikation die hinreichende Bedingung aus. Von ihr zu unterscheiden ist die notwendige Bedingung, die besagt, dass ein Sachverhalt erforderlich, aber eben nicht ausreichend dafßr ist, dass ein anderer Sachverhalt eintritt.
- Beispiel
- âNur wenn eine Person volljährig ist, darf sie wählen.â Volljährigkeit ist eine notwendige Bedingung fĂźr das Wahlrecht, ist aber nicht ausreichend; man muss in der Regel zusätzliche Bedingungen erfĂźllen, z. B. die StaatsbĂźrgerschaft des Landes haben.
Die hinreichende und die notwendige Bedingung stehen in engem Zusammenhang. Wenn ein Sachverhalt A eine hinreichende Bedingung fĂźr einen Sachverhalt B ist, dann ist B zugleich eine notwendige Bedingung fĂźr A. Das Beispiel âNur wenn eine Person volljährig ist, darf sie wählenâ ist logisch äquivalent mit âSchon wenn eine Person wählen darf, ist sie volljährig.â Verdeutlichen kann man sich diesen zunächst oft als kontraintuitiv empfundenen Zusammenhang, indem man sich die Situation in einem Wahllokal vor Augen fĂźhrt. Wenn man dort eine Person wählen sieht, dann kann man â auch wenn sie vielleicht sehr jung aussieht â daraus eindeutig schlieĂen, dass sie volljährig sein muss; denn es dĂźrfen ja nur Volljährige wählen.
Auf Grund dieses inhaltlichen Zusammenhangs drĂźckt die materiale Implikation ebenso die notwendige wie die hinreichende Bedingung aus:
wird zwar gewĂśhnlich gelesen als âA ist eine hinreichende Bedingung fĂźr Bâ bzw. âSchon wenn A, dann Bâ; da das aber äquivalent ist zu âB ist eine notwendige Bedingung fĂźr Aâ, kann man es ebenso gut auf diese Weise lesen.
Eigenschaften und logische Gesetze
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die materiale Implikation
ist aussagenlogisch zum Beispiel mit den folgenden Aussagen äquivalent:
- (lies: ânicht a oder bâ). Ăber diese Ăquivalenz kann die materiale Implikation anhand von Disjunktion und Negation definiert werden.
- (lies: âes gilt nicht: a und nicht bâ). Die materiale Implikation kann also ebenfalls anhand von Konjunktion und Negation definiert werden.
- (lies: âwenn nicht b, dann nicht aâ). Man kann also die Implikation umkehren, wenn man dabei gleichzeitig Antezedens und Sukzedens negiert. Dieses logische Gesetz wird auch als Kontraposition bezeichnet.
AuĂerdem ist die Aussage a äquivalent mit und die Aussage (lies: ânicht aâ) ist äquivalent mit , wobei eine beliebige Tautologie und eine beliebige Kontradiktion ist. Ferner sind und äquivalent mit .
Aufgrund ihres extensionalen Charakters eignet sich die materiale Implikation in der Prädikatenlogik gut dazu, Aussagen des Typs âAlle Pferde sind Säugetiereâ wie folgt zu formalisieren:
| Schreibweise | |
| Sprechweise | âFĂźr alle x gilt: Wenn x ein Pferd ist, ist x ein Säugetierâ |
BezĂźglich der Eigenschaften der materialen Implikation ist festzuhalten: Sie ist nicht assoziativ, kommutativ, symmetrisch, antisymmetrisch oder asymmetrisch. Sie ist aber transitiv, das heiĂt, es gilt:
- aus und folgt
AuĂerdem ist sie reflexiv, es gilt also allgemein:
Mit Hilfe der Implikation und der Negation lassen sich alle aussagenlogischen Junktoren darstellen.
Nichtklassische Implikationen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Intuitionistische Implikation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Intuitionismus bedeutet der Ausdruck intuitiv, dass sich ein Beweis von (ßber dessen Existenz nichts ausgesagt wird) zu einem Beweis von transformieren lässt. Die Semantik findet in Heytingalgebren statt, oder es werden intensionale Semantiken verwendet, deren bekannteste und erste formalisierte die von Saul Kripke zunächst fßr die Modallogik entwickelte Kripke-Semantik ist.
Die oben angefĂźhrten Ăquivalenzen gelten intuitionistisch teilweise ânur in eine Richtungâ, d. h. insbesondere:
- aus folgt , aber nicht umgekehrt.
- aus folgt , aber nicht umgekehrt.
- aus folgt , aber nicht umgekehrt.
Anders als die materiale Implikation kann also die intuitionistische Implikation nicht Ăźber Negation und Konjunktion oder Disjunktion definiert werden.
Es gilt jedoch weiterhin, dass a äquivalent ist mit und mit sowie dass und äquivalent sind mit . Wie die materiale Implikation ist auch die intuitionistische transitiv und reflexiv.
Strikte Implikation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei der strikten Implikation handelt es sich um die Kombination des modallogischen Notwendigkeits-Operators mit der materialen Implikation.
| Schreibweise | , |
| Sprechweise | Wenn a, dann gilt notwendig b |
Die strikte Implikation wurde von Diodoros Kronos und in der Scholastik als Umgehungsversuch der Paradoxien der materialen Implikation entwickelt und 1918 von Clarence Irving Lewis neu aufgestellt. Damit soll eine Annäherung an das natĂźrlichsprachliche âwenn âŚ, dann âŚâ erreicht werden. Die strikte Implikation ist nämlich nicht schon dann bereits wahr, wenn das Antezedens falsch oder das Sukzedens wahr ist. Von der strikten Implikation gibt es zahlreiche Varianten, je nachdem welcher ModalkalkĂźl zugrunde gelegt wird. Die strikte Implikation ist, ebenso wie die materiale und die intuitionistische, transitiv und reflexiv.
Auch das Konzept der strikten Implikation unterliegt der Kritik, weil sie zwar die Paradoxie der materialen Implikation vermeidet, aber zu der analogen Schwierigkeit fĂźhrt, dass jede logisch unmĂśgliche Aussage jede beliebige Aussage und dass jede Aussage jede logisch notwendige Aussage strikt impliziert. Lewisâ eigener Verwendung der strikten Implikation wurde zudem vorgeworfen, Objekt- und Metasprache durcheinanderzubringen.
Metasprachliche Implikation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die metasprachliche Implikation ist eine Aussage Ăźber Aussagen. Eine Aussage A impliziert genau dann eine Aussage B, wenn mit dem Zutreffen von A auch das Zutreffen von B gewährleistet ist. Analog implizieren mehrere Aussagen A1 bis An genau dann eine Aussage B, wenn mit dem gemeinsamen Zutreffen der Aussagen A1 bis An auch das Zutreffen von B gewährleistet ist. Zum Beispiel implizieren die Aussagen âAlle Schweine grunzenâ und âBabe ist ein Schweinâ die Aussage âBabe grunztâ.
Der Begriff der Folgerung und damit die metasprachliche Implikation wird auf unterschiedliche Weisen formal präzisiert. Zum einen unterscheidet man zwischen der semantischen Folgerung, notiert als , und der syntaktischen Folgerung, der Herleitbarkeit, aufgeschrieben als :
- Semantischer Folgerungsbegriff
- Eine Folgerung ist genau dann semantisch gßltig, geschrieben: , wenn die Wahrheit der Aussagen A1 bis An die Wahrheit der Aussage B gewährleistet. In einer Interpretationssemantik ist das genau dann der Fall, wenn bei jeder Interpretation, bei der jede der Aussagen A1 bis An wahr ist, auch die Aussage B wahr ist.
- Syntaktischer Folgerungsbegriff
- Eine Folgerung ist genau dann syntaktisch gĂźltig, geschrieben , wenn sich die Aussage B in einem gegebenen logischen KalkĂźl aus den Aussagen A1 bis An herleiten lässt, das heiĂt, wenn sich aus den Aussagen A1 bis An unter Anwendung der Schlussregeln und Axiome des jeweiligen KalkĂźls die Aussage B erzeugen lässt.
Zum anderen gibt es grundsätzlich unterschiedliche Fassungen des Folgerungsbegriffs und damit der metasprachlichen Implikation, etwa den der klassischen Logik oder den der Logik. Diese unterschiedlichen Definitionen von Folgerung beziehungsweise metasprachlicher Implikation fĂźhren zu grundsätzlich unterschiedlichen KalkĂźlen und semantischen Modellen. Wenn aus dem Zusammenhang nicht klar hervorgeht, welche Art von metasprachlicher Implikation beziehungsweise Folgerung gemeint ist, ist es daher notwendig, diese Information mitzuliefern. Man kann daher zum Beispiel auf Formulierungen treffen wie âA impliziert klassisch (semantisch, syntaktisch) Bâ oder âC impliziert intuitionistisch (semantisch, syntaktisch) Dâ. In der formalen Schreibweise wird die Art der Folgerung meist durch ein Subskript beim Folgerungszeichen angezeigt. So kĂśnnte zum Beispiel âKâ fĂźr klassische, âIâ fĂźr intuitionistische Folgerung stehen, also (semantisch, klassisch), (syntaktisch, klassisch), (semantisch, intuitionistisch) und (syntaktisch, intuitionistisch).
In den allermeisten Logiken besteht zwischen objekt- und metasprachlicher Implikation ein enger Zusammenhang, der im Deduktionstheorem ausgedrĂźckt wird. Ist nämlich âWenn a, dann bâ beweisbar, so lässt sich b aus a herleiten; und lässt sich umgekehrt b aus a herleiten, dann ist âWenn a, dann bâ beweisbar. FĂźr âc ist beweisbarâ schreibt man auch . Das Deduktionstheorem kann damit wie folgt niedergeschrieben werden:
- gdw.
Das Deduktionstheorem gilt sowohl fßr die klassische, die intuitionistische als auch die strikte Implikation. Es handelt sich jedoch um keinen selbstverständlichen Zusammenhang, sondern erfordert einen (in den meisten Fällen nicht-trivialen) Beweis.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Dorothy Edgington:Â Conditionals. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.
- Andrew Brennan:Â Necessary and Sufficient Conditions. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.
- Horacio Arlo-Costa:Â The Logic of Conditionals. In: Edward N. Zalta (Hrsg.): Stanford Encyclopedia of Philosophy.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 GrundriĂ der formalen Logik. Paderborn: Universitäts-Taschen-BĂźcher-Verlag: 1983. Aus dem FranzĂśsischen von Joseph Maria BocheĹski. Von Albert Menne Ăźbersetzt und erweitert.