Karl Adolf Mirus

Karl Adolf Mirus (* 27. Februar 1829 in Leisnig; â 21. November 1907 ebenda) war sĂ€chsischer Hofrat, Rechtsanwalt und Familienforscher.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Karl Adolf Mirus wurde als Sohn des BĂŒrgermeisters und Rechtsanwalts Carl Moritz Mirus (1800â1873) und dessen Ehefrau Albertine geb. Wapler (1805â1870) geboren. Bis zum 16. Lebensjahr privat erzogen, besuchte er zwischen 1845 und 1849 die Kreuzschule in Dresden. Von 1849 bis 1852 studierte er in Leipzig, wo er 1857 zum Dr. jur. promovierte.[1] Ab 1857 war er als Rechtsanwalt und Notar in Leisnig tĂ€tig.
Am 14. Februar 1860 verehelichte er sich in Dresden mit Auguste Wilhelmine Buhle (* 25. Juni 1831 in Kalisch; â 15. Juni 1900),[2] Tochter des Kaufmanns Heinrich Buhle (â 1838 in Kalisch) und seiner Ehefrau Dorothea Elisabeth geb. Repphan, einer Nichte von Adolfs GroĂtante Bertha Repphan geb. Pietzsch.[3] Die Familie war vermögend; Repphan und Buhle gehörten zu den Textilfabrikanten in Kalischs Industrie. FĂŒnf Jahre spĂ€ter wurde die Tochter Theodora Elisabeth (1865â1934, genannt âDoraâ) geboren, die 1887 den Göttinger Romanistik-Professor Karl Vollmöller (1848â1922) ehelichte.
Bei Mirus âwar von jeher der Sinn fĂŒr Neuschaffung, insbesonders fĂŒr Bauten, sehr ausgebildetâ. Ein erstes groĂes Projekt ab 1854 war die Umgestaltung und Weiterentwicklung des ererbten groĂen Schlossgartens.[4] Er lieĂ 1891 auf seine Kosten den Kirchturm von St. MatthĂ€i in Leisnig restaurieren und erhöhen.[5] In dem Zusammenhang ernannte die Stadt Leisnig ihn zum EhrenbĂŒrger.[6] 1901 gehörte er der sĂ€chsischen Landessynode an.
Mirus war Mitglied und Vorsitzender zahlreicher Vereine. Zusammen mit seinem Vater gehörte er zu den GrĂŒndungsmitgliedern des Geschichts- und Altertumsvereins zu Leisnig, den der junge Aktuar v. d. Gabelentz[7] 1866 grĂŒndete. Er war ein hingegebener Familienforscher und grĂŒndete 1904 fĂŒr die elterlichen Nachkommen den Mirus- und Waplerbund.
Seit 1899 war Mirus sĂ€chsischer Hofrat,[8] Seit 1883 verbrachte er die Sommermonate in seinem Sommerhaus âGottfriedâ im oberbayerischen Tölz, das auch von seiner Tochter Dora und ihrer Familie genutzt wurde. Mirus starb am 21. November 1907 in Leisnig, wo er auch beigesetzt ist.
Hinweis: In Weimar gab es einen Kommissionsrat Adolf Mirus (1825â1918), der mit diesem aller Wahrscheinlichkeit nach verwandt gewesen ist!
Werke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- BeitrÀge in Mittheilungen des Geschichts- & Alterthums-Vereins zu Leisnig im Königreiche Sachsen ab 1. Heft 1868. Digitalisate.
- BeitrÀge in Waplersches Familienblatt ab 1899.
- BeitrÀge in Mirusblatt. Vereinsorgan des Mirusbundes, ab 1903.
- Stammbaum der Familie Mirus, 1897.
- Stammbaum der Familie Wapler, zusammengestellt am 23. Oktober 1898; angefertigt von Julius Merbitz, Leisnig. Digitalisat.
- Ausgabe der beiden StammbÀume in der Form von Ringelscheiben, 1904.
- Mein Lebenslauf. Von Carl Adolf Mirus, Leisnig. Mit einem Nachwort herausgegeben von Karl Vollmöller. Leisnig 1908. (auch in: Waplerâsches Familienblatt Nr. 36 (1908), S. 582â600.)
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Mirus, Carl Adolf. In: Sachsens Gelehrte KĂŒnstler und Schriftsteller in Wort und Bild. Bruno Volger Verlagsbuchhandlung, Leipzig-Gohlis 1907â1908, S. 104f.. (mit PortrĂ€t)
- Mirus, Carl Adolf. In: Deutschlands Oesterreich-Ungarns und der Schweiz Gelehrte, Schriftsteller und KĂŒnstler in Wort und Bild. Erste Ausgabe. Bruno Volger Verlagsbuchhandlung, Leipzig-Gohlis 1908, S. 318f.. (ohne PortrĂ€t)
- Nekrolog: Carl Adolf Mirus. In: Mitteilungen des Geschichts- und Altertumsvereins zu Leisnig im Königreich Sachsen. 13. Heft, 1908, S. 94â97.
- Karl Vollmöller: Ein alter Familiensitz. Leisnig 1911. Digitalisat.
- Leon Mirus: Geschichte des Geschlechtes Mirus Altenburger Abstammung fĂŒr den âMirusbundâ verfaĂt. (Reihe BeitrĂ€ge zur Deutschen Familiengeschichte, 4.) Leipzig 1925. (Carl Adolf Mirus: S. 69â71, 75f.)
- Claudia Fiebach: Gestaltungswille und Landschaftsvision. Die romantische Garten- und Parkanlage der Familie Mirus in Leisnig. In: Jahrbuch / Staatliche Schlösser, Burgen und GĂ€rten Sachsen. 2025, S. 31â60. PDF.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Stammbaum (Ancestry RootsWeb)
Nachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Leipziger Zeitung vom 13. Oktober 1857, S. 5152.
- â Leipziger Zeitung vom 18. Februar 1860, S. 834, 3. Spalte; Zur Erinnerung an Frau Auguste Wilhelmine verehel. Hofrat Dr. Mirus geb. Buhle. In: WaplerÊŒsches Familienblatt Nr. 21 vom 1. Juli 1904, S. 325â329.
- â Lebenslauf 1908, S. 14.
- â Lebenslauf 1908, S. 17â19; Vollmöller 1911; Fiebach 2025.
- â Heinrich Nobbe: Predigt bei der Weihe des Kirchthurms der St. MatthĂ€ikirche zu Leisnig, gehalten am 8. November 1891. Digitalisat.
- â Mittheilungen des Geschichts- und Alterthums-Vereins, 9. Heft, 1893, S. 76.
- â Staatshandbuch fĂŒr das Königreich Sachsen. 1867, S. 168.
- â Staatshandbuch fĂŒr das Königreich Sachsen auf das Jahr 1899, S. 335.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mirus, Karl Adolf |
| ALTERNATIVNAMEN | Mirus, Carl Adolph; Mirus, Adolf |
| KURZBESCHREIBUNG | sÀchsischer Hofrat, Rechtsanwalt und Familienforscher |
| GEBURTSDATUM | 27. Februar 1829 |
| GEBURTSORT | Leisnig |
| STERBEDATUM | 21. November 1907 |
| STERBEORT | Leisnig |