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Konoskopische Holografie

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Die konoskopische Holografie ist ein optisches Messprinzip fĂŒr die berĂŒhrungslose Messung von Form- und Gestaltabweichungen. Das Prinzip basiert auf der Interferenz zweier Lichtwellen.[1][2] Voraussetzung fĂŒr Interferenz ist kohĂ€rentes Licht. Dieses Licht wird durch einen Laser erzeugt (Bild 1). Anwendung findet das Messprinzip zum Beispiel bei der Messung der Rauheit von technischen OberflĂ€chen. Das grundlegende Prinzip der Holografie wurde schon 1948 von Dennis GĂĄbor[3][4] entdeckt. Mitte der 1980er-Jahre veröffentlichten G. Sirat und Demetri Psaltis die Theorie der konoskopischen Holografie.[5][6]

Aufbau eines konoskopischen Sensors

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Schematischer Aufbau eines konoskopischen Sensors

Mit Hilfe des Laserstrahls wird auf einem Messobjekt ein Lichtpunkt erzeugt, dessen Licht diffus, das heißt in alle Richtungen, zurĂŒckstrahlt. Ein Teil des von diesem Lichtpunkt zurĂŒckgestrahlten Lichts wird vom Objektiv des optischen Sensors erfasst und fĂ€llt auf einen doppelbrechenden Kristall. Dort werden die eintreffenden Lichtstrahlen zunĂ€chst in Teilstrahlen gespalten und nach Austritt aus dem Kristall wieder ĂŒberlagert. Dort entsteht ein Interferenzmuster, das mit Hilfe des Bildsensors erfasst wird und im optomechatronischen System ausgewertet wird. Im Interferenzmuster sind Informationen ĂŒber den Winkel des eintreffenden Lichtstrahls gespeichert, und im konoskopischen System wird dieser Winkel analysiert. Der Messprozess beruht auf der Rekonstruktion des Abstandes des Lichtpunktes aus den Winkelinformationen.

Strahlbrechung an einem doppeltbrechenden Kristall

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Um die SystemfunktionalitĂ€t besser begreifen zu können, soll das Messprinzip anhand des Strahlengangs (siehe Strahlenoptik) eines einzelnen Lichtstrahls erlĂ€utert werden (Bild „Aufsplittung“). Ein einzelner Strahl sei im Abstand z vom Messobjekt (Lichtpunkt = Messpunkt) in Richtung Sensor reflektiert worden. Dieser Lichtstrahl trifft unter einem Winkel  auf einen doppeltbrechenden Kristall (Brechungsindizes und ). An der OberflĂ€che des Kristalls wird der Strahl in zwei Teilstrahlen gesplittet – in einen ordentlichen Strahl und einen außerordentlichen Strahl (siehe Doppelbrechung). Beide Teilstrahlen werden in Richtung der optischen Achse gebrochen, wobei der außerordentliche Strahlteil stĂ€rker gebrochen wird als der ordentliche Strahlteil. Im Kristall breiten sich beide Teilstrahlen auf unterschiedlichen Wegen aus und treten an unterschiedlichen Orten aus dem Kristall. Ein Betrachter auf der dem Lichtpunkt gegenĂŒberliegenden Seite des Kristalls wĂŒrde anstelle des ursprĂŒnglichen Lichtpunktes zwei separate Lichtpunkte erkennen, die einen Abstand Δz zueinander aufweisen. Der Abstand Δz ist abhĂ€ngig von den Kristalleigenschaften und dem Einfallswinkel . Durch den Schnitt mit der optischen Achse kann daraus der originĂ€re Abstand z vom Lichtpunkt zum Sensor rekonstruiert werden.

Aufsplittung eines Lichtstrahls an der OberflĂ€che eines doppeltbrechenden Kristalls. Jeder reflektierte Strahl enthĂ€lt Information ĂŒber den Ort des Lichtpunktes.

Rekonstruktion des Abstandes z

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Bei der Rekonstruktion des Abstandes z bedient man sich der Konoskopie. Bei der Konoskopie wird im Gegensatz zur Orthoskopie kein vergrĂ¶ĂŸertes Bild des Objektes, sondern eine Interferenzfigur beobachtet. Man stelle sich die beiden Lichtpunkte als Quellen vor, von denen Lichtwellen kugelförmig ausgestrahlt werden (Bild „Abstand“). Vergleichbar, als wĂŒrden zwei Steine gleichzeitig im Abstand Δz in ein ruhendes GewĂ€sser geworfen. Die Uferkante entspricht der Betrachtungsebene. An der Uferkante beobachtet man ĂŒberall dort, wo sich die Wellen der beiden Quellen ĂŒberlagern Interferenz. Bei der Interferenz zweier Lichtwellen ergibt sich in einem ansonsten dunklen Umfeld ein heller Punkt. Übertragen auf die Summe aller vom Messpunkt diffus reflektierten Lichtstrahlen bedeutet dies: Jeder reflektierte Strahl wird im Kristall in einen ordentlichen und einen außerordentlichen Teilstrahl gesplittet. Damit gibt es auch fĂŒr jeden Strahl ein eigenes Interferenzbild. Das konoskopische Bild wird durch Sammlung aller interferierenden Teilstrahlen erzeugt. Es besteht aus konzentrischen Ringen, die nach außen immer enger werden. Ein solches Muster wird auch Fresnelsche Zonenplatte oder Gabor-Zonenlinse genannt. Die GrĂ¶ĂŸe der Ringe ist abhĂ€ngig von der Position des Messpunktes im Raum.

Der Abstand der ausgestrahlten Kugelwellen betrÀgt λ/2, wobei hier λ die WellenlÀnge der Laserlichtquelle ist. Auf einer Betrachtungsebene interferieren Lichtwellen. Die Sammlung aller Interferenzmuster ergibt eine Fresnelsche Zonenplatte. Der Abstand der Lichtquellen kann aus dem Interferenzmuster rekonstruiert werden.

Der Abstand des Objektpunktes zum EmpfÀnger (CCD-Array) (Rao) korreliert dabei mit dem mittleren Radius des Interferenzringes m-ter Ordnung (Rm):

Als Faustregel gilt: Je weiter der Messpunkt vom EmpfĂ€nger entfernt ist, desto grĂ¶ĂŸer werden die Ringe der Fresnelschen Zonenplatte.

Vorteile gegenĂŒber anderen Abstandsmessverfahren

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Der prinzipielle Unterschied zur klassischen Lasertriangulation ist, dass die Triangulation nur den Winkel eines einzelnen Strahles misst, wĂ€hrend das konoskopische System den Winkel eines jeden diffus reflektierten Strahles erfasst und auswertet. Diese Prozedur ist gegenĂŒber der Triangulation deutlich stabiler und robuster, da Winkelfehler herausgemittelt werden. GegenĂŒber dem Laserfokusprinzip oder einigen Varianten der Konfokaltechnik werden keine bewegten Teile benötigt, die den Messbereich unvorteilhaft einschrĂ€nken. Durch Austauschen der Linsen kann der Messbereich des konoskopischen Sensors verĂ€ndert werden.

Einzelnachweise

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  1. ↑ K. Buse, M. Luenneman: 3D Imaging: Wave Front Sensin Utilizing a Birefringent Crystal. In: Physical Review Letters, The American Physical Society, Vol. 85, 16/2000, S. 3385–3387.
  2. ↑ L. Mugnier: Conoscopic Holography: Toward Three-Dimensional Reconstructions of Opaque Objects. In: Applied Optics, Optical Society of America, Vol. 34, 8/1995, S. 1363–1371.
  3. ↑ D. Gabor: A New Microscopic Principle. In: Nature, No. 161, 1948, S. 777–778.
  4. ↑ D. Gabor: Holography – 1948–1971. In: Proc. of the IEE Electronics, Band 60, 1972, Heft 6, S. 655–668.
  5. ↑ G. Sirat, D. Psaltis: Conoscopic Holography. In: Optics Letters, USA, 10/1985, S. 4–6.
  6. ↑ G. Sirat, D. Psaltis: Conoscopic Holograms. In: Optics Communications, Netherlands, vol. 65, 4/1988, S. 243–249.