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Musilscher Farbkreisel

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Der Musilsche Farb- oder Variationskreisel ist ein einfaches Instrument zur kontinuierlichen, stufenlosen Erzeugung von Mischfarben durch Additive Farbmischung mit Hilfe einer rotierenden, zweifarbigen KreisflĂ€che. Er wurde 1906 vom österreichischen Schriftsteller und Ingenieur Robert Musil fĂŒr physikalische und wahrnehmungspsychologische Experimente entwickelt.

Variationskreisel nach Musil

Funktionsprinzip

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Zwei aufeinanderliegende KreisblĂ€tter gleicher GrĂ¶ĂŸe und unterschiedlicher Farbe werden radial angeschnitten, ĂŒber die Schnittlinie ineinander verzahnt und leicht gegeneinander verdreht. In der Aufsicht stellt sich dies als eine aus einem großen Kreissegment (mit der Farbe des oberen Kreisblattes) und einem kleinen Kreissegment (mit der Farbe des unteren Kreisblattes) bestehende KreisflĂ€che dar. Durch weitere Drehung der KreisblĂ€tter gegeneinander lĂ€sst sich das GrĂ¶ĂŸenverhĂ€ltnis der beiden Segmente beliebig verĂ€ndern. Versetzt man die KreisflĂ€che nun in Rotationsbewegung um den Kreismittelpunkt, so entsteht fĂŒr das menschliche Auge – eine ausreichend hohe Rotationsgeschwindigkeit vorausgesetzt – der Eindruck, die gesamte KreisflĂ€che besitze eine einzige, aus den Farben der Segmente zusammengesetzte Mischfarbe.

Beim Musilschen Farbkreisel wird die rotierende KreisflĂ€che ĂŒber eine Welle kontinuierlich angetrieben. Das VerhĂ€ltnis der GrĂ¶ĂŸe der beiden Kreissegmente – und somit der Farbton der Mischfarbe – kann wĂ€hrend des Betriebes stufenlos eingestellt werden.

  • Robert Musil: Gesammelte Werke. Band II, Adolf FrisĂ© (Hg.), Reinbek bei Hamburg 1978, S. 944