Patroklos (GemÀlde)

MĂ€nnlicher Akt, genannt Patroklos (französisch: AcadĂ©mie dâhomme, dit Patrocle), ist ein ĂlgemĂ€lde des französischen Malers Jacques-Louis David (1748â1825). Es entstand um 1780 in Rom und zeigt Patroklos, den Liebhaber des Achilleus.
Das Werk hÀngt in Cherbourg-Octeville.
Bildbeschreibung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es handelt sich um ein ungewöhnliches Bild, denn es zeigt kein Gesicht. Das Augenmerk des KĂŒnstlers ist einzig auf die Anatomie des Körpers gerichtet, auf die Muskulatur, die aufgrund der Stellung angespannt ist. Nicht die Darstellung der Person steht im Vordergrund, sondern die Meisterschaft des Malers.
Das Werk hat eine GröĂe von 121,5 Ă 170,5 cm und wurde in Ăl auf Leinwand gemalt.[1][2]
Genese
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1774 erhielt David fĂŒr das GemĂ€lde Der Arzt Erasistratos entdeckt die Ursache der Krankheit des Antiochus den ersten Preis des Prix de Rome, ein Stipendium fĂŒr einen mehrjĂ€hrigen Aufenthalt in Rom. Sein Lehrer Joseph-Marie Vien wurde zur selben Zeit zum Direktor der AcadĂ©mie de France Ă Rome bestellt. Gemeinsam reisten Lehrer und SchĂŒler nach Rom. David widmete sich dort vor allem dem Studium der Antike und dem der italienischen Meister der Hochrenaissance. Er befasste sich unter anderem mit mĂ€nnlichen Akten, einem Hektor und dem gegenstĂ€ndlichen Patroklos.

Die Figur des Patroklos und dessen tragischer Tod scheint den Maler besonders inspiriert zu haben, entstanden doch in Rom auch das ĂlgemĂ€lde Das BegrĂ€bnis des Patroklos und der oben erwĂ€hnte Hektor. Dieser hatte Patroklos getötet und war im Gegenzug von Achilleus getötet worden.
Standort, Ausstellungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erstmals gezeigt wurde der Akt beim Salon de Paris des Jahres 1781. Das GemÀlde ist Teil der Sammlung des Musée des beaux-arts Thomas Henry in Cherbourg, Inv. 835.102. Es wurde bei einer David-Retrospektive im Pariser Louvre und im Rahmen zahlreicher thematischen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt:
- 1955: Ingres et ses maßtres, von Roques bis David, Toulouse (Musée des Augustins) und Montauban (Musée Ingres)
- 1989â90: David, Paris (MusĂ©e du Louvre)
- 1990: Entre des dieux et des héros, Kopenhagen (Statens Museum for Kunst)
- 2002: Neoclassicismo in Italia, Mailand
- 2004: Il nudo tra ideale e realtĂ , Bologna (Galleria dâArte Moderna)
- 2005â06: Au delĂ du maĂźtre, Girodet et lâatelier de David, Montargis (MusĂ©e Girodet)
- 2009: La peinture française au XXe siÚcle, Académisme et modernité, Shimane und Yokohama
- 2012: Artistes et amateurs français à Rome, Caen (Musée des Beaux-arts)
- 2013â14: MĂ€nnlich/MĂ€nnlich Nackte MĂ€nner von 1800 bis heute, Wien (Leopold Museum), Paris (MusĂ©e dâOrsay)[3]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â MusĂ©e dâOrsay: Jacques Louis David (1748â1825): AcadĂ©mie dâhomme, dit Patrocle, abgerufen am 6. November 2019
- â Valentine von Fellenberg: GrenzĂŒberschreitungen und Akademiefiasko: Hans Jakob Oeri und das Schweizer Kunstschaffen im 19. Jahrhundert, de Gruyter 2017, 505
- â MusĂ©e dâOrsay: MĂ€nnlich/MĂ€nnlich. Nackte MĂ€nner von 1800 bis heute., 24. September 2013 bis 12. Januar 2014