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PrÀfekt (Frankreich)

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Der PrÀfekt Jean-Luc Videlaine in Uniform mit Bandschnalle

Ein PrĂ€fekt (französisch PrĂ©fetⓘ/?) ist in Frankreich als Vorsteher einer PrĂ€fektur, in der Regel auf der Ebene eines DĂ©partements, der dortige oberste ReprĂ€sentant des Zentralstaates. Er trĂ€gt militĂ€rische Uniform und hat einen militĂ€rischen Rang.

Der Begriff stammt von lateinisch praefectus, von praeficere „vorsetzen“ und ist im allgemeinen Wortsinn ein Vorsteher oder Vorgesetzter.

Funktion des PrÀfekten

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Die PrĂ€fekturen Frankreichs (ohne Überseegebiete)

Die Funktion eines französischen PrĂ€fekten geht auf die Zeit Napoleons zurĂŒck, der das Amt im Jahr 1800 einfĂŒhren ließ, mit Bezugnahme auf den PrĂ€fekten im Römischen Reich. Der PrĂ€fekt stellte den verlĂ€ngerten Arm der Zentralregierung in den französischen DĂ©partements dar und war mit weitreichenden Kompetenzen ausgestattet, die es ihm erlaubten, sein Departement nach den zentralstaatlichen Richtlinien alleine zu verwalten. Diese Struktur blieb auch nach der Restauration der Bourbonen 1814/1815 bestehen.

Der PrÀfekt war bis 1982 der höchste Verwaltungsbeamte eines Départements. Seit den Dezentralisierungsgesetzen jenes Jahres, die aus den vormaligen schlichten Verwaltungsuntergliederungen Département und Gemeinde vollwertige Gebietskörperschaften mit eigenem Wirkungsbereich machten, wird die Verwaltung der Départements vom gewÀhlten PrÀsidenten des Départementrates geleitet. Der PrÀfekt ist allerdings weiterhin Vertreter des französischen Staates im Département und wird daher auch heute noch vom StaatsprÀsidenten ernannt.

Als Leiter der gesamten dekonzentrierten Staatsverwaltung im DĂ©partement untersteht dem PrĂ€fekten ein Mitarbeiterstab von bis zu tausend Personen, deren Aufgaben zum Beispiel in der Erstellung von FĂŒhrerscheinen, ReisepĂ€ssen, Kraftfahrzeugzulassungen und so weiter besteht; als ReprĂ€sentant des Zentralstaats kommen ihm insbesondere weitreichende Polizeibefugnisse zu (Chef der dem Verteidigungsministerium unterstehenden, im DĂ©partement befindlichen Brigaden der paramilitĂ€rischen Gendarmerie nationale, Chef der dem Innenministerium unterstehenden, im DĂ©partement befindlichen Police nationale sowie deren Gliederungen: der Bereitschaftspolizei CRS und der dem Befehl des Magistrats unterstehende Kriminalpolizei Police judiciaire). Ferner kann er die UnterstĂŒtzung des Inlandsgeheimdienstes Direction centrale du renseignement intĂ©rieur (DCRI) anfordern. In diesem Zusammenhang koordiniert der PrĂ€fekt stĂ€dtische und kommunale PolizeikrĂ€fte in seinem DĂ©partement, die dem jeweiligen BĂŒrgermeister unterstehen. Zudem obliegt dem PrĂ€fekten die mit der Dezentralisierung erforderlich gewordene Kommunalaufsicht. Er besitzt auch Befugnisse in der Entwicklungsplanung.

Rechte und Pflichten

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Als Vertreter des Staates und ausfĂŒhrendes Organ der Politik wird vom PrĂ€fekten absolute LoyalitĂ€t gegenĂŒber der Zentralregierung in Paris gefordert. Dies erklĂ€rt, warum nur treue WeggefĂ€hrten des jeweiligen StaatsprĂ€sidenten von diesem auf vakante PrĂ€fekturen berufen werden.

Den PrĂ€fekten stehen eine Dienstwohnung (in der PrĂ€fektur) und ein Dienstwagen zur VerfĂŒgung. Sie dĂŒrfen ihr DĂ©partement nur mit Genehmigung des StaatsprĂ€sidenten verlassen, da sie in Not- oder KatastrophenfĂ€llen mit der Koordination und Leitung aller Sicherheits- und Rettungsdienste betraut sind.

Sous-préfet und Préfet de région

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Die Leitung der Arrondissements obliegt UnterprÀfekten (französisch sous-préfets), die ihren Sitz in der UnterprÀfektur (französisch sous-préfecture) haben. Die Verwaltung des Arrondissements, in dem der Hauptort des Départements liegt, wird in Personalunion vom PrÀfekten des Départements (also ohne eigenen UnterprÀfekten) geleitet.

An jenen Orten, die zugleich PrĂ€fektur, also Hauptort einer Region sind, vertritt der PrĂ€fekt als RegionalprĂ€fekt (französisch prĂ©fet de rĂ©gion) auch die Interessen des Staates gegenĂŒber den Organen der Region.

  • GĂŒnter Liehr: Frankreich. Eine Nachbarschaftskunde. Ch. Links Verlag, Berlin 2007, ISBN 3861534304.