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Programmkino

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Als erstes Programmkino Deutschlands gilt das Cinema Ostertor in Bremen, das 1969 gegrĂŒndet wurde

Ein Programmkino, auch Filmkunstkino, Studiokino oder Arthouse, ist ein Filmtheater, das vorwiegend Filme außerhalb des Mainstreams zeigt.

Geschichte und Beschreibung

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Programmkinos entstanden gegen Ende der 1920er Jahre an der OstkĂŒste der Vereinigten Staaten. Art House Cinemas waren vor allem in den GroßstĂ€dten der USA weit verbreitet; um 1960 gab es dort etwa 500 derartige Einrichtungen.[1] Oft gingen sie aus nichtkommerziellen Filmklubs hervor. Heute wird die Bezeichnung Arthouse umgangssprachlich als Gegenbegriff zum Mainstream verwendet.

Programmkino Atlantis in Mannheim
Kinostar Arthaus in Heilbronn (2016 eröffnet)

Das Kinoprogramm wurde durch ein hauptsĂ€chlich akademisches Publikum geprĂ€gt, das sich fĂŒr Filme jenseits amerikanischer Studioproduktionen interessierte. Im Arthouse-Kino kommen viele verschiedene Strömungen zusammen, die sich inhaltlich oft ĂŒberschneiden. Vor allem europĂ€ische Filme fanden ihren Weg ins Arthouse, da sie sich aus einer anderen ErzĂ€hltradition heraus schon prinzipiell von den amerikanischen Produktionen unterschieden.

Im Rahmen von Retrospektiven wurden außerdem ausgewĂ€hlte Filme erneut aufgefĂŒhrt. In den 1970er und 1980er Jahren etablierten sich die Programmkinos als SpielstĂ€tten fĂŒr den Independent- und Undergroundfilm, von da an auch in Europa als Antwort auf die Versuche der angestammten Kinoindustrie, kleineren Kinos das aktuelle Kinoprogramm vorzuenthalten. Die so entstandenen Programmkinos sind – verglichen mit anderen Kinos – von der Verleihstrategie und den Vorgaben der Filmverleiher unabhĂ€ngig.

In Deutschland betrĂ€gt der Anteil der Programmkinos am Kinomarkt heute etwa 17 Prozent; in anderen europĂ€ischen LĂ€ndern wie Frankreich oder der Schweiz bis zu 30 Prozent.[1] Viele Programmkinos in Deutschland waren seit 1953 in der Gilde deutscher Filmkunsttheater und seit 1972 in der AG Kino organisiert. 2003 vereinigten sich beide VerbĂ€nde zur Arbeitsgemeinschaft Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater.

Die 1905 als Zelt­kino ge­grĂŒndeten Breiten­seer Licht­spiele in Wien

Im Gegensatz zu den nichtkommerziellen Kommunalen Kinos, die in der Regel von der öffentlichen Hand gefördert werden, sind Programmkinos privatwirtschaftlich organisiert. Die Programmgestaltung muss daher wirtschaftlich sein und kann sich nicht allein an cineastischen Kriterien orientieren. Viele Programmkinos werden daher von gemeinnĂŒtzigen Vereinen und ehrenamtlichen Mitarbeitern getragen. Eine Ausnahme gibt es in Heilbronn: Die dort tĂ€tigen Kinostar Arthaus-Kinos spielen die öffentlich geförderte Reihe 'arthaus EXTRA', die somit die Funktion eines Kommunalen Kinos ĂŒbernimmt.

  • Gregory A. Waller (Hrsg.): Moviegoing in America. A Sourcebook in the History of Film Exhibition. Blackwell, Malden 2001, ISBN 0-6312-2592-7, S. 233 ff.
  • Barbara Wilinsky: Sure Seaters. The Emergence of Art House Cinema. University of Minnesota Press, Minneapolis 2001, ISBN 0-8166-3563-3 (Digitalisat im Internet Archive).
  • Hans-JĂŒrgen Tast: Kinos in den 1980ern. Beispiel: Berlin/West. Verlag Kulleraugen, Schellerten 2008, ISBN 978-3-88842-035-1.
Wiktionary: Programmkino – BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. 1 2 James zu HĂŒningen, Vinzenz Hediger, Patrick Vonderau: Art house. In: Hans JĂŒrgen Wulff (Hrsg.): Lexikon der Filmbegriffe.