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Schulsport

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Kölner SchĂŒler beobachten einen Jungen beim Weitsprung
Siegerinnen eines Schwimmwettbewerbs kanadischer Schulen
Konrad Koch veröffentlichte 1875 den ersten deutschen Fußball-Regelsatz fĂŒr den Fußballsport am Martino-Katharineum in Braunschweig
Fußballspieler des Johanneums LĂŒneburg, 1894

Als Schulsport bezeichnet man im Unterschied zum Hochschulsport, Betriebssport oder Freizeitsport die Gesamtheit der sport- und bewegungsbezogenen AktivitĂ€ten, die im Rahmen der Institution Schule betrieben werden. Neben dem obligatorischen Sportunterricht gehören zum Schulsport auch freiwillige Arbeitsgemeinschaften bzw. Schulsportgemeinschaften, schulsportliche Wettkampfveranstaltungen, nationale Sportveranstaltungen, Sportfeste, Wandertage oder Klassenfahrten mit sportlichen Schwerpunkten (z. B. Skikurse, Radtouren), Pausensportangebote sowie ĂŒberschulische Wettkampfangebote wie Jugend trainiert fĂŒr Olympia oder der Unihockey Cup.

Grundlage bildet die Annahme, dass Bewegung, Spiel und Sport – somit auch der Schulsport – einen unverzichtbaren Beitrag fĂŒr die körperliche, soziale, kognitive und emotionale Entwicklung von SchĂŒlern leisten. FĂŒr den Sportunterricht werden deshalb umfassende LehrplĂ€ne aufgestellt, die detailliert Ziele, Inhalte und Methoden des Faches beschreiben (Sportunterricht – PĂ€dagogische Perspektiven und Bewegungsfelder). Grundlage ist der Doppelauftrag einer Erziehung zum Sport und einer Erziehung (Persönlichkeitsbildung) durch Sport.

Dabei haben ĂŒberfachliche Erziehungsaufgaben wie Gesundheitsförderung, Sozial- und Werteerziehung einen hohen Stellenwert.

Schulsport in Deutschland

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Kultusministerien und Kultusministerkonferenz

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ZustĂ€ndig fĂŒr den Schulsport sind zunĂ€chst die Kultusministerien der einzelnen BundeslĂ€nder, die LehrplĂ€ne und Konzepte fĂŒr den unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Sport erlassen. GestĂŒtzt werden sie durch fachwissenschaftliche Erkenntnisse der Erziehungswissenschaften, der Sportdidaktik und der SportpĂ€dagogik als Teilgebiete der Sportwissenschaft.

Deutscher Olympischer Sportbund und Schulsport

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Auf Bundesebene bringt der Deutsche Olympische Sportbund seine Vorstellungen ĂŒber den Schulsport in verschiedenen Kommissionen und Arbeitsgruppen ein (Kommission Schulsport; Kontaktkommission DOSB - KMK; AktionsbĂŒndnis Schulsport). JĂ€hrlich wird ein DOSB-Schulsportpreis vergeben. Im Orientierungsrahmen fĂŒr den Schulsport von 1999 werden umfassende Forderungen aufgestellt, u. a.:

  • einen mindestens dreistĂŒndig – möglichst in Einzelstunden – erteilten Pflichtunterricht in den allgemeinbildenden Schulen
  • einen mindestens einstĂŒndigen Pflichtunterricht Sport in den Teilzeitberufsschulen
  • eine qualifizierte hochschulmĂ€ĂŸige Lehrerausbildung
  • eine angemessene Einstellung von Sportlehrern
  • eine regelmĂ€ĂŸige Fortbildung fĂŒr Lehrer
  • eine Begleitung und Evaluation durch angemessene Schulsportforschung fĂŒr verbindliche und ĂŒberprĂŒfbare UmfĂ€nge, Inhalte im und Qualifikationen fĂŒr den Schulsport.

Schulsportuntersuchung 2004/2005

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Am 13. Dezember 2004 wurden die Ergebnisse der Studie „Sportunterricht in Deutschland“, die DSB-SPRINT-Studie, vorgestellt. Dabei gab es schlechte Noten fĂŒr den Schulsport.

Jede vierte Sportstunde fĂ€llt aus, die Lehrer sind ĂŒberaltert, die Unterrichtsinhalte oft langweilig oder schlicht nicht mehr zeitgemĂ€ĂŸ. „Die ĂŒblichen drei Sportstunden pro Woche stehen nur auf dem Papier, werden aber nicht erteilt“, kritisierte DSB-PrĂ€sident Manfred von Richthofen die Verantwortlichen fĂŒr die Bildungspolitik in den LĂ€ndern. Über 8800 SchĂŒler im Alter zwischen zehn und 15 Jahren, mehr als 1150 Sportlehrer und ĂŒber 100 Schulleiter sowie 4350 Eltern hatten an der bislang einmaligen Studie teilgenommen – und den Sport-Unterricht an Deutschlands Schulen als unzureichend kritisiert.

Die Studie bezog sich auf Informationen aus Fragebögen, die von SchĂŒlern, Eltern, Sportlehrern und Schulleitern ausgefĂŒllt wurden. Es blieben die fĂŒr die Erteilung von Sportunterricht problematischsten Schulformen wie die Sonderschule oder die Berufsschule unberĂŒcksichtigt. In diesen Schulformen sind der Unterrichtsausfall und die UnattraktivitĂ€t des Sportunterrichts erheblich.

Am 5. Juli 2005 wurde der umfassende Abschlussbericht der Studie vorgelegt, der die ersten Ergebnisse bestÀtigte.

RKI-Monitoring 2014–2017

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Das RKI befragte Kinder und Jugendliche von 6–17 Jahren zu Schulsport und außerschulischen AktivitĂ€ten[1]. Hierbei wurde ebenso wie in der DSB-Sprint-Studie festgestellt, dass die geforderten 3 Sportstunden pro Woche nicht erreicht werden. 22 % der Befragten nahmen an außerschulischen Sportangeboten teil.

Sowohl die Menge an geplanten und stattgefundenen Sportstunden, als auch die Teilnahme an anderen Sportangeboten sank mit dem zunehmenden Alter der Studienteilnehmer. Im Fazit empfiehlt die Studie, das schulische und außerschulische Sportangebot auszuweiten.

Commons: Schulsport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ RKI - Verhalten - Themenblatt: Sportliche AktivitĂ€t in der Schule. Abgerufen am 30. August 2023.