Stannern (Meteorit)
Koordinaten: 49° 17âČ 0âłÂ N, 15° 34âČ 0âłÂ O
| Stannern | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Allgemeines | |||||
| Offizieller Name nach MBD |
Stannern | ||||
| Synonym | StonaĆov meteorite | ||||
| AuthentizitÀt | sicher | ||||
| LokalitÀt | |||||
| Land | Tschechien | ||||
| Region | Moravia | ||||
| Gemeinde | StonaĆov | ||||
| Streufeld | ja | ||||
| Fall und Bergung | |||||
| Datum (Fall) | 22. Mai 1808 | ||||
| beobachtet | ja | ||||
| Sammlung | Hauptmasse im Naturhistorischen Museum Wien | ||||
| Beschreibung | |||||
| Typ | Achondrit | ||||
| Gruppe | HED-Meteorit | ||||
| Untergruppe | Eukrit | ||||
| Masse (total) | 52Â kg | ||||
| Referenzen | |||||
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Stannern ist ein Steinmeteorit des Typs Achondrit, Untergruppe Eukrit (HED-Gruppe). Er fiel am 22. Mai 1808 nahe StonaĆov (deutsch Stannern) in MĂ€hren, heute Tschechische Republik.[1]
Die Gesamtmasse der geborgenen Fragmente wird auf etwa 52 kg geschÀtzt. Stannern gilt als klassischer Eukritfall und wird aufgrund seiner Chemie und IsotopenverhÀltnisse hÀufig mit dem Asteroiden (4) Vesta in Verbindung gebracht.
Das Fallereignis
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Fall wurde von zahlreichen Personen beobachtet und Dutzende BruchstĂŒcke des Meteoriten konnten vom Wiener Naturwissenschaftler Karl Schreibers gesammelt werden.
Der Meteoritenschauer ereignete sich am Sonntag, 22. Mai 1808, kurz vor 06:00 Uhr. Der Himmel war klar, als ein groĂer Feuerkegel am Himmel erschien, und ein ohrenbetĂ€ubender Knall war zu hören war, den die Verfasser der schriftlichen Aufzeichnungen mit einem Kanonenschuss verglichen.[2] Das Ereignis wurde von Passanten auf dem Weg zur Kirche beobachtet. Laut der lokalen Chronik dauerte der Meteoritenfall etwa acht Minuten und die Anzahl der Meteoriten wird auf 200 bis 300 geschĂ€tzt. Es gab keine Verletzten und keine SachschĂ€den.
Die Meteoriten fielen in der NĂ€he von StonaĆov in einem elliptischen Streufeld, das sich auf einer LĂ€nge von etwa 12,5 km und einer Breite von etwa 4,8 km in Nord-SĂŒd-Richtung erstreckte. Fragmente des Meteoriten wurden auch in einigen Nachbar-Gemeinden von StonaĆov gefunden, etwa in den Gemeinden OtĂn, Rosice, CerekviÄka, DlouhĂĄ Brtnice, Hladov und StarĂĄ ĆĂĆĄe.[2]
6 Tage nach dem Fall-Ereignis, am 28. Mai, traf Karl Schreibers, Direktor der âk.k. Hof-Naturalien-Cabineteâ gemeinsam mit Alois von Beckh-WidmanstĂ€tten in der Region ein, organisierte eine Suche nach Fragmenten des Meteoriten, brachte laut eigenem Bericht â61 Meteorsteine und BruchstĂŒcke von Meteorsteinenâ nach Wien, befragte Zeugen des Falls und dokumentiert das Ereignis sorgfĂ€ltig.[3][4]

Sammlungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Gesamtgewicht der geborgenen Steine betrĂ€gt etwa 52 Kilogramm. Sie gelangten in Museen auf der ganzen Welt. Das gröĂte Fragment befindet sich in der Meteoritensammlung des Naturhistorischen Museums Wien und ist als Teil der Schausammlung ausgestellt.[4]
Weitere Fragmente des Meteoriten finden sich in folgenden Sammlungen:
- Meteoritenmuseum, StonaĆov: Einige kleinere Fragmente sind ausgestellt[5]
- Museum fĂŒr Naturkunde (Berlin):[6]
- Museum der UniversitĂ€t TĂŒbingen: 9 Fragmente mit einer Gesamt-Masse von mehr als 3350 Gramm[7]
- Meteoritensammlung der vatikanischen Sternwarte in Castel Gandolfo: 4 Fragmente mit 2 Mal 3 Gramm,1 Mal 14,8 Gramm, 1 Mal 18,3 Gramm[8]
- Meteoritensammlung der Smithsonian Institution: Zahlreiche Fragmente des Meteoriten, die gröĂten mit einer Masse von 162,1 Gramm, 135,9 Gramm und 83,3 Gramm
- Melbourne Museum: Ein Fragment mit 2 Gramm[9]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Meteoritical Bulletin: Entry for Stannern. Archiviert vom am 14. Oktober 2024; abgerufen am 26. November 2025.
- 1 2 AstronomickĂœ Ășstav AV ÄR - Novinky. In: asu.cas.cz. 20. Mai 2008, abgerufen am 29. November 2025 (tschechisch).
- â Karl von Schreibers: Nachrichten von dem Steinregen, der sich am 22sten Mai 1808 in und um Stannern in MĂ€hren ereignet hat; gesammelt auf einer Reise nach Stannern, in Gesellschaft des Directors von WidmannstĂ€tten. In: Annalen der Physik. 1808, ISSN 0003-3804, S. 225â250, doi:10.1002/andp.18080290702.
- 1 2 Naturhistorisches Museum Wien - Meteorite. In: nhm.at. Abgerufen am 29. November 2025.
- â Muzeum meteoritĆŻ: MÄstys StonaĆov. In: .stonarov.cz. Abgerufen am 29. November 2025 (tschechisch).
- â Meteorit, Stannern. Abgerufen am 29. November 2025.
- â Stannern. Abgerufen am 29. November 2025.
- â G.J. Consolmagno: Catalogue of the Vatican Meteorite Collection. 2001, ISBN 88-209-7172-0, S. 51 (harvard.edu).
- â Stannern meteorite. In: collections.museumsvictoria.com.aue. Abgerufen am 29. November 2025 (englisch).
