Transferliste

Die Transferliste bezeichnet im FuĂball eine Liste von FuĂballspielern, die von ihrem Verein zum Transfer angeboten werden. Der jeweilige Verein, bei dem der Spieler derzeit unter Vertrag steht, beabsichtigt also, diesen Spieler an einen anderen Verein abzugeben.
Die Bedeutung einer Transferliste ist in den verschiedenen LĂ€ndern und Ligastufen unterschiedlich. Im deutschen ProfifuĂball kam der Transferliste zwischen 1966 und 2015 eine hohe Bedeutung zu, da die Vereine verpflichtet waren, einen Spieler auf die Transferliste zu setzen, bevor jener den Verein wechseln konnte. In vielen anderen LĂ€ndern existieren dahingegen nur inoffizielle Transferlisten, die von den Vereinen freiwillig genutzt werden, um den Verkauf der Spieler durch die Bekanntmachung der Abgabebereitschaft durch die Transferliste bekanntzumachen.
Situation im deutschen ProfifuĂball
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 1966 fĂŒhrte der Deutsche FuĂball-Bund (DFB) die verpflichtende Transferliste ein. Zu Beginn existierte sie in gedruckter Form und wurde wĂ€hrend der Wechselperioden regelmĂ€Ăig aktualisiert. Die Spieler aller Vereine der ersten und zweiten Bundesliga mussten vom abgebenden Verein durch Mitteilung an den DFB auf die Transferliste gesetzt werden, damit ein anderer Verein diesen Spieler verpflichten konnte.[1] Hierdurch wurden die Vorbereitungen fĂŒr den DFB auf einen bevorstehenden Spielerwechsel vereinfacht, da der DFB bereits vor Vertragsunterzeichnung zwischen den beteiligten Vereinen und dem Spieler FormalitĂ€ten wie die Spielberechtigung und die VertragsmodalitĂ€ten prĂŒfen konnte.
Im weiteren Verlauf wurde die Transferliste nicht mehr nur in gedruckter Form, sondern auch digital ĂŒber das Internet und den Videotext verbreitet. Auch Sportzeitschriften druckten wĂ€hrend der beiden Wechselperioden die aktuelle Transferliste regelmĂ€Ăig ab, da so absehbar war, welche Spieler in nĂ€herer Zukunft wahrscheinlich den Verein wechseln wĂŒrden.[1]
Am letzten Tag einer Transferperiode musste ein Spieler bis um 12 Uhr auf die Transferliste gesetzt werden, damit der Wechsel des Spielers noch in der laufenden Periode vollzogen werden konnte. AnschlieĂend hatte der abgebende Verein noch bis 18 Uhr Zeit, die Vertragsunterlagen bei der DFL einzureichen. Bei Nichteinhaltung dieser Frist wurde den Spielern der Wechsel erst zur nĂ€chsten Wechselperiode gestattet.[2]
Ausschlaggebend fĂŒr die Pflicht, vor dem Transfer einen Spieler auf die Transferliste zu setzen, war die Ligazugehörigkeit des abgebenden Vereins. Spieler, die aus dem Ausland oder von niederklassigen Vereinen zu einem Bundesligisten wechseln wollten, mussten nicht auf die Transferliste gesetzt werden. Andersherum mussten Spieler, die aus der ersten oder zweiten Bundesliga ins Ausland oder zu einem niederklassigen Club wechselten, auf die Liste gesetzt werden.
Im Jahr 2001 ĂŒbernahm die Deutsche FuĂball Liga (DFL) die Verantwortung fĂŒr die Transferliste vom DFB. Mit Beginn der Wechselperiode im Sommer 2015 wurde die Transferliste in ihrer bisherigen Form abgeschafft und durch das neue âTransfer-Online-Registrierungssystemâ (TOR) abgelöst.[3][4] Im TOR sind alle Spielberechtigungs- und Vertragsunterlagen aller Spieler der ersten und zweiten Bundesliga hinterlegt, weshalb die verpflichtende Vorabmeldung der Vereine entfĂ€llt.[1] Die Informationen des TOR sind, anders als die Transferliste, nicht öffentlich zugĂ€nglich.
Situation in anderen LĂ€ndern
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]FĂŒr England und Wales wird von der Professional Footballersâ Association eine freiwillige Transferliste gefĂŒhrt. Diese ist an keine Regularien gebunden und daher nicht mit der zwischen 1966 und 2015 existenten Transferliste in den deutschen Bundesligen vergleichbar. Vielmehr dient die Transfer List dazu, dass Vereine ihre Bereitschaft, einen Spieler an einen anderen Verein abzugeben, durch die Transferliste verdeutlichen können. FĂŒr einen Spielertransfer ist aber nicht notwendig, dass der Spieler zuvor auf die Transferliste gesetzt wird. Die Transferliste ist auch fĂŒr niederklassige Vereine unterhalb des ProfifuĂballs zugĂ€nglich.[5]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 kicker online: Abschied von der Transferliste. 4. Juli 2015, abgerufen am 4. Juli 2015.
- â kicker online: Choupo-Moting und das verflixte Fax. 3. Februar 2011, abgerufen am 4. Juli 2015.
- â Freie Presse: DFL: "TOR" ersetzt Transferliste. 4. Juli 2015, abgerufen am 4. Juli 2015.
- â Sport1.de: Neues Registrierungssystem: Aus fĂŒr die Bundesliga-Transferliste. 3. Juli 2015, abgerufen am 4. August 2022.
- â Professional Footballersâ Association: Using the PFA's Transfer List. Archiviert vom (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 3. Juli 2015; abgerufen am 4. Juli 2015.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.