Trouw
| Trouw | |
|---|---|
| Beschreibung | ĂŒberregionale Tageszeitung |
| Sprache | NiederlÀndisch |
| Verlag | DPG Media B.V. |
| Erstausgabe | 1943 (als legale Zeitung seit 1945) |
| Erscheinungsweise | werktÀglich |
| Reichweite | 292.000Â Mio. Leser |
| (https://www.advertentiegroothandel.nl) | |
| Chefredakteur | Cees van der Laan (seit 2013) |
| Herausgeber | Philippe Remarque |
| Weblink | trouw.nl |
Trouw (deutsch âtreuâ) ist eine niederlĂ€ndische ĂŒberregionale Tageszeitung mit Redaktionssitz in Amsterdam. Sie wurde 1943 zunĂ€chst als illegale Untergrundzeitung gegrĂŒndet und erscheint seit 1975 im Medienkonzern De Persgroep Nederland (bis 2009 âPCM Uitgeversâ). Im ersten Quartal 2008 betrug die bezahlte Auflage der Zeitung 93.524 Exemplare. Chefredakteur ist seit 2013 Cees van der Laan.[1]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Dilettantismus zu Zeiten der puritanischen 1950er Jahre
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Zeitung wurde 1943 wĂ€hrend der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg als protestantische Untergrundzeitung gegrĂŒndet. Obwohl fast 120 Mitarbeiter wĂ€hrend dieser Jahre hingerichtet wurden,[2] war es bis zum Kriegsende möglich, monatlich mehrere Ausgaben herauszubringen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde beschlossen, Trouw als Tageszeitung weiterzufĂŒhren. Sie wurde damit zum inoffiziellen Nachfolger des von der AntirevolutionĂ€ren Partei herausgegebenen De Standaard, war allerdings im Gegensatz zu diesem keine Parteizeitung mehr, sondern nur noch der protestantischen ARP politisch nahestehend. Erster Chefredakteur wurde Sieuwert Bruins Slot, der in seiner Eigenschaft als Fraktionsmitglied (ab 1956 auch als Fraktionsvorsitzender) der ARP im niederlĂ€ndischen Unterhaus die ParteinĂ€he vorerst zusĂ€tzlich garantierte.
Bis zum Ende der 1950er Jahre hinkte Trouw anderen ĂŒberregionalen Zeitungen qualitativ deutlich hinterher. Die Redakteure fungierten als âMĂ€dchen fĂŒr allesâ, was schon einmal zur Folge hatte, dass sie ĂŒber Themen schrieben, mit denen sie nicht vertraut waren, auch mangelte es an einzelnen profilierten Redakteuren, die anderswo zum Renommee beitrugen. Eine Einteilung in Rubriken kannte die Zeitung, die recht bieder und puritanisch daherkam, zu jener Zeit noch nicht. Abgesehen davon, dass besagter Puritanismus die Berichterstattung ĂŒber Theater, Tanz und andere VergnĂŒgungen einschrĂ€nkte, fĂŒhrte auch das streng zu beachtende sonntĂ€gliche Ruhegebot zu Problemen wie zum Beispiel beim Sonntagssport, wo manchmal geradezu Verrenkungen und nachtrĂ€gliche Rechtfertigungen nötig waren, um ĂŒberhaupt darĂŒber berichten zu können.
Bruin Slot lieĂ sich wĂ€hrend dieser Zeit eher wenig in der Redaktion sehen und ĂŒberlieĂ das TagesgeschĂ€ft dem Redaktionsleiter und den Ressortchefs. Letztere bestanden zum Teil aus konfessionell ungebundenen frĂŒheren Mitarbeitern der Tageszeitung De Telegraaf, die aufgrund des bis 1949 geltenden Verbotes dieser Zeitung zu Trouw gekommen waren. Trouw musste sich zu jener Zeit aufgrund Personalmangels auch mit Journalisten verstĂ€rken, die eigentlich aus der Leserschaft fernstehenden Zeitungen stammten, wobei ironischerweise gerade die Telegraaf-Journalisten in ihrer neuen Funktion aus Vorsicht ihrer neuen Leserschaft gegenĂŒber einen orthodoxeren Kurs fuhren als ihre Kollegen.
Geistig-politische Ăffnung und Professionalisierung in den 1960er Jahren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Anfang der 1960er Jahre setzte eine Reihe von tiefgreifenden VerĂ€nderungen ein. Mitte 1961 begann die oft als Bekehrung bezeichnete Abwendung Bruin Slots von der christlichen Rechten, als er recht plötzlich von seiner Abwehrhaltung einer Ăbergabe Westneuguineas an Indonesien abrĂŒckte und Verhandlungen anmahnte. Dies wurde von einem Teil der Leser nicht mitvollzogen, 2.500â3.000 Abonnements gingen allein durch diesen Kurswechsel verloren. Im Dezember 1963 kam es zu einem aufsehenerregenden Seitenaustausch mit der sĂŒdafrikanischen Zeitung Die Burger, in dem es um die Apartheidsfrage ging. Die im Unterschied zu Die Burger vertretene Kontrahaltung der Apartheid gegenĂŒber verstĂ€rkte sich noch anlĂ€sslich der 1964 erfolgten Verurteilung von Nelson Mandela zu lebenslanger Haft. Der Abstempelung Mandelas als Terrorist wurde von Bruin Slot energisch widersprochen, er zog hierbei eine Analogie zu niederlĂ€ndischen WiderstandskĂ€mpfern zu Zeiten der deutschen Besatzung. Der Seitenaustausch wurde im November 1964 wiederholt. Trouw machte sich durch diese Aktion in SĂŒdafrika einen Namen und wurde zu einer Anlaufstelle von in die Niederlande gekommenen Dissidenten. Die Zeitung war auch ein vehementer Gegner des Vietnamkrieges, was frĂŒher nicht so ausgesprochen worden wĂ€re, galten die Amerikaner doch als Befreier der Niederlande. Auch in der vorgenannten Apartheidsfrage hatte die Zeitung frĂŒher eine Position vertreten, dass diese ein notwendiges Ăbel sei.
In den 1960er Jahren wurde auch auf eine Professionalisierung der Zeitung hingewirkt. Der spĂ€tere Chefredakteur Jaap de Berg fĂŒhrte 1962 eigenmĂ€chtig erstmals Rubriken ein; die mit der 1966 erfolgten GrĂŒndung der School voor Journalistiek in Utrecht begonnene Forcierung der journalistischen Ausbildung kam auch der Zeitung zugute, die aus solchen Kaderschmieden selbst neues Personal rekrutieren konnte. Es gab mehr Reportagen, Interviews und âhuman interestâ-Geschichten als frĂŒher. Die rollenklischeebehaftete Frauenseite âTrouw voor de vrouwâ wurde durch Cisca Dresselhuys, der spĂ€teren Chefredakteurin der feministischen Zeitschrift Opzij, schlieĂlich abgeschafft, stattdessen kamen nun in vermehrtem MaĂe feministische Artikel ins Blatt. Die deutlich nach links gerĂŒckte, verjĂŒngte Redaktion entfernte sich dadurch jedoch weiter von der hĂ€ufig eher konservativen Leserschaft, der Spagat zwischen konservativen und fortschrittlichen Inhalten machte der Zeitung erkennbar mehr zu schaffen als anderen BlĂ€ttern wie beispielsweise dem Volkskrant, der sich zu dieser Zeit konsequent von seiner Vergangenheit zu lösen begann. Die folgende Entwicklung sollte der Zeitung im kommenden Jahrzehnt mit einer stĂ€ndig fallenden Auflage groĂe Sorgen bereiten.
Die 1970er Jahre, das Jahrzehnt der Fusionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zu Anfang der 1970er Jahre sah sich der Herausgeber der Zeitung, die âStichting Christelijke Persâ (Stiftung Christliche Presse), dazu genötigt Trouw mit den sogenannten QuartettblĂ€ttern, vier regionalen sĂŒdhollĂ€ndischen Zeitungen, im Einzelnen De Rotterdamemer, Nieuwe Haagse Courant, Nieuwe Leidse Courant und Dordts Dagblad, zu fusionieren. Im Gegensatz zu Trouw waren letztere protestantisch-orthodox geblieben, sodass es mittlerweile einen groĂen Kulturunterschied zwischen den Redaktionen gab. Auch die jeweiligen Chefredakteure stellten sich gegen die Fusion, die dann im Februar 1971 allerdings doch durchgefĂŒhrt wurde. Die meisten Redakteure der QuartettblĂ€tter mussten nach Amsterdam wechseln, wo es zu Spannungen kam â Redakteure der QuartettblĂ€tter beklagten sich etwa ĂŒber die herablassende Behandlung seitens ihrer neuen Kollegen. Die QuartettblĂ€tter blieben zumindest ihrem Namen nach zunĂ€chst bestehen, bei allen Vieren fand sich unter dem alten Titel von nun an der Inhalt von Trouw, ergĂ€nzt durch regionale Seiten. Ab Februar 1975 wurde bei den QuartettblĂ€ttern der alte Name zu einer UnterĂŒberschrift des nun allgemeinen Namens Trouw, bis im Herbst 1982 durch die Streichung der UnterĂŒberschriften die letzten Ă€uĂerlichen Reste der QuartettblĂ€tter verschwanden.
Die neue Zeitung, die die Leser der QuartettblĂ€tter nun bekamen, fand bei diesen hĂ€ufig keinen Gefallen. Ob Kultur, Kirche oder Sport (mittlerweile gab es bei Trouw auch Sonntagssport, Boxen und Autorennen waren allerdings noch tabu), dies war nicht mehr ihre alte Zeitung, sodass es (wieder einmal) zu einer Reihe von AbonnementkĂŒndigungen kam. Ausschlaggebend war auch die 1972 erfolgte EinfĂŒhrung einer Kirchenseite, womit zwar solche Themen nun einen offiziellen Platz erhielten, jedoch nun nicht mehr im vorderen Teil der Zeitung. Im Jahr zuvor war das Reformatorisch Dagblad gegrĂŒndet worden, das von da an die orthodox-protestantische Leserschaft bediente.
Zu dieser Zeit endete die Ăra Bruins Slot, er wurde 1972 durch Jenze Tamminga ersetzt, einem Mann aus der ARP-Parteizentrale, der ĂŒber keinerlei journalistische Erfahrung verfĂŒgte. Bereits zu seiner Vorstellung wurde der Redaktion auseinandergesetzt, dass Tammingas StĂ€rken eher im Organisatorischen zu sehen waren; so machte er sich auch in der Folgezeit keinerlei journalistischen Namen, verteidigte allerdings trotz seiner Herkunft einen eigenstĂ€ndigen, nicht an eine Partei gebundenen Weg der Zeitung. Die in den 1960er Jahren eingesetzte Entwicklung war nicht mehr zurĂŒckzudrehen, eine NĂ€he zur ARP bestand zwar noch immer, dennoch nĂ€herte sich die Zeitung dem Grad der AusprĂ€gung einer politischen Richtung an, der sich auch bei anderen Tageszeitungen findet.
Aufgrund der immer noch ungĂŒnstigen finanziellen Entwicklung trat Trouw zum Jahresbeginn 1975 der âPerscombinatieâ bei, dem 1968 gegrĂŒndeten Gemeinschaftsunternehmen von Het Parool und de Volkskrant. Hierzu zog die Zeitung von der alten Fleet Street der Niederlande, dem Voorburgwal, zur Wibautstraat, die damit zur neuen Amsterdamer ZeitungsstraĂe avancierte. Bereits 1973 hatte es GesprĂ€che mit der Volkskrant gegeben, eine gemeinsame Rumpfzeitung zu bilden. Der erste Teil wĂ€re fĂŒr beide gleich gewesen, in einem zweiten Teil hĂ€tten beide Zeitungen jeweils fĂŒr sich alleine wieder ihre eigenen Inhalte eingebracht. Dieser Plan wurde aufgrund der zu groĂen Unterschiede beider Zeitungen wieder aufgegeben.
Die 1980er Jahre, Ausbruch aus der Konzeptlosigkeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Anfang der 1980er Jahre prĂ€sentierte sich Trouw konzept- und fĂŒhrungslos. Dies fĂŒhrte 1981 zu einer Formierung einer Leitungskommission, der unter anderem der stellvertretende Chefredakteur Jan Kuijk angehörte und die Tamminga die Redaktionsleitung faktisch entriss, obwohl dieser zunĂ€chst noch offiziell Chefredakteur blieb. In den folgenden Jahren wurde das Layout und die Seitenaufteilung umgestellt, des Weiteren begab sich die Kommission auf eine Suche nach einem Nachfolger (zunĂ€chst war ein Co-Chefredakteur geplant) fĂŒr Tamminga. Dieser wurde 1984 schlieĂlich in der Person von Jan Greven gefunden, einem Theologen und damaligen Direktor der Rundfunkanstalt Interkerkelijke Omroep Nederland (IKON). Greven entschied sich dazu, weder die eine Fraktion, die eine konservative Zeitung machen wollte, noch die andere, die in den Fahrwassern der Volkskrant wildern und am liebsten die Kirchenseite abschaffen wollte, zu unterstĂŒtzen, sondern setzte auf den Mittelweg der dritten Fraktion, die eine zugleich moderne und nicht der Tradition entfremdete Tageszeitung machen wollte. Ende der 1980er Jahre wurde die Samstagsbeilage âLetter & Geestâ geschaffen, die auch wegen ihres kontroversen Eigenlebens innerhalb der Zeitung bekannt wurde.
Radikale Umkonzeptionierung in den 1990ern
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In einer zu Anfang der 1990er Jahre durchgefĂŒhrten Analyse kam Jaap de Berg, der 1962 bereits die Rubriken eingefĂŒhrt hatte, zum Schluss, dass die Ăberalterung der Leserschaft schlieĂlich das Ende der Zeitung bedeuten könnte. Zusammen mit dem Layouter Erik Terlouw entwarf er daraufhin ein völlig neues Konzept der Zeitung und die Aufteilung in einen Nachrichten- und einen Hintergrundteil. Die bisher an einem bestimmten Tag in der Woche erscheinenden thematischen Beilagen sollten unter der ganzen Woche auf die Hintergrundbeilage verteilt werden, diese sollte zudem im Tabloid-Format erscheinen. Dieses Konzept wurde zunĂ€chst abgelehnt. Ein Grund hierfĂŒr war, dass durch das Tabloid-Format bei ganzseitigen Anzeigen aufgrund der verringerten GröĂe Anzeigenverluste die Folge gewesen wĂ€ren.
Mit dem Abtritt von Greven war jedoch der Weg fĂŒr die VerĂ€nderung frei, denn De Berg war, nachdem er schon 1972 die Nachfolge von Bruin Slot und 1982 die von Tamminga abgelehnt hatte, endlich bereit, Chefredakteur zu werden. Ein Grund fĂŒr seine Berufung, die auf De Bergs Wunsch auf vier Jahre begrenzt war, lag auch darin, dass der zusammen mit De Berg angetretene neue Co-Chefredakteur Frits van Exter als erster Chefredakteur der Zeitung keiner Kirche angehörte, was wohl ein zu radikaler Umbruch gewesen wĂ€re. Zum Jahresanfang 1999 erschien schlieĂlich die neue Trouw mit ihrer Untergliederung in einen Nachrichten- und einen Hintergrundteil; letzterer trĂ€gt den Namen âDe Verdiepingâ (die Vertiefung). Die Umstellung fand dann auch tatsĂ€chlich groĂe Beachtung. 2001 wurde die Zeitung zusammen mit der portugiesischen Tageszeitung DiĂĄrio de NotĂcias im Rahmen des European Newspaper Award als schönste Tageszeitung Europas ausgezeichnet.
Trouw im Zeitalter des Internets und der Gratiszeitungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die seit 1999 erscheinenden Gratiszeitungen und das Internet sind, bei allem Echo fĂŒr das neue Format, eine harte Konkurrenz, der sich auch Trouw schlieĂlich stellen musste. War im ursprĂŒnglichen Plan von De Berg nur die Hintergrundbeilage im Tabloid-Format vorgesehen, stieg die Zeitung 2004 letztendlich komplett auf das Format um, das ein Jahrzehnt zuvor noch unter anderem aufgrund der befĂŒrchteten Verluste bei den AnzeigeneinkĂŒnften abgelehnt worden war.
Die Rubrik âLetter & Geestâ hatte nun schon seit einiger Zeit einen auch intern umstrittenen Status als politisch unkorrekter Teil, der neben dem Puls der Zeitung schlug und in Themen wie Multikulturalismus und politischer Islam eine Abwehrhaltung einnahm. HierĂŒber kam es zu einem Konflikt zwischen der Chefredaktion und dem Leiter der Rubrik Jaffe Vink, der daraufhin Mitte 2006 die Zeitung verlieĂ und die seit Januar 2007 erscheinende Meinungszeitschrift Opinio grĂŒndete.
Aufgrund des zeitweiligen Einstiegs des Investmentunternehmens Apax bei PCM Uitgevers, wie âPerscombinatieâ von 1994 bis 2009 hieĂ, mussten 2006 weitere Stellen gestrichen werden. Die zum Jahrtausendwechsel stabilisierte, sogar leicht gestiegene Auflage fiel anschlieĂend wieder. 2007 verlieĂ van Exter â aufgrund der zeitlich begrenzten Einsetzung von De Berg seit 2002 alleiniger Chefredakteur â die Zeitung und wurde durch den bisherigen Leiter des Wirtschaftsressorts Willem Schoonen ersetzt.
Internet
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1999 â im Januar geht die Zeitung online, sie ist damit deutlich spĂ€ter am Start als die Schwesterzeitungen de Volkskrant und Het Parool
- 2004 â im September werden RSS-Web-Feeds zum Bestandteil der Homepage
- von Oktober 2006 bis Ende Februar 2011 wurde ĂŒber Trouw-tv eine wöchentliche Videosendung ĂŒber ein bestimmtes Thema verbreitet
Bisherige Chefredakteure
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Jan Bruins Slot | 1945â1971 |
| Jenze Tamminga | 1972â1984 |
| Jan Greven | 1984â1997 |
| Frits van Exter, Jaap de Berg | 1998â2002 |
| Frits van Exter | 2002â2007 |
| Willem Schoonen | 2007â2013 |
| Cees van der Laan | 2013â |
Bekannte und/oder die Zeitung prÀgende Redakteure und Mitarbeiter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Trouw hat in weniger starkem MaĂe als die auflagestĂ€rkeren (spĂ€teren) Schwesterzeitungen NRC Handelsblad und de Volkskrant Starjournalisten und -kolumnisten vorweisen können. Einige Journalisten, die in den Niederlanden spĂ€ter zu groĂer Bekanntheit und/oder Bedeutung kommen sollten, haben jedoch bei Trouw ihre Karriere begonnen und die Wichtigkeit ihrer Lehrjahre dort betont:
- Cisca Dresselhuys, spĂ€ter Chefredakteurin bei der feministischen Zeitschrift Opzij, arbeitete von 1961 bis 1981 fĂŒr die Zeitung und prĂ€gte die Frauenseite mit. 1997 erhielt sie das Angebot Jan Greven als Chefredakteur zu beerben und damit erster weiblicher Chefredakteur einer niederlĂ€ndischen ĂŒberregionalen Tageszeitung zu werden, schlug dieses jedoch aus.
- Piet Hagen, ehemaliger Chefredakteur des Fachorgans De Journalist und ehemaliger Dozent an der bedeutenden School voor Journalistiek, startete 1967 seine journalistische Laufbahn bei Trouw.
Auflagenentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bis zum Jahr 1971 schwankte die verkaufte Auflage um einen Wert von etwa 200.000. War schon das Algemeen Dagblad Ende der sechziger Jahre an Trouw vorbeigezogen, so galt dies nun auch fĂŒr de Volkskrant. Die Auflage fiel zunĂ€chst rapide auf einen Wert von etwa 150.000 im Jahr 1975, setzte ihren AbwĂ€rtstrend von da an etwas langsamer fort und konnte sich erst 1985 auf einen Wert von knapp ĂŒber 120.000 stabilisieren. Das 1999 eingefĂŒhrte neue Konzept fĂŒhrte sogar zu leichten Auflagensteigerungen, dafĂŒr gab es nun eine verstĂ€rkt auftretende Konkurrenz in Form des Internets und des seit Juni 1999 erscheinenden Ablegers der schwedischen Gratiszeitung metro. 2004 unterschritt die Auflage mit 96.096 verkauften Exemplaren erstmals die 100.000er Marke.[3]
Am 29. August 2020 erschien erstmals das Lifestyle-magazin Tijdgeest (dt. Zeitgeist), eine ZusammenfĂŒhrung der Ă€lteren Wochenendbeilagen Publikationen Letter & Geest (ab 1989) und Tijd (ab 2009).[4]
| Verkaufte Auflage | ||||||||
| Jahr | 2000 | 2005 | 2010 | 2015 | 2020 | |||
| Auflage | 105.196 | 97.986 | 93.722 | 89.957 | 106.709 | |||
Zeitungsenten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Dilettantismus der 1950er Jahre zeigt sich auch in einer Geschichte aus der FrĂŒhzeit des spĂ€teren Chefredakteurs Jaap de Berg. Damals hatte er fĂŒr ein FuĂballspiel zwischen Feyenoord Rotterdam und einer brasilianischen Mannschaft zum ersten Mal ein FuĂballstadion betreten. Als es zum Ende des Spiels 3:2 fĂŒr Feyenoord stand, fragte er einen Ordner, ob noch etwas passieren wĂŒrde, denn der Abgabetermin fĂŒr die Ausgabe des kommenden Tages rĂŒckte nĂ€her. Der Ordner verneinte dies, worauf De Berg das Stadion verlieĂ und den Stand von 3:2 als Endergebnis wiedergab. Die Brasilianer hatten anschlieĂend allerdings doch noch den Ausgleich geschafft, was so auch in den anderen Zeitungen stand und De Berg am nĂ€chsten Tag die Schamesröte ins Gesicht trieb.
2013 meldete Trouw, dass Aldi europaweit Waren aus israelischen Siedlungen boykottiere. Auf Nachfrage von Peter Finkelgruen bezeichnete Aldi diese Meldung als âGerĂŒchtâ und entschuldigte sich dafĂŒr, eine allgemeine Vorgehensweise zu Produkten aus diesen Siedlungen gebe es im Konzern nicht. Die Zeitungsente wurde in den niederlĂ€ndischen Medien zwar dementiert, kursiert aber dennoch im Internet.[5]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die Liste niederlÀndischer Zeitungen zeigt die Stellung von Trouw im Vergleich zu den anderen Zeitungen des Landes
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Peter Bootsma: Trouw. 75 jaar tegen de stroom in. Boom, Amsterdam 2018, ISBN 978-90-8953-689-1.
- Jan van de Plasse: Kroniek van de Nederlandse dagblad- en opiniepers. Otto Cramwinckel Uitgever, Amsterdam 2005, ISBN 90-75727-77-1 (niederlĂ€ndisch; frĂŒhere Ausgabe: Jan van de Plasse: Kroniek van de Nederlandse dagbladpers. Cramwinckel, Amsterdam 1999, ISBN 90-75727-25-9.)
- Co Welgraven: Typisch Trouw, een autobiografie van de redactie. Trouw, Amsterdam 2002, ISBN 90-70675-65-X.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Website der Zeitung
- Sammlung der wÀhrend der deutschen Besatzung illegal erschienenen Ausgaben
- Medienmonitor 2021, von der niederlÀndischen Medienaufsicht Commissariaat voor de Media
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Kristel van Teeffelen: Cees van der Laan nieuwe hoofdredacteur Trouw. 13. Dezember 2013, abgerufen am 17. April 2021.
- â Werner Warmbrunn: The Dutch under German Occupation. Stanford University Press, 1963, S. 227 ff.
- â Ermittelt bis 2014 durch Het Oplage Instituut (HOI), seit 2015 durch die Stiftung Nationaal Onderzoek Multimedia (NOM), in der das HOI nach der Fusion zum 1. Januar 2015 aufgegangen ist
- â Eigenbekundung von Trouw durch den Chefredakteur van der Laan, vom 29. August 2020
- â Uri Degania: Kein Aldi-Boykott. haGalil, 24. Juli 2013