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Tuath

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Tuath, auch tĂșath [tuaΞ] (altirisch), tud (kymrisch), *toutā oder *teutā (westindogermanisch), alle mit der Bedeutung „Volk“, war die Bezeichnung fĂŒr den Stammesverband, der von einem König (keltisch *rig-s, irisch rĂ­, gallisch rÄ«x) regiert wurde. Im FrĂŒhmittelalter soll es in Irland rund 150 derartige tuatha, in Gallien 60 gegeben haben. Eine geschĂ€tzte Kopfzahl jedes dieser VerbĂ€nde wird mit ca. 3.000 Personen angenommen, war also auf einige Dörfer oder Wohnsiedlungen beschrĂ€nkt. Nach heutigem VerwaltungsverstĂ€ndnis entsprach ein derartiges „Königreich“ ungefĂ€hr einem deutschen Landkreis, einer österreichischen Bezirkshauptmannschaft oder einer schweizerischen Talschaft.[1]

Eine Kombination von *toutā und rÄ«x ist im Götternamen (Apollon) Toutiorix, einer Variation von Teutates, zu finden. Im Namen der TĂșatha DĂ© Danann („Volk der Danu“), einem der Invasorenvölker Irlands (siehe Lebor GabĂĄla Érenn), ist der Begriff tĂșath ebenso erhalten. Das tuath im gĂ€lischen Namen vieler Counties und Unitary Authorities in Schottland ist hingegen nicht verwandt und bedeutet „Nord-“ (Beispiel: North Uist, schottisch-gĂ€lisch: Uibhist a Tuath).[1]

Mehrere tuaithe schlossen sich oft zusammen und wurden von einem ruirĂ­ („Oberkönig“) regiert, der wiederum einem rĂ­ rĂșrech („König von Oberkönigen, Provinzkönig“) unterstand.[2] Dieser regierte eine der historischen fĂŒnf Provinzen Irlands, Ulster, Connacht, Leinster, Munster und Meath (oder Mide).[3]

Die althochdeutsche Form diot, Adjektiv diutisk, nahm in spĂ€terer Zeit die Bedeutung „deutsch“ an.[1]

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur. S. 321.
  2. ↑ Francis John Byrne: Early Irish society (1st–9th century). In: Theodore W. Moody, Francis Xavier Martin (Hg.): The course of Irish history. Mercier Press, Cork, 17. Aufl. 1987, S. 43–60, hier S. 55.
  3. ↑ Wolfgang Meid: Die Kelten. S. 102 f.