Wassertor (Wismar)


Das Wassertor in Wismar an der WasserstraĂe im Nordwesten des historischen Stadtkerns der Stadt ist ein Hafentor der Hansestadt im Stil der Backsteingotik und das letzte erhaltene von ehemals fĂŒnf Stadttoren der Wismarer Stadtbefestigung. Die zufĂŒhrende StraĂe heiĂt Spiegelberg. Es war auch das einzige Strand- bzw. Hafentor, durch das man direkt vom Hafen in die Stadt gelangte. Die anderen, alles Landtore, waren das Poeler Tor oder Haraldstor im Norden (hoher Torturm mit Wehrerkern, nach der Insel Poel benannt), weiterhin das Mecklenburger Tor (hoher Torturm mit Wehrerkern) im SĂŒden, das LĂŒbsche Tor (seit 1699 Ă€hnlich dem Wassertor mit Dreiecksgiebel, ursprĂŒnglicher markanter hoher Torturm) im Westen sowie das Altwismartor oder Rostocker Tor (Staffelgiebeltorbau mit Dachaufsatz, Zwiebeldach und Laterne) als GegenstĂŒck im Osten, jeweils am Ende der gleichnamigen StraĂe. SĂŒdlich des Wassertors gab es noch ein âWassertorâ als Mauerdurchlass der Grube, eines kanalartig ost-west verlaufenden kĂŒnstlichen Wasserarms aus dem 13. Jahrhundert und im SĂŒdosten ein Windpförtchen.
Baubeschreibung und Geschichte
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Das Wassertor ist 1450 zur Zeit des Ausklangs der Gotik errichtet worden. Es hat einen spitzbogigen, vergleichsweise groĂen Durchgang, ĂŒber welchem sich ein quadratischer Turm mit Satteldach befindet. Die Stadt- als auch die Hafenseite werden von einem Giebel bekrönt. Auf der Stadtseite erhebt sich ein mit Zinnen versehener Treppengiebel (Staffelgiebel), der sechs schmale Blendbögen aufweist. Auf drei Etagen befinden sich schmale, hohe LichtdurchlĂ€sse. Oberhalb des Torbogens befindet sich ein weiĂes Band. Der hafenseitige Giebel besitzt seit einem Umbau im Jahre 1600 eine Dreiecksform. In seinem oberen Abschnitt befinden sich drei recht breite Blendbögen, ĂŒber dem Durchgang vier Fenster.
Auf beiden Torseiten findet man ĂŒber den Spitzbögen jeweils zwei Wappen, auf der Feld- oder Hafenseite, beide nach innen geneigt, links das gespaltene Stadtwappen mit dem halben Mecklenburgischen Stierkopf vorne und den vier silber-rot-silber-roten Balken der Stadtfarben hinten, rechts das alte Stadtwappen mit den vier Balken der Stadtfarben (heraldisch: dreimal von Silber und Rot geteilt). Dieses findet sich, heute ungeneigt, beidseitig auf der Stadtseite des Tores. FrĂŒher war die Wappenanordnung wie auf der Hafenseite.
Im Zuge der industriellen Entwicklung Wismars in der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts wurden 1869/70 Stadtmauer, MauertĂŒrme und Stadttore bis auf wenige Ăberreste abgerissen. Neben dem Wassertor ist der Alte Wasserturm ein weiteres Relikt der Wismarer Stadtbefestigung.
Heute ist das Wassertor Sitz des Vereins Club maritim.
Im Durchgang des Tores ist eine Gedenktafel zur Erinnerung an Friedrich Wilhelm Murnaus Stummfilmklassiker Nosferatu â Eine Symphonie des Grauens von 1922 angebracht fĂŒr den zahlreiche Szenen in Wismar gedreht wurden.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Koordinaten: 53° 53âČ 47âłÂ N, 11° 27âČ 40,7âłÂ O