Akunnaaq
Erscheinungsbild
| Akunnaaq (AkĂșnùĞ) | |||||
|
| |||||
| Kommune | Kommune Qeqertalik | ||||
| Distrikt | Aasiaat | ||||
| Einwohner | 59 (1. Januar 2026) | ||||
| Siedlungsstatus | 1903â1966: Udsted ab 1966: Dorf | ||||
| Demonym | Akunnaarmiut (Plural; Singular mit -mioq/-miu) | ||||
| Postleitzahl | 3950 | ||||
| Zeitzone | UTC-2 | ||||
| Koordinaten | 68° 44âČ 37âłÂ N, 52° 19âČ 43âłÂ W | ||||
| |||||
Akunnaaq [] (nach alter Rechtschreibung AkĂșnùĞ) ist eine grönlĂ€ndische Siedlung im Distrikt Aasiaat in der Kommune Qeqertalik.
Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Akunnaaq liegt 23 Kilometer östlich von Aasiaat. Der Ort liegt an der OstkĂŒste der Insel Akunnaap Nunaa. Die genau vor dem Ort liegende Insel Sallersuaq bildet eine kleine Bucht, an der der Ort liegt.[1]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Akunnaaq war schon vor der Kolonialzeit bewohnt. Lange lebten viele Menschen hier, die jedoch fast vollstÀndig der Epidemie von 1785/86 zum Opfer fielen. Marcus Nissen Myhlenphort wollte den Ort neu besiedeln, was aber nicht gelang. 1802 begann ein DÀne in Akunnaaq mit Garnfang, der jedoch erfolglos verlief. 1808 gab es ein Haus mit zwei Familien und 17 Einwohnern in Akunnaaq. 1821 und 1831 lebte niemand dort, aber 1850 war der Ort wieder besiedelt.[2]
1903 ĂŒbernahm der bisherige Wohnplatz den Udstedsstatus von Nivaaq. 1915 hatte Akunnaaq 116 Einwohner. Neben zwölf WohnhĂ€usern gab es im Ort eine Wohnung fĂŒr den Udstedsverwalter und ein Laden mit Proviantlager. Beide GebĂ€ude wurden 1903 als bretterverkleidete FachwerkgebĂ€ude errichtet. Dazu gab es ein groĂes hölzernes Speckhaus mit Betonboden von 1911 und ein kleines Speckhaus von 1903, das als Torfmauerhaus gebaut war. Die Schulkapelle war ein 1907 errichtetes FachwerkgebĂ€ude mit Bretterverkleidung und Dachschindeln und angebautem Leichenhaus. In Akunnaaq lebten 22 JĂ€ger, 6 Fischer, der Udstedsverwalter, ein Katechet und eine Hebamme.[3]
Akunnaaq war bis 1950 Hauptort einer eigenen Gemeinde im Kolonialdistrikt Egedesminde und Teil des 3. Landesratswahlkreises. Der Gemeinde gehörten 1918 noch die WohnplÀtze Nivaaq und Nuuk an. Der Ort gehörte zur Kirchengemeinde von Aasiaat und war Teil von dessen östlichem Oberkatechetendistrikt.[2]
1943 und 1948 wurden zwei FischhĂ€user errichtet,[4] deren 569 mÂČ LagerflĂ€che im Jahr 1952 von 36 Fischern befĂŒllt wurden.[3] 1951 wurde eine Schule errichtet und die alte Schulkapelle in eine Kirche umfunktioniert. Die Schule diente auch als SanitĂ€reinrichtung. Im selben Jahr wurde ein neuer Laden errichtet. 1958 wurde ein VersammlungsgebĂ€ude errichtet und 1963 eine Telestation. 1968 hatte Akunnaaq bereits 216 Einwohner. Zu diesem Zeitpunkt versorgte ein Kraftwerk die öffentlichen Einrichtungen.[4]
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Bewohner Akunnaaqs leben gröĂtenteils von der Fischerei, Robben- und Waljagd, von der Arbeit in der Fischfabrik oder als Handwerker. Weitere Arbeitsmöglichkeiten bieten sich als Dienstleister, in der Pilersuisoq-Filiale, in der Schule Aadap Atuarfia mit etwa 15 SchĂŒlern oder in der Verwaltungsarbeit.[5]
Infrastruktur und Versorgung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Akunnaaq hat einen natĂŒrlichen Hafen mit Kais, Bootsrampe und PontonbrĂŒcke. Im Ă€uĂersten Westen befindet sich der Heliport Akunnaaq. GröĂere Wege gibt es nur zwei, die den Heliport, den Hafen, die Versorgungsanlagen, die Kirche, die MĂŒllhalde und die zwei Friedhöfe anbinden.
Nukissiorfiit versorgt den Ort ĂŒber ein Dieselaggregat mit Strom und ĂŒber Leitungen mit Wasser. Die HĂ€user werden mit Ălöfen beheizt, MĂŒll wird deponiert und verbrannt.[5]
Bebauung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ein GroĂteil der GebĂ€ude in Akunnaaq ist bereits vor 1960 erbaut. So zum Beispiel die Kirche von 1908, die ebenso wie das Haus des Handelsverwalters von 1926, das EinsalzungsgebĂ€ude von 1948 und zwei alte WarenhĂ€user als erhaltenswĂŒrdig eingestuft sind. Es gibt im Ort auch eine WĂ€scherei, eine Zimmerei, eine Post, einen Handelsplatz, eine Dorfhalle und einen FuĂballplatz, wo A-51 Akunnaaq trainiert.[5]
Sport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aus Akunnaaq stammt der 1951 gegrĂŒndete FuĂballverein A-51 Akunnaaq, der sich 1995 fĂŒr die Schlussrunde der GrönlĂ€ndischen FuĂballmeisterschaft qualifizieren konnte.
Söhne und Töchter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ane Hansen (* 1961), Politikerin (Inuit Ataqatigiit)
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Einwohnerzahl von Akunnaaq sinkt stark. Seit 1977 hat der Ort zwei Drittel seiner Einwohner verloren.[6]
Panorama
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Helene Brochmann: Bygden i Diskobugten. Gyldendal, Kopenhagen 1992, ISBN 978-87-00-11378-7.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Commons: Akunnaaq â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Nunat Aqqi. Karte ĂŒber die vom GrönlĂ€ndischen Ortsnamenausschuss offiziell anerkannten Ortsnamen. Oqaasileriffik.
- 1 2 Hother Ostermann: Beskrivelse af Distrikterne i NordgrĂžnland: Egedesminde Distrikt. De enkelte Bopladser. Udstedet AkĂșnùĞ. In: Georg Carl Amdrup, Louis BobĂ©, Adolf Severin Jensen, Hans Peder Steensby (Hrsg.): GrĂžnland i tohundredeaaret for Hans Egedes landing (= Meddelelser om GrĂžnland. Band 60â61). Band 1. C. A. Reitzel Boghandel, Kopenhagen 1921, S. 60 ff. (Digitalisat im Internet Archive).
- 1 2 Jens Christian Madsen: Udsteder og bopladser i GrĂžnland 1901â2000. Atuagkat, 2009, ISBN 978-87-90133-76-4, S. 119.
- 1 2 Pie Barfod, Gudrun Ebbesen: AkĂșnĂąq. In: Niels Nielsen, Peter Skautrup, Christian Vibe (Hrsg.): GrĂžnland (= Trap Danmark. Femte Udgave. Band XIV). G. E. C. Gads Forlag, 1970, ISBN 87-12-88316-6, S. 520â521.
- 1 2 3 Akunnaaq. Kommunalplan der Kommune Qeqertalik (2018â2030).
- â Einwohnerzahl Akunnaaq seit 1977. GrĂžnlands Statistik.


