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Bahnstrecke Stralsund–Sassnitz

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Stralsund Hbf–Sassnitz Hafen
Die ZiegelgrabenbrĂŒcke als Teil des RĂŒgendammsist das bedeutendste Kunstbauwerk entlang der Strecke
Die ZiegelgrabenbrĂŒcke als Teil des RĂŒgendamms
ist das bedeutendste Kunstbauwerk entlang der Strecke
Streckenverlauf
Verlauf der Bahnstrecke Stralsund–Sassnitz
Streckennummer (DB):6321 (Stralsund Hbf–Sassnitz)
6777 (Sassnitz–Sassnitz Hafen)
Kursbuchstrecke (DB):190
StreckenlÀnge:53,2 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:vorwiegend D4
Stromsystem:15 kV, 16,7 Hz ~
Maximale Neigung: < 20 ‰
Streckengeschwindigkeit:90 km/h
Zugbeeinflussung:PZB
Zweigleisigkeit:Stralsund Hbf–Stralsund RĂŒgendamm
AltefĂ€hr–Lietzow
Strecke
von Rostock
Abzweig geradeaus und ehemals von rechts
von Tribsees
Bahnhof
223,563 Stralsund Hbf
Strecke mit StraßenbrĂŒcke
Bundesstraße 96
Abzweig geradeaus, nach rechts und von rechts
nach Neubrandenburg und nach Greifswald
Verschwenkung von linksVerschwenkung von rechts
StreckeBetriebs-/GĂŒterbahnhof Strecke ab hier außer Betrieb
225,200 Stralsund Hafen
Bahnhof
226,450 Stralsund RĂŒgendamm
BrĂŒcke ĂŒber Wasserlauf
ZiegelgrabenbrĂŒcke (133 m)
ehemalige Blockstelle
228,000 Dkst AltefÀhr Sund
BrĂŒcke ĂŒber WasserlaufEisenbahnfĂ€hre (Strecke außer Betrieb)
StrelasundbrĂŒcke (540 m)
Verschwenkung nach linksVerschwenkung nach rechts (Strecke außer Betrieb)
Bahnhof
229,450 AltefÀhr
Abzweig geradeaus und ehemals nach rechts
Schmalspurbahn nach Putbus
Haltepunkt / Haltestelle
235,186 Rambin (RĂŒgen)
Bahnhof
240,547 Samtens
Haltepunkt / Haltestelle
247,486 Teschenhagen
Abzweig geradeaus und von rechts
von Lauterbach Mole
Bahnhof
252,085 Bergen auf RĂŒgen
Abzweig geradeaus und ehemals nach links
Schmalspurbahn nach Altenkirchen
ehemaliger Dienststation / Betriebs- oder GĂŒterbahnhof
255,700 Sabitz
BrĂŒcke ĂŒber Wasserlauf
Jasmunder Bodden
Bahnhof
261,630 Lietzow (RĂŒgen)
Abzweig geradeaus und nach rechts
nach Ostseebad Binz
Blockstelle
265,233 Sassnitz-Mukran/Borchtitz
Abzweig geradeaus und nach rechts
nach Sassnitz-Mukran
Strecke mit StraßenbrĂŒcke
Bundesstraße 96
Haltepunkt / Haltestelle
268,329 Sagard (ehem. Bf)
Abzweig geradeaus und von links
Anschl Kreidewerk
Bahnhof
271,681 Lancken
Abzweig nach links und ehemals von linksKopfbahnhof Streckenende und quer
273,890 Sassnitz 38 m
Strecke geradeaus (außer Betrieb)
GefĂ€lle 27 ‰
Abzweig nach links und von links (Strecke außer Betrieb)Kopfbahnhof Streckenende und quer (Strecke außer Betrieb)
275,830 Sassnitz Hafen
EisenbahnfĂ€hre (Strecke außer Betrieb)
EisenbahnfÀhre nach Trelleborg (Königslinie)
Sassnitz-Mukran/Borchtitz–Sassnitz FĂ€hrhafen
Streckennummer (DB):6954 (Sassnitz-Mukran/Borchtitz–
Mukran Pbf)

6953 (Sassnitz-Mukran Gbf–
Sassnitz FĂ€hrhafen)

7317 (Sassnitz-Mukran/Borchtitz–
Sassnitz-Mukran Gbf)
StreckenlÀnge:4,9 km
Spurweite:1435 mm, 1520 mm
Streckenklasse:D4[1]
Streckengeschwindigkeit:60 km/h
Zugbeeinflussung:PZB
Zweigleisigkeit:Sassnitz-Mukran Gbf–Sassnitz FĂ€hrhafen
Strecke
von Stralsund Hbf
Blockstelle
0,300 Sassnitz-Mukran/Borchtitz
Strecke von linksAbzweig geradeaus, nach links und nach rechts
nach Sassnitz
Streckeehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
2,000 Sassnitz-Mukran West
Wechsel des EisenbahninfrastrukturunternehmensWechsel des Eisenbahninfrastrukturunternehmens
2,450 Infrastrukturgrenze
Dienststation / Betriebs- oder GĂŒterbahnhofStrecke
2,400 Sassnitz-Mukran Gbf (Ausfahrgruppe)
Streckeehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
2,900 Mukran Mitte
Dienststation / Betriebs- oder GĂŒterbahnhofStrecke
2,800 Sassnitz-Mukran (Umspuranlage)
Abzweig geradeaus und nach linksAbzweig geradeaus und von rechts
U-Bahn-StreckeDienststation / Betriebs- oder GĂŒterbahnhof
3,700
0,000
Sassnitz-Mukran Gbf (Einfahrgruppe)
U-Bahn-StreckeAbzweig geradeaus und ehemals nach linksKopfbahnhof Streckenende und quer (Strecke außer Betrieb)
4,700 Mukran Pbf
U-Bahn-EisenbahnfÀhreStrecke
4,900 EisenbahnfĂ€hre nach Klaipėda
Bahnhof
1,100 Sassnitz FĂ€hrhafen
EisenbahnfÀhre
1,200 EisenbahnfÀhre nach Trelleborg (Königslinie)

1435 mm (Normalspur)       1520 mm (russische Breitspur)
Quellen: [2][3][4][5]

Die Bahnstrecke Stralsund–Sassnitz ist eine elektrifizierte Hauptbahn in Mecklenburg-Vorpommern. Sie beginnt in Stralsund, ĂŒberquert auf dem RĂŒgendamm den Strelasund und fĂŒhrt dann auf der Insel RĂŒgen ĂŒber Bergen auf RĂŒgen nach Sassnitz. In Borchtitz zweigt eine Strecke zum FĂ€hrhafen Sassnitz ab.

Die Strecke beginnt am Stralsunder Hauptbahnhof. Bereits auf dem BahnhofsgelĂ€nde zweigt die Strecke von der Bahnstrecke AngermĂŒnde–Stralsund ab und schwenkt nach Nordosten. Eine Verbindungskurve (Berliner Kurve) ermöglicht die direkte FĂŒhrung von ZĂŒgen zur Insel RĂŒgen ohne Fahrtrichtungswechsel in Stralsund. Im Bahnhof Stralsund RĂŒgendamm zweigt die Anschlussbahn zum Hafen Stralsund ab, außerdem mĂŒndet hier der Verbindungsbogen von den Strecken aus AngermĂŒnde und Neustrelitz ein.

StrelasundbrĂŒcke

Kurz dahinter fĂŒhrt die Strecke ĂŒber die 133 Meter lange ZiegelgrabenbrĂŒcke, eine KlappbrĂŒcke, ĂŒber den Ziegelgraben auf die dem Strelasund vorgelagerte Insel DĂ€nholm. Die ZiegelgrabenbrĂŒcke liegt im Bereich des Bahnhofs Stralsund RĂŒgendamm, fĂŒr Zugfahrten wird sie durch die Ausfahrsignale nach und das Einfahrsignal von AltefĂ€hr gedeckt. ZusĂ€tzlich steht vor dem landseitigen FestĂŒberbau eine Rangierhalttafel Ra 10. Besondere Deckungssignale sind deshalb nicht mehr erforderlich. Anschließend geht es ĂŒber die 540 Meter lange StrelasundbrĂŒcke auf die Insel RĂŒgen. Die Anlage von ZiegelgrabenbrĂŒcke, StrelasundbrĂŒcke sowie die auf dem Festland und dem DĂ€nholm befindlichen Dammanlagen mit einer GesamtlĂ€nge von rund 2500 Metern wird als RĂŒgendamm zusammengefasst.

Die Strecke fĂŒhrt ĂŒber AltefĂ€hr, Rambin, Samtens und Teschenhagen nach Bergen auf RĂŒgen, Ausgangspunkt der Nebenbahn nach Lauterbach Mole. Von Bergen aus geht es weiter in nordöstlicher Richtung entlang der NordkĂŒste des Kleinen Jasmunder Boddens. Bei Lietzow ĂŒberquert die Bahn den 1869 aufgeschĂŒtteten Damm, der den Kleinen vom Großen Jasmunder Bodden trennt. Hinter Lietzow zweigt die Nebenbahn nach Ostseebad Binz ab, die auch von schnellfahrenden ReisezĂŒgen befahren wird.

Etwa vier Kilometer weiter zweigt bei Borchtitz in sĂŒdöstlicher Richtung die Anschlussstrecke zum FĂ€hrhafen Mukran ab. Sowohl internationale ReisezĂŒge nach Schweden, die entlang der so genannten „Königslinie“ trajektiert werden, als auch GĂŒterzĂŒge ins litauische Klaipėda verkehren ĂŒber diesen etwa vier Kilometer langen Abschnitt bis zur FĂ€hrbrĂŒcke.

ZĂŒge in Richtung Sassnitz verkehren von Borchtitz aus weiter geradeaus. Die Strecke, welche zuvor meist nur wenige Meter ĂŒber dem Meeresspiegel verlief, steigt an, passiert zunĂ€chst Sagard und erreicht kurz vor Lancken mit etwa 70 Metern ĂŒber Normalhöhennull ihren höchsten Punkt. Der Endbahnhof Sassnitz (bis 1993: Saßnitz) befindet sich nördlich des Stadtkerns und ist als Kopfbahnhof angelegt. Von hier aus fĂŒhrte die Anschlussstrecke 6777 in einem langen Linksbogen zum Bahnhof Sassnitz Hafen, wobei sie auf einer Strecke von rund zwei Kilometern einen Höhenunterschied von knapp 35 Metern ĂŒberwand. Der Bahnhof Sassnitz Hafen diente abgesehen von einem Anschluss zu einer Fischfabrik bis zur Verlagerung ausschließlich dem FĂ€hrbetrieb Richtung Trelleborg. Wegen des Platzmangels war zur Bedienung der beiden FĂ€hrbetten eine weitere Spitzkehre erforderlich.

Die Strecke ist auf gesamter LĂ€nge ĂŒber Oberleitung mit Wechselstrom von 15 Kilovolt bei 16,7 Hertz elektrifiziert und mit Ausnahmen des RĂŒgendamms zwischen Stralsund RĂŒgendamm und AltefĂ€hr sowie zwischen der Querung der Jasmunder Bodden und Sassnitz zweigleisig ausgebaut. Die Anschlussstrecke zum Bahnhof Sassnitz Hafen wurde 1997 geschlossen und 2000 abgebaut.

Bereits bei Eröffnung der Bahnstrecke AngermĂŒnde–Stralsund im Jahr 1863 gab es Bestrebungen, den Verkehr ĂŒber RĂŒgen hinaus in Richtung Schweden weiterzufĂŒhren. Es vergingen allerdings noch 20 Jahre, bis am 1. Juli 1883 ein erster kurzer Abschnitt zwischen den Orten AltefĂ€hr und Bergen auf RĂŒgen eröffnet werden konnte. Über eine feste Strelasundquerung wurde nachgedacht, jedoch war keine Variante ĂŒberzeugend, so dass die Preußischen Staatsbahnen fĂŒr die Querung des Strelasunds ein Trajekt zwischen dem Stralsunder Hafen und AltefĂ€hr einrichteten.

Das FĂ€hrschiff Stralsund fĂŒhrte von 1890 bis 1936 den Trajektverkehr ĂŒber den Strelasund durch.

Acht Jahre spĂ€ter, am 1. Juli 1891, wurde die Bahn von Bergen ĂŒber Lietzow nach Sassnitz verlĂ€ngert.[6] Zur Aufnahme des Postschiffverkehrs zwischen Sassnitz und Trelleborg wurde die Bahn am 1. Mai 1897 vom Bahnhof Sassnitz um zwei Kilometer zum Hafen verlĂ€ngert.[6] Aus PlatzgrĂŒnden mussten die Gleise aus Sassnitz in Richtung SĂŒdwesten ausfĂ€deln, so dass ZĂŒge vom und zum Hafen in Sassnitz Kopf machen mĂŒssen. Die Strecke, die einen Höhenunterschied von ĂŒber 30 Metern ĂŒberwindet, hat ein maximales GefĂ€lle von 27 Promille.[7]

Zwölf Jahre spĂ€ter vereinbarten das Königreich Schweden und das Deutsche Kaiserreich die Aufnahme des EisenbahnfĂ€hrverkehres zwischen Sassnitz und Trelleborg. Jede Seite ließ zwei FĂ€hrschiffe fĂŒr den Betrieb bauen. Die Hafenanlagen in Sassnitz wurden entsprechend angepasst. Die ZĂŒge konnten nach einem erneuten Fahrtrichtungswechsel am Hafen ĂŒber zwei FĂ€hrbrĂŒcken auf die Schiffe wechseln. Die Verbindung wurde wegen der Anwesenheit beider Monarchen bei der Eröffnung als „Königslinie“ bezeichnet. Gleichzeitig wurde ein Nachtzugpaar zwischen Berlin und Stockholm eingerichtet, das die Strecke in rund 22 Stunden zurĂŒcklegte. 1904 wurde die Strecke von der Nebenbahn zur Hauptbahn heraufgestuft; eine solche ist sie bis heute.

Durch den Trajektverkehr in Richtung Schweden nahm der Verkehr auf der Bahn weiter stetig zu, so dass die Frage nach einer festen Querung des Strelasunds erneut aufkam. 1927 wurden die ersten konkreten VorschlĂ€ge eingereicht, wobei die Varianten einer HochbrĂŒcke sowie die eines Tunnels wegen der höheren Kosten fĂŒr die Rampen ausschieden. 1931 fiel die Entscheidung zu Gunsten einer aus Dammstrecken und BrĂŒcken kombinierten Querung, dem RĂŒgendamm. Die sowohl fĂŒr den Eisenbahn- als auch fĂŒr den Straßenverkehr gedachte Verbindung wurde in den Jahren 1933 bis 1936 gebaut und setzt sich aus fĂŒnf Abschnitten zusammen:

  • Dammstrecke Festland
  • ZiegelgrabenbrĂŒcke (133 Meter, KlappbrĂŒcke)
  • Dammstrecke DĂ€nholm
  • RĂŒgendammbrĂŒcke (540 Meter)
  • Dammstrecke RĂŒgen

Die fĂŒnf Abschnitte haben eine GesamtlĂ€nge von rund zweieinhalb Kilometern. Mit Inbetriebnahme des RĂŒgendamms fĂŒr den Eisenbahnverkehr am 5. Oktober 1936 wurde der Trajektverkehr zwischen Stralsund Hafen und AltefĂ€hr eingestellt. Die Fahrtdauer verkĂŒrzte sich so um rund eine Stunde.

Im Zweiten Weltkrieg wurden vor allem die Anlagen im Bereich Stralsund beschĂ€digt. Am 1. Mai 1945 wurde zunĂ€chst die ZiegelgrabenbrĂŒcke, zwei Tage spĂ€ter die StrelasundbrĂŒcke von sich zurĂŒckziehenden Wehrmachtssoldaten gesprengt.[6] Der RĂŒgendamm war somit fĂŒr die folgenden zwei Jahre nicht befahrbar und wurde am 15. Oktober 1947 nach Einbau von BehelfsbrĂŒcken wieder freigegeben. Der internationale Verkehr nach Schweden konnte so ebenfalls wieder aufgenommen werden. Die BehelfsbrĂŒcken bestanden bis 1961 und wurden danach vom Stahlbau Dessau ausgetauscht.

FĂŒr eine weitere Steigerung der FĂ€hrkapazitĂ€ten beschloss die DDR-FĂŒhrung den Neubau eines FĂ€hrhafens im Sassnitzer Ortsteil Mukran. ZunĂ€chst nahm dieser nach seiner Fertigstellung lediglich den GĂŒterverkehr zum Hafen Klaipėda in der Sowjetunion (heute in Litauen) auf. Die FĂ€hrschiffe fĂŒr die Verbindung nach Klaipėda sollten wegen des grĂ¶ĂŸeren Fassungsvermögens der Wagen mit russischer Breitspur von 1520 Millimetern versehen werden, deshalb wurden in Mukran Umlade- und Umspuranlagen angelegt. Zur Anbindung des FĂ€hrhafens wurde von Borchtitz aus eine Stichstrecke angelegt. Bereits kurz hinter dem Abzweig erweitern sich die Anlagen zum Rangierbahnhof Mukran, wobei der nördliche Teil in Regel- und der sĂŒdliche in Breitspur angelegt wurden. FĂŒr den FĂ€hrbetrieb stehen eine Regel- und zwei BreitspurfĂ€hrbrĂŒcken zur VerfĂŒgung.

Demontage der Eisen­bahn­klappbrĂŒcke 2007
Geöffnete Ziegel­graben­brĂŒcke, die Decken­strom­schie­ne ragt ĂŒber die BrĂŒcke hinaus

Zusammen mit dem Hafenbau ging auch die Elektrifizierung der Strecken Stralsund–Sassnitz und Borchtitz–Mukran einher, welche am 27. Mai 1989 abgeschlossen wurde. FĂŒr die ZiegelgrabenbrĂŒcke wurde dabei wegen der erforderlichen Öffnungsmöglichkeit anstelle der normalen Kettenwerksfahrleitung eine starre Fahrleitungsschiene angebracht, die bis 15 km/h mit angelegtem Stromabnehmer befahren werden konnte. Mit höheren Geschwindigkeiten war im Bereich der ZiegelgrabenbrĂŒcke abzubĂŒgeln. Gleichzeitig errichtete die Deutsche Reichsbahn eine Hochspannungsleitung ĂŒber den Strelasund zur Versorgung des Inselnetzes bei geöffneter ZiegelgrabenbrĂŒcke.

Bereits kurze Zeit nach der Elektrifizierung begann die Deutsche Reichsbahn 1990 mit der Sanierung des RĂŒgendamms und dem kompletten Austausch der Überbauten. Der DurchlauftrĂ€gerĂŒberbau der StrelasundbrĂŒcke wurde in fĂŒnf Teilen zwischen dem 9. und 13. Mai 1990 in einer 84,5-stĂŒndigen Sperrpause vom Stahlbau Dessau vollstĂ€ndig ausgetauscht. Die neuen Überbauteile waren zuvor in Mukran vorgefertigt, mit Schubeinheiten in den Strelasund ĂŒberfĂŒhrt und anschließend mit zwei SchwimmkrĂ€nen eingebaut worden. Die ZiegelgrabenbrĂŒcke wurde zwei Jahre spĂ€ter saniert. In einer zweiwöchigen Sperrpause zwischen dem 6. und 22. Mai 1992 wurden alle wesentlichen BrĂŒckenelemente ausgebaut und durch neue Teile ersetzt. Der mechanische BrĂŒckenantrieb wurde durch eine Hydraulik ersetzt. Den Austausch der BrĂŒckensegmente ĂŒbernahmen wie bei der RĂŒgendammbrĂŒcke SchwimmkrĂ€ne. Nach Abschluss der Arbeiten konnte die Streckenhöchstgeschwindigkeit auf dem RĂŒgendamm, die infolge des Verschleißes auf zuletzt nur 30 km/h erlaubte, wieder auf 90 km/h angehoben werden.

Am 7. Januar 1998 wurde der FĂ€hrverkehr nach Schweden vom alten Bahnhof Sassnitz Hafen zum FĂ€hrhafen Mukran verlegt, nachdem dieser zuvor dafĂŒr erweitert worden war. Etwa drei Jahre spĂ€ter, am 1. Dezember 2000, wurde der Steilstreckenabschnitt Sassnitz–Sassnitz Hafen stillgelegt.

Im dritten Gutachterentwurf des Deutschlandtakts sind BahnsteigverlĂ€ngerungen in Lietzow sowie eine Geschwindigkeitsanhebung zwischen RĂŒgendamm und Lietzow auf 100 km/h unterstellt. DafĂŒr sind, zum Preisstand von 2015, Investitionen von 32 Millionen Euro vorgesehen.[8][9]

Am 26. Juli 2013 schrieb DB Netz aus betriebswirtschaftlichen GrĂŒnden den etwa fĂŒnf Kilometer langen Streckenabschnitt vom Abzweig Borchtitz zum neuen FĂ€hrhafen Sassnitz zur Übernahme durch andere Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) aus.[10] Eine erneute Ausschreibung der Infrastruktur der Regelspuranlagen startete DB Netz im Sommer 2016. Die Breitspuranlagen waren bereits 2013 von der FĂ€hrhafen Sassnitz GmbH (FHS) gekauft worden.[11] Der FHS gehören inzwischen außer den Zufahrtsgleisen von der Abzweigstelle Borchtitz der Großteil der Bahnhofsinfrastruktur. Hierzu gehören:

  • 9 km teilweise elektrifizierte Regelspurgleise zum Liegeplatz 7 (FĂ€hranleger mit FĂ€hrbrĂŒcke), einschließlich des Endbahnhofes Sassnitz FĂ€hrhafen mit zwei Bahnsteigen
  • 4 km Regelspurgleise zu den LiegeplĂ€tzen 8 und 9
  • 5 km Breitspurgleise zu den LiegeplĂ€tzen 4 und 5 (FĂ€hranleger mit doppelstöckigen TrajektbrĂŒcken)
  • 10 km Breitspurgleise der Verteiler- und Vorstellgleisanlagen
  • Umschlag- und Umspuranlagen zwischen Breit- und Regelspur

Im Breitspurbereich erfolgt die Bedienung ausschließlich durch das mehrheitlich der FHS gehörende Eisenbahnverkehrsunternehmen Baltic Port Rail Mukran GmbH (BPRM).[12]

Im Juni 2022 schrieb DB Netz AG die restlichen, noch in ihrem Besitz befindlichen Zufahrtsgleise zum FĂ€hrhafen Sassnitz-Mukran zur Abgabe an andere EIU aus.[13] Seit dem 24. Januar 2025 obliegt die BetriebsfĂŒhrung des Bahnhofsteils Sassnitz-Mukran Gbf (Einfahrgruppe) der FĂ€hrhafen Sassnitz GmbH. Die Infrastrukturgrenze zwischen der DB InfraGO AG (vormals DB Netz AG) und der FĂ€hrhafen Sassnitz GmbH befindet sich seitdem bei km 2,450 der Bahnstrecke 6954; zuvor lag sie bei km 0,415 der Bahnstrecke 6953, unweit des Bahnhofsteils Sassnitz FĂ€hrhafen.[1]

Zugverkehr und Fahrzeugeinsatz

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Ein ICE auf der Bahnstrecke bei Lietzow

Die Bahnstrecke wird sowohl im Personenfern- als auch -nahverkehr sowie im GĂŒterverkehr befahren. Im Fernverkehr halten einzelne UmlĂ€ufe der Linien ICE 26, IC 27, IC 30 und IC 51 an den Bahnhöfen Stralsund und Bergen und verkehren weiter nach Ostseebad Binz. Die ICE-ZĂŒge verkehren in der Regel mit TriebzĂŒgen der Baureihe 411; die IC-ZĂŒge werden in der Regel mit elektrischen Lokomotiven der Baureihen 101 oder 120 bespannt.

Im Regionalverkehr verkehrt die Regional-Express Linie RE 9 zwischen Stralsund und Sassnitz beziehungsweise Binz im Stundentakt. Von 2007 bis 2019 setzte DB Regio TriebzĂŒge vom Typ Stadler Flirt ein, zuvor kamen Lokomotiven der Baureihe 143 und Doppelstockwagen zum Einsatz. Vereinzelt wurden auch TriebzĂŒge der Baureihe 442 eingesetzt. Seit 2019 verkehren nach der Direktvergabe der Verkehrsleistungen des RE9 an die ODEG Desiro-ML-TriebzĂŒge.

Vom 21. Mai 2022 bis zum 24. September 2022 sowie am 15. und 22. Oktober 2022 sollte wieder Personenverkehr zum FĂ€hrhafen Sassnitz angeboten werden. Auf der neuen Linie RE 27 der Hanseatischen Eisenbahn (HANS) verkehren in diesem Zeitraum samstags zwei ZĂŒge pro Richtung zwischen Bergen auf RĂŒgen und dem FĂ€hrhafen.[14]

In den 1960er Jahren war vorwiegend Putbus das Ziel von meist nachts verkehrenden Urlauber-SchnellzĂŒgen aus Leipzig, Dresden und Berlin, weil in Putbus ein Übergang zur Bahn in die SeebĂ€der Sellin, Baabe und Göhren möglich war. Sie verkehrten nur in den Sommermonaten. Seit den 1970er Jahren verkehrten NachtzĂŒge von Leipzig und Dresden ganzjĂ€hrig nach Binz, das Zugpaar D 710/711 mehrere Jahre asymmetrisch in Gegenrichtung erst ab Stralsund, spĂ€ter ab Sassnitz.

Der FĂ€hrverkehr mit Eisenbahnfahrzeugen wurde 2011 eingestellt und nach Rostock Seehafen verlegt. Seitdem verkehrt regelmĂ€ĂŸig ein werktĂ€gliches Paar von NahgĂŒterzĂŒgen der DB Cargo AG. Dritte EVU verkehren im Gelegenheitsverkehr mit diversen GĂŒtern (z. B. Container,[15] Getreide, Röhren, Baustoffe). FĂŒr den Breitspurbetrieb in Mukran stehen weiterhin Rangierlokomotiven der Baureheihe 347 zur VerfĂŒgung, fĂŒr den Betrieb auf der 1520-Millimeter-Breitspur umgebauten Lokomotiven der Baureihe 346.

Bahnhöfe und Haltepunkte

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Stralsund Hbf

Der Bahnhof Stralsund Hbf wurde zusammen mit dem Abschnitt Anklam–Stralsund der AngermĂŒnde-Stralsunder Eisenbahn am 1. November 1863 eröffnet. Nacheinander folgten die Berliner Nordbahn (1878), die Hauptbahn nach Rostock (1888) sowie die Nebenbahn nach Tribsees (1900). Auf Grund des steigenden Verkehrs erfolgte 1903 bis 1905 ein Umbau der Anlagen.

Stralsund Hafen Der Stralsunder Hafen erhielt ebenfalls ab 1863 Anschluss an das preußische Eisenbahnnetz. ZunĂ€chst nur dem GĂŒterverkehr vorbehalten, wurden ab 1883 auch ReisezĂŒge nach AltefĂ€hr trajektiert, von wo sie aus weiter nach Bergen fuhren. Mit dem Bau des RĂŒgendamms wurde der Trajektverkehr aufgegeben, der Bahnhof dient seitdem wieder ausschließlich dem GĂŒterverkehr. Die Gleisanlagen des Hafens wurden ab 2016 erheblich erweitert.[16]

Bahnhof Stralsund RĂŒgendamm, EmpfangsgebĂ€ude (2023)

Stralsund RĂŒgendamm

Der Bahnhof Stralsund RĂŒgendamm befindet sich wenige Meter vor der ZiegelgrabenbrĂŒcke am Platz des 17. Juni. Die Station besitzt einen teilweise ĂŒberdachten Inselbahnsteig. Eröffnet wurde er zusammen mit dem RĂŒgendamm am 5. Oktober 1936.

Bahnhof AltefÀhr, Inselbahnsteig

AltefÀhr

Der Bahnhof AltefĂ€hr ist der erste Bahnhof auf RĂŒgen. Er befindet sich unmittelbar hinter dem nördlichen Ende des RĂŒgendamms. Der erste Bahnhof von AltefĂ€hr wurde im 1. Juli 1883 eröffnet, er lag sĂŒdwestlich des heutigen Bahnhofs. FĂŒr den FĂ€hrbetrieb besaß er zwei FĂ€hrbetten. Nördlich standen umfangreiche Anlagen fĂŒr den GĂŒterverkehr zur VerfĂŒgung. Der heutige Bahnhof besitzt einen Inselbahnsteig, an dessen Zugang sich das EmpfangsgebĂ€ude befindet. SĂŒdlich der Anlage befand sich bis zu ihrer Stilllegung der Bahnhof der RĂŒgenschen Kleinbahn. Seit 2007 ist die Betriebsstelle mit ESTW-Technik ausgerĂŒstet.[17]

Rambin (RĂŒgen)

Der Haltepunkt Rambin (RĂŒgen) besitzt einen Außen- und einen Zwischenbahnsteig. Die Betriebsstelle war bis 1989 ein Bahnhof und bis 2007 eine Blockstelle. Nach der EinfĂŒhrung von Gleiswechselbetrieb diente sie als Deckungsstelle fĂŒr den höhengleichen ReisendenĂŒbergang zwischen den Bahnsteigen.[18] Nach Inbetriebnahme zweier Außenbahnsteige durch die DB Station&Service AG entfiel 2017 die Funktion der Deckungsstelle und Rambin (RĂŒgen) ist seither lediglich ein unbesetzter Haltepunkt.

Samtens

Der Bahnhof Samtens besaß drei Bahnsteiggleise, von denen zwei im Planverkehr genutzt wurden. Mit dem Neubau von zwei Außenbahnsteigen wurde auch der ehemalige Bahnsteigtunnel verfĂŒllt. Im Jahr 2017 wurde der Bahnhof in das elektronische Stellwerk Lietzow einbezogen.

Bergen auf RĂŒgen

Bergen auf RĂŒgen war der erste Endpunkt der Strecke im Jahre 1883. Der Bahnhof befindet sich nordwestlich der Innenstadt. 1891 erfolgte von hier aus die VerlĂ€ngerung in Richtung Sassnitz. Bereits zwei Jahre zuvor errichteten die Preußischen Staatsbahnen eine Stichstrecke nach Lauterbach. Zwischen 1896 und 1970 fĂŒhrte vom auf der Nordseite liegenden Schmalspurbahnhof Bergen Ost aus eine Strecke der RĂŒgenschen Kleinbahn in Richtung Wittower FĂ€hre. Im Bahnhof ist mittlerweile ein elektronisches Stellwerk in Betrieb. Im Regelbetrieb wird es vom Fahrdienstleiter AltefĂ€hr mitbedient.[19]

Sabitz

Auf einzelnen Karten ist eine Betriebsstelle Sabitz etwa auf halber Strecke zwischen Bergen und Lietzow dargestellt.[20] Genaueres ist ĂŒber die Station nicht bekannt. Anscheinend diente sie niemals dem öffentlichen Reiseverkehr.

Bahnhof Lietzow, dahinter der kleine Jasmunder Bodden

Lietzow (RĂŒgen)

Der Bahnhof Lietzow (RĂŒgen) befindet sich östlich des Ortskerns unweit des Treffpunkts des Kleinen und Großen Jasmunder Boddens. Bis zur Errichtung der Bahnstrecke im Jahre 1891 waren beide GewĂ€sser auf natĂŒrlichem Wege verbunden, eine DrehbrĂŒcke bestand fĂŒr den Straßenverkehr. FĂŒr den Bau der Bahn wurde stattdessen ein Damm angelegt, ĂŒber einen schmalen Durchlass sind beide Bodden aber weiterhin miteinander verbunden. In Lietzow zweigt die 1939 errichtete Strecke nach Ostseebad Binz ab, wenige Kilometer weiter nordöstlich geht die Stichbahn zum FĂ€hrhafen Mukran ab. Im Bereich der Boddenquerung ist die Strecke bis heute eingleisig. Diese Engstelle wird durch die Hauptsignale des Bahnhofes gedeckt. Im Bahnhof Lietzow besteht ein elektronisches Stellwerk der Bauform ZSB200 von Scheidt & Bachmann. Es wird örtlich bedient, der Bedienplatz des Fahrdienstleisters befindet sich im GebĂ€ude des bisherigen Stellwerkes B2.[21]

Borchtitz

Zwischen zwei BahnĂŒbergĂ€ngen zweigt in Borchtitz die Stichbahn zum FĂ€hrhafen Sassnitz-Mukran ab. Die Abzweigstelle gehört zum Stellwerk B1 des FĂ€hrhafens Mukran (GsIII Sp68). Es gibt eine sicherungstechnische Schnittstelle zum ESTW-Z Lietzow.

Lancken

Der Bahnhof Lancken ist mit einem elektronischen Stellwerk ausgerĂŒstet. Die Bedienung erfolgt durch den Fahrdienstleiter Lietzow.[22] Er besitzt zwei Hauptgleise, von denen eines hauptsĂ€chlich zum Rangieren genutzt wird. Im nördlichen Bahnhofskopf in Richtung Lietzow zweigt die Anschlussbahn zum Kreidewerk RĂŒgen ab.

Bahnhof Sassnitz

Sassnitz

Sassnitz ist seit dem 1. Juli 1891 an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Nach dem Bau der Hafenstrecke 1897 wurde Sassnitz zum Spitzkehrbahnhof. Bis 2000 verkehrten ZĂŒge zum Sassnitzer Hafen. Sassnitz ist Endbahnhof fĂŒr die aus Stralsund kommenden ZĂŒge. Der Bahnhof ist mittlerweile mit einem elektronischen Stellwerk ausgerĂŒstet. Es wird vom Fahrdienstleiter Lietzow mitbedient.[23][24]

Sassnitz Hafen

Der Bahnhof Sassnitz Hafen befindet sich unmittelbar am alten Sassnitzer Hafenbecken. Über eine Steilrampe mit einem maximalen GefĂ€lle von 27 Promille gelangten die ZĂŒge vom Bahnhof zum Hafen. Nach einem erneuten Fahrtrichtungswechsel konnten die ZĂŒge auf eine Abstellanlage oder ĂŒber eine der zwei FĂ€hrbrĂŒcken auf die FĂ€hrschiffe wechseln. In nĂ€herer Umgebung der GĂŒteranlagen befanden sich bis zur Wende die Produktionshallen des VEB Fischwerk. Die Betriebsstelle ist stillgelegt und es sind nur noch die Erdkörper der Bahnanlagen vorhanden.

Commons: Bahnstrecke Stralsund–Sassnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Rail Port. Normalspur. Baltic Port Rail Mukran GmbH, abgerufen am 5. Oktober 2026.
  2. ↑ Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  3. ↑ DB Netz AG: DB Netze Infrastrukturregister. Abgerufen am 13. Dezember 2020.
  4. ↑ Drucksachenverlag der DR (Hrsg.): Übersichtskarte des Reichsbahndirektionsbezirks Greifswald. MĂ€rz 1987 (blocksignal.de [abgerufen am 13. Dezember 2020]).
  5. ↑ Ralf Schneider: Mukran Pbf. In: eisenbahn-mv.de. Abgerufen am 5. Oktober 2026.
  6. 1 2 3 Das Eisenbahnstreckennetz in Stralsund und das Bahnbetriebswerk Stralsund (Memento vom 23. Mai 2006 im Internet Archive), abgerufen am 15. Februar 2009
  7. ↑ Hans-Joachim Kirsche, Hans MĂŒller: Eisenbahnatlas DDR. VEB Tourist Verlag, Berlin/Leipzig 1987, ISBN 3-350-00293-5, S. 105.
  8. ↑ Marten Maier: Infrastrukturliste Bewertung: Maßnahmen des Planfalls „Deutschlandtakt“, laufende Nummer 44 des Unterabschnitts 2, Vorhaben des Potentiellen Bedarfs des Bedarfsplans der Bundesschienenwege. (PDF) In: bmvi.de. SMA und Partner, 17. August 2021, S. 28, abgerufen am 19. August 2021 („2-00“, „Entwurf“).
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