Zum Inhalt springen

Corban

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Corban
Wappen von Corban
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Jura Jura (JU)
Bezirk: Delémontw
Munizipalgemeinde: Val Terbii2
Postleitzahl: 2826
frĂŒhere BFS-Nr.: 6705
Koordinaten: 602959 / 244134Koordinaten: 47° 20â€Č 53″ N, 7° 28â€Č 40″ O; CH1903: 602959 / 244134
Höhe: 525 mÂ ĂŒ. M.
Höhenbereich: 496–916 m ĂŒ. M.
FlĂ€che: 7,85 kmÂČ
Einwohner: 481 (31. Dezember 2017)
Einwohnerdichte: 61 Einw. pro kmÂČ
Website: www.val-terbi.ch
Dorfeingang von Corban
Dorfeingang von Corban
Karte
Corban (Schweiz)
Corban (Schweiz)
w{w
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2018

Corban [kɔʁbɑ̃] war bis am 31. Dezember 2017 eine politische Gemeinde im Distrikt DelĂ©mont des Kantons Jura in der Schweiz. Der frĂŒhere deutsche Name Battendorf wird heute nur noch vereinzelt verwendet.

Historisches Luftbild von Werner Friedli (1910–1996) von September 1950

Corban liegt auf 525 mÂ ĂŒ. M., zehn Kilometer östlich des Kantonshauptorts DelĂ©mont (Luftlinie). Das ehemalige Strassen- und Bachzeilendorf erstreckt sich entlang dem Scheltenbach (französisch La Scheulte) in der weiten Mulde des Val Terbi, dem östlichsten Teil des Delsberger Beckens.

Die FlĂ€che des 7,9 kmÂČ grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt im Osten der landwirtschaftlich intensiv genutzten Senke des Delsberger Beckens. Den Zentralteil des Gemeindegebiets nehmen die Niederungen der beiden parallel verlaufenden BĂ€che La Scheulte und Ruisseau de Montsevelier ein. Diese werden durch eine niedrige GelĂ€ndekuppe voneinander getrennt und entwĂ€ssern die Gegend nach Westen zur Birs. Nach Norden reicht das Gemeindegebiet bis auf den Jurakamm der Fringelikette, deren steiler SĂŒdhang durch den Wald von Les ChampĂ©s bedeckt ist. Hier liegt mit 913 mÂ ĂŒ. M. der höchste Punkt der Gemeinde Corban. Im SĂŒden erstreckt sich das Gebiet bis auf die Höhe von Plain Fayen und Les Faivelies (768 mÂ ĂŒ. M.), die eine nördliche Randfalte der Mont-Raimeux-Kette bilden. Von der GemeindeflĂ€che entfielen 1997 4 % auf Siedlungen, 33 % auf Wald und Gehölze, 62 % auf Landwirtschaft, und weniger als 1 % war unproduktives Land.

Zu Corban gehören mehrere Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Corban sind Courchapoix, Vermes, Mervelier und Montsevelier im Kanton Jura sowie BÀrschwil im Kanton Solothurn.

Mit 481 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2017) gehörte Corban zu den kleineren Gemeinden des Kantons Jura. Von den Bewohnern sind 93,8 % französischsprachig, 5,1 % deutschsprachig und 0,5 % italienischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Corban belief sich 1850 auf 392 Einwohner, 1900 auf 389 Einwohner. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts pendelte die Einwohnerzahl stets im Bereich zwischen 390 und 450 Personen.

Corban ist noch landwirtschaftlich geprÀgt, hat sich aber in der zweiten HÀlfte des 20. Jahrhunderts auch zum Wohndorf entwickelt. Im Dorf gibt es nur wenige ArbeitsplÀtze ausserhalb des landwirtschaftlichen Sektors. Viele ErwerbstÀtige (ungefÀhr 60 %) sind deshalb Wegpendler und arbeiten vor allem in der Region Delémont.

Corban liegt an der Kantonsstrasse von DelĂ©mont ĂŒber den Scheltenpass nach MĂŒmliswil. Es ist durch eine Buslinie, die vom Kantonshauptort nach Montsevelier verkehrt, an den Bahnhof in DelĂ©mont angebunden.

Ein 1892 entdeckter Schatz mit 104 römischen MĂŒnzen aus dem 1. und 2. Jahrhundert nach Christus weist darauf hin, dass das Gebiet bereits zur Römerzeit besiedelt war. Erste ErwĂ€hnung findet Corban 1184 unter dem deutschen Namen Bathendorf. Von 1240 ist die französische Bezeichnung Corpaon belegt. Das Dorf Corban gehörte zur Propstei Moutier-Grandval und behielt auch nach der Reformationszeit den katholischen Glauben bei.

Von 1797 bis 1815 gehörte es zu Frankreich und war anfangs Teil des DĂ©partement Mont-Terrible, ab 1800 mit dem DĂ©partement Haut-Rhin verbunden. Durch den Entscheid des Wiener Kongresses kam der Ort 1815 an den Kanton Bern zum Amtsbezirk Moutier. Die Bewohner von Corban votierten in den Juraplebisziten stets fĂŒr die Schaffung des Kantons Jura.

Als Grenzgemeinde im Amtsbezirk Moutier entschied sich Corban in der Volksabstimmung vom 7. September 1975 fĂŒr den Kanton Jura, trat 1976 in den Distrikt DelĂ©mont ĂŒber und kam mit diesem am 1. Januar 1979 an den neu gegrĂŒndeten Kanton Jura.

SehenswĂŒrdigkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leicht erhöht steht sĂŒdöstlich des Dorfes die Kirche Saint-Blaise, die 1683 erbaut wurde und trotz spĂ€terer Renovationen ihre spĂ€tgotischen Elemente bewahren konnte. Bis zum 17. Jahrhundert gehörte Corban zur Pfarrei der sĂŒdlichen Nachbargemeinde Vermes.

Persönlichkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Henri Schaller (1886–1985), Geistlicher, Journalist und Zeitungsverleger der Tageszeitung Le Pays
  • Albert Steullet (1925–2024), Richter, Staatsanwalt und Kommunalpolitiker (CVP)
Commons: Corban – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien