Karl Bosl
Karl Franz Xaver Johann Bosl (* 11. November 1908 in Cham, Oberpfalz; â 18. Januar 1993 in MĂŒnchen) war ein deutscher Historiker.
Nach 1945 stieg Bosl zu einem der angesehensten und einflussreichsten deutschen Historiker auf. Seine 1950 veröffentlichte Darstellung ĂŒber die ReichsministerialitĂ€t begrĂŒndete seinen guten Ruf in der MediĂ€vistik. Bosl wurde 1953 auf den Lehrstuhl fĂŒr Mittlere und Neuere Geschichte der UniversitĂ€t WĂŒrzburg berufen. Ab 1960 war er Inhaber des Lehrstuhls fĂŒr Bayerische Geschichte und Vergleichende Landesgeschichte an der UniversitĂ€t MĂŒnchen.
Kurz nach Kriegsende behauptete Bosl, sich nicht nur sich vom Nationalsozialistischen Regime distanziert, sondern aktiv Widerstand gegen den Nationalsozialismus geleistet zu haben. Nach einer 2011 erschienenen Untersuchung von Peter Herde und Benjamin Kedar hat sich Bosl hingegen Ă€uĂerst opportunistisch und systemkonform verhalten und sich fĂ€lschlich als WiderstandskĂ€mpfer stilisiert.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Karl Bosl entstammte einfachen VerhĂ€ltnissen. Er wurde als Sohn des Hausverwalters Franz Xaver Bosl und dessen Frau Maria, geborene MĂŒhlbauer, in Cham in der Oberpfalz geboren und legte 1927 am Humanistischen Gymnasium im Kloster Metten das Abitur ab. Bosl studierte seit dem Sommersemester 1927 u. a. bei Paul Lehmann in MĂŒnchen Geschichte, Germanistik, Klassische Sprachen und Mittellateinische Philologie. Als Student schloss er sich dem Katholischen Studentenverein Albertia im KV an, dessen engagiertes Mitglied er bis zum Tode blieb. Neben seiner Mitgliedschaft im KV war Bosl auch Mitglied der K.B.St.V. Rhaetia MĂŒnchen. Nach Dirk Walter war Bosl in der Weimarer Republik rechtskonservativ eingestellt.[1] Im FrĂŒhjahr 1931 schloss er das Studium mit dem Staatsexamen in Klassischer Philologie, Deutsch und Geschichte ab. Seit dem FrĂŒhjahr 1932 war er zunĂ€chst im Schuldienst an verschiedenen Orten tĂ€tig.
Seit 1930 war Bosl Mitglied im Stahlhelm. Nach der âMachtergreifungâ der Nationalsozialisten trat Bosl zum 1. Mai 1933 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 1.884.319),[2] wurde 1934 Mitglied des NS-Lehrerbundes und trat wenige Wochen spĂ€ter auch der SA bei. Seine Mitgliedschaft in der SA endete jedoch 1934, und in der NSDAP fehlte es ihm an Engagement.[3] Die Reichsleitung der NSDAP strich ihn daraufhin als Mitglied. Von 1935 bis 1938 arbeitete Bosl in der âLandesleitung des Bundes Deutscher Ostenâ, der unter Leitung Theodor OberlĂ€nders Ostforschung betrieb.[4] Im Mai 1937 beantragte Bosl eine Wiederaufnahme in die Partei. Die erneute Aufnahme der Mitgliedschaft stand im Zusammenhang mit Bosls bevorstehender Beamtenernennung und sollte die weitere akademische Karriere fördern. Im Juni 1938 holte Bosl auch die Zahlungen der ausstehenden BeitrĂ€ge nach.[5] Bosl wurde 1938 in MĂŒnchen bei Karl Alexander von MĂŒller promoviert mit einer Arbeit ĂŒber Das Nordgaukloster Kloster Kastl (GrĂŒndung, GrĂŒnder, Wirtschafts- und Geistesgeschichte). Im selben Jahr heiratete er eine evangelische Christin.[6]
Im Jahr 1939 erhielt Bosl einen Forschungsauftrag zum Thema âDie Lehns- und Holzrechte im Berchtesgadner Landâ im Rahmen des SS-Ahnenerbeprojekts Forschungswerk Wald und Baum in der arisch-germanischen Geistes- und Kulturgeschichte[7] fĂŒr dieses Projekt erhielt er eine monatliche UnterstĂŒtzung von 120 Reichsmark.[8] Das thematisch konzentrierte Projekt war das gröĂte ĂŒber âbloĂe AbsichtserklĂ€rungen und Vorplanungen hinausgehende geisteswissenschaftliche Forschungsvorhabenâ.[9]
Nach der Dissertation beschĂ€ftigte sich Bosl schwerpunktmĂ€Ăig mit der ReichsministerialitĂ€t. WĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges verfasste Bosl seine MĂŒnchener Habilitationsschrift âDie ReichsministerialitĂ€t der Salier und Stauferâ. Die Arbeit wurde von Theodor Mayer gefördert, der in der NS-Zeit zu einem der einflussreichsten MediĂ€visten aufgestiegen war.[10] Mit diesem thematischen Schwerpunkt gelang Bosl der Anschluss an die fĂŒhrende MediĂ€vistik. Er war weiterhin hauptberuflich als Lehrer tĂ€tig und seit 1940 Studienrat am Humanistischen Gymnasium in Ansbach. Im Jahr 1942 versuchte Bosl, seine kurz vor der Fertigstellung stehende Habilitationsschrift fĂŒr eine Publikation in der Veröffentlichungsreihe des âAhnenerbesâ unterzubringen.[11] Bosl habilitierte sich 1944 an der UniversitĂ€t MĂŒnchen; die KriegsverhĂ€ltnisse verhinderten jedoch, dass Bosl den Status eines Privatdozenten durch das Reichswissenschaftsministerium erhielt. Bosl engagierte sich im Bund Deutscher Osten, im Reichskolonialbund und in der NS-Volkswohlfahrt.[12] In Ansbach beschwor Bosl im Dezember 1944 vor dem NS-Kreisleiter und vor geladenen GĂ€sten aus Partei, Staat, Wehrmacht und Wirtschaft Das Reich als politische Idee. In dieser patriotischen Rede wies er dem Reich eine âgeopolitische Sendungâ als âFĂŒhrungsmachtâ ĂŒber Europa zu.[13] Im Rahmen des Kriegseinsatzes der Deutschen Geisteswissenschaften nahm Bosl regelmĂ€Ăig an Tagungen teil.[14] Im Rahmen des âKriegseinsatzesâ konnte Bosl einen ersten eigenen Aufsatz in einem von Theodor Mayer herausgegebenen Sammelband veröffentlichen.[15] Bosl hielt auf einer Tagung im Januar 1945 in Hitlers Geburtshaus in Braunau den Vortrag Landesausbau im baierischen Raum.[16] Der konkrete Inhalt ist unbekannt, da der Text bislang nicht gefunden werden konnte. Im Oktober 1945 versuchte er mit seinem Beitrag âDas Wesen des wahren Deutschtums (historisch betrachtet)â[17] seine Abkehr vom Nationalsozialismus glaubhaft zu machen mit der Beschwörung âdes universalistischen Mittelalters mit seiner Erhabenheit, seiner GroĂmut und Demutâ.[18]
Im Spruchkammerverfahren wurde Bosl als âMitlĂ€uferâ eingestuft. Dagegen erhob er Einspruch und legte eine Reihe eidesstattliche ErklĂ€rungen vor, die seine Distanz zum Nationalsozialismus und seine Beteiligung am Widerstand bezeugten. Nach den Forschungen von Herde und Kedar freundete sich Bosl mit dem amerikanischen Feldwebel Frank D. Horvay an. Horvay habe ein Gutachten ĂŒber ihn erstellt.[19] Bosl wurde daraufhin als âEntlasteterâ eingestuft.[20] Ab 1947 war Bosl Privatdozent in MĂŒnchen und als Beauftragter des Kultusministeriums am Wiederaufbau des bayerischen Gymnasialwesens beteiligt. Am 24. MĂ€rz 1948 wurde Bosl von der Spruchkammer Ansbach-Stadt als âEntlasteterâ eingestuft. Er war 1949 MitbegrĂŒnder des Bayerischen Philologenverbandes und dessen Erster Vorsitzender bis 1954, dann dessen Ehrenvorsitzender. Um 1950 war Bosl kurzzeitig Lehrer fĂŒr Deutsch, Griechisch und Geschichte am Maximiliansgymnasium MĂŒnchen.[21] 1951 hatte er einen Lehrauftrag an der UniversitĂ€t MĂŒnchen. 1953 wurde er als Professor auf den Lehrstuhl fĂŒr Mittlere und Neuere Geschichte der UniversitĂ€t WĂŒrzburg berufen. 1954 nahm er seine LehrtĂ€tigkeit in WĂŒrzburg auf und wurde im selben Jahr in die Kommission fĂŒr bayerische Landesgeschichte gewĂ€hlt. Sein Schwerpunkt lag auf der bayerischen Landesgeschichte. Von 1960 bis zu seiner Emeritierung 1977 hatte er als Nachfolger von Max Spindler am Institut fĂŒr Bayerische Geschichte der UniversitĂ€t MĂŒnchen den Lehrstuhl fĂŒr Bayerische Geschichte und Vergleichende Landesgeschichte mit besonderer BerĂŒcksichtigung der Neuzeit inne.
Als akademischer Lehrer war Bosl besonders aktiv; an seinem Lehrstuhl betreute er 205 Dissertationen.[22] Zu akademischen SchĂŒlern Bosls gehören unter anderem Richard Bauer, Wolfgang Benz, Werner K. Blessing, Peter Blickle, GĂŒnter Christ, Richard van DĂŒlmen, Wolf D. Gruner, Ludwig Hammermayer, Peter Claus Hartmann, Alfred Haverkamp, Klaus-Dietmar Henke, Paul Hoser, Ludwig HĂŒttl, Rolf KieĂling, Ulrich Linse, Karl Möckl, Friedrich Prinz, Wolfgang Quint, Hermann Rumschöttel, Regina Schulte, Ferdinand Seibt, Wilhelm Störmer, Manfred Treml und Otto WeiĂ. Dazu kommen zahlreiche Gymnasiallehrer, die bei Bosl ihre Zulassungsarbeit verfassten und bis heute das kulturelle Leben in Bayern mitprĂ€gen.
Im Jahr 1961 wurde Bosl zum Ordentlichen Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gewĂ€hlt. Bosl gehörte zu den GrĂŒndungsmitgliedern des Konstanzer Arbeitskreises fĂŒr mittelalterliche Geschichte (1960) und war ab 1963 auch Mitglied des Johann-Gottfried-Herder-Forschungsrates.[23] Der Höhepunkt seiner Anerkennung in der Wissenschaft erfolgte in den 1970er Jahren. Bosl wurde Korrespondierendes Mitglied der Medieval Academy of America (1970) und der British Academy (1970). 1973 wurde er zum Korrespondierenden Mitglied der Ăsterreichischen Akademie der Wissenschaften gewĂ€hlt. 1977 hatte er die Carl-Schurz-Gastprofessur an der UniversitĂ€t Madison/Wisconsin und 1978 die Rose-Morgan-Professur an der State University of Kansas in Lawrence inne.
Bosl erhielt zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, unter anderem den Nordgau-Kulturpreis der Stadt Amberg in der Kategorie âHeimatpflegeâ (1958), die Adalbert-Stifter-Medaille der Sudetendeutschen Landsmannschaft (1968), den Bayerischen Verdienstorden (1970), das GroĂe Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland (1974), den Bayerischen Maximiliansorden fĂŒr Kunst und Wissenschaft (1984), die Bayerische Verfassungsmedaille in Gold (1985), den GroĂen Kulturpreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft (1970) und das GroĂe Verdienstkreuz der Bundesrepublik mit Stern (1988). Bosl wurde 1984 zum EhrenbĂŒrger seiner Heimatstadt Cham ernannt. Im Jahre 1989 wurde ihm der Waldschmidt-Preis zugesprochen.
Werk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Den Schwerpunkt seiner Forschungen stellten vor allem Studien zur Gesellschafts- und Wirtschaftsgeschichte des europĂ€ischen Mittelalters dar. Bosl erreichte mit ĂŒber fĂŒnfzig Monographien und weit mehr als 600 AufsĂ€tzen, HandbucheintrĂ€gen und Besprechungen sowie etwa vierzig Herausgeberschaften eine ungewöhnlich hohe Publikationszahl. Gemessen an der Vielzahl seiner Publikationen zĂ€hlt er zu den erfolgreichsten MediĂ€visten seiner Zeit.[24] Bosls immense PublikationstĂ€tigkeit erzeugte zugleich Kritik. Ihm wurde vorgeworfen, QuantitĂ€t vor QualitĂ€t zu setzen. Eklatante SchwĂ€chen weisen seine Arbeiten zur nicht-deutschen Geschichte auf.[25] Seine wohl wichtigste Arbeit war Die ReichsministerialitĂ€t der Salier und Staufer. Die Arbeit war prosopographisch ausgerichtet. Bosl ermittelte Region fĂŒr Region die âreichsministerialen TrĂ€ger des staufischen Staatsgedankensâ.[26] Ăber Heinrich IV. schrieb er, dass dieser sich die Aufgabe gestellt habe, âdie völkische Grundlage seiner Herrschaft zu erweitern und mit neuen KrĂ€ften dem territorialstaatlichen Willen und Wirken des hohen Adels und einer emanzipierten Reichskirche in kĂŒhler Realpolitik und mit gleichen Mitteln eine neue königsstaatliche Planung entgegenzustellenâ.[27] Noch 1943 hatte Bosl in Anlehnung an den nationalsozialistischen Landeshistoriker Adolf Helbok geschrieben: âDamit (mit der Ministerialenpolitik) hat das deutsche Königtum [âŠ] die rassische Elite der bĂ€uerlichen, unfreien Schichten des Volkes fĂŒr die Aufgaben des Staates gewonnenâ.[28] Bosl legte 1972 eine Darstellung ĂŒber die mittelalterliche Gesellschaftsgeschichte vor.[29] Bosl wurde fĂŒr die Gesellschaftsgeschichte in den 1960er und 1970er Jahren einer der wichtigsten Impulsgeber. Er verhalf einer âgesellschaftsgeschichtlichen Betrachtungsweise in der MediĂ€vistik zum Durchbruch.â[30]
Bosl gehörte zu Lebzeiten zu den populĂ€rsten Historikern Bayerns. Er publizierte nicht nur sehr viel, sondern warb bisweilen in unorthodoxen Umfeld, z. B. in Bierzelten oder in WirtshĂ€usern, in VortrĂ€gen fĂŒr die bayerische Landesgeschichte. Als Landeshistoriker galt Bosl als besonders fortschrittlich. Seit den 1960er-Jahren öffnete er die Landesgeschichte fĂŒr Themen wie die Revolution 1918/19. Grundlegend wurde dabei die Darstellung Bayern im Umbruch.[31]
In seinen AusfĂŒhrungen zum âStaatâ des Mittelalters im klassischen Lehrbuch der deutschen Geschichte, dem âGebhardtâ, knĂŒpfte Bosl noch im Jahr 1970 an die Ă€lteren Geschichtsbilder aus dem 19. und frĂŒhen 20. Jahrhundert an. Diesen zufolge galt das Reich der Ottonen, Salier und Staufer als ĂŒberaus mĂ€chtig in Europa. Die deutschen FĂŒrsten mit ihren partikularen Interessen und das Papsttum mit seinem Streben nach Vorrangstellung galten als âTotengrĂ€berâ der Kaisermacht.[32] Zur Kirche meinte Bosl: âWer in Rom herrschte, war Herr der westlichen Welt; dort wurde seine Herrscherstellung sanktioniert. Als SchĂŒtzer der Kirche und Verbreiter des christlichen Glaubens erfĂŒllten die Kaiser eine kulturmissionarische Aufgabe, die auch ihrer Ostpolitik einen erhöhten Sinn gab. Zwei Jahrhunderte lang hat der deutsche Staat, als der stabilisierteste seiner Zeit, Ruhe und Ordnung in Mitteleuropa gesichert und den Aufstieg der mittelalterlichen Hochkultur damit erst möglich gemacht.â[33] Unter der âkulturmissionarischen Aufgabeâ, die der kaiserlichen Ostpolitik einen âerhöhten Sinn gabâ, wurden in der Weimarer Republik AnsprĂŒche auf die durch den Versailler Vertrag verlorenen Gebiete im Osten gerechtfertigt. In der NS-Zeit wurde damit die Vernichtungspolitik im Osten legitimiert.[34] Ăber die Konflikte mit dem Adel im 11. Jahrhundert schrieb Bosl: âEs zeichnete sich so etwas wie ein salisches Staatsreformprogramm ab, das die königliche Gewalt auf neue dauerhaftere Grundlagen stellen und sie von der allzu engen Bindung an Kirche und Adel lösen wollte [âŠ] Ziel all dieser MaĂnahmen [âŠ] war der Aufbau eines zentralen Königsstaates. Das lieĂ sich aber nur möglich machen, wenn die adlige Opposition niedergehalten wurde, die sich auf ihre eigenwurzelig gewachsene Macht und ihr gutes Recht stĂŒtzte, das im Lehenswesen verankert war.â[35]
1978 wurde der Sammelband Oberpfalz und OberpfĂ€lzer veröffentlicht. In ihm sind 21 viel zitierte Artikel und VortrĂ€ge aus der Zeit von 1939 bis 1975 enthalten, darunter Die MarkengrĂŒndungen Kaiser Heinrichs III. auf bayerisch-österreichischem Boden, Nordgau und Oberpfalz als ReichslĂ€nder und Territorialstaaten, Das Nordgaukloster Kastl. GrĂŒndung und GrĂŒnder, Das kurpfĂ€lzische Territorium âObere Pfalzâ.
Bei Bosls Tod befanden sich in seinem Nachlass mehr als hundert unpubliziert gebliebene Manuskripte. Seine Tochter Erika Bosl gab achtzig Texte davon in drei BĂ€nden heraus.
Neubewertung seiner Rolle zur Zeit des Nationalsozialismus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bosl behauptete bis zu seinem Tod 1993 in zahlreichen GesprĂ€chen, dass er ein aktiver WiderstandskĂ€mpfer gegen das Nazi-Regime gewesen sei. In einem von Karl Nikolaus Renner gefĂŒhrten Interview des Projekts âZeitzeugen zur bayerischen Geschichteâ vom 11. Juli 1990 bleibt Bosls NS-Engagement unerwĂ€hnt: Seine Ernennung zum Privatdozenten sei durch den Anglisten Robert Spindler, den Vertreter des NS-Dozentenbundes in der MĂŒnchner Philosophischen FakultĂ€t,[36] aus âpolitischen GrĂŒndenâ hintertrieben worden; er â Bosl â habe vielmehr mithilfe selbstverfasster FlugblĂ€tter aktiv Propaganda gegen das Dritte Reich betrieben.[37]
Bosls NSDAP-Mitgliedschaft war der Fachwelt bereits seit 1998 bekannt.[38] 2011 vertraten die beiden international renommierten MediĂ€visten Peter Herde und Benjamin Z. Kedar in einer wissenschaftlichen Studie die Meinung, Bosl habe sich in der Zeit des Nationalsozialismus in hohem MaĂe systemkonform verhalten und nach 1945 fĂ€lschlich als WiderstandskĂ€mpfer prĂ€sentiert.[39] Herde und Kedar stĂŒtzten ihre These zum einen auf die Mitgliedschaft Bosls in der NSDAP und mehreren NS-Organisationen sowie seine Mitarbeit an einem forstgeschichtlichen Projekt der SS-nahen Ahnenerbe-Forschungsgemeinschaft. Zum anderen bewerteten sie Bosls Nachkriegsaussagen, er sei Teil eines Ansbacher Widerstandskreises gewesen, als âReinventionâ, um seiner Entlassung aus dem Gymnasialdienst durch die Alliierten zu entgehen. HierfĂŒr habe Bosl die WiderstandstĂ€tigkeit des standgerichtlich zum Tode verurteilten und gehĂ€ngten Studenten Robert Limpert als seine eigene ausgegeben.
In der Folge erschienen in der Tagespresse einige Artikel, die Bosl als aktiven Nationalsozialisten aus Ăberzeugung charakterisierten.[40] Im November 2011 kam eine im Auftrag von Bosls Heimatstadt Cham, die ihn 1984 zum EhrenbĂŒrger ernannt hatte, vom dortigen Stadtarchivar angefertigte Studie zu dem Ergebnis, dass die gegen Bosl erhobenen VorwĂŒrfe und die Zweifel an seiner âWiderstandstĂ€tigkeitâ gröĂtenteils berechtigt seien.[41] Die Stadt erkannte Bosl daraufhin alle Ehrenzeichen ab (die EhrenbĂŒrgerwĂŒrde war schon mit Bosls Tod erloschen) und machte die 2008 erfolgte Benennung eines Platzes entlang der PropsteistraĂe als âProf.-Dr.-Karl-Bosl-Platzâ rĂŒckgĂ€ngig.[42] Der Hauptvorstand des Bayerischen Philologenverbandes entschloss sich dazu, die 2009 erstmals verliehene Karl-Bosl-Medaille kĂŒnftig nicht mehr zu vergeben.[43]
Einige Historiker wiesen jedoch auch auf Ungereimtheiten in den historischen Fakten und methodische SchwĂ€chen der Untersuchung Herdes und Kedars hin.[44] So ĂŒberdeckten Herde und Kedar fehlende Belege und unvollstĂ€ndige Quellenlagen durch Vermutungen und verlieĂen sich bei der Bewertung von Bosls NĂ€he zum Nationalsozialismus auf eine quellenpositivistische Auswertung von Ego-Dokumenten Bosls aus der NS-Zeit, die in ihren Formulierungen zwangslĂ€ufig dem nationalsozialistischen Duktus entsprochen hĂ€tten. Entlastende zeitgenössische Quellen, die Bosl als zwar politisch opportunistischen Akademiker, aber ebenso als explizit nachlĂ€ssiges NSDAP-Mitglied ohne besonderen politischen Eifer auswiesen,[45] seien dagegen unberĂŒcksichtigt geblieben. Auch das hohe Ansehen, das Bosl im Ansbach der Nachkriegszeit und im Umkreis des hingerichteten Robert Limpert genoss, sei schwer mit der These Herdes und Kedars vereinbar. Dirk Walter plĂ€dierte ferner dafĂŒr, Karl Bosl im Vergleich mit anderen Historikern seiner Generation wie Theodor Schieder und Werner Conze zu sehen. Bosl habe sich im Vergleich zu anderen Historikerkollegen weit weniger kompromittiert.[46]
Schriften (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Monographien
- Das Nordgaukloster Kastl. GrĂŒndung, GrĂŒnder, Wirtschafts- und Geistesgeschichte (= Verhandlungen des Historischen Vereins von Oberpfalz und Regensburg. Band 89). Verlag des Historischen Vereins von Oberpfalz und Regensburg, Regensburg 1939 (Philosophische Dissertation, UniversitĂ€t MĂŒnchen, 1939).
- Die ReichsministerialitĂ€t der Salier und Staufer. Ein Beitrag zur Geschichte des hochmittelalterlichen deutschen Volkes, Staates und Reiches (= Schriften der Monumenta Germaniae Historica. Band 10). 2 Teile. Hiersemann, Stuttgart 1950/1951 (Habilitationsschrift, UniversitĂ€t MĂŒnchen, 1950, Digitalisat, Teil 1, Digitalisat, Teil 2).
- mit Hermann SchreibmĂŒller: Geschichte Bayerns. Lehrbuch fĂŒr bayerische Geschichte. 2 BĂ€nde. Schnell & Steiner, MĂŒnchen 1952â1955.
- Franken um 800. Strukturanalyse einer frĂ€nkischen Königsprovinz (= Schriftenreihe zur bayerischen Landesgeschichte. Band 58). Beck, MĂŒnchen 1959; 2., erweiterte Auflage, ebenda 1969.
- Bayerische Geschichte. List, MĂŒnchen 1971; 7., durchgesehene Auflage. Ludwig, Pfaffenhofen 1990, ISBN 3-7787-2116-X.
- Oberpfalz und OberpfĂ€lzer, Verlag Michael Lassleben, KallmĂŒnz 1978, ISBN 3-7847-1129-4.
- Europa im Aufbruch. Herrschaft, Gesellschaft, Kultur vom 10. bis zum 14. Jahrhundert. Beck, MĂŒnchen 1980, ISBN 3-406-07678-5.
- Gesellschaftsgeschichte Italiens im Mittelalter (= Monographien zur Geschichte des Mittelalters. Band 26). Hiersemann, Stuttgart 1982, ISBN 3-7772-8206-5.
- Die bayerische Stadt in Mittelalter und Neuzeit. Altbayern, Franken, Schwaben. Pustet, Regensburg 1988, ISBN 3-7917-1182-2.
- Gesellschaft im Aufbruch. Die Welt des Mittelalters und ihre Menschen. Pustet, Regensburg 1991, ISBN 3-7917-1281-0.
Herausgeberschaften
- Bosls bayerische Biographie. 8000 Persönlichkeiten aus 15 Jahrhunderten. Pustet, Regensburg 1983, ISBN 3-7917-1162-8; ErgÀnzungsband: Bosls bayerische Biographie. 1000 Persönlichkeiten aus 15 Jahrhunderten. Pustet, Regensburg 1988, ISBN 3-7917-1153-9 (Digitalisat beider BÀnde).
- Die Erste Tschechoslowakische Republik als multinationaler Parteienstaat. VortrĂ€ge der Tagungen des Collegium Carolinum in Bad Wiessee vom 24.â27. November 1977 und vom 20.â23. April 1978 (= Bad Wiesseer Tagungen des Collegium Carolinum). Oldenbourg, MĂŒnchen 1979, ISBN 3-486-49181-4.
- Handbuch der Geschichte der böhmischen LĂ€nder. 4 BĂ€nde. Herausgegeben im Auftrag des Collegium Carolinum. Hiersemann, Stuttgart 1966â1974, ISBN 3-7772-6602-7.
Gesammelte VortrÀge
- VortrÀge zur Geschichte Europas, Deutschlands und Bayerns. Hrsg. von Erika Bosl. ISBN 3-7772-9736-4.
- Band 1: Europa von der Christianisierung bis Johannes Paul II. Hiersemann, Stuttgart 1998, ISBN 3-7772-9737-2.
- Band 2: Bayern im EuropÀischen KrÀftefeld. Hiersemann, Stuttgart 2000, ISBN 3-7772-0009-3.
- Band 3: VortrÀge zur bayerischen Landesgeschichte. Hiersemann, Stuttgart 2002, ISBN 3-7772-0225-8.
Schriftenverzeichnis
- Manfred Treml (Red.), Lorenz Maier, Erika Bosl (Bearb.): Karl Bosl. Eine Bibliographie (= Materialien zur Bayerischen Geschichte und Kultur. Band 3). Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg 1996, ISBN 3-927233-43-9 (678 Titel ohne posthum Erschienenes).
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Festschriften
- Friedrich Prinz (Hrsg.): Bayerische Geschichte als Tradition und Modell. Festschrift fĂŒr Karl Bosl zum 65. Geburtstag. Beck, MĂŒnchen 1973.
- Ferdinand Seibt (Hrsg.): Gesellschaftsgeschichte. Festschrift fĂŒr Karl Bosl zum 80. Geburtstag. 2 BĂ€nde. Hrsg. im Auftrag des Collegium Carolinum. Oldenbourg, MĂŒnchen 1988, ISBN 3-486-55071-3 (Band 1), ISBN 3-486-55081-0 (Band 2).
Nekrologe
- Heinz Dopsch: Karl Bosl (1908â1993) [Nachruf]. In: SĂŒdostdeutsches Archiv. Band 36/37, 1993â1994, S. 180â183.
- Friedrich Prinz: Karl Bosl (1908â1993). Ein bayerischer und europĂ€ischer Geschichtsforscher. In: JahrbĂŒcher fĂŒr Geschichte Osteuropas. Band 41, 1993, S. 318â319.
- Ferdinand Seibt: Karl Bosl 11.11.1908 â 18.1.1993. In: Bohemia. Band 34, 1993, S. 1â6 (online).
- Wilhelm Störmer: Karl Bosl (1908â1993). In: Zeitschrift fĂŒr bayerische Landesgeschichte. Band 57, 1994, S. 171â176 (online).
- Eberhard Weis: Karl Bosl 11.11.1908 â 18.1.1993. In: Jahrbuch der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. 1993, S. 246â253.
Darstellungen
- Ferdinand Kramer: Der Lehrstuhl fĂŒr bayerische Landesgeschichte von 1917 bis 1977. In: Wilhelm Volkert, Walter Ziegler (Hrsg.): Im Dienst der bayerischen Geschichte. 70 Jahre Kommission fĂŒr Bayerische Landesgeschichte. 50 Jahre Institut fĂŒr Bayerische Geschichte. 2., aktualisierte Auflage. Beck, MĂŒnchen 1999, ISBN 3-406-10692-7, S. 351â407.
- Karl Bosl. In: Siegfried KoĂ, Wolfgang Löhr (Hrsg.): Biographisches Lexikon des KV. 6. Teil (= Revocatio historiae. Band 7). SH-Verlag, Schernfeld 2000, ISBN 3-89498-097-4, S. 12â17.
- Karl Bosl. In: JĂŒrgen Petersohn (Hrsg.): Der Konstanzer Arbeitskreis fĂŒr mittelalterliche Geschichte. Die Mitglieder und ihr Werk. Eine bio-bibliographische Dokumentation (= Veröffentlichungen des Konstanzer Arbeitskreises fĂŒr Mittelalterliche Geschichte aus Anlass seines fĂŒnfzigjĂ€hrigen Bestehens 1951â2001. Band 2). Thorbecke, Stuttgart 2001, ISBN 3-7995-6906-5, S. 55â79 (online).
- Anne Christine Nagel: Im Schatten des Dritten Reichs. Mittelalterforschung in der Bundesrepublik Deutschland 1945â1970. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2005, ISBN 3-525-35583-1, S. 116, 136â144.
- Werner K. Blessing: Karl Bosl im Blick eines SchĂŒlers. Erinnerungen zum 100. Geburtstag. In: Zeitschrift fĂŒr bayerische Landesgeschichte. Band 72, Heft 3, 2009, S. 893â916.
- Ferdinand Kramer: Max Spindler (1894â1986) und Karl Bosl (1908â1993). In: Katharina Weigand (Hrsg.): MĂŒnchner Historiker zwischen Politik und Wissenschaft. 150 Jahre Historisches Seminar der Ludwig-Maximilians-UniversitĂ€t (= BeitrĂ€ge zur Geschichte der Ludwig-Maximilians-UniversitĂ€t MĂŒnchen. Band 5). Utz, MĂŒnchen 2010, ISBN 978-3-8316-0969-7, S. 259â280.
- Matthias Berg: Lehrjahre eines Historikers. Karl Bosl im Nationalsozialismus. In: Zeitschrift fĂŒr Geschichtswissenschaft. Band 59, 2011, Heft 1, S. 45â63.
- Peter Herde, Benjamin Z. Kedar: A Bavarian historian reinvents himself. Karl Bosl and the Third Reich. Hebrew University Magnes Press, Jerusalem 2011, ISBN 978-965-493-564-7 (Rezension).
- deutsche Ăbersetzung und wesentlich erweiterte Fassung: Benjamin Z. Kedar, Peter Herde: Karl Bosl im âDritten Reichâ. De Gruyter Oldenbourg/Magnes Press, Berlin u. a. 2016, ISBN 978-3-11-041256-7.
- Manfred Treml: War Karl Bosl ein âNazi-Historikerâ? In: Bayernspiegel. 2012, H. 1/2, S. 5â10 (online).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur von und ĂŒber Karl Bosl im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Werke von und ĂŒber Karl Bosl in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Heike Nasritdinova: Bosl, Prof. Dr. Karl. Eintrag in der Datenbank des OberpfÀlzer Kulturbundes (derzeit nicht erreichbar)
- Veröffentlichungen von und ĂŒber Karl Bosl im Opac der Regesta Imperii
- Timo Bullemer, Stadtarchiv Cham: Zum 10. Todestag von Professor Dr. Karl Bosl ( vom 13. Februar 2009 im Internet Archive) 2003 (Biographie) (abgerufen am 24. MĂ€rz 2012)
- O-Ton von Karl Bosl im Onlinearchiv der Ăsterreichischen Mediathek
Anmerkungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Dirk Walter: Karl Bosl. AnnĂ€herung an eine Persönlichkeit. Leistungen â Fehlverhalten. Mit einem Beitrag von Willi Eisele. MĂŒnchen 2013, S. 35.
- â Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/3970014.
- â Matthias Berg: Lehrjahre eines Historikers. Karl Bosl im Nationalsozialismus. In: Zeitschrift fĂŒr Geschichtswissenschaft. Band 59, 2011, Heft 1, S. 45â63, hier: S. 48.
- â Ferdinand Kramer: Max Spindler (1894â1986) und Karl Bosl (1908â1993). In: Katharina Weigand (Hrsg.): MĂŒnchner Historiker zwischen Politik und Wissenschaft. 150 Jahre Historisches Seminar der Ludwig-Maximilians-UniversitĂ€t. MĂŒnchen 2010, S. 259â280, hier: S. 271.
- â Matthias Berg: Karl Alexander von MĂŒller. Historiker fĂŒr den Nationalsozialismus. Göttingen 2014, S. 238 f.
- â Ferdinand Kramer: Max Spindler (1894â1986) und Karl Bosl (1908â1993). In: Katharina Weigand (Hrsg.): MĂŒnchner Historiker zwischen Politik und Wissenschaft. 150 Jahre Historisches Seminar der Ludwig-Maximilians-UniversitĂ€t. MĂŒnchen 2010, S. 259â280, hier: S. 272.
- â Bernd-A. Rusinek: Wald und Baum in der arisch-germanischen Geistes- und Kulturgeschichte. Ein Forschungsprojekt des 'Ahnenerbe' der SS 1937â1945. In: Albrecht Lehmann, Klaus Schriewer (Hrsg.): Der Wald â Ein deutscher Mythos? Perspektiven eines Kulturthemas. Berlin u. a. 2000, S. 267â363.
- â Anne Christine Nagel: Im Schatten des Dritten Reichs. Mittelalterforschung in der Bundesrepublik Deutschland 1945â1970. Göttingen 2005, S. 137.
- â Bernd-A. Rusinek: Wald und Baum in der arisch-germanischen Geistes- und Kulturgeschichte. Ein Forschungsprojekt des 'Ahnenerbe' der SS 1937â1945. In: Albrecht Lehmann, Klaus Schriewer (Hrsg.): Der Wald â Ein deutscher Mythos? Perspektiven eines Kulturthemas. Berlin u. a. 2000, S. 267â363, hier: S. 271; Matthias Berg: Karl Alexander von MĂŒller. Historiker fĂŒr den Nationalsozialismus. Göttingen 2014, S. 239.
- â Michael Borgolte: Sozialgeschichte des Mittelalters. Eine Forschungsbilanz nach der deutschen Einheit. MĂŒnchen 1996, S. 50.
- â Anne Christine Nagel: Im Schatten des Dritten Reichs. Mittelalterforschung in der Bundesrepublik Deutschland 1945â1970. Göttingen 2005, S. 138, Anm. 141.
- â Matthias Berg: Lehrjahre eines Historikers. Karl Bosl im Nationalsozialismus. In: Zeitschrift fĂŒr Geschichtswissenschaft. Band 59, 2011, Heft 1, S. 45â63, hier: S. 54.
- â Benjamin Z. Kedar, Peter Herde: Karl Bosl im âDritten Reichâ. Berlin u. a. 2016, S. 24 und 108 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
- â Matthias Berg: Lehrjahre eines Historikers. Karl Bosl im Nationalsozialismus. In: Zeitschrift fĂŒr Geschichtswissenschaft. Band 59, 2011, Heft 1, S. 45â63, hier: S. 54. Frank-Rutger Hausmann: âDeutsche Geisteswissenschaftâ im Zweiten Weltkrieg. Die âAktion Ritterbuschâ (1940â1945). Dresden 1998, S. 179 f., 185 f., 191 f., 193 f.
- â Karl Bosl: Die ReichsministerialitĂ€t als Element der mittelalterlichen deutschen Staatsverfassung im Zeitalter der Salier und Staufer. In: Theodor Mayer (Hrsg.): Adel und Bauern im deutschen Staat des Mittelalters. Leipzig 1943, S. 74â108.
- â Benjamin Z. Kedar, Peter Herde: Karl Bosl im âDritten Reichâ. Berlin u. a. 2016, S. 25 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
- â Karl Bosl: Das Wesen des wahren Deutschtums (historisch betrachtet). In: Monatshefte fĂŒr Deutschen Unterricht. University of Wisconsin 37 (1945), Dezember, S. 571â576.
- â Benjamin Z. Kedar, Peter Herde: Karl Bosl im âDritten Reichâ. Berlin u. a. 2016, S. 138 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online). Vgl. dazu die Besprechung von Bernhard Unckel in: Hessisches Jahrbuch fĂŒr Landesgeschichte 66, 2018, S. 253â254 (online).
- â Benjamin Z. Kedar, Peter Herde: Karl Bosl im âDritten Reichâ. Berlin u. a. 2016, S. 48 ff.
- â Matthias Berg: Lehrjahre eines Historikers. Karl Bosl im Nationalsozialismus. In: Zeitschrift fĂŒr Geschichtswissenschaft. Band 59, 2011, Heft 1, S. 45â63, hier: S. 59 f.
- â Maximiliansgymnasium MĂŒnchen (Hrsg.): Jahresbericht des Maximilians-Gymnasiums in MĂŒnchen fĂŒr das Schuljahr 1950/51.
- â Anne Christine Nagel: Im Schatten des Dritten Reichs. Mittelalterforschung in der Bundesrepublik Deutschland 1945â1970. Göttingen 2005, S. 139.
- â FĂŒnfunddreiĂig Jahre Forschung ĂŒber Ostmitteleuropa. Marburg 1985, S. 34.
- â Anne Christine Nagel: Im Schatten des Dritten Reichs. Mittelalterforschung in der Bundesrepublik Deutschland 1945â1970. Göttingen 2005, S. 139.
- â Anne Christine Nagel: Im Schatten des Dritten Reichs. Mittelalterforschung in der Bundesrepublik Deutschland 1945â1970. Göttingen 2005, S. 139â144; FrantiĆĄek Graus: Verfassungsgeschichte des Mittelalters. In: Historische Zeitschrift. Band 243, 1986, S. 529â589, insbesondere S. 563, 568. Benjamin Z. Kedar, Peter Herde: Karl Bosl im âDritten Reichâ. Berlin u. a. 2016, S. 7 (abgerufen ĂŒber De Gruyter Online).
- â Karl Bosl: Die ReichsministerialitĂ€t der Salier und Staufer. Ein Beitrag zur Geschichte des hochmittelalterlichen deutschen Volkes, Staates und Reiches. Band 1, Stuttgart 1950/1951, S. 190 ff.; Band 2, S. 355 ff.
- â Karl Bosl: Die ReichsministerialitĂ€t der Salier und Staufer. Ein Beitrag zur Geschichte des hochmittelalterlichen deutschen Volkes, Staates und Reiches. Band 1, Stuttgart 1950/1951, S. 3.
- â Karl Bosl: Die ReichsministerialitĂ€t als Element der mittelalterlichen Staatsverfassung im Zeitalter der Salier und Staufer. In: Theodor Mayer (Hrsg.): Adel und Bauern im deutschen Staat des Mittelalters. Leipzig 1943, S. 74â108, hier: S. 81. Vgl. dazu Michael Borgolte: Sozialgeschichte des Mittelalters. Eine Forschungsbilanz nach der deutschen Einheit. MĂŒnchen 1996, S. 51.
- â Karl Bosl: Die Grundlagen der modernen Gesellschaft im Mittelalter. Eine deutsche Gesellschaftsgeschichte des Mittelalters. Stuttgart 1972.
- â Hans-Werner Goetz: Moderne MediĂ€vistik. Stand und Perspektiven der Mittelalterforschung. Darmstadt 1999, S. 230.
- â Karl Bosl (Hrsg.): Bayern im Umbruch. Die Revolution von 1918, ihre Voraussetzungen, ihr Verlauf und ihre Folgen. MĂŒnchen u. a. 1969.
- â Zum Geschichtsbild der Deutschen mit der Fixierung auf eine starke Kaisermacht: Gerd Althoff: Das Mittelalterbild der Deutschen vor und nach 1945. Eine Skizze. In: Paul-Joachim Heinig (Hrsg.): Reich, Regionen und Europa in Mittelalter und Neuzeit. Festschrift fĂŒr Peter Moraw. Berlin 2000, S. 731â749. Gerd Althoff: Die Deutschen und ihr mittelalterliches Reich. In: Bernd SchneidmĂŒller, Stefan Weinfurter (Hrsg.): Heilig â Römisch â Deutsch. Dresden 2006, S. 119â132.
- â Karl Bosl: Staat, Gesellschaft, Wirtschaft im deutschen Mittelalter. In: Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte. 9., neu bearbeitete Auflage. Herausgegeben von Herbert Grundmann, Band 1: FrĂŒhzeit und Mittelalter. Stuttgart 1970, S. 693â835, hier: S. 750.
- â Gerd Althoff: Das hochmittelalterliche Königtum. Akzente einer unabgeschlossenen Neubewertung. In: FrĂŒhmittelalterliche Studien. Band 45, 2011, S. 77â98, hier: S. 80.
- â Karl Bosl: Staat, Gesellschaft, Wirtschaft im deutschen Mittelalter. In: Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte. 9., neu bearbeitete Auflage. herausgegeben von Herbert Grundmann, Band 1: FrĂŒhzeit und Mittelalter. Stuttgart 1970, S. 693â835, hier: S. 750. Beide Zitate Bosls aus Gerd Althoff: Das hochmittelalterliche Königtum. Akzente einer unabgeschlossenen Neubewertung. In: FrĂŒhmittelalterliche Studien. Band 45, 2011, S. 77â98, hier: S. 80.
- â Vgl. zu Spindler Maximilian Schreiber: Walther WĂŒst. Dekan und Rektor der UniversitĂ€t MĂŒnchen 1935â1945. MĂŒnchen 2008, S. 77 mit Anm. 16.
- â Karl Bosl als Zeitzeuge zur bayerischen Geschichte. In: Manfred Treml, Lorenz Maier (Bearb.): Karl Bosl. Eine Bibliographie. Augsburg 1996, S. 14â30, hier: S. 21 f. Vgl. dazu: Anne Christine Nagel: Im Schatten des Dritten Reichs. Mittelalterforschung in der Bundesrepublik Deutschland 1945â1970. Göttingen 2005, S. 137, Anm. 139.
- â Ferdinand Kramer: Der Lehrstuhl fĂŒr bayerische Landesgeschichte von 1917 bis 1977. In: Wilhelm Volkert, Walter Ziegler (Hrsg.): Im Dienst der bayerischen Geschichte. 70 Jahre Kommission fĂŒr Bayerische Landesgeschichte. 50 Jahre Institut fĂŒr Bayerische Geschichte. MĂŒnchen 1998, S. 351â407, hier: S. 392.
- â Peter Herde, Benjamin Z. Kedar: A Bavarian historian reinvents himself. Karl Bosl and the Third Reich. Jerusalem 2011, S. 134â148, ein erstmals publiziertes Interview Bosls vom 26. August 1986.
- â Patrick Bahners: Die Legende eines Humanisten. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 6. Juli 2011, Nr. 154, S. N3; Dirk Walter: Der entzauberte Karl Bosl. In: MĂŒnchner Merkur. 1. Juli 2011; ders.: Heydrich und Bosl. In: MĂŒnchner Merkur. 29. Juli 2011.
- â (Timo Bullemer): VorwĂŒrfe gegen Prof. Dr. Karl Bosl. (PDF-Datei; 128 kB), Volltextveröffentlichung der 14-seitigen Studie (mit FuĂnotennachweisen) auf Pressearchiv Robert Limpert (abgerufen am 12. April 2025).
- â Hans Kratzer: Cham stĂŒrzt das Denkmal Bosl. In: SĂŒddeutsche Zeitung. 29. November 2011 (abgerufen am 24. MĂ€rz 2012); Christoph Giesen: Erst die Eloge, jetzt die Abrechnung. In: SĂŒddeutsche Zeitung. 30. November 2011, Regionalteil Bayern (nur Artikelanfang online ( vom 2. April 2015 im Internet Archive)) (abgerufen am 24. MĂ€rz 2012).
- â Dirk Walter: Karl Bosl. AnnĂ€herung an eine Persönlichkeit. Leistungen â Fehlverhalten. Mit einem Beitrag von Willi Eisele. MĂŒnchen 2013, S. 80.
- â zusammengefasst bei Ernst SchĂŒtz: Die Causa Bosl. Mehr Fragen als Klarheit. In: Das Gymnasium in Bayern. Nr. 10, 2012, S. 34â37. Dirk Walter: Karl Bosl. AnnĂ€herung an eine Persönlichkeit. Leistungen â Fehlverhalten. Mit einem Beitrag von Willi Eisele. MĂŒnchen 2013.
- â Matthias Berg: Lehrjahre eines Historikers. Karl Bosl im Nationalsozialismus. In: Zeitschrift fĂŒr Geschichtswissenschaft. Band 59, 2011, Heft 1, S. 45â63.
- â Dirk Walter: Karl Bosl. AnnĂ€herung an eine Persönlichkeit. Leistungen â Fehlverhalten. Mit einem Beitrag von Willi Eisele. MĂŒnchen 2013, S. 15â18, 36.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bosl, Karl |
| ALTERNATIVNAMEN | Bosl, Karl Franz Xaver Johann (vollstÀndiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Historiker |
| GEBURTSDATUM | 11. November 1908 |
| GEBURTSORT | Cham |
| STERBEDATUM | 18. Januar 1993 |
| STERBEORT | MĂŒnchen |
- Mittelalterhistoriker
- Landeshistoriker
- Hochschullehrer (Ludwig-Maximilians-UniversitĂ€t MĂŒnchen)
- Hochschullehrer (Julius-Maximilians-UniversitĂ€t WĂŒrzburg)
- Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
- Mitglied der Ăsterreichischen Akademie der Wissenschaften
- Mitglied der British Academy
- Mitglied der Medieval Academy of America
- Mitglied des Konstanzer Arbeitskreises fĂŒr mittelalterliche Geschichte
- Mitglied der Kommission fĂŒr bayerische Landesgeschichte
- TrĂ€ger des Bayerischen Maximiliansordens fĂŒr Wissenschaft und Kunst
- TrÀger des Nordgaupreises
- TrÀger des Waldschmidt-Preises
- Korporierter in der K.B.St.V. Rhaetia zu MĂŒnchen
- NSDAP-Mitglied
- SA-Mitglied
- Gymnasiallehrer (Deutschland)
- LehrerfunktionÀr
- EhrenbĂŒrger von Cham (Oberpfalz)
- TrÀger des Bayerischen Verdienstordens
- TrÀger der Bayerischen Verfassungsmedaille in Gold
- TrĂ€ger des GroĂen Bundesverdienstkreuzes mit Stern
- TrÀger des Sudetendeutschen Kulturpreises
- Korporierter im KV
- Bayer
- Deutscher
- Geboren 1908
- Gestorben 1993
- Mann
- Mitglied des Johann-Gottfried-Herder-Forschungsrates