Kuhlendorf
Kuhlendorf (KĂŒhlendorf) ist ein Ortsteil von Betschdorf, einer Gemeinde im DĂ©partement Bas-Rhin in der EuropĂ€ischen Gebietskörperschaft Elsass und in der Region Grand Est in Frankreich.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mittelalter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Dorf Kuhlendorf gehörte zunĂ€chst zur Landgrafschaft Elsass und lag im Hattgau.[1] 1332 kauften die Herren von Lichtenberg es zusammen mit einer Reihe weiterer Dörfer und Rechte.[2] Es war ein Reichslehen[3], das sie dem Amt Hatten (auch: Hattgau) zuordneten.[4] Das Amt Hatten bildete sich im 14. Jahrhundert heraus und war ein Amt der Herrschaft Lichtenberg, ab 1480 der Grafschaft Hanau-Lichtenberg, von der es 1736 auf die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt ĂŒberging.
Anna von Lichtenberg (* 1442; â 1474), eine der beiden Erbtöchter Ludwig V., heiratete 1458 den Grafen Philipp I. den Ălteren von Hanau-Babenhausen (* 1417; â 1480), der eine kleine Sekundogenitur aus dem Bestand der Grafschaft Hanau erhalten hatte, um sie heiraten zu können. Durch die Heirat entstand die Grafschaft Hanau-Lichtenberg. Nach dem Tod des letzten Lichtenbergers, Graf Jakob, eines Onkels von Anna, erhielt Philipp I. d. Ă. 1480 die HĂ€lfte der Herrschaft Lichtenberg. Dazu zĂ€hlte auch das Amt Hatten und mit ihm Kuhlendorf.
Neuzeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Graf Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg (1514â1590) fĂŒhrte nach seinem Regierungsantritt 1538 die Reformation in seiner Grafschaft konsequent durch, die nun lutherisch wurde.
Durch die Reunionspolitik Frankreichs fielen um 1680 die im Elsass gelegenen Teile der Grafschaft Hanau-Lichtenberg unter die Oberhoheit Frankreichs, so auch das Amt Hatten und Kuhlendorf.
1736 starb mit Graf Johann Reinhard III. der letzte mĂ€nnliche Vertreter des Hauses Hanau. Aufgrund der Ehe seiner einzigen Tochter, Charlotte (* 1700; â 1726), mit dem Erbprinzen Ludwig (VIII.) (* 1691; â 1768) von Hessen-Darmstadt fiel die Grafschaft Hanau-Lichtenberg nach dort. Als Folge der Französischen Revolution fiel dann der linksrheinische Teil der Grafschaft Hanau-Lichtenberg â und damit auch Kuhlendorf â an Frankreich. 1798 hatte das Dorf 100 Einwohner.[5]

Die 1820 erbaute lutherische Kirche ist die einzige Fachwerkkirche im Nord-Elsass.[6]
Am 1. Juli 1972 fusionierte Kuhlendorf mit dem benachbarten, gröĂeren Betschdorf.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202â1480. Untersuchungen ĂŒber den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts. In: Schriften der Erwin-von-Steinbach-Stiftung. 2. Auflage. Band 10. Pfaehler, Bad Neustadt an der Saale 1985, ISBN 3-922923-31-3 (268 Seiten, Im Text unverĂ€ndert, um eine EinfĂŒhrung erweiterter Nachdruck der Ausgabe Strassburg, Rhenus-Verlag, 1938).
- Alfred Matt: Bailliages, prĂ©vĂŽtĂ© et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du ComtĂ© de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: SociĂ©tĂ© dâHistoire et dâArchaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): CinquiĂšme centenaire de la crĂ©ation du ComtĂ© de Hanau-Lichtenberg 1480 â 1980 = Pays dâAlsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7â9.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Eyer, S. 81.
- â Eyer, S. 61.
- â Eyer, S. 128, 132.
- â Eyer, S. 239.
- â Matt, S. 7.
- â Archivierte Kopie ( des vom 27. Juli 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. am 27. Juli 2018
Koordinaten: 48° 54âČ 50,8âłÂ N, 7° 55âČ 20,8âłÂ O