Leibsch
Leibsch Gemeinde Unterspreewald | |
|---|---|
| Koordinaten: | 52° 5âČ N, 13° 52âČ O |
| Höhe: | 44 mÂ ĂŒ. NHN |
| FlĂ€che: | 7,15 kmÂČ |
| Einwohner: | 186 (31. Dez. 2024)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 26 Einwohner/kmÂČ |
| Eingemeindung: | 31. Dezember 2001 |
| Postleitzahl: | 15910 |
| Vorwahl: | 035473 |
Die Spree bei Leibsch | |
Leibsch (niedersorbisch LubuĆĄ)[2] ist ein Ortsteil der Gemeinde Unterspreewald in Brandenburg.
Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Leibsch zĂ€hlt 211 Einwohner (Stand 2017). Durch das an der Spree auf einer Höhe von 44 Metern ĂŒber Null liegende Dorf fĂŒhrt die BundesstraĂe 179 sowie der Gurkenradweg. Nördlich der zum BiosphĂ€renreservat Spreewald gehörenden Ortslage verlĂ€uft der Dahme-Umflutkanal. Zu Leibsch gehört auch der etwas nördlich gelegene Ortsteil Damm. Der Ort verfĂŒgt ĂŒber einen dreiköpfigen Ortschaftsrat. OrtsbĂŒrgermeister ist Karsten Kochan.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die erste urkundliche ErwĂ€hnung des Orts stammt aus dem Jahr 1004, als König Heinrich II. dem Kloster Nienburg unter anderem auch Liubsi schenkte. Wie sich anhand von Bodenfunden ergibt, ist die tatsĂ€chliche Siedlungsgeschichte jedoch deutlich Ă€lter. Der Name des Orts könnte auf einen sorbischen Personennamen wie Luboslav zurĂŒckgehen. Im Zeitraum vom 11. bis 16. Jahrhundert wurde Leibsch als Liubsi, Lubisch, Lubusch und LertbiĂ bezeichnet.
Im Jahr 1570 gehörte der Ort zum Rittersitz MĂŒnchehofe des Otto von Langen. Es wurden zehn Bauernhufen und sieben Kossaten gezĂ€hlt. Leibsch war zu diesem Zeitpunkt noch rein wendisch/sorbisch geprĂ€gt. Erst seit dem Anfang des 18. Jahrhunderts begann eine Verbreitung der deutschen Sprache.
Nachdem 1869 der Kreistag des Kreises Beeskow-Storkow die Entscheidung getroffen hatte, zwischen Halbe und Lieberose eine KreisstraĂe zu bauen, begannen die Arbeiten 1878. 1879 wurde im Zuge des StraĂenbaus bei Leibsch eine hölzerne BrĂŒcke ĂŒber die Spree gebaut, die die bis dahin genutzte Furt bei Neu LĂŒbbenau ablöste. Die auch durch Leibsch fĂŒhrende neue StraĂe wurde 1881 fertiggestellt und stellte seitdem eine dauerhafte Verbindung zum nördlich gelegenen Berlin dar.
In den Jahren 1907 bis 1911 wurde zur Hochwasserregulierung der Dahme-Umflutkanal errichtet, der, nördlich von Leibsch beginnend, Wasser von der Spree in die Dahme leiten kann. Bei Leibsch entstand eine KanalbrĂŒcke sowie ein Nadel- und Tafelwehr.
Im Jahr 1902 wurde in Leibsch eine Schule samt NebengebĂ€ude errichtet, 1910 folgte der Bau des Gasthofes Zum goldenen Stern. 1921 wurde der Ort schlieĂlich an das Stromnetz angeschlossen. Als Ersatz fĂŒr die hölzerne SpreebrĂŒcke wurde ab 1925 eine neue StahlbetonbrĂŒcke ĂŒber die Spree gebaut. Am 6. MĂ€rz 1926, die neue BrĂŒcke war gerade fertig, stĂŒrzte die noch vorhandene alte BrĂŒcke unter einem mit Mehl beladenen Lastwagen ein. Der Fahrer konnte sich unverletzt retten. Die Einwohnerzahl Leibschs betrug 1933 296 Menschen und 1939 306 Einwohner.
Am 5. Mai 1923 wurde die noch heute bestehende Freiwillige Feuerwehr des Ortes gegrĂŒndet. Kriegsbedingt bestand die Feuerwehr von 1943 bis 1945 ausschlieĂlich aus weiblichen Mitgliedern. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte Leibsch zum Randgebiet des sogenannten Kessels von Halbe. Es fanden heftige KĂ€mpfe statt, bei denen praktisch sĂ€mtliche GebĂ€ude von Leibsch beschĂ€digt oder zerstört wurden. Die ĂŒber die Spree und den Kanal fĂŒhrenden BrĂŒcken wurden von deutschen Truppen gesprengt. In den SĂ€len der beiden örtlichen GaststĂ€tten wurden Lazarette eingerichtet. 1954 wurde ein Soldatenfriedhof eingerichtet.
Eine schwere Hagel- und Sturmkatastrophe suchte Leibsch 1959 heim und zerstörte die Ernte und diverse Scheunen. Hilfeleistungen umliegender Gemeinden halfen den Leibschern. 1960 wurde mit freiwilligen Arbeitsleistungen der Bevölkerung eine Friedhofshalle gebaut. 1980 entstand in gleicher Weise ein Konsum. Zwischen 1988 und 1990 wurden die Wehre erneuert. Die alten Anlage blieben als Schauobjekte erhalten. Am 31. Dezember 2001 wurde Leibsch mit Neu LĂŒbbenau und Neuendorf am See zur Gemeinde Unterspreewald vereinigt.[3]
DenkmÀler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf dem Soldatenfriedhof von Leibsch sind 155 Soldaten beigesetzt, bei 73 von ihnen sind die Namen bekannt. ErwÀhnenswert ist ein aus alten wassertechnischen Anlagen zusammengestelltes Freilichtmuseum.
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Leibsch bestehen etwa 20 kleinere Unternehmen. Bedingt durch die landschaftlich reizvolle Lage im Spreewald hat der Tourismus und damit das Gastronomie- und Beherbergungsgewerbe eine gewisse Bedeutung. Es bestehen zwei Abfahrtstellen fĂŒr SpreewaldkĂ€hne.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Gemeinde- und Ortsteilverzeichnis des Landes Brandenburg am 31. Dezember 2024 Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (LGB), abgerufen im September 2026. (saved in Webarchiv)
- â Eintrag âLubuĆĄâ in der niedersorbischen Ortsnamendatenbank auf dolnoserbski.de
- â StBA: Ănderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
