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Mario Voigt

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Mario Voigt (2024)

Mario Voigt (* 8. Februar 1977 in Jena) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er ist seit dem 12. Dezember 2024 der siebte MinisterprĂ€sident des Freistaates ThĂŒringen.

Von 1999 bis 2000 war er der erste ostdeutsche Bundesvorsitzende des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS). Von 2014 bis 2020 war er einer von drei stellvertretenden Landesvorsitzenden der CDU ThĂŒringen. Außerdem ist er seit 2009 Mitglied im ThĂŒringer Landtag, wo er von 2020 bis 2024 Fraktionsvorsitzender und von 2021 bis 2024 OppositionsfĂŒhrer war. Seit 2022 ist er Landesvorsitzender der CDU ThĂŒringen.

Voigt erwarb 1995 sein Abitur am Ernst-Abbe-Gymnasium Jena. Danach absolvierte er von 1995 bis 1996 seinen Zivildienst am Klinikum der Friedrich-Schiller-UniversitĂ€t Jena. Anschließend studierte er von 1997 bis 2003 Politikwissenschaften, Öffentliches Recht und Neuere Geschichte an den UniversitĂ€ten Jena, Bonn und Charlottesville (USA). Er promovierte 2008 zum Dr. phil. im Fach Politikwissenschaft an der TU Chemnitz bei Eckhard Jesse[1], wobei ihm dieser Titel nach Aufdeckung von Plagiaten im Januar 2026 von der TU Chemnitz wieder aberkannt wurde.

Voigt war Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung[2] und arbeitete in deren AuslandsbĂŒro in Washington. 2004 war er fĂŒr die Stiftung mehrere Monate als Wahlbeobachter in den USA tĂ€tig.[3]

Er arbeitete fĂŒr die politische ReprĂ€sentanz von Siemens in BrĂŒssel und die politische Planungsabteilung der CDU in Berlin.[4] Ende 2007 ĂŒbernahm Voigt als Leiter die Unternehmenskommunikation und Investor Relations des Jenaer Konzerns Analytik Jena AG.[3] Diese TĂ€tigkeit beendete er Ende 2009. Als Strategieberater der Werbeagentur McCann-Erickson nahm Voigt 2005 an der Bundestagswahlkampagne von Angela Merkel teil. Seitdem engagiert er sich fĂŒr Public-Affairs-Kampagnen von der lokalen bis zur internationalen Ebene in den Themen Mobilisierung und digitaler Wahlkampf. Im Bundestagswahlkampf 2017 war er fĂŒr die CDU Strategieberater fĂŒr Mobilisierung. Im Januar 2017 wurde Voigt auf die Professur fĂŒr Digitale Transformation und Politik an der privaten Quadriga Hochschule Berlin berufen.[5] Mit der Übernahme der Position als MinisterprĂ€sident des Freistaates ThĂŒringen im Dezember 2024 wurde Voigt als Professor beurlaubt.[6] Mit dem rechtskrĂ€ftigen Verlust seines Doktortitels im Oktober 2026 verlor er auch seine Professur.[7]

Voigt spielt Schach beim SV Blau-Weiß BĂŒrgel.[8] Er gehört der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland an, ist verheiratet und Vater zweier Söhne.[9]

Voigt wurde 1994 Mitglied der Jungen Union und der CDU. Er ist seit 2000 Mitglied im Kreisvorstand und seit 2015 Kreisvorsitzender der CDU Saale-Holzland-Kreis. Dem Kreistag des Saale-Holzland-Kreises gehörte er von 2004 bis 2013 an. Von 2009 bis Juni 2011 war er dort Vorsitzender der CDU-Fraktion. Als Bundesvorsitzender des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) gehörte er von 1999 bis 2000 dem Bundesvorstand der CDU sowie dem Bundesvorstand der Jungen Union an. Von 2002 bis 2009 war er stellvertretendes Mitglied im Vorstand der EuropĂ€ischen Volkspartei (EVP). 2004 war er Kandidat fĂŒr die Europawahlen in ThĂŒringen. Von 2005 bis 2010 war er Landesvorsitzender der Jungen Union ThĂŒringen. Er ist seit 2009 Mitglied im ThĂŒringer Landtag. In der Legislatur 2009–2014 war er Vorsitzender des Ausschusses fĂŒr Bildung, Wissenschaft und Kultur sowie Mitglied im Haushalts- und Finanzausschuss. In der Legislatur 2014–2019 war Voigt Fraktionssprecher fĂŒr Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung sowie Mitglied im Energie und Umweltausschuss.[10]

Voigt wurde am 20. Mai 2010 vom Landesvorstand seiner Partei zum GeneralsekretĂ€r der CDU ThĂŒringen nominiert und auf Landesparteitagen am 13. November 2010 mit 79,0 % gewĂ€hlt sowie am 10. November 2012 mit 65,5 % im Amt bestĂ€tigt. Im Zusammenhang mit dieser Ernennung trat er im Juli 2010 als JU-Landesvorsitzender zurĂŒck; zu seinem Nachfolger in diesem Amt wurde im September 2010 Stefan Gruhner gewĂ€hlt. Auf dem CDU-Landesparteitag am 13. Dezember 2014 wurde Voigt zu einem von drei stellvertretenden Landesvorsitzenden der ThĂŒringer CDU gewĂ€hlt. Das Amt des GeneralsekretĂ€rs, das er bisher bekleidet hatte, blieb zunĂ€chst unbesetzt. Erst 2017 wurde mit Raymond Walk wieder ein GeneralsekretĂ€r gewĂ€hlt. Nach seiner Wahl zum Fraktionsvorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion im MĂ€rz 2020 stellte Voigt sein Amt des stellvertretenden CDU-Landesvorsitzenden auf dem CDU-Landesparteitag im September 2020 zur VerfĂŒgung. Am 17. November 2020 schlug der CDU-Landesvorstand um den neuen CDU-Landesvorsitzenden Christian Hirte einstimmig Voigt als Spitzenkandidat fĂŒr die ursprĂŒnglich 2021 geplante Wahl zum achten ThĂŒringer Landtag vor.[10]

Am 7. Februar 2022 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden der Programm- und Grundsatzkommission der CDU Deutschlands gewĂ€hlt. Er soll dabei auch die Interessen der ostdeutschen LĂ€nder vertreten.[11] Als Nachfolger Hirtes wurde Voigt am 17. September 2022 mit 85,2 Prozent der Stimmen zum Vorsitzenden der CDU ThĂŒringen gewĂ€hlt.[12][13] Am 24. Februar 2024 wurde Voigt zum Spitzenkandidaten der CDU ThĂŒringen fĂŒr die Landtagswahl 2024 gewĂ€hlt.[14] Beim CDU-Bundesparteitag am 6. Mai 2024 wurde Voigt mit 91 Prozent mit dem besten Ergebnis aller Kandidaten in das PrĂ€sidium der Partei gewĂ€hlt. Am 14. Dezember wurde er auf dem Landesparteitag in Ilmenau mit 88 Prozent der Stimmen als Landesvorsitzender bestĂ€tigt.[15]

Politische Ämter

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Mike Mohring, Christine Lieberknecht, Mario Voigt und Christian Carius (v. l. n. r.) beim Wahlabend der Landtagswahl in ThĂŒringen am 14. September 2014 in Erfurt
Mario Voigt als CDU-Fraktionsvorsitzender im ThĂŒringer Landtag (2020)

ThĂŒringer Landtag

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Voigt kandidierte bei der Landtagswahl in ThĂŒringen 2009 erstmals als Direktbewerber der CDU im Wahlkreis Saale-Holzland-Kreis II. Er gewann das Direktmandat mit 36,9 % der Stimmen und zog erstmals in den ThĂŒringer Landtag ein. Bei der Landtagswahl in ThĂŒringen 2014 behauptete er das Mandat mit 41,2 %, ebenfalls 2019 mit 34,1 %.

Mike Mohring gab aufgrund der Regierungskrise in ThĂŒringen 2020 seinen Fraktionsvorsitz ab. Daraufhin wurde Voigt am 2. MĂ€rz 2020 von den Abgeordneten der CDU-Landtagsfraktion in ThĂŒringen mit 15 von 21 Stimmen zum neuen Fraktionsvorsitzenden gewĂ€hlt.[16] Nach den Partei- und Fraktionsaustritten von zwei Abgeordneten der thĂŒringischen AfD-Fraktion, war die thĂŒringische CDU-Fraktion ab dem 6. Dezember 2021 die stĂ€rkste Oppositionsfraktion.[17] Voigt wurde somit OppositionsfĂŒhrer. Aufgrund der Wahl zum MinisterprĂ€sidenten wurde am 13. Dezember 2024 Andreas BĂŒhl als Nachfolger fĂŒr den Fraktionsvorsitz gewĂ€hlt.[18]

Bei der Landtagswahl in ThĂŒringen 2024 konnte sich Voigt, der vor der Wahl zum Spitzenkandidat seiner Partei ernannt worden war,[14] in seinem Wahlkreis nicht gegen seine Konkurrentin Wiebke Muhsal (AfD) durchsetzen und verpasste somit ein Direktmandat. Er zog jedoch ĂŒber die Landesliste in den Landtag ein.[19]

Wahl zum MinisterprÀsidenten

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Voigt bei der Vereidigung als MinisterprĂ€sident von ThĂŒringen (2024)

Er wurde am 12. Dezember 2024 mit 51 Stimmen zum siebten MinisterprĂ€sidenten des Freistaates ThĂŒringen gewĂ€hlt. Er war damit bis zur Wahl von Sven Schulze zum MinisterprĂ€sidenten Sachsen-Anhalts im Januar 2026 der jĂŒngste amtierende MinisterprĂ€sident Deutschlands.[20] Seine Koalition aus CDU, BĂŒndnis Sahra Wagenknecht (BSW) und SPD hĂ€lt nur 44 der 88 Mandate im Landtag. Er löste seinen AmtsvorgĂ€nger Bodo Ramelow (Die Linke) ab und fĂŒhrt das erste Kabinett Voigt.

Mitgliedschaften und EhrenÀmter

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Voigt ist Mitglied im Kuratorium der Landeszentrale fĂŒr Politische Bildung ThĂŒringen. Er sitzt der Suchthilfestiftung Wendepunkt Alternative vor. Er ist weiterhin Mitglied im Bundesvorstand des Rings Christlich-Demokratischer Akademiker. Er ist Herausgeber und Mitglied im Beirat des politischen Magazins Civis mit Sonde.

Politische Positionen

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Im September 2023 setzte die CDU unter Voigt im ThĂŒringer Landtag mit der FDP und mit den Stimmen der AfD ein Gesetz zur Senkung der Grunderwerbssteuer gegen die rot-rot-grĂŒne Minderheitsregierung durch.[21] Voigt stritt ab, dass es hierbei Absprachen oder eine Zusammenarbeit mit der AfD gegeben habe.[22] Auf der Landesvertreterversammlung der CDU am 24. Februar 2024 schloss Voigt unter seiner FĂŒhrung eine Koalition mit der AfD oder Die Linke nach der Landtagswahl 2024 aus.[23] In der Fernsehsendung Markus Lanz am 2. April 2024 bekrĂ€ftigte er diese Position und stellte sich inhaltlich hinter den CDU-Unvereinbarkeitsbeschluss zu AfD und Linken von 2018. Am Wahlabend der Landtagswahl vom 1. September 2024 wiederholte er diese Position im Interview mit Phoenix erneut, obwohl sich keine Regierungsmehrheit ohne Zusammenarbeit mit den Linken abzeichnete. Dabei verwies er auf seine persönliche GlaubwĂŒrdigkeit: „Da gilt das, was wir vor der Wahl gesagt haben auch hinterher. Es gibt keine Koalition und Zusammenarbeit mit der AfD und logischerweise auch bei den Linken.“[24] Er warb fĂŒr eine Deutschland-Koalition, hielt sich aber auch eine Koalition mit dem BĂŒndnis Sahra Wagenknecht und BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen offen.[25] Noch 2023 hatte er die GrĂŒnen als den Hauptgegner der CDU bezeichnet und diese unter dem Begriff „Angstpartei“ mit der AfD gleichgesetzt.[26] Am 11. April 2024 stellte sich Voigt einem Fernsehduell des Senders Welt mit dem AfD-Spitzenkandidaten Björn Höcke. Dies war das erste Mal, dass ein Vertreter der etablierten Parteien mit Höcke eine solche Sendung bestritt. Das Duell stieß auf großes Medienecho.[27]

Kampagnen zur Landtagswahl 2009

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Im Zusammenhang mit dem Wahlkampf zur Landtagswahl 2009 geriet er als JU-Landesvorsitzender wegen seiner „Stoppt-Ramelow“-Kampagne in die Kritik. Die Junge Union ThĂŒringen wollte gezielt die Auseinandersetzung mit Bodo Ramelow und der Linkspartei aufnehmen sowie gezielte kontrastierende politische Werbung machen. Elemente der Kampagne waren ein Internetblog, eine Plakatkampagne und zahlreiche Drucksachen wie Postkarten, Aufkleber und Ähnliches. Auch das gezielte „Begleiten“ der Wahlkampfauftritte von Ramelow gehörte dazu. Dort wollten die JU-Mitglieder in zivil auftreten, damit die Aktionen nicht mit der CDU oder dem Team ThĂŒringen in Verbindung gebracht wurden. Der JU ThĂŒringen wurden die in der Kampagne gemachten Unterstellungen gerichtlich untersagt, Ramelow habe behauptet, die DDR sei kein Unrechtsstaat gewesen, er wolle die DDR-Bezirke wieder einfĂŒhren und die Gymnasien abschaffen.[28] Öffentlich wurden diese Wahlkampfmethoden durch die Publikation eines entsprechenden Rundschreibens auf der Whistleblower-Plattform WikiLeaks.[29]

Energie- und Umweltpolitik

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Voigt saß einige Jahre im Beirat der klimaskeptischen Lobbyorganisation CFACT. Die ThĂŒringer Allgemeine zitierte ihn mit den Worten, er sei „als Student aus alter Freundschaft“ zu Holger Thuß, GrĂŒnder von EIKE, eingetreten, habe aber nie eine Beirats-Sitzung erlebt.[30] Das Blog Volksverpetzer berichtete 2021, dass Voigts Pressestelle eine Anfrage, bis wann dieser dort Mitglied gewesen sei, unbeantwortet gelassen habe.[31] 2025 gab Thuß an, immer noch gut mit Voigt befreundet zu sein.[32]

2025 zeigte sich Voigt wiederholt offen fĂŒr eine Wiederaufnahme der Erdgasimporte aus Russland. Im April 2025 schloss er eine Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen nicht aus, sofern der Krieg gegen die Ukraine ende.[33] Im November 2025 erklĂ€rte er, kurz nachdem Michael Kretschmer zum wiederholten Mal die RĂŒckkehr zu russischem Erdgas gefordert hatte, dass Gas „ein Teil des Lösungsansatzes“ in der Energiepolitik sein mĂŒsse und dass er sich „gut vorstellen“ könne, dass Deutschland nach Ende des Ukrainekrieges wieder russisches Gas importiere.[34]

Ermittlungsverfahren im Zuge der MaskenaffÀre

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Im FrĂŒhjahr 2021 wurden gegen den ThĂŒringer CDU-Bundestagsabgeordneten Mark Hauptmann gerichtete VorwĂŒrfe der Bestechlichkeit bei der Vergabe von AuftrĂ€gen zur Beschaffung von Atemschutzmasken wĂ€hrend der Corona-Pandemie öffentlich. Die Staatsanwaltschaft Erfurt leitete nach Auswertung erster Ermittlungsergebnisse, bei denen auch Voigts Name aufgetaucht war, ein weiteres Verfahren des Verdachts auf Abgeordnetenbestechung ein und beantragte die Aufhebung dessen ImmunitĂ€t.[35] Im Zuge der Ermittlungen kam es im Sommer 2022 zu Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft und des ThĂŒringer Landeskriminalamtes (LKA) bei Voigt.[36] 2023 durchsuchten belgische Ermittler und Beamte des LKA ebenso die Zentrale der EuropĂ€ischen Volkspartei (EVP) in BrĂŒssel.[37] Im November 2023 wurde das Verfahren schließlich eingestellt, ein Tatverdacht habe sich nach umfangreichen Ermittlungen nicht bestĂ€tigt. Voigt hatte sĂ€mtliche VorwĂŒrfe stets bestritten.[38] Ein Kommentar des Mitteldeutschen Rundfunks hielt fest, von Anfang an sei ein anderer Verfahrensausgang unwahrscheinlich gewesen. An der Vergabe des im Zuge der Korruptionsermittlungen erheblichen Auftrags konnte er gar nicht beteiligt sein, da er keine Prokura der EVP dafĂŒr hatte.[39]

Aberkennung des Doktorgrads wegen Plagiierens

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Der Kommunikationswissenschaftler und konzessionierte Berufsdetektiv[6] Stefan Weber warf Voigt Mitte August 2024 vor, in seiner Dissertation an der Technischen UniversitĂ€t Chemnitz an 140 Stellen plagiiert zu haben, und fĂŒhrte Belege dafĂŒr auf.[40] Weber konkludiert in seinem Gutachten: „Jedenfalls verbietet sich aus meiner gutachterlichen Sicht eine Dissertation, in der u. a. aus Wikipedia plagiiert wurde, selbst das Dankeswort und Gedanken zum Ziel der Untersuchung zum Teil plagiiert wurden und in der immer wieder gegen das Ad-Fontes-Prinzip verstoßen wurde, fĂŒr einen deutschen Hochschullehrer. Aufgrund der FĂŒlle an Plagiatsfragmenten ist von einem werkprĂ€genden Muster und von einer TĂ€uschungsabsicht von Mario Voigt ĂŒber die Eigenleistung bei der Literaturrecherche und beim Schreiben auszugehen.“[41] Die UniversitĂ€t setzte ein „Verfahren bei Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten“ in Gang.[42] Laut CDU ThĂŒringen sind die VorwĂŒrfe bekannt und wurden bereits im FrĂŒhjahr 2024 vom Plagiatsexperten Jochen Zenthöfer geprĂŒft und verworfen; sie vermutete einen Zusammenhang zwischen der Veröffentlichung und der am 1. September stattfindenden Landtagswahl in ThĂŒringen 2024.[43] Am 27. August 2024 veröffentlichte Weber den Vorwurf, Voigt habe in verschiedenen Schriften 60 weitere Plagiate verwendet.[44]

Im Januar 2026 beschloss die Technische UniversitĂ€t (TU) Chemnitz, Voigt den Doktorgrad abzuerkennen.[45][46] Am 15. Juli wies der FakultĂ€tsrat der Philosophischen FakultĂ€t der TU Voigts Widerspruch dagegen zurĂŒck und bestĂ€tigte damit die Entscheidung vom Januar.[47][48] Am 14. August 2026 erhob Voigt dagegen Klage beim Verwaltungsgericht Chemnitz.[49] Im Oktober 2026 kĂŒndigte Voigt an, seine Klage gegen den Entzug des Doktortitels zurĂŒckzuziehen; er wollte die Zeit, Energie und Aufmerksamkeit, die so eine Klage erfordere, stattdessen den BĂŒrgern widmen, da das MinisterprĂ€sidentenamt dies verlange.[50]

Ungekennzeichnete KI-Verwendung

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Am 3. Juni 2026 veröffentlichte Mario Voigt zusammen mit seinem Parteifreund Sven Schulze einen Gastbeitrag Wir brauchen mehr Raum fĂŒr deutsche Stimmen in der Tageszeitung Die Welt. In dem Text fordern beide mehr deutschsprachige Musik im Radio. In der Volksstimme wurde daraufhin ĂŒber VorwĂŒrfe berichtet, dass der Gastbeitrag mittels kĂŒnstlicher Intelligenz (KI) erstellt worden sei.[51][52] Die ThĂŒringer Staatskanzlei rĂ€umte die Verwendung von KI ein.[53]

Am 9. Juni 2026 berichtete die Plattform FragDenStaat ĂŒber weitere FĂ€lle, in denen Voigt KI verwendet haben soll – außer fĂŒr einen Gastbeitrag in der FAZ auch „bei NS-Gedenken, Neujahrsansprache oder Trauerreden“.[54] Eine Rede zum Holocaustgedenktag[55] von Voigt 2025 enthielt stark stilisierte und emotional aufgeladene Formulierungen, die den Verdacht einer KI-Generierung aufkommen ließen.[54]

In einem Gastbeitrag in der FAZ vom 13. August 2025 mit dem Titel Smartphone 14, Social Media 16 Ă€ußerte sich Voigt zudem zu den Gefahren digitaler Medien und forderte, dass Jugendliche unter 14 Jahren kein Smartphone besitzen und erst ab 16 Jahren soziale Netzwerke verwenden dĂŒrfen.[56] Laut FragDenStaat enthĂ€lt der Text einen KI-Anteil von 100 Prozent. Drei im Text verwendete Zitate von Wissenschaftlern konnte FragDenStaat weder in deren BĂŒchern noch in Online-BeitrĂ€gen verifizieren.[54] Nachdem die ThĂŒringer Staatskanzlei darauf verwies, dass „der Einsatz von KĂŒnstlicher Intelligenz im Jahr 2026 zum Arbeitsalltag moderner Organisationen“ gehöre, löschte die FAZ den Gastbeitrag von Voigt.[57][56]

Laut FragDenStaat wurden bei einer Analyse von elf Voigt-Reden nur in einer keine Hinweise auf KI gefunden. Bei neun der Reden lag der KI-Anteil demnach ĂŒber 50 Prozent. Drei Reden seien vollstĂ€ndig mit KI generiert worden.[54] Voigt selbst Ă€ußerte hierzu: „Wenn es wirklich einzelne Passagen gab, die auch mit Hilfe von KI erstellt worden sind, dann werde ich dafĂŒr keinem den Kopf abreißen. GrundsĂ€tzlich halte ich aber sowieso fast alle meiner Reden frei“.[58]

BundesprÀsident Frank-Walter Steinmeier warnte daraufhin Ende Juni vor dem Einsatz von KI zum Verfassen von Politikerreden.[59]

  • Politikberatung als Beruf, mit Florian Busch-Janser und Sandra Gerding, polisphere, Berlin 2005, ISBN 978-3-938456-01-9.
  • mit Holger Thuß, herausgegeben vom RCDS-Bundesvorstand: 50 Jahre RCDS, Projekt Zukunft: 1951–2001. Der RCDS – fĂŒnf Jahrzehnte gelebte Studentenpolitik. Union Aktuell, Verlags- und Werbegesellschaft, Erlangen 2001, ISBN 3-921713-30-7.
  • Der amerikanische PrĂ€sidentschaftswahlkampf. George W. Bush gegen John F. Kerry (=Wissenschaftliche Schriften: Politik, Nr. 9), polisphere, Berlin 2010, ISBN 978-3-938456-28-6 (Dissertation).
  • mit Andrea Römmele und Ralf GĂŒldenzopf: Der amerikanische PrĂ€sidentschaftswahlkampf 2016, Sonderheft der Zeitschrift fĂŒr Politikberatung, Berlin 2017.
  • mit Kevin Bayer: Social Media und Fußball: Studie zur Social Media Kommunikation der deutschen Nationalmannschaft und zur Fußballweltmeisterschaft 2018. epubli, Berlin 2018, ISBN 978-3-7467-5543-4.
Commons: Mario Voigt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Mario Voigt - Munzinger Biographie. Abgerufen am 17. August 2026.
  2. ↑ Mario Voigt im Munzinger-Archiv, abgerufen am 7. April 2026 (Artikelanfang frei abrufbar)
  3. 1 2 Alexander Reißland, MDR THÜRINGEN: Mario Voigt: Das ist Deutschlands jĂŒngster MinisterprĂ€sident. Abgerufen am 17. August 2026.
  4. ↑ Mario Voigt | Digitale Transformation und Politik | Quadriga Hochschule Berlin. Abgerufen am 17. August 2026 (deutsch).
  5. ↑ Tino Zippel: Abgeordneter zum Professor berufen: Mario Voigt lehrt an Berliner Hochschule. In: ThĂŒringer Allgemeine. 17. Januar 2017 (thueringer-allgemeine.de [abgerufen am 6. April 2026]).
  6. 1 2 VorwĂŒrfe gegen Regierungschef - MP gegen Uni: Warum Mario Voigt um seinen Doktortitel kĂ€mpft. In: zeit.de. Die Zeit, 29. Januar 2026, abgerufen am 6. April 2026.
  7. ↑ Bericht: Voigt kann kein Professor mehr sein. In: thueringen.de. 9. Oktober 2026, abgerufen am 9. Oktober 2026.
  8. ↑ Conrad Schormann, Jeden Tag eine Schachpartie: MinisterprĂ€sident Mario Voigt (DWZ 1981), perlenvombodensee.de vom 24. August 2025.
  9. ↑ Über mich, auf mario-voigt.com
  10. 1 2 Mario Voigt. Abgerufen am 17. August 2026.
  11. ↑ CDU-Kommission wird breit gefĂŒhrt. In: Die Tageszeitung: taz. 8. Februar 2022, ISSN 0931-9085, S. 6 (taz.de [abgerufen am 26. Februar 2022]).
  12. ↑ Voigt ist Vorsitzender der CDU ThĂŒringen – politik&kommunikation. In: politik-kommunikation.de. 19. September 2022, abgerufen am 20. September 2022.
  13. ↑ CDU Landesverband ThĂŒringen - Startseite - CDU ThĂŒringen. Abgerufen am 12. Dezember 2024.
  14. 1 2 ThĂŒringen: CDU ThĂŒringen wĂ€hlt Mario Voigt zum Spitzenkandidaten fĂŒr Landtagswahl. In: tagesschau.de. 24. Februar 2024, abgerufen am 27. Februar 2024.
  15. ↑ Landesparteitag: MinisterprĂ€sident Voigt bleibt CDU-Chef. In: mdr.de. 14. Dezember 2024, abgerufen am 15. Dezember 2024.
  16. ↑ Mario Voigt neuer Vorsitzender der CDU-Fraktion, Pressemitteilung der ThĂŒringer CDU-Landtagsfraktion vom 2. MĂ€rz 2020
  17. ↑ AfD-Abgeordnete flieht vor Höcke. Bild.de, abgerufen am 6. Dezember 2021.
  18. ↑ BSW und CDU mit neuen Fraktionsvorsitzenden. MDR, 13. Dezember 2024, abgerufen am 13. Dezember 2024.
  19. ↑ Wahl: AfD-Kandidatin Muhsal schlĂ€gt CDU-Spitzenkandidat Voigt in OstthĂŒringen | MDR.DE. In: mdr.de. 12. September 2024, abgerufen am 25. September 2024.
  20. ↑ tagesschau.de: CDU-Politiker Voigt mit 51 Stimmen zum Regierungschef von ThĂŒringen gewĂ€hlt. Abgerufen am 12. Dezember 2024.
  21. ↑ Iris Mayer: ThĂŒringer ZwickmĂŒhle. In: SĂŒddeutsche.de. 19. September 2023, abgerufen am 24. September 2023.
  22. ↑ AfD hilft CDU bei Steuersenkung in ThĂŒringen. In: Handelsblatt. 15. September 2023, abgerufen am 3. MĂ€rz 2024.
  23. ↑ CDU-Chef Voigt: Keine Koalition mit AfD und Linken. SĂŒddeutsche Zeitung, 25. Februar 2024, abgerufen am 14. April 2024.
  24. ↑ CDU-Chef Mario Voigt zur Landtagswahl in ThĂŒringen. ARD, 1. September 2024, abgerufen am 1. September 2024.
  25. ↑ Voigt reicht Wagenknecht-Partei die Hand. ZDF, 3. April 2024, abgerufen am 14. April 2024.
  26. ↑ ThĂŒringer CDU-Chef setzt AfD und GrĂŒne als »Angstparteien« gleich. In: Spiegel.de. 31. Juli 2023, abgerufen am 24. September 2023.
  27. ↑ mdr.de: TV-Duell von Höcke und Voigt: Kritik und Lob von Presse und Politikern | MDR.DE. Abgerufen am 20. April 2024.
  28. ↑ Berliner Gericht stoppt Anti-Ramelow-Kampagne, Berliner Morgenpost, 5. August 2009
  29. ↑ Netzpolitik: Schmutzkampagne der Jungen Union bei Wikileaks
  30. ↑ ThĂŒringer Allgemeine, Jenaer Zentrum der Klimaskeptiker mit gutem Draht zur CDU (Memento vom 4. Juli 2019 im Internet Archive), 20. Dezember 2010
  31. ↑ Gastbeitrag: Das Fake-Klimainstitut EIKE & die AfD: Die Klimawandel-LĂŒgen Lobby. In: Volksverpetzer. 24. September 2021, abgerufen am 10. Juli 2022.
  32. ↑ Isabel Draeger, Lucy Tusche: EIKE fĂŒhrt Irre. In: AkrĂŒtzel. Hochschulzeitung an der Friedrich-Schiller-UniversitĂ€t Jena, 23. Januar 2025. Abgerufen am 19. November 2025.
  33. ↑ CDU, Russland und die Frage nach dem „Danach“. In: Correctiv, 17. April 2025. Abgerufen am 19. November 2025.
  34. ↑ Nach Ukraine-Krieg: Voigt offen fĂŒr russisches Gas. In: Die Zeit, 18. November 2025. Abgerufen am 19. November 2025.
  35. ↑ mdr.de: Korruptionsermittlungen gegen CDU-Landeschef Voigt: Was bisher bekannt ist | MDR.DE. Abgerufen am 20. April 2024.
  36. ↑ mdr.de: ThĂŒringen: Durchsuchungen bei CDU-Chef Voigt - Vorwurf der Bestechlichkeit | MDR.DE. Abgerufen am 20. April 2024.
  37. ↑ mdr.de: Ermittlungen gegen ThĂŒringens CDU-Chef Voigt: Razzia in BrĂŒssel | MDR.DE. Abgerufen am 20. April 2024.
  38. ↑ mdr.de: Ermittlungen gegen CDU-Landeschef Mario Voigt eingestellt | MDR.DE. Abgerufen am 20. April 2024.
  39. ↑ mdr.de: Kommentar zu Mario Voigt: Einstellung der Ermittlungen mit Ansage | MDR.DE. Abgerufen am 20. April 2024.
  40. ↑ Stefan Weber: Plagiatsvorwurf gegen den Professor fĂŒr Digitale Transformation und Politik an der Quadriga Hochschule Berlin, Mario Voigt, in: Blog fĂŒr wissenschaftliche Redlichkeit, 14. August 2024
  41. ↑ 140 Plagiate in der Dissertation „Der amerikanische PrĂ€sidentschaftswahlkampf. George W. Bush gegen John F. Kerry“, Philosophische FakultĂ€t, TU Chemnitz, von Prof. Dr. Mario Voigt (veröffentlichte Fassung im polisphere Verlag, 2010). (PDF) S. 113, abgerufen am 1. Januar 2025 (Hervorhebungen im Original).
  42. ↑ Uni prĂŒft Dissertation von CDU-Spitzenkandidat Voigt. In: welt.de. Abgerufen am 16. August 2024.
  43. ↑ ThĂŒringen: PlagiatsvorwĂŒrfe gegen CDU-Chef Mario Voigt | MDR.DE. In: MDR. 15. August 2024, abgerufen am 16. August 2024.
  44. ↑ Thomas Pany: Wahl in ThĂŒringen: Neue PlagiatsvorwĂŒrfe gegen CDU-Spitzenkandidaten Mario Voigt. In: Telepolis. 29. August 2024, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 29. August 2024.
  45. ↑ Mario Voigt: ThĂŒringer MinisterprĂ€sident soll Doktortitel verlieren. In: spiegel.de. 28. Januar 2026, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 28. Januar 2026.
  46. ↑ ThĂŒringens MinisterprĂ€sident: Voigt verliert Doktortitel und kĂŒndigt Klage an. In: tagesschau.de. 28. Januar 2026, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 28. Januar 2026 (mit Video der Stellungnahme Voigts vor Medienvertretern).
  47. ↑ Dissertation - Doktortitel aberkannt: TU Chemnitz weist Voigts Widerspruch zurĂŒck. In: tagesschau.de. 11. August 2026, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 11. August 2026.
  48. ↑ CDU-Politiker unter Druck - Voigt scheitert mit Einspruch gegen Doktortitel-Entzug: „Werden Klage erheben“. In: morgenpost.de. 11. August 2026, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 11. August 2026.
  49. ↑ Nach Entscheidung der TU Chemnitz: Mario Voigt klagt gegen Entzug seines Doktortitels. In: welt.de. 14. August 2026, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 14. August 2026.
  50. ↑ ThĂŒringen: MinisterprĂ€sident Voigt gibt auf und akzeptiert Verlust des Doktortitels - WELT. In: welt.de. 7. Oktober 2026, abgerufen am 7. Oktober 2026.
  51. ↑ Alexander Walter: Deutsch-Quote fĂŒrs Radio? In: Volksstimme. 2. Juni 2026, abgerufen am 11. Juni 2026.
  52. ↑ AfD kritisiert Nutzung von KI fĂŒr Gastbeitrag von Voigt. In: N-TV. 2. Juni 2026, abgerufen am 11. Juni 2026.
  53. ↑ Markus Ermert: Voigts Deutsch-Quoten-Forderung entstand auch mit KI. In: Insuedthueringen.de. 2. Juni 2026, abgerufen am 11. Juni 2026.
  54. 1 2 3 4 Aiko Kempen, Jonathan Peaceman: „Ich trete in das VermĂ€chtnis eines Anspruchs“. In: FragDenStaat. 9. Juni 2026, abgerufen am 11. Juni 2026.
  55. ↑ MinisterprĂ€sident Voigt verteidigt sich gegen KI-VorwĂŒrfe. In: Die Welt. 10. Juni 2026, abgerufen am 11. Juni 2026.
  56. 1 2 In Sachen Mario Voigt. In: FAZ. 10. Juni 2026, abgerufen am 11. Juni 2026.
  57. ↑ »FAZ« löscht Gastbeitrag von Mario Voigt nach KI-Hinweisen. In: Der Spiegel. 10. Juni 2026, abgerufen am 11. Juni 2026.
  58. ↑ Robert Ide: Mario Voigt verteidigt KI-Passagen in Reden und Texten. In: Tagesspiegel. 10. Juni 2026, abgerufen am 11. Juni 2026.
  59. ↑ Florian Gathmann, Severin Weiland: KĂŒnstliche Intelligenz: Steinmeier warnt vor Missbrauch in der Politik. In: Der Spiegel. 23. Juni 2026, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 23. Juni 2026]).