Zum Inhalt springen

Schuhlen

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Schuhlen
Koordinaten: 52° 3â€Č N, 14° 7â€Č OKoordinaten: 52° 3â€Č 29″ N, 14° 6â€Č 41″ O
Höhe: 49 mÂ ĂŒ. NHN
Eingemeindung: 1. Januar 1945
Eingemeindet nach: Schuhlen-Wiese
Postleitzahl: 15913
Vorwahl: 035476

Schuhlen (bis zum 2. November 1937 amtlich Skuhlen; niedersorbisch Skulin) ist ein Wohnplatz von Schuhlen-Wiese, einem Ortsteil[1] der Gemeinde MĂ€rkische Heide im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg.

Lage und Erreichbarkeit

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schuhlen liegt in der Niederlausitz, etwa 11 Kilometer Luftlinie sĂŒdöstlich von Friedland, 16 Kilometer sĂŒdlich von Beeskow und 20 Kilometer nordöstlich der Kreisstadt LĂŒbben. Umliegende Ortschaften sind die zur Gemeinde Tauche im Landkreis Oder-Spree gehörenden Ortschaften Rocher im Nordosten und Mittweide im Osten, der Ortsteil Ressen der Gemeinde Schwielochsee im SĂŒdosten, Neukrug und Leibchel im SĂŒden, Klein Leuthen im SĂŒdwesten sowie Wiese im Nordwesten.

Schuhlen liegt an der Landesstraße 442 von Wittmannsdorf nach Goyatz, die Bundesstraße 87 befindet sich knapp einen Kilometer sĂŒdöstlich des Ortes. Am westlichen Ortsrand von Schuhlen fließt das Rocher MĂŒhlenfließ.

Schuhlen auf dem Urmesstischblatt 3950 Groß Leuthen aus dem Jahr 1846

Erstmals in Urkunden erwĂ€hnt wurde Schuhlen im Jahr 1431 als „Scolen“. Der Ortsname ist nach Reinhard E. Fischer unklar, vermutlich stammt er aus dem Sorbischen und beschreibt eine mit PfĂ€hlen gestĂŒtzte Siedlung in einem moorigen Gebiet.[2][3] Ebenfalls denkbar ist eine Ableitung von dem sorbischen Ortsnamen Skulin, welcher in etwa „Dorf, in dem es Brachvögel gibt“ bedeutet.[4]

1840 gab es in Skuhlen 24 WohngebĂ€ude, in denen 171 Einwohner lebten. Das Dorf gehörte kirchlich zu Mittweide und verfĂŒgte ĂŒber ein Rittergut, damals in Besitz eines Herrn Schmiel in Mittweide.[5] Bis 1864 erhöhte sich die Einwohnerzahl von Skuhlen auf 201. Das Dorf war damals mit einem Heinrich Theodor Moritz Wallach zu Mittweide belehnt. In der NĂ€he von Skuhlen wurde damals Torf gestochen.[6]

Bis 1815 gehörte Skuhlen zum Krummspreeischen Kreis, nach dem Wiener Kongress musste das Königreich Sachsen Skuhlen an das Königreich Preußen abtreten. Dabei wurde der Krummspreeische Kreis in den Landkreis LĂŒbben umgewandelt. Am 2. November 1937 wurde der Ortsname von den Nationalsozialisten wĂ€hrend der Germanisierung sorbischstĂ€mmiger Ortsnamen in der Lausitz in Schuhlen geĂ€ndert, nach Kriegsende wurde die Umbenennung im Gegensatz zu anderen Orten nicht wieder rĂŒckgĂ€ngig gemacht. Am 1. Januar 1945 wurde Schuhlen mit dem benachbarten Wiese zur Gemeinde Schuhlen-Wiese vereinigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag die Gemeinde zunĂ€chst in der Sowjetischen Besatzungszone und anschließend in der DDR. Bei der am 25. Juli 1952 in der DDR durchgefĂŒhrten Kreisreform wurde die Gemeinde Schuhlen-Wiese dem Kreis LĂŒbben im Bezirk Cottbus angegliedert. Nach der Wende wurde der Kreis LĂŒbben in Landkreis LĂŒbben umbenannt und schließlich aufgelöst, die Gemeinde Schuhlen-Wiese wurde dem Landkreis Dahme-Spreewald zugeordnet und schloss sich dem Amt MĂ€rkische Heide an. Zum 26. Oktober 2003 wurde dieses Amt aufgelöst und die Gemeinden des Amtes zu der neuen amtsfreien Gemeinde MĂ€rkische Heide vereinigt. Schuhlen ist seitdem ein Gemeindeteil von MĂ€rkische Heide.

Bevölkerungsentwicklung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Einwohnerentwicklung in Schuhlen von 1875 bis 1939[7]
JahrEinwohner JahrEinwohner
1875190 1925150
1890188 1933132
1910149 1939120
Commons: Schuhlen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. ↑ Auflistung als Ortsteil von MĂ€rkische Heide im Kommunalverzeichnis Brandenburg. Abgerufen am 26. Mai 2026.
  2. ↑ Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der LĂ€nder Brandenburg und Berlin: Alter - Herkunft - Bedeutung. be.bra Wissenschaft, 2005, S. 155.
  3. ↑ Ernst Eichler: Die Ortsnamen der Niederlausitz. 1. Auflage. Verlag VEB Domowina, Bautzen 1975, S. 103.
  4. ↑ Arnoơt Muka: Serbski zemjepisny sƂowničk. Budyơin 1927, S. 84.
  5. ↑ Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. d. O. Gustav Harnecker’s Buchhandlung, Frankfurt a. O. 1844 S. 174.
  6. ↑ Topographisch-statistisches Handbuch des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. O. Verlag von Gustav Harnecker u. Co., 1867, S. 203.
  7. ↑ Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. (PDF; 331 KB) Landkreis Dahme-Spreewald. Landesbetrieb fĂŒr Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg, Dezember 2006, abgerufen am 12. August 2018.
  1. ↑ Auflistung der Ortsteile und WohnplĂ€tze von MĂ€rkische Heide im Kommunalverzeichnis Brandenburg. Abgerufen am 26. Mai 2026.