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Semsales

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Semsales
Wappen von Semsales
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Freiburg Freiburg (FR)
Bezirk: Vivisbachw
BFS-Nr.: 2336i1f3f4
Postleitzahl: 1623 Semsales
1630 Bulle
Koordinaten: 560880 / 158227Koordinaten: 46° 34â€Č 27″ N, 6° 55â€Č 42″ O; CH1903: 560880 / 158227
Höhe: 866 mÂ ĂŒ. M.
Höhenbereich: 805–1937 m ĂŒ. M.[1]
FlĂ€che: 29,36 kmÂČ[2]
Einwohner: 1591 (1. Januar 2026)[3]
Einwohnerdichte: 54 Einw. pro kmÂČ
AuslÀnderanteil:
(Einwohner ohne
Schweizer BĂŒrgerrecht)
13,3 %
(1. Januar 2026)[4]
Website: www.semsales.ch
Lage der Gemeinde
Karte von SemsalesGenferseeLac du VernexKanton WaadtGlanebezirkGreyerzbezirkAttalensBossonnensChĂątel-Saint-DenisGranges (Veveyse)La VerrerieLe FlonLe FlonRemaufensSaint-Martin FRSemsales
Karte von Semsales
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Semsales [səmsal] (Freiburger Patois Chinthñlùⓘ/?) ist eine politische Gemeinde im Distrikt Veveyse (deutsch: Vivisbachbezirk) des Kantons Freiburg in der Schweiz.

Semsales liegt auf 866 m ĂŒ. M., 11 km westsĂŒdwestlich von Bulle (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich auf einem kleinen Schuttkegel, den der Wildbach Mortivue im Lauf der Zeit am Westfuss der Höhen von Les Alpettes und Niremont angesammelt hat, auf der HochflĂ€che der Haute-Veveyse nördlich von ChĂątel-Saint-Denis, am Fuss der Freiburger Voralpen.

Die FlĂ€che des 29,4 kmÂČ grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des höheren Freiburger Mittellandes und der angrenzenden Freiburger Alpen. Der westlichste Teil des Gebietes wird von der Talebene am Oberlauf der Broye eingenommen. Von den östlich angrenzenden voralpinen Höhen fliessen der Broye verschiedene BergbĂ€che, darunter die Mortivue, der Ruisseau VĂ©senand und der DĂą (bildet die sĂŒdliche Gemeindegrenze) zu. Am Nordhang von Les Alpettes befinden sich die Quellgebiete der Broye und der Sionge (Zufluss der Saane).

Den Hauptteil des Gemeindegebietes machen die gerundeten Bergkuppen von Les Alpettes (1413 mÂ ĂŒ. M.) und Niremont (1514 mÂ ĂŒ. M.) aus. Diese aus Flysch bestehenden Höhen weisen im Kuppen- und Kammbereich ausgedehnte Bergweiden auf, wĂ€hrend die HĂ€nge ĂŒberwiegend von TannenwĂ€ldern bestanden sind. Östlich dieser Höhen befindet sich der abgelegene obere Teil des Tals der TrĂȘme (der Flusslauf bildet auf weite Strecken die Ostgrenze), das ebenfalls dicht bewaldet ist. In einem schmalen Zipfel erstreckt sich der Gemeindeboden nach SĂŒdosten in das Quellgebiet der TrĂȘme auf der Alp Tremetta am Westhang des Kalkmassivs des MolĂ©son. Hier werden mit Teysachaux (1909 mÂ ĂŒ. M.) und dem Westgipfel des MolĂ©son (1938 mÂ ĂŒ. M.) die höchsten Erhebungen von Semsales erreicht. Von der GemeindeflĂ€che entfielen 1997 3 % auf Siedlungen, 48 % auf Wald und Gehölze, 47 % auf Landwirtschaft, und etwas mehr als 2 % waren unproduktives Land.

Auf der Bergkuppe des Niremont und am SĂŒdhang von Les Alpettes erstrecken sich Hoch- und Übergangsmoore sowie Flachmoore von nationaler Bedeutung. Laut Steiner und GrĂŒnig stellt das Hoch- und Übergangsmoor auf dem Grat des Niremont ein Beispiel fĂŒr ein Sattelhochmoor dar, das aus einem Versumpfungsmoor entstanden ist.[5]

Zu Semsales gehören der Weiler La RougĂšve (812 mÂ ĂŒ. M.) an der MĂŒndung des DĂą in die Broye sowie ĂŒber das ganze Gebiet verstreut zahlreiche Einzelhöfe und Alphöfe. Nachbargemeinden von Semsales sind im Westen beginnend im Uhrzeigersinn Saint-Martin, La Verrerie, SĂąles, Vaulruz, GruyĂšres, Haut-Intyamon und ChĂątel-Saint-Denis im Kanton Freiburg sowie Maracon im Kanton Waadt.

Mit 1591 Einwohnern (Stand 1. Januar 2026) gehört Semsales zu den mittelgrossen Gemeinden des Kantons Freiburg. Von den Bewohnern sind 93,8 % französischsprachig, 2,8 % deutschsprachig, und 0,9 % sprechen Portugiesisch (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Semsales belief sich 1900 auf 981 Einwohner. Nachdem die Bevölkerung bis 1920 auf 1030 Personen angestiegen war, wurde bis 1960 ein klarer RĂŒckgang um 20 % auf 824 Einwohner registriert. Seither wurde wieder eine Bevölkerungszunahme verzeichnet, die sich besonders seit den 1980er-Jahren verstĂ€rkte.

Semsales (inkl. La RougĂšve)

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Einwohnerzahlen: VolkszÀhlungsdaten[6][7] 1830: Feuersbrunst

Einwohnerzahlen: VolkszÀhlungsdaten[6][7] 1830: Feuersbrunst

Semsales war bis in die zweite HÀlfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprÀgtes Dorf. Noch heute haben die Viehzucht und die Milchwirtschaft eine wichtige Bedeutung in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Die Gemeinde besitzt ausgedehnte Alpweiden zur Sömmerung des Viehbestandes.

Zahlreiche weitere ArbeitsplÀtze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden, unter anderem in Betrieben der Holzverarbeitung, der KÀseproduktion, in MalergeschÀften und in feinmechanischen WerkstÀtten. In den letzten Jahrzehnten hat sich Semsales auch zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele ErwerbstÀtige sind deshalb Wegpendler, die hauptsÀchlich in Chùtel-Saint-Denis sowie in den Regionen Vevey-Montreux und Bulle arbeiten.

Die Gemeinde ist verkehrsmÀssig gut erschlossen. Sie liegt an der Hauptstrasse 12 von Vevey nach Bulle. Der nÀchste Anschluss an die Autobahn A12, die seit 1981 von Bern bis Vevey durchgehend geöffnet ist und das Gemeindegebiet durchquert, befindet sich rund 6 km vom Ortskern entfernt.

Am 23. Juli 1903 wurde die Bahnlinie von ChĂątel-Saint-Denis nach Bulle mit einem Bahnhof in Semsales und einer Haltestelle bei La Verrerie in Betrieb genommen.

Die erste urkundliche ErwÀhnung des Ortes erfolgte 1157 unter dem Namen Sessales. SpÀter erschienen die Bezeichnungen Setsales (1160), Septem Salis (1177), Satsales (1219), Sasales (1260), Septsales (1560) und Sempsales (1857). Der Ortsname setzt sich aus dem lateinischen Wort septem (sieben) und dem germanischen sala (Wohnsitz) zusammen.

Im 12. Jahrhundert grĂŒndeten die Chorherren vom Grossen Sankt Bernhard in Semsales ein Priorat. Die Siedlung Semsales wurde im 13. Jahrhundert durch einen Erdrutsch verwĂŒstet und wurde anschliessend etwas weiter im SĂŒdwesten an der heutigen Stelle wieder aufgebaut.

Nachdem Bern das Waadtland erobert hatte, kam Semsales 1537 unter die Herrschaft von Freiburg und wurde zunÀchst der Vogtei Rue zugeordnet. 1581 wechselte es in die Vogtei Chùtel-Saint-Denis. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte das Dorf wÀhrend der Helvetik und der darauf folgenden Zeit zum damaligen Bezirk Chùtel-Saint-Denis, bevor es 1848 in den Bezirk Veveyse eingegliedert wurde.

Im 19. Jahrhundert erlebte Semsales durch die GlashĂŒtte im benachbarten La Verrerie einen gewissen wirtschaftlichen Aufschwung. 1830 wurden jedoch bei einer Feuersbrunst zahlreiche HĂ€user zerstört. Der aus Konservatismus unterentwickelt gebliebene Kanton zĂ€hlte 1914 nur fĂŒnf Unternehmen mit mehr als 100 Arbeitern, darunter befand sich die GlashĂŒtte mit unter 200[8] BeschĂ€ftigten.

Mit Wirkung auf den 1. Januar 1968 wurde die vorher selbstÀndige Gemeinde La RougÚve nach Semsales eingemeindet.

Luftbild aus 200 m von Walter Mittelholzer (1925)

SehenswĂŒrdigkeiten

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Die heutige Pfarrkirche von Semsales wurde 1926 erbaut und enthÀlt bedeutende Werke von Gino Severini und Alexandre Cingria. Von der ehemaligen Dorfkirche, die 1630 errichtet wurde, ist nur noch der Glockenturm erhalten. Im alten Ortskern befinden sich noch einige charakteristische Freiburger BauernhÀuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Commons: Semsales – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die Höhenbereiche zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  2. ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  3. ↑ Bilanz der stĂ€ndigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991-2025. In: bfs.admin.ch. Bundesamt fĂŒr Statistik, abgerufen am 22. August 2026 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2025 zusammengefasst).
  4. ↑ StĂ€ndige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeit 2010-2025. Bei spĂ€teren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2025 zusammengefasst. Abruf am 22. August 2026
  5. ↑ Gert Michael Steiner und Andreas GrĂŒnig: Die hydrologischen Moortypen der Schweiz. In: BUWAL Bundesamt fĂŒr Umwelt, Wald und Landschaft (Hrsg.): Moorschutz in der Schweiz. Handbuch. Band 1. Bern 1992, S. 15 (marais.ch [PDF]).
  6. 1 2 Martin Schuler: Kanton Freiburg - Die Bevölkerungszahlen auf lokaler Ebene vor 1850. (CSV; 15 kB) Bundesamt fĂŒr Statistik, NeuchĂątel, 16. Juni 2023, abgerufen am 19. Oktober 2025.
  7. 1 2 Daten der Eidgenössischen VolkszĂ€hlungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt fĂŒr Statistik, NeuchĂątel, 12. Juli 2024, abgerufen am 19. Oktober 2025 (Öffnung in Excel nur ĂŒber "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
  8. ↑ Alain Meyer: Origines et naissance du Parti socialiste fribourgeois. In: Les origines du socialisme en Suisse romande, 1880–1920. Avec Claude Cantini, Alain Clavien, François Kohler, Marc Perrenoud, Jean-Claude Piguet, Charles F. Pochon, Brigitte Studer et Marc Vuillemier (= Cahiers de Association pour l’étude de l’histoire du mouvement ouvrier. Band 5). Éditions d’en bas, Lausanne 1989, S. 171–188, hier S. 172.