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Swisscollections

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

swisscollections ist ein Metakatalog fĂŒr Spezialsammlungen in Schweizer Bibliotheken und Archiven. Er wird vom Verein swisscollections getragen und von der UniversitĂ€tsbibliothek Basel in dessen Auftrag betrieben.

swisscollections dient als ErgĂ€nzung zur landesweiten Schweizer Bibliotheksplattform Swisscovery und soll differenzierte Suchen nach Objekten in Spezialsammlungen ermöglichen.[1] VorgĂ€nger des Plattform ist der Verbundkatalog HAN (Handschriften – Archive – NachlĂ€sse). swisscollections richtet sich an ein primĂ€r wissenschaftliches Publikum, das Bibliothekskataloge nicht nur fĂŒr den Zugang zu Medien benötigt, sondern auch als Quelle forschungsrelevanter Erschliessungsdaten verwendet.[2] Als Metakatalog greift die Suche dabei auf verschiedene Datenpools zu.[1]

Die Plattform ermöglicht Suchabfragen fĂŒr bibliothekarische SpezialbestĂ€nde wie Handschriften, ArchivbestĂ€nde inkl. NachlĂ€sse, alte Drucke, Musikalien, BildbestĂ€nde, Karten und Bibliographien. Sie ermöglicht den Zugriff auf Sammlungen aktuell der Zentralbibliothek ZĂŒrich, der UniversitĂ€tsbibliothek Basel inklusive des Schweizerischen Wirtschaftsarchivs, der UniversitĂ€tsbibliothek Bern, der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern, der Kantonsbibliothek Vadiana St. Gallen, der Stiftsbibliothek St. Gallen, der Aargauer Kantonsbibliothek, der Zentralbibliothek Solothurn, der Kantonsbibliothek Thurgau, der Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden, der Stadtbibliothek Zofingen, des Chorherrenstifts BeromĂŒnster und des Archivs Hermann Rorschach des Archivs fĂŒr Medizingeschichte der UniversitĂ€t Bern.[3]

Die Plattform kann auch Archivtektoniken abbilden und ermöglicht daher nicht nur eine Suche via Suchschlitz, sondern auch die Navigation entlang des Archivbaums.[4] NachlÀsse und Archive können dabei nicht nur nach aufbewahrenden Institutionen gegliedert durchsucht werden. Eine thematische Gliederung fasst inhaltlich verwandte NachlÀsse und Archive verschiedener Institutionen zusammen. So werden Archiv- und NachlassbestÀnde aller beteiligten Einrichtungen zu Themenbereichen wie beispielsweise Musik, Literatur, Wirtschaft oder Politik in je einer Liste angezeigt werden.[5] Auch die Wirtschaftsdokumentation des Schweizerischen Wirtschaftsarchivs zu Sachthemen, Unternehmen und Organisationen sowie Personen des Wirtschaftslebens lÀsst sich in ihrer Systematik darstellen.[6]

Die Suche in swisscollections umfasst auch mehrere Kantons- und Spezialbibliographien, die sich zudem analog zu den Archiven ebenfalls in ihrer Systematik anzeigen lassen. In die Suchabfrage integriert sind die Kantonsbibliographien Aargauer Bibliographie, Basler Bibliographie, Bibliographie der Berner Geschichte, Solothurner Bibliographie und ZĂŒrcher Bibliographie sowie die Spezialbibliographien Bernoulli-Briefinventar und Gottfried-Keller-Bibliographie.[7]

swisscollections ermöglicht es zudem, die Trefferliste einer Suche als Datenpakete inklusive der auf Webportalen wie E-rara oder E-manuscripta publizierten Digitalisate zu exportieren und so mit geringem Aufwand Text- und Bildkorpora zusammenzustellen.[8]

swisscollections wird ausschliesslich mit Open-Source-Software betrieben. FĂŒr die NutzeroberflĂ€che wird VuFind verwendet, fĂŒr die Suchmaschine Apache Solr, fĂŒr die Datendrehscheibe Apache Kafka und fĂŒr die Infrastruktur Kubernetes.[1]

Im Gegensatz zu Swisscovery, ĂŒber das ausschliesslich Daten aus dem Bibliothekssystem Alma abgefragt werden können, können in swisscollections weitere Systeme integriert werden. So werden neben Daten aus Alma auch mit CMI Star erschlossenen ArchivbestĂ€nde der Zentralbibliothek ZĂŒrich angezeigt.[9]

TrÀgerschaft und GeschÀftsstelle

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swisscollections wird im Auftrag des Vereins Swisscollections betrieben. Mitglieder des Vereins sind die Kantonsbibliothek Aargau, die Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden, die Kantonsbibliothek Vadiana St. Gallen, die Stiftsbibliothek St. Gallen, die UniversitĂ€tsbibliothek Basel, die UniversitĂ€tsbibliothek Bern, die Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern, die Zentralbibliothek Solothurn und die Zentralbibliothek ZĂŒrich.[1] Nicht alle Einrichtungen, auf deren Daten via swisscollections zugegriffen werden kann, sind Mitglieder des Vereins.[1]

Von der TrÀgerschaft mit dem Betrieb und der Koordination von swisscollections beauftragt ist die UniversitÀtsbibliothek Basel.[1]

swisscollections entstand als Nachfolger des vom Verein HAN (Handschriften, Archive, NachlĂ€sse) getragenen Verbund Handschriften – Archive – NachlĂ€sse (HAN).[10] Der Verbund HAN wurde im Zuge der GrĂŒndung von SLSP und der Lancierung von Swisscovery als gesamtschweizerischer Suchplattform fĂŒr die BestĂ€nde wissenschaftlicher Bibliotheken aufgelöst.[10] Die an HAN beteiligten Einrichtungen wĂŒnschten sich Suchoptionen, die die Möglichkeiten Bibliothekssystem Alma, auf das die an SLSP beteiligten Bibliotheken fĂŒr die Erschliessung wechselten, und der SuchoberflĂ€che Swisscovery ĂŒberstiegen.[10][11]

FĂŒr die TrĂ€gerschaft von swisscollections wurde der HAN-TrĂ€gerverein auf den 1. Januar 2021 in «swisscollections» umbenannt. Die Vereinsstatuten wurden den neuen Zwecken angepasst.[10] Die HAN-Koordinationsstelle an der UniversitĂ€tsbibliothek Basel ĂŒbernahm die Koordination von swisscollection.[10] Die IT-Abteilung der UB Basel, die die von Swisscovery abgelöste gesamtschweizerische SuchoberflĂ€che Swissbib entwickelt und betrieben hatte, wurde mit dem Aufbau, dem Betrieb und der Weiterentwicklung der SuchoberflĂ€che von Swisscollections betraut.[10] Als Software wurden dieselben Open-Source-Produkte gewĂ€hlt, die bereits fĂŒr Swissbib genutzt wurden.[11]

Online ging swisscollections am 5. Mai 2021.[10] Im Gegensatz zu HAN beschrÀnkten sich die Inhalte von Anfang an nicht auf Handschriften, Archive und NachlÀsse, sondern umfassten auch alte Drucke, Rara, BildbestÀnde, Musikalien und Bibliografien.[10]

Weitere Entwicklung

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Seit ihrem Livegang wird die Plattform swisscollections laufend weiterentwickelt. Eine sehr grosse und wichtige Weiterentwicklung ist die im Herbst 2024 gemeinsam mit dem ZB-Lab der Zentralbibliothek ZĂŒrich entwickelte Exportfunktion fĂŒr Bibliotheksdaten und Digitalisate.[8]

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 6 Über swisscollections. In: Swisscollections. Abgerufen am 30. November 2024.
  2. ↑ Katharina Bruns, Stefan Wiederkehr: Neue Recherche, neue Services: swisscovery, swisscollections und die Zurich Open Platform. In: ZB Jahresbericht 2021. Abgerufen am 30. November 2024.
  3. ↑ Beteiligte Institutionen. In: Swisscollections. Abgerufen am 30. November 2024.
  4. ↑ Archivtektonik - Nach Institution. In: Swisscollections. Abgerufen am 30. November 2024.
  5. ↑ Archivtektonik - Nach Thema. In: Swisscollections. Abgerufen am 30. November 2024.
  6. ↑ Archivtektonik - Wirtschaftsdokumentation. In: Swisscollections. Abgerufen am 30. November 2024.
  7. ↑ Bibliographien. In: Swisscollections. Abgerufen am 30. November 2024.
  8. 1 2 Annabelle Wiegart, Elias KreyenbĂŒhl: Forschungsdaten aus dem Bibliothekskatalog. In: ZBlog. Zentralbibliothek ZĂŒrich, 1. Oktober 2024, abgerufen am 30. November 2024.
  9. ↑ Silvia Witzig: Software-Komponenten. In: Swisscollections Dokumentation. 2. Januar 2024, abgerufen am 30. November 2024.
  10. 1 2 3 4 5 6 7 8 Monika Studer: Neuer Sucheinstieg fĂŒr Sondersammlungen. In: Jahresbericht 2021. UniversitĂ€tsbibliothek Basel, abgerufen am 29. November 2024.
  11. 1 2 Benjamin von Wyl: Stöberwonne im Mai. In: WOZ. 27. Mai 2021, abgerufen am 29. November 2024.