VSB-Modulation
Die VSB-Modulation, (en. Vestigial SideBand Modulation, dt. Restseitenbandmodulation)[1][2][3] ist eine Form der Carrier Double Sideband Amplitudenmodulation (CDSB), bei der nur ein Seitenband mit nahezu voller Leistung und Bandbreite ausgestrahlt wird, das zweite Seitenband jedoch in Bandbreite und Leistung durch ein Filter vor Ausstrahlung reduziert wird. VSB kann sowohl fĂŒr analoge als auch digitale Signale verwendet werden, z. B. analoge Fernsehsender.
Der Unterschied zu Carrier Single Side Band-Amplitudenmodulation (CSSB), bei der nur der TrĂ€ger und ein Seitenband ausgestrahlt wird, besteht bei VSB-Amplitudenmodulation darin, dass zwar das zweite Seitenband auch ausgestrahlt wird, jedoch vor Ausstrahlung durch ein Filter in Bandbreite und in der Leistung reduziert wird. Im Vergleich zu CSSB- hat VSB-Amplitudenmodulation den Nachteil das die belegte Bandbreite und Energiebedarf gegenĂŒber CSSB-Amplitudenmodulation gröĂer ist, jedoch nur ein geringer Aufwand im Sender zur Erzeugung des Signals im Vergleich zu CSSB-Amplitudenmodulation notwendig ist.
Der Vorteil von VSB-Amplitudenmodulation gegenĂŒber CDSB-Amplitudenmodulation mit zwei identischen SeitenbĂ€ndern liegt sowohl in der reduzierten Bandbreite als auch einem kleineren Energiebedarf durch Einsatz des Filters.
Analoge VSB-Modulation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei der fĂŒr analoges Fernsehen verwendeten analogen VSB-Amplitudenmodulation wird der TrĂ€ger ausgestrahlt, wobei jedoch nur das 1. Seitenband mit max. 100 % möglichen Leistung bei m = 1 ausgestrahlt wird, wĂ€hrend das 2. Seitenband und der TrĂ€ger durch ein Tiefpass-Filter sowohl in der Amplitude als auch in der Bandbreite begrenzt wird.
FĂŒr die Erzeugung des abzustrahlenden analogen TV-Signals (en. Television-Signal, dt. Fernsehsignal), wird das Composite-Videosignal (mindestens Horizontale- und Vertikale-Bildsynchronisierung, die Helligkeitsinformation und mindestens ein Tonsignal) auf einen HF-TrĂ€ger unter Nutzung von CDSB-Amplitudenmodulation aufmoduliert. Dabei entspricht die benötigte Bandbreite des mit dem Composite-Videosignal amplitudenmodulierte CDSB Signal der doppelten Bandbreite der höchsten Frequenz die im Composite-Videosignals das zur Modulation verwendet wird.

Soll z. B. bei VSB-Amplitudenmodulation das untere Seitenband witesgehend unterdrĂŒckt werden, wird diese nach Erzeugung eines CDSB-Amplitudenmodulation Signals durch ein Tiefpassfilter in der Bandbreite begrenzt. Durch geeignete Wahl der Grenzfrequenz des Tiefpassfilters wird das Lower-Side-Band (LSB, dt. untere Seitenband) weitestgehend und der TrĂ€ger und Teile des Upper-Side-Bands (USB, dt. oberes Seitenband) teilweise unterdrĂŒckt. Da auf EmpfĂ€ngerseite bei der Demodulation sich die Signaleanteile des unteren und des oberen Seitenbandes addieren wird die Absenkung des Pegels bei Frequenzen die durch das Tiefpassfilter bedĂ€mpft wurden kompensiert.
Dies hat den Vorteil, das analoge Fernsehsignal aufgrund des reduzierten Bandbreitenbedarf der analogen Vestigial-Amplitudenmodulation im Vergleich zu einem CDSB-Amplitudenmodulation Signal mit gleichem Signalinhalt stark verringert, ohne dass sich im Vergleich zu CSSB-Amplitudenmodulation der Aufwand im Sender zu Erzeugung stark vergröĂern wĂŒrde.[4]
Digitale VSB-Modulation
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Bei der digitalen Restseitenbandmodulation genannt, ist eine Modulationstechnik in der digitalen Signalverarbeitung, die eine Amplitudenmodulation mit der Restseitenbandtechnik kombiniert. Zur Vermeidung einer Verwechslung mit der analogen SSB-Modulation wird sie als 4-VSB, 8-VSB[5] oder 16-VSB bezeichnet, wobei die Ziffern die Anzahl der verfĂŒgbaren Symbole ausdrĂŒckt.
Eine 2n-VSB ist eng verwandt mit einer 22n-Quadraturamplitudenmodulation (QAM). Es wird ein TrĂ€ger mit der Frequenz F zur InformationsĂŒbertragung verwendet. Das komplexe Signal in Basisbandlage wird durch zwei Signalkomponenten, welche als I (Realteil) und Q (ImaginĂ€rteil) bezeichnet sind, ausgedrĂŒckt.
Pro Symbol werden bei VSB n Bit ĂŒbertragen, bei QAM werden 2·n Bit zugeordnet. Die doppelte Anzahl an Bit bei QAM ergibt sich aus dem Umstand, dass das I bzw. Q-Signal unabhĂ€ngig voneinander je n Bit an Information pro Symbol aufnehmen können. Bei VSB ist hingegen das Q Signal direkt vom I-Signal abhĂ€ngig.
Bei VSM wird zur Entfernung eines Seitenbandes zunĂ€chst mit Hilfe der Hilbert-Transformation ein analytisches Signal in Basisbandlage (I und Q) gebildet. Damit trĂ€gt sowohl I als Q die identische Information. In Bandpasslage, nach Multiplikation mit der TrĂ€gerfrequenz F, werden die beiden Anteile wie bei QAM addiert, wodurch ein Seitenband, beispielsweise die negativen Frequenzanteile, verschwinden. Dadurch wird gegenĂŒber einer 22n-QAM nur die halbe Bandbreite benötigt.
Die spektrale Effizienz ist somit die gleiche einer QAM. Bei gleichem Signal-Rausch-VerhĂ€ltnis (SNR) und gleicher Symbolrate wird die halbe Datenrate einer QAM bei halber Bandbreite erreicht. Zur Demodulation ist genauso wie bei der QAM â im Unterschied zu z. B. der beim Rundfunk auch benutzten Amplitudenmodulation (AM) â das TrĂ€gersignal in gleicher Phase wie beim Sender vonnöten; es muss aus dem Empfangssignal rekonstruierbar sein â was bei der Kodierung der ĂŒbertragenen Signale berĂŒcksichtigt werden muss.
Hauptunterschiede 16QAM- und 4-VSB-Modulation
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Links ist ein Konstellationsdiagramm einer 16-QAM und einer direkt vergleichbaren 4-VSB Modulation dargestellt. Bei der 16-QAM können pro Symbol 4 Bit dargestellt werden, was den vier Stufen bzw. je zwei Bit auf der I bzw. Q-Achse entspricht. Bei 4-VSB liegt die Information am EmpfĂ€nger nur auf einer Achse vor, beispielsweise in Richtung von Q. Die Auslenkung auf I ist dann ohne Bedeutung und kann einen Streifen darstellen. Es kann mit so gebildeten vier Stufen bzw. âStreifenâ in der komplexen Ebene zwei Bit pro Symbol dargestellt werden, was bei identischer Symbolrate den halben Datendurchsatz der VSB im Vergleich zu QAM ausdrĂŒckt.
Bei nicht korrekt eingestellter Phasenlage im EmpfĂ€nger kommt es zu einer Drehung des Konstellationsdiagramms und damit verbundenen Fehlern. Des Weiteren ist bei der VSB im Vergleich zu QAM ein etwas höherer Aufwand bei der Modulation verbunden, dafĂŒr etwas geringerer Aufwand bei der Demodulation. Dies ist deswegen der Fall, weil die Hilbert-Transformation im Modulator statt im Demodulator benötigt wird. - zumindest in der Basisimplementierung eines Coders und Decoders.
Die VSB-Modulation wird, im Gegensatz zur QAM, in der Praxis nicht mit MehrtrÀgerverfahren wie Orthogonal Frequency-Division Multiplexing (OFDM) kombiniert.
Verwendung digitale VSB
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das terrestrische Digitalfernsehen in Nordamerika nach ATSC-Standard verwendet standardmĂ€Ăig VSB und nicht OFDM in Kombination mit QAM wie bei den in Europa und weiten Teilen Asiens ĂŒblichen DVB-T. Die HF-Bandbreite ist bei ATSC an den NTSC-Kanalraster angelehnt und betrĂ€gt 6 MHz, die Symbolrate 10,76 MSymbole/s. Verwendet wird 8-VSB, was eine Bruttodatenrate von 32,28 MBit/s ergibt. Die meist angegebene Nettodatenrate liegt bei etwa 60 % dieses Wertes.
FĂŒr höhere Datenraten im Kabel ist nicht 16-VSB, sondern 64-QAM und 256-QAM vorgesehen.
- 64-QAM: Symbolrate: 5,056941Â MSymbole/s, Bruttodatenrate: 30,34165Â Mbit/s
- 256-QAM: Symbolrate: 5,360537Â MSymbole/s, Bruttodatenrate: 42,88430Â Mbit/s
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- QAM-64 und QAM-256 im Kabel (PDF; 278Â kB)
- AM nach dem Restseitenbandverfahren
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â ITU RECOMMENDATION ITU-R SM.1138-3, Determination of necessary bandwidths including examples for their calculation and associated examples for the designation of emissions, October 2019. (itu.int [PDF]).
- â A Comparative Study of Different Amplitude Modulation Signals, Shreeanant Bharadwaj, Ritwik Sharma, International Journal of Trend in Research and Development, Volume 8(4). (ijtrd.com [PDF]).
- â ELG3175 Introduction to Communication Systems, Lecture 11 Final Topic on AM: Vestigial Sideband (VSB), University of Ottawa. (uottawa.ca [PDF]).
- â Neues von Rohde & Schwarz, Zusammenfassung der Artikel Repetitorium Fernsehtechnik, Rudolf MĂ€usl, Nr. 1 bis Nr. 7 erschienen 1977 bis 1979, Nr. 8 bis Nr. 12 1998. (rohde-schwarz.com [PDF; abgerufen am 4. November 2025]).
- â A/53: ATSC Digital Television Standard, Parts 1 - 6, Advanced Television Systems Committee, Inc., 2007.January.03. (atsc.org [PDF]).