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Wildpoldsried

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Wappen Deutschlandkarte
Wildpoldsried
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wildpoldsried hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 47° 46′ N, 10° 24′ OKoordinaten: 47° 46′ N, 10° 24′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Oberallgäu
Höhe: 724 m ü. NHN
Fläche: 21,36 km²
Einwohner: 2586 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 121 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87499
Vorwahl: 08304
Kfz-Kennzeichen: OA
Gemeindeschlüssel: 09 7 80 147
Gemeindegliederung: 22 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kemptener Str. 2
87499 Wildpoldsried
Website: www.wildpoldsried.de
Erster Bürgermeister: Günter Mögele (Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Wildpoldsried im Landkreis Oberallgäu
KarteÖsterreichBaden-WürttembergLandkreis Lindau (Bodensee)Kempten (Allgäu)Landkreis UnterallgäuLandkreis OstallgäuKempter Wald (gemeindefreies Gebiet)WildpoldsriedWiggensbachWertachWeitnauWaltenhofenSulzberg (Landkreis Oberallgäu)SonthofenRettenbergOfterschwangOberstdorfOberstaufenObermaiselsteinOy-MittelbergMissen-WilhamsLauben (Landkreis Oberallgäu)Immenstadt im AllgäuBad HindelangHaldenwang (Landkreis Oberallgäu)Fischen im AllgäuDurachDietmannsriedBurgberg im AllgäuBuchenbergBolsterlangBlaichachBetzigauBalderschwangAltusried
Karte

Wildpoldsried (anhörenⓘ/?) ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Oberallgäu.

Bundesweit und international bekannt wurde die kleine Gemeinde als Energiedorf, das mittels erneuerbarer Energien ca. fünfmal so viel Energie erzeugt, wie es selbst verbraucht.[2] Für diese Leistung wurde die Gemeinde vielfach mit deutschen (z. B. Deutscher Solarpreis 2009,[3] Bayerische Staatsmedaille für Verdienste um die Umwelt 2011[4]) und internationalen Preisen geehrt. 2018 erhielt die Gemeinde zum zweiten Mal den European Energy Award in Gold, diesmal mit der europaweit höchsten Punktzahl. 2019 wurde die Gemeinde als Bayerisches Heimatdorf prämiert.[5]

Wildpoldsried liegt im Oberallgäu im Leubasbecken. Durch den Ort verläuft der Allgäu-Radweg.

Die Höhenlage der Gemeinde reicht von 713 m ü. NHN im Leubastal bis 912 m ü. NHN im Kronholz bei Steig.

Gemeindegliederung

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Das Gemeindegebiet besteht nur aus der Gemarkung Wildpoldsried.

Es gibt 22 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[6][7]

Wildpoldsried
Windräderdorf Wildpoldsried
Wildpoldsried von Nordosten
Pfarrkirche St. Georg und Mauritius

Wildpoldsried wurde erstmals urkundlich im Jahr 1392 (durch einen Verkauf der Burg Wolkenberg) erwähnt und war vor 1800 Sitz eines Oberen und Unteren Gerichts des Fürststifts Kempten. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss und der Säkularisation 1803 gehört der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Einwohnerentwicklung

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  • Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1964 auf 2602 um 638 Einwohner bzw. um 32,5 %.
Jahr18401900193919501961197019871991
Einwohner743932117015101813166819172135
Jahr1995200020052010201520202025
Einwohner2338238525452531255425432586

Bei der Wahl am 8. März 2026 erhielten die Freien Wähler 44,9 %, die CSU 35,6 % und die Grünen 19,5 % der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 77,2 % und war damit eine der höchsten im Landkreis Oberallgäu.

Sitzverteilung
Freie Wähler 6
CSU 5
Grüne 3

Seit dem 1. Mai 2026 ist Günter Mögele (Freie Wähler) Erster Bürgermeister. Diese wurde am 8. März 2026 mit 72,1 % der Stimmen gewählt. Seine Vorgängerin war Renate Schön (CSU), die vom 1. Mai 2020 bis zum 30. April 2026 amtierte. Im November 2025 beschloss der Gemeinderat eine Satzungsänderung zur Rechtsstellung des Bürgermeisters. Seitdem wird das Bürgermeisteramt im Ehrenamt ausgeführt.

Blasonierung: „Schild gespalten; vorne geteilt von Rot und Blau, hinten in Silber zwei gekreuzte schwarze Pfeile.“[8]

Gemeindepartnerschaften

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Die Gemeinde besiegelte im Jahr 1986 die Partnerschaftsurkunde mit den Gemeinden Civray und Saint-Ambroix in der französischen Landschaft Berry.

Bau- und Bodendenkmäler

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Wirtschaft und Infrastruktur

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2018 gab es in der Gemeinde 781 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 1062 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 281 Personen größer als die der Einpendler. 20 Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es 57 landwirtschaftliche Betriebe.

Der Stromspeicher-Hersteller Sonnen GmbH hat seinen Sitz in Wildpoldsried. Im Februar 2019 wurde die Übernahme von Sonnen durch den britisch-niederländischen Energiekonzern Royal Dutch Shell bekannt. 2026 wurde das Unternehmen wieder verkauft.

Durch Wildpoldsried verläuft die Bahnstrecke Buchloe–Lindau, allerdings ohne Halt. An das überörtliche Verkehrsnetz ist die Gemeinde insbesondere durch die Bundesstraße 12 angebunden; die nächste Einfahrt liegt 3 km vom Ortszentrum entfernt.

Energiedorf Wildpoldsried

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Seit Mitte der 1990er-Jahre wurden rund 24 Millionen Euro in den ökologischen Umbau der Gemeinde investiert. Dabei wurden neun Windkraftanlagen errichtet, 26.400 Quadratmeter Photovoltaikanlagen installiert und eine Biogasanlage errichtet, welche Wärme für die Haushalte liefert. Das Dorf produziert ca. fünfmal so viel Strom,[2] wie es verbraucht.[9] 2012 wurden zwei weitere Windräder in Betrieb genommen. Die Wochenzeitung Die Zeit nannte 2012 die Zahl von 30 Millionen Euro, welche die Bürger von Wildpoldsried bisher in erneuerbare Energie investiert hatten.[10]

Netzintegration

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Um die Einspeisung der je nach Wind- und Sonnenverhältnissen stark schwankenden Erzeugungsmengen von Strom zu optimieren, arbeitet das Dorf, im Rahmen von Forschungsprojekten, mit den Allgäuer Überlandwerken, Siemens, der Hochschule Kempten und der RWTH Aachen zusammen. Seit April 2011 läuft das Pilotprojekt IRENE bzw. IREN2, welches wiederum 2018 durch das Projekt "Pebbles" abgelöst wurde. Die Projekte befassen sich mit der Integration von großen Mengen regenerativer Energie ins Stromnetz, mit Elektromobilität, sowie mit der Inselnetzfähigkeit kleinerer Netzbereiche.[11][12]

Im Bildungsbereich gibt es folgende Einrichtungen:

  • Eine Kindertagesstätte mit 124 Plätze und 108 betreuten Kindern (Stand 1. März 2019)
  • Die Grundschule Wildpoldsried mit acht Lehrkräften und 98 Schülern (Schuljahr 2018/19)[13]
  • Gregor Dolak: Im grünen Zweistromland. In: Focus Magazin Ausgabe Nr. 28, 2011
Commons: Wildpoldsried – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2025. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Mai 2026, abgerufen am 21. Mai 2026 (Hilfe dazu).
  2. 1 2 Rainer W. During: Unser Dorf soll grüner werden. In: Der Tagesspiegel. 24. Juni 2012, abgerufen am 25. August 2012.
  3. ↑ Wildpoldsried.mpg. Abgerufen am 31. Dezember 2019 (deutsch).
  4. ↑ Bayerische Staatsmedaille für Verdienste um die Umwelt. Abgerufen am 31. Dezember 2019.
  5. ↑ Verleihung der Auszeichnung Heimatdorf, abgerufen am 26. März 2021
  6. ↑ Gemeinde Wildpoldsried in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 15. August 2019.
  7. ↑ Gemeinde Wildpoldsried, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 21. Dezember 2021.
  8. ↑ Wappen von Wildpoldsried in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  9. ↑ Timon Singh: German Village Produces 321% More Energy Than It Needs! In: inhabitat.com. 21. August 2011, abgerufen am 2. November 2011.
  10. ↑ Die Zeit Nr. 34, 16. August 2012, S. 32.
  11. ↑ Für das Stromnetz der Zukunft. In: projekt-irene.de, 2. November 2011
  12. ↑ Projekt – Pebbles Projekt. Abgerufen am 15. Januar 2021 (deutsch).
  13. ↑ Grundschule Wildpoldsried in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 26. März 2021.