Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen

Die Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen fĂŒr Wissenschaft und Forschung hat als ĂŒberregionale Kultureinrichtung aller Vertriebenen seit der GrĂŒndung im Jahre 1974 die Aufgabe, im Sinne des § 96 BVFG das vielfĂ€ltige Kulturgut der Vertreibungsgebiete (wie Danzig, OstpreuĂen, Pommern oder Schlesien) im Bewusstsein der Deutschen und des Auslands lebendig zu erhalten und das in seiner Tradition stehende kulturelle Schaffen zu fördern. Vorsitzender ist Ernst Gierlich, stellvertretender Vorsitzender ist Manfred Kittel.[1][2]
Die Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen verwirklicht ihre Aufgaben in enger Zusammenarbeit mit universitĂ€ren Einrichtungen, Institutionen und einzelnen Wissenschaftlern in Deutschland sowie den NachbarlĂ€ndern im östlichen Europa. Sie analysiert Stand und Entwicklung der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Staaten des östlichen Europa und bietet den Vertriebenen und der gesamten Ăffentlichkeit entsprechende Informationen. Seit 2020 kamen âDienstleistungenâ fĂŒr Einrichtungen der eigenstĂ€ndigen Kulturarbeit hinzu.[3]
AktivitÀten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zu den Arbeitsfeldern der Kulturstiftung gehören[4]:
- DurchfĂŒhrung von Symposien und Veranstaltungen in den Bereichen Staats- und Völkerrecht, Geschichte/Zeitgeschichte, Kunstgeschichte und Literaturgeschichte, die in Abstimmung mit bestehenden wissenschaftlichen Einrichtungen unter Ansprache und Einbeziehung des wissenschaftlichen Nachwuchses dazu beitragen, neue Forschungsvorhaben anzustoĂen, die Thematik in der Wissenschaft weiter zu befördern, bĂŒrgerschaftliches Engagement zu wecken und insbesondere an bestehende wissenschaftliche Strukturen heranzufĂŒhren.
- UnterstĂŒtzung einer eigenverantwortlichen und selbstbestimmten Kulturarbeit der Einrichtungen der Vertriebenen in Form der fachlichen Beratung bei der Themenfindung, bei FörderantrĂ€gen und ProjektdurchfĂŒhrungen.
- UnterstĂŒtzung und fachliche Beratung der Betreiber der historischen ostdeutschen Heimatsammlungen
- UnterstĂŒtzung der Anbahnung von Kooperationen und Vernetzungen mit fachlichen und wissenschaftlichen Einrichtungen des § 96 BVFG-Förderbereichs auch zur Beförderung des bĂŒrgerschaftlichen Engagements in diesem Bereich, so unter anderem Veranstaltung von Begegnungstagungen mit anderen TrĂ€gern der Kulturarbeit der Vertriebenen, zum Beispiel auch der Landsmannschaften.
- Hilfestellung bei der Ăffentlichkeitsarbeit der Einrichtungen der Vertriebenen im Hinblick auf ihre Kulturarbeit
- Kooperation mit den deutschen Minderheiten im östlichen Europa, insbesondere in den Bereichen Geschichte, Kunstgeschichte und Literatur; fĂ€cherĂŒbergreifende Hilfestellung bei der Vermittlung von Kontakten zu Einrichtungen in Deutschland, bei der Organisation von Tagungen, der Vermittlung von Referenten; âScharnier-Funktionâ als Ansprechpartner der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten (AGDM).[5]
- Publikation der Arbeitsergebnisse im Eigenverlag und bei kooperierenden Fremdverlagen. Als Reihen bestehen: Staats- und völkerrechtliche Abhandlungen der Studiengruppe fĂŒr Politik und Völkerrecht, Historische Forschungen, Literarische Landschaften, Kunsthistorische Arbeiten. Die âHistorischen ostdeutschen Gedenktage â Persönlichkeiten und historische Ereignisseâ bieten jĂ€hrlich Kurzbiographien, Werk- und Literaturverzeichnisse von Persönlichkeiten, die aus den historischen deutschen Ost- und Siedlungsgebieten stammten oder dort ihre WirkungsstĂ€tte hatten und deren Namen Bestandteil ostdeutscher Geschichte geworden sind. Sie stellen zudem fĂŒr diesen Raum prĂ€gende Ereignisse vor.
Organisation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kulturstiftung ist eine rechtsfĂ€hige Stiftung des bĂŒrgerlichen Rechts. Ihr Haushalt wird aus Zuwendungen der Ăffentlichen Hand, BuchverkĂ€ufen, MitgliedsbeitrĂ€gen und Spenden finanziert. In steuerlicher Hinsicht gilt sie als gemeinnĂŒtzig. Der Sitz der Stiftung ist in Stuttgart, die GeschĂ€ftsstelle befindet sich in Bonn (Godesberger Allee 72â74). Der GeschĂ€ftsfĂŒhrer ist Thomas KonhĂ€user.[6][7] Stiftungsorgane der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen sind der Vorstand und das Kuratorium. AuĂerdem existiert ein Wissenschaftlicher Beirat.[8]
Bekannte Mitglieder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Dieter Blumenwitz erstellte 1997 im Auftrag der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen sein Buch Internationale Schutzmechanismen zur Durchsetzung von Minderheiten und Volksgruppenrechten.
- Herbert Czaja, von 1974 bis zu seinem Tod 1997 Vorsitzender des Kuratoriums
- Christof Dahm, von 1991 bis 2000 Referent fĂŒr Zeitgeschichte, Kirchengeschichte und Politische Wissenschaften
- Bernd Fabritius, PrÀsident des Bundes der Vertriebenen, Mitglied des Kuratorium
- Gilbert Gornig, Leiter der mit der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen verbundenen Studiengruppe fĂŒr Politik und Völkerrecht
- Wilhelm von Gottberg, von 1995 bis 2009 Mitglied des Kuratoriums
- Roswitha Wisniewski, von 1986 bis 1993 Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat[9]
- Manfred Zeidler arbeitete von 1989 bis 1992 an einem von der Kulturstiftung getragenen Projekt ĂŒber die Rote Armee in Ostdeutschland.
- Stephan Rauhut (Bundesvorsitzender Landsmannschaft Schlesien), Kuratoriumsvorsitzender 2020â2022
Förderung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Stiftung wurde vom Bund institutionell gefördert, diese Förderung wurde eingestellt.[10]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Organe â Kulturstiftung. Abgerufen am 17. Oktober 2023 (deutsch).
- â Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen â Kulturstiftung. Abgerufen am 17. Oktober 2023 (deutsch).
- â Die Kulturstiftung â Kulturstiftung. Abgerufen am 17. Oktober 2023 (deutsch).
- â Die Kulturstiftung â Kulturstiftung. Abgerufen am 17. Oktober 2023 (deutsch).
- â Heimatvertriebene & Heimatverbliebene. In: Ăber uns âș Zusammenarbeit. Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen, 2023. Auf Kulturstiftung.org, abgerufen am 10. April 2023.
- â Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen â Kulturstiftung. Abgerufen am 17. Oktober 2023 (deutsch).
- â Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter â Kulturstiftung. Abgerufen am 17. Oktober 2023 (deutsch).
- â Organe â Kulturstiftung. Abgerufen am 17. Oktober 2023 (deutsch).
- â Wisniewski, Roswitha. ( des vom 30. Dezember 2020 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Kulturportal West-Ost
- â https://kulturstiftung.org/organe