Hanseat



Als Hanseat wird historisch ein Mitglied der Oberschicht der drei HansestĂ€dte Hamburg, Bremen und LĂŒbeck in der Zeit nach der Hanse bezeichnet, also seit Mitte des 17. Jahrhunderts. Der Begriff des Hanseaten wird heute losgelöst von seinen schichtenspezifischen, zeitlichen und auf die StĂ€dte Hamburg, Bremen und LĂŒbeck beschrĂ€nkten Wurzeln auch rein regional verwendet und bezeichnet dann die Gesamtheit der heutigen Einwohner der historischen HansestĂ€dte, worin sich zugleich seine neuzeitliche Bedeutung erschöpft. Der vorliegende Artikel befasst sich mit dem in seiner Bedeutung eng umgrenzten soziostrukturellen Begriff des Hanseaten, der zeitlich zudem vom Ă€lteren und umfassenderen Begriff der Hansekaufleute zu unterscheiden ist.
Die Angelegenheiten der mittelalterlichen und frĂŒhneuzeitlichen Hanse, die im 17. Jahrhundert unterging, wurden regelmĂ€Ăig[3] mit dem Beiwort ,hansischâ bezeichnet, ihre Mitglieder als ,Hansekaufleuteâ.[4][5] Der Begriff hanseatisch taucht erstmals in Werdenhagens De Rebus Publicis Hanseaticis Tractatus von 1631 auf. Zwischen Hamburg, Bremen und LĂŒbeck entstand in den Jahren 1630 bis 1650 als BĂŒndnis die Hanseatische Gemeinschaft.[4] Sie fĂŒhrte die Tradition der Hanse fort, und ihre Mitglieder ĂŒbernahmen Mitte des 19. Jahrhunderts den Begriff ,Hansestadtâ, neben ,Freie Stadtâ, in den Staatsnamen der drei Stadtstaaten. Das auf den Privilegien der Oberschicht grĂŒndende Hanseatentum alter PrĂ€gung endete 1918 mit dem Untergang des Deutschen Kaiserreichs und der EinfĂŒhrung des allgemeinen und gleichen Wahlrechts auch in den drei HansestĂ€dten.
Das mit dem historischen Substantiv ,Hanseatâ korrespondierende Adjektiv ,hanseatischâ bezeichnet entweder die Angelegenheiten der StĂ€dte der Hanseatischen Gemeinschaft oder die Eigenschaften eines Hanseaten. Als letztere wird eine Kombination von Haltungen und Einstellungen empfunden, zu denen WeltlĂ€ufigkeit, kaufmĂ€nnischer Wagemut, Gediegenheit, VerlĂ€sslichkeit (âHandschlag genĂŒgtâ), ZurĂŒckhaltung sowie die FĂ€higkeit zur Selbstironie gehören[4] und â jedenfalls fĂŒr das Hanseatentum alter PrĂ€gung â dass âdiese freien BĂŒrger wirklich denselben Stolz kultivieren wie der hochmĂŒtigste Aristokratâ.[6]
Der tradierte Begriff des Hanseaten bzw. des Hanseatischen ist durch die Verwendung als reine Regionalbezeichnung keineswegs verdrĂ€ngt worden. Im ursprĂŒnglichen Sinn werden heute noch zu den Hanseaten die Mitglieder der alten hanseatischen Familien sowie die erfolgreichen Kaufleute und Senatoren der drei StĂ€dte Hamburg, Bremen und LĂŒbeck gerechnet, sofern sie wesentliche ZĂŒge der historischen âhanseatischenâ Lebensweise verkörpern. Wenn in neuer Zeit Persönlichkeiten wie zum Beispiel Helmut Schmidt, Karl Carstens, Gerd Bucerius oder Walther Leisler Kiep unabhĂ€ngig von ihrem konkreten Wohnort dezidiert als âHanseatenâ bezeichnet werden, weil sie hanseatische Eigenschaften und Einstellungen in herausragender Weise reprĂ€sentieren, wird auf den Nimbus des historischen Hanseatentums Bezug genommen.
Reichweite des Begriffs, VerhÀltnis zu den anderen StÀnden
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Neben der regionalen BeschrĂ€nkung des Begriffs ,Hanseatâ auf Einwohner der StĂ€dte Hamburg, Bremen und LĂŒbeck und der zeitlichen BeschrĂ€nkung auf die Zeit nach dem Untergang der Hanse bestand eine personelle BeschrĂ€nkung auf eine zahlenmĂ€Ăig kleine Oberschicht. Percy Ernst Schramms Diktum, âalle Hamburger, vom BĂŒrgermeister bis zum letzten Mann im Hafen, waren eines Standesâ,[8] kann ebenso wie Johann Carl Daniel Curios vielzitierte Aussage von 1803, âHamburger kennen und haben nur einen einzigen Stand, den Stand eines BĂŒrgersâ, nur formale Richtigkeit beanspruchen. Als ,Hanseatenâ wurden keineswegs alle gebĂŒrtigen[9] oder gar eingemeindeten StadtbĂŒrger verstanden, vielmehr erfolgte eine EinschrĂ€nkung auf jenen Stand von Kaufleuten, der dem âHanseatischenâ seinen Nimbus verlieh. âDie Freie und Hansestadt Hamburg ist eine der Ă€ltesten Republiken in Europa, aber kaum jemand wĂŒrde auf den verwegenen Gedanken kommen, sie eine alte Demokratie zu nennen.â[10] Die Bevölkerung Hamburgs und LĂŒbecks, mit EinschrĂ€nkungen auch Bremens, teilte sich streng in drei StĂ€nde: den Handelsadel, die wohlhabenden Industriellen oder kleinen Kaufleute und die Plebs.[11] âMan sollte nicht glauben, dass in einer rein bĂŒrgerlichen Stadt wie H., ohne Hof, ohne Adel, ohne MilitĂ€rchargen, eine solch altmodische Observanz in Beziehung auf die strengste Sonderung der verschiedenen Klassen obwalte, als dies wirklich der Fall ist.â[12] Den Handelsadel bildeten die Kaufleute, die allein dank ihrer ökonomischen VerhĂ€ltnisse in der Lage waren, das GroĂe BĂŒrgerrecht zu erwerben.[13] Wer nicht zu den Kaufleuten und -reedern gehörte, musste mindestens Rechtsgelehrter oder Hauptpastor sein,[14] um das PrĂ€dikat âHanseatâ beanspruchen oder zugeschrieben bekommen zu können. Die bĂŒrgerliche Oberschicht der Hanseaten besetzte die soziale Position, die andernorts dem Adel zukam.[15]
Die Trennung der verschiedenen Klassen durchzog sĂ€mtliche Lebensbereiche, selbst die allgemeine âSonntagslustâ. âVon solider, sittlich-gemĂŒthlicher und unbefangen gemischter Volksbelustigung kann ĂŒbrigens hier nie die Rede sein. [âŠ] denn alle Lokale [âŠ] sind durch den Pesthauch der privilegierten Freude vergiftet, und daher ist es kein Wunder, wenn die Mittelklasse steif und pedantisch zum Thore hinaus schreitet und der herzliche Frohsinn fehlt.â[16]
âAuf der einen Seite stand ein auf Tradition und ihre âtraditionellen Werteâ beharrendes (GroĂ-)BĂŒrgertum, das mit Stolz auf seine kaufmĂ€nnische Familientradition aus dem 17. und 18. Jahrhundert verwiesâ, wobei âder Reichtum des BĂŒrgertums ⊠allerdings nur deshalb möglich wurde, weil er von in Ă€rmlichsten VerhĂ€ltnissen hausenden und lebenden Arbeiterinnen und Arbeitern getragen wurde.â[17]
Die StĂ€dte der âHanseatischen Gemeinschaftâ â Unterschiede
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Neben vielfĂ€ltigen Gemeinsamkeiten waren die VerhĂ€ltnisse in den drei StĂ€dten der Hanseatischen Gemeinschaft deutlich unterschiedlich. Gemeinsam prĂ€gender Faktor hanseatischen SelbstverstĂ€ndnisses war, dass LĂŒbeck (seit 1226), Bremen (seit 1186, endgĂŒltig 1646) und Hamburg (spĂ€testens 1618, endgĂŒltig 1768) â neben zunĂ€chst Frankfurt am Main â die einzigen nach 1815 verbliebenen Freien ReichsstĂ€dte waren. LĂŒbeck war in hansischer Zeit die FĂŒhrungsmetropole der Hanse, in der bis zum letzten Hansetag 1669 die Mehrzahl der Hansetage abgehalten worden war. In der Folge bĂŒĂte LĂŒbeck, seit den groĂen Entdeckungen an einem Nebenmeer des Welthandels gelegen, seine Vormachtstellung ein und trat immer mehr hinter Hamburg zurĂŒck. Zudem setzte LĂŒbeck sich in Norddeutschland an die Spitze der lutherischen Orthodoxie und verschloss sich damit zeitweilig liberaleren EinflĂŒssen. In Bremen hatte sich, nicht zuletzt wegen der NĂ€he zu Holland, im Unterschied zum lutherischen Bekenntnis Hamburgs und LĂŒbecks ein streng orthodoxer reformierter Glaube gefestigt. Die die BlĂŒtezeit âdes Hanseatischenâ prĂ€genden Strömungen der AufklĂ€rung setzen sich in Bremen aus diesem Grunde nur sehr viel langsamer durch als in Hamburg und LĂŒbeck. Hamburg hatte deswegen im 18. Jahrhundert âunbestritten die FĂŒhrungsrolle unter den drei hanseatischen StĂ€dten ĂŒbernommen.â[19] ZunĂ€chst hörte man in Hamburg, wie Christlob Mylius 1753 vermerkte, âvon nichts als Geld, Warencourant und Bancoâ.[20] Dann zog Hamburg âplötzlich KĂŒnstler und Intellektuelle, die in Deutschland zur ersten Elite gehörten, in seine Mauernâ,[21] und wurde frĂŒher und radikaler als die SchwesterstĂ€dte vom emanzipatorischen Denken erfasst. Das betraf in den drei StĂ€dten jedoch nur die Oberschicht der Hanseaten â ââbĂŒrgerlichâ und âdemokratischâ, das hieĂ in den âhanseatischenâ StĂ€dten zugleich: klassenbewusst und autokratisch.â[22] Hamburg wuchs, da es durch den sich ausweitenden Welthandel Arbeit und Wohlstand versprach, durch Zuwanderung bis zur Französischen Revolution auf 100.000 Einwohner. Nur Berlin und Wien waren bevölkerungsreicher als Hamburg. An Kapitalkraft konnte es zu Anfang des 19. Jahrhunderts allenfalls Wien â aufgrund des in den HĂ€nden des groĂen Adels angesammelten Reichtums â mit Hamburg aufnehmen. So galten denn die GroĂbĂŒrger anderer StĂ€dte nicht gleich viel wie die hanseatischen. âDer Kieler GroĂbĂŒrger hĂ€tte in Hamburg oder LĂŒbeck nicht sehr viel bedeutet.â[23] Der FĂŒhrungsrolle Hamburgs und dem Umstand, dass nur ĂŒber Hamburgs hanseatische Oberschicht umfassende Darstellungen bestehen (siehe âHanseatische Familienâ), ist nachfolgend ein gewisser Schwerpunkt auf diese Stadt geschuldet.
Hanseatentum, Patriziat, Oligarchie und âSenatorabiliâ
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Hermann I. (1294â1367)
Hermann II. (1436â1501)
Thomas (1511â1527)
Thomas (1646â1716)
Bernhard (1705â1776) â
seit dem 15. Jahrhundert sÀmtlich Mitglieder der Zirkelgesellschaft
Die Hanseaten sind zunĂ€chst nicht zu verwechseln mit dem Patriziat. Kennzeichnend fĂŒr Patrizier war, dass sie â fĂŒr Patrizier im engeren Sinne spĂ€testens im 14. Jahrhundert â erbgesessene Ratsgeschlechter in deutschen ReichsstĂ€dten waren. Die Unterschiede zwischen den drei hanseatischen StĂ€dten setzen sich jedoch fort bei dem Blick auf die Herkunft und Entwicklung ihrer FĂŒhrungsschichten.
In LĂŒbeck dominierte die 1379 gegrĂŒndete Zirkelgesellschaft die ĂŒbrigen Korporationen[24] der Kaufleute und den Rat. Als zahlenmĂ€Ăig kleinster Zusammenschluss stellte sie ĂŒber Jahrhunderte die Mehrzahl der LĂŒbecker BĂŒrgermeister[25] und bildete ein adelsĂ€hnliches faktisches Patriziat, das sich seit 1485 auf die privilegierende Collane Kaiser Friedrichs III. stĂŒtzte. In hanseatischer Zeit hatte die Zirkelgesellschaft keinen ausschlaggebenden Einfluss mehr; die sie tragenden Familien bildeten zusammen mit anderen fĂŒhrenden Familien die hanseatische Oberschicht der Stadt.
In Bremen bildeten die soziale Oberschicht der BĂŒrgerschaft zunĂ€chst wenige Patriziergeschlechter. Ab dem 15. Jahrhundert gelang es jedoch den Elterleuten, Vorsteher der Kaufleute im Gremium der âElterleute des Kaufmannsâ, im 17. Jahrhundert âCollegium Seniorumâ genannt, bei wichtigen BeschlĂŒssen den Rat von der Zustimmung des BĂŒrgerkonvents der Kaufleute abhĂ€ngig zu machen. Auch wenn aus dem Gremium der Elterleute 1849 die Handelskammer Bremen wurde, durch das Achtklassenwahlrecht in Bremen blieben die hanseatischen Kaufleute und Gewerbetreibenden die entscheidenden TrĂ€ger der politischen Macht bis 1918.
In Hamburg gab es kein geschlossenes Patriziat wie in den sĂŒddeutschen ReichsstĂ€dten, Bremen und faktisch in LĂŒbeck. Die Hamburger und die Bremer SenatorenwĂŒrde wurde zwar auf Lebenszeit verliehen,[26] war aber nicht erblich. Weil manche Namen (etwa âAmsinckâ oder âSievekingâ) jedoch in gewissen ZeitrĂ€umen hĂ€ufiger auftauchen, wurde vorgeschlagen, die Oberschicht als âSenatorabiliâ â im Sinne etwa des Begriffs âpapabileâ in der römischen Kirche â zu bezeichnen, der ausdrĂŒcken soll, welche Familien auch ohne erbliches Zugangsrecht die Chance hatten, dass einzelne ihrer Mitglieder Senator wurden.[27]
Auch in Bremen wurden BĂŒrgermeisterĂ€mter oder SenatorenĂ€mter mehrfach an bestimmte Familien vergeben wie etwa bei der Familie Esich (Zwölf Ratsherren, vier BĂŒrgermeister), Meinertzhagen, von BĂŒren, Klugkist, Gröning, Smidt, Buff, Meier, Gildemeister oder Duckwitz. FĂŒr die Bestimmung, welche Familie den Hanseaten zuzurechnen war, kann indes nicht ausschlieĂlich auf die Chance abgestellt werden, Ratsherren- bzw. Senatorenposten zu erlangen.
Kennzeichen der Hanseaten war der stete Auf- und Abstieg von Familien. Die groĂen Familien des Mittelalters in Hamburg waren schon in der spĂ€thansischen Zeit fast sĂ€mtlich ausgestorben.[28] Von den im Hamburgischen Geschlechterbuch, das ein Abbild des Hanseatentums ist,[29] wiedergegebenen Familien ist nur eine vor 1500 in Hamburg nachgewiesen, die GoĂler. Von den in der Wikipedia behandelten Familien sind nur die Amsinck[30], die Berenberg und die Petersen vor 1600 erstmals in Hamburg aufgetreten, die Jauch, die Jenisch und die Mutzenbecher vor 1700. Hanseatisch kann eine Familie also auch dann sein, wenn sie erst im 19. Jahrhundert aufgetreten oder aufgestiegen ist, solange ihr nur der Aufstieg in die fĂŒhrende Schicht gelungen ist. So war der Vorfahr der spĂ€teren drei BĂŒrgermeister Petersen, Marcus Hermann Petersen (1784â1860), noch Stadtbuchschreiber in Hamburg.[31] Die GrĂŒnde fĂŒr diese stete Erneuerung bzw. ErgĂ€nzung der Oberschicht hĂ€ngen zusammen mit dem unternehmerischen Erfolg[32] der Reeder und AuĂenhandelskaufleute (âKaufmannsgut ist wie Ebbâ und Flutâ) sowie mit einem teils ruinösen Lebensstil der hanseatischen Oberschicht und sind bislang nicht durchgehend erforscht. Auf- und Abstieg der LĂŒbecker Hanseatenfamilie Mann wurden exemplarisch von Thomas Mann in seinem Roman âBuddenbrooks. Verfall einer Familieâ verarbeitet.
Ungeachtet des in Hamburg fehlenden Patriziats und der steten Erneuerung der fĂŒhrenden Schichten gelten indes Geert Seeligs die strukturelle Vorherrschaft der Hanseaten charakterisierenden SĂ€tze: âIn Hamburg ist nun bekanntlich durch die Institution des BĂŒrgerrechts eine soziale Minderheit zur allein herrschenden gemacht. Darum zĂ€hlt Hamburg zu den aristokratischen Republiken.â[33]
VerhÀltnis zum Adel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Unterschiede zwischen den HansestÀdten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auch hinsichtlich des VerhĂ€ltnisses zum Adel sind Unterschiede zwischen den HansestĂ€dten zu beachten, insbesondere zwischen dem streng bĂŒrgerlichen Hamburg und LĂŒbeck mit seiner patrizischen FĂŒhrungsschicht. Die LĂŒbeck zu Beginn des Hanseatentums noch dominierende Zirkelgesellschaft bestand aus den Familien Warendorp, Wickede, Brömbsen, LĂŒneburg, Kerkring und Stiten, deren Adel mit Patent vom 9. Oktober 1641 durch Kaiser Ferdinand III. bestĂ€tigt wurde. Ganz anders war die Lage in Hamburg, dessen mittelalterliches Patriziat verdrĂ€ngt worden war und das ein besonderer Stolz auf seine BĂŒrgerlichkeit prĂ€gte.
Hamburg und der Adel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]AuswÀrtiger Adel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Schon im Stadtbuch von 1276 wurde Rittern das Wohnen innerhalb der WĂ€lle Hamburgs untersagt.[34] Bis 1860 galt das Verfassungsverbot des Erwerbs von innerstĂ€dtischen GrundstĂŒcken durch Adelige in Hamburg. Umgangen wurde das Verbot, indem Hamburger BĂŒrger als StrohmĂ€nner fĂŒr Adelige als Erwerber auftraten, beispielsweise 1757 fĂŒr das Palais des spĂ€teren Grafen Heinrich Carl von Schimmelmann.
Gelegentlich kam es zu Heiraten von Hanseaten mit Adeligen. Handelte es sich um adelige Frauen als Ehepartner, tat dies der gesellschaftlichen Geltung keinen Abbruch.[35] Handelte es sich um Adelige als Ehepartner hanseatischer Frauen, besorgte dies allenfalls die Eltern. Adolphine Schramm, Mutter des Hamburger BĂŒrgermeisters Max Schramm, die erfahren hatte, dass zwei Adelige ihren unverheirateten Schwestern den Hof gemacht hatten, schrieb ihrer Mutter: âArme Mutter, wie wĂŒrdest du dich fĂŒhlen, wenn du zwei adlige Schwiegersöhne bekĂ€mest; denn ich glaube â nĂ€chst Juden, Schauspielern und Leutnants â hĂ€ltst du das fĂŒr die schlimmste Heimsuchung.â[36]
AuswĂ€rtige Adelige konnten in Hamburg kein BĂŒrgerrecht erwerben und sich nicht am öffentlichen Leben beteiligen. LĂŒbeck war in dieser Hinsicht groĂzĂŒgiger. Dort wurde 1754 Graf Egmont von ChasĂŽt BĂŒrger.
Hanseatische Adelige
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Ebenso war ein BĂŒrger, der ein AdelsprĂ€dikat eines fremden Herrschers annahm, fortan von der Teilnahme am politischen Leben seiner Heimatstadt ausgeschlossen. Das galt in gleicher Weise fĂŒr Nobilitierungen wĂ€hrend des Heiligen Römischen Reiches, obgleich Hamburg diesem angehörte und eine Nobilitierung durch den Kaiser damit keine durch âfremde Herrscherâ war. In Bremen war es seit 1806 sogar verboten, Erhebungen in den Adelsstand anzunehmen.[37] 1629 wurde der aus schwĂ€bischer Patrizierfamilie stammende Zimbert Jenisch, der nach Hamburg ausgewandert war und hier eine Kaufmannstochter Amsinck geheiratet hatte, zwar in den Reichsadelsstand erhoben, fĂŒhrte aber gemÀà Hamburger Ăbung seinen Adelstitel nicht, und ebenso wenig seine Nachfahren aus der nunmehr hanseatischen Kaufmannsfamilie Jenisch â bis 1906 der Diplomat Martin RĂŒcker Freiherr von Jenisch sich adeln lieĂ; allerdings war RĂŒcker lediglich der Enkel einer geborenen Jenisch. FrĂŒhe Ausnahmen bildeten einige wenige alte, hansische Hamburger Geschlechter wie die (ausgestorbenen) Anckelmann, bei denen beispielsweise Johann Hinrich Joachim von Anckelmann (1678â1748) als KapitĂ€n einer Kompanie Infanterie der Hamburgischen Garnison von dem Recht Gebrauch machte, das PrĂ€dikat âvonâ zu fĂŒhren. Sein Vater Joachim (von) Anckelmann (1615â1683) fĂŒhrte das PrĂ€dikat nicht, jedoch das entsprechende Wappen und wurde 1672 PrĂ€ses des Kollegiums der Oberalten.[38]
GroĂes Aufsehen erregte es, als sich der namhafte Hanseat Caspar Voght 1802 durch den Kaiser in den Freiherrnstand erheben lieĂ. Sophia Reimarus (1742â1817), die Frau von Johann Albert Heinrich Reimarus, schrieb in zutreffender Voraussicht, dass Voght, âder sich dem Rat und seiner Vaterstadt entzieht, Schuld daran sei, dass mehrere es nach ihm thun, und das gebe eine Progressionsrechnung, an der Beelzebub seine Freude haben mĂŒsste [âŠ]â.[39] Seit dieser Zeit teilten sich die Hanseaten in zwei Lager: Jene, die ein AdelsprĂ€dikat annahmen oder dies nicht beanstandeten, und jene, die eine solche Praxis ablehnten. Vielfach ging der Riss durch die einzelnen Familien.
Von verschiedentlichen Ausnahmen abgesehen nahmen erst nach der GrĂŒndung des Deutschen Reiches 1871 Hanseaten in erwĂ€hnenswertem Umfang einen Adelstitel an â nicht ohne teils offene Kritik ihrer Standesgenossen, denen das Sozialprestige eines bĂŒrgerlichen Namens einer der Ă€ltesten BĂŒrgerrepubliken Europas mehr galt.[34][40] Als beispielsweise Johann Berenberg Gossler[41] 1889 in den preuĂischen Adelsstand erhoben werden sollte (1910 preuĂischer Freiherr), rief seine Schwester Susanne, verehelichte Amsinck, aus: âAber John, unser guter Name!â, und BĂŒrgermeister Johann Heinrich Burchard bemerkte zu der Nachricht, seine MajestĂ€t geruhe, Rudolph Schröder (1852â1938) in den Adelsstand zu erheben, MajestĂ€t könne ihn zwar in den Adelsstand âversetzenâ, in ihn âerhebenâ könne sie einen hanseatischen Kaufmann jedoch nicht.[42][43] Schon zur kaiserlichen Nobilitierung von Ernst Merck 1860 Ă€uĂerte Adolphine Schramm, geb. Jencquel, sie finde es jĂ€mmerlich, sich als Chef einer Firma einen Baron schelten zu lassen.[44] Selbst sein Bruder, der Senatssyndicus Carl Hermann Merck (1809â1880) beklagte, dass neuerdings Hanseaten ânach Orden und Adel und sonstiger Befriedigung von Eitelkeit jagtenâ.[45]
FĂŒr den im seinerzeit zum DĂ€nischen Gesamtstaat gehörenden Holstein begĂŒterten Hanseaten Adolph Jencquel (1792â1855) âverstand sich deshalb von selbstâ,[46] dass er den ihm angetragenen dĂ€nischen Adel ablehnte. Viele hanseatische Familien verfĂŒgten gleich ihm auĂerhalb Hamburgs aufgrund einer zunehmenden Feudalisierung des Lebensstils der meisten alten Familien Hamburgs[47] ĂŒber adelige GĂŒter, was den Weg zu einem AdelsprĂ€dikat hĂ€ufig â wenn man es denn wollte â âverkĂŒrzteâ. So lieĂ sich Karl Ruperti (1835â1909) als Besitzer des Rittergutes Grubno 1901 nobilitieren, wĂ€hrend andere ihrem bĂŒrgerlichen Namen treu blieben, wie etwa die Jauch als Herren auf WellingsbĂŒttel.[45] Erschwerend kam hinzu, dass derartige Nobilitierungen oft als âPrĂ€mienâ fĂŒr das Fehlen eines vaterstĂ€dtischen Patriotismus verstanden werden mussten, und tatsĂ€chlich beschworen sie gelegentlich LoyalitĂ€tskonflikte herauf. Dies gilt beispielsweise fĂŒr Johann Berenberg-Gossler (1839â1913) und fĂŒr die BrĂŒder Heinrich und Albertus Ohlendorff, die sich vor ihrer Erhebung in den erblichen PreuĂischen Freiherrenstand in der Zollanschlussfrage entschieden gegen den Senat auf die Seite Bismarcks gestellt[48] und âso etwas wie Vaterlandsverrat begangenâ hatten.[49]
Eine teils angestrebte Funktion der Annahme des Adels war der Ausschluss von öffentlichen Ămtern. So musste ein in Hamburg angetragener Senatorenposten ĂŒbernommen oder die Stadt verlassen werden.[50][51] Problematisch war dies fĂŒr Familien, die lediglich ĂŒber einen einzigen âLeistungstrĂ€gerâ verfĂŒgten, denn dessen Berufung in ein Ehrenamt konnte die Existenz der Firma gefĂ€hrden, weil ein Senator nicht lĂ€nger uneingeschrĂ€nkt fĂŒr die GeschĂ€ftsleitung eines Unternehmens zur VerfĂŒgung stand.[51] Aus diesem Grund wurde beispielsweise John von Berenberg-Gossler von seinem Vater nach dem Eintritt in den Senat 1908 von der Firmennachfolge ausgeschlossen. Auch war der Wechsel aus dem Kaufmannsstand in ein Senatorenamt in aller Regel mit erheblichen EinkommenseinbuĂen verbunden.[52] Diese Misslichkeiten lieĂen sich durch eine Nobilitierung effektiv verhindern. SpĂ€ter lieĂen sich solche Kaufleute zu Honorarkonsuln auslĂ€ndischer Staaten in Hamburg bestellen, was â bei gleicher Wirkung hinsichtlich des Ausschlusses von bĂŒrgerlichen EhrenĂ€mtern in der Stadt â die Annahme eines AdelsprĂ€dikates vermied.
Auszeichnungen
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Ăhnliches wie fĂŒr die Annahme von AdelsprĂ€dikaten galt fĂŒr die Annahme von âAuszeichnungen fremder Herrenâ. Auch dieses Ordensverbot, heute Hanseatische Ablehnung genannt, geht auf Hamburger Stadtrecht aus dem 13. Jahrhundert zurĂŒck. Die Tatsache, dass die âĂ€uĂerlich sichtbaren Ordensinsignien den Dekorierten vor seinen Kollegen und MitbĂŒrgern als einen vorzĂŒglicheren auszeichnen sollenâ, galt schon damals als ein Umstand, der in entschiedenem Widerspruch zum bĂŒrgerlichen Geiste der Verfassung stehe. (âEs gibt ĂŒber dir keinen Herren und unter dir keinen Knecht.â)[54][55] So ist es nach Hamburger Ordenspraxis bis heute noch bei allen Senatoren, BĂŒrgerschaftsabgeordneten und Mitarbeitern im öffentlichen Dienst zumindest verpönt, Auszeichnungen anzunehmen â auch nach ihrer Pensionierung.[56] FrĂŒher war es den fĂŒhrenden ReprĂ€sentanten verboten.[57] GrundsĂ€tzlich nahmen und nehmen Mitglieder des Bremer Senats keine auswĂ€rtigen Orden an.[58] Der Hanseat bekomme seinen Lohn in dem Bewusstsein erfĂŒllter Pflicht, nicht etwa durch Auszeichnungen. Altbundeskanzler Helmut Schmidt lehnte das Bundesverdienstkreuz mehrfach mit der BegrĂŒndung ab, ehemaliger Hamburger Senator zu sein.[59]
Als zwölf deutsche StaatsoberhĂ€upter 1908 auf Schloss Schönbrunn bei Wien Kaiser Franz Joseph I. anlĂ€sslich seines 60. ThronjubilĂ€ums huldigten, traten die elf BundesfĂŒrsten in Paradeuniform mit groĂem OrdensgeprĂ€nge auf. Nur BĂŒrgermeister Johann Heinrich Burchard, einziger BĂŒrgerlicher, erschien im schwarzen Talar mit Halskrause ohne jeden Orden und machte aus Sicht der Hanseaten eine âfabelhafte Figurâ.[60] Die BundesfĂŒrsten hingegen wurden als âPapageienâ bezeichnet. âEs war der Hohn des selbstbewuĂten AuĂenseiters, der kleinen Republik, die sich ĂŒber Jahrhunderte hinweg in dem Meer deutscher Feudalherrschaften behauptet hatte und unabhĂ€ngig geblieben war. Und es war der Spott einer kleinen Gruppe bĂŒrgerlicher Familien, die ein feines Netz aus Familienbeziehungen geknĂŒpft hatte, die ihre wirtschaftliche, politische und soziale Vormachtstellung innerhalb der Stadtrepublik hielt.â[61]
Der Senator i. R. Gustav Godeffroy wagte es im Jahre 1878, einen ihm vom russischen Zaren verliehenen Orden an seinen Frack zu heften. Auf das Verlangen, den Orden abzugeben, Ă€uĂerte er, er wolle lieber die âHundemarkeâ eines Kaisers tragen, als ârepublikanischer Senator a. D.â sein. Daraufhin verlor er nicht nur den Titel und die Vorrechte, die Runde der Senatoren beschloss darĂŒber hinaus, den Namen âGodeffroyâ im Staatshandbuch zu streichen. Ein weiterer prominenter Hanseat, der diese Regeln nicht achtete, war Alwin MĂŒnchmeyer, der als PrĂ€sident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages zahlreiche Orden annahm, dies spĂ€ter zwar als âSĂŒndenfĂ€lleâ bezeichnete, seine Orden jedoch nicht zurĂŒckgab.[62]
Als einziges Bundesland stimmte die Freie Hansestadt Bremen gegen die Stiftung des Bundesverdienstkreuzes. Bremen und Hamburg sind zudem die einzigen BundeslÀnder, die keinen eigenen Verdienstorden gestiftet haben.
Als Senator Alfred Dominicus Pauli vom Kaiser 1893 einen Orden erhalten sollte, befragte er den Bremer Senat. Dieser stellte zu dem Brauch, keine Orden zu verleihen oder zu tragen, fest: âVon altersher ist es Gebrauch, daĂ Decorationen von Senatsmitgliedern niemals angenommen werden, und so empfiehlt es sich auch â abgesehen von anderen GrĂŒnden â schon um deswillen hieran festzuhalten. Auch weil der Bremer Senat nicht in der Lage ist, derartige Höflichkeiten zu erwidern.â Senator Pauli verzichtete auf eine Ordensannahme. BĂŒrgermeister Theodor Spitta hat diesen Brauch 1952 gegenĂŒber dem BundesprĂ€sidenten nochmals bekrĂ€ftigt, indem er schrieb: âDer Senat fĂŒhlt sich auch heute noch an einen sehr alten BeschluĂ gebunden. Dieser SenatsbeschluĂ ist nicht Ausdruck irgendeines unberechtigten und unangebrachten Stolzes oder eine allgemeine Ablehnung des Ordensgedankens ĂŒberhaupt, sondern entspricht einer besonderen, jahrhundertealten hanseatischen Tradition, die in unserer Bevölkerung noch heute lebendig und auch in mir als geborenem Bremer wirksam ist.â Auch er lehnte einen hohen Orden deshalb ab.[63]
Es wurden und werden von den HansestÀdten jedoch eigene Medaillen verliehen:
- In Bremen gab und gibt es Ehrenmedaillen wie etwa 1815 die Ehrenmedaille fĂŒr die Teilnahme am Befreiungskrieg und seit 1843 die Bremische Ehrenmedaille in Gold sowie seit 1938 und erneut seit 1952 die Senatsmedaille fĂŒr Kunst und Wissenschaft der Freien Hansestadt Bremen. DarĂŒber hinaus gibt es seit 1908 bzw. seit 1973 die Bremische Rettungsmedaille und gab es ab 1902 nur zeitweise eine Preismedaille fĂŒr erfolgreiche Leistungen bei Ausstellungen.[64]
- In LĂŒbeck wird die Bene Merenti seit 1835 als Denkmedaille und hohe Auszeichnung verliehen und in Hamburg seit 1925 die BĂŒrgermeister-Stolten-Medaille.
Gleichwohl bestand im Ersten Weltkrieg in den HansestĂ€dten das BedĂŒrfnis, BĂŒrger fĂŒr herausragende Verdienste zu ehren. Alle drei HansestĂ€dte stifteten 1915 je eigene AusprĂ€gungen des Hanseatenkreuzes als Kriegsauszeichnung.
Das EhrenbĂŒrgerrecht blieb nach dem VerstĂ€ndnis des 19. Jahrhunderts AuswĂ€rtigen vorbehalten, die selbst nicht BĂŒrger der Stadt waren. Das waren zunĂ€chst einmal Diplomaten, die die Handels- und Schifffahrtsinteressen der StĂ€dte sichern halfen. Es gibt FĂ€lle, in denen die drei SchwesterstĂ€dte ihr EhrenbĂŒrgerrecht gleichzeitig einer verdienten Persönlichkeit zusprachen. Der letzte Stalhofmeister der Hanse James Colquhoun wurde auf diese Weise fĂŒr seine diplomatischen Verdienste als hanseatischer Ministerresident geehrt. Erst mit dem Fortfall des BĂŒrgerrechts und der EinfĂŒhrung der FreizĂŒgigkeit im 20. Jahrhundert wandelte sich diese Anschauung ansatzweise dahin, dass auch in der Stadt geborene BĂŒrger EhrenbĂŒrger werden konnten.
Stolz
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Das VerhĂ€ltnis zu Adel und Auszeichnungen verweist auf die hervorstechende Eigenschaft des Hanseaten, seinen Stolz. Die Hanseaten waren bekannt fĂŒr ihren âEigendĂŒnkelâ, der ihre Vaterstadt fĂŒr sie zum âglĂŒcklichsten Aufenthaltsort in der Welt machteâ.[65]
Ende des 18. Jahrhunderts fasste von HeĂ die Weltsicht des Hanseaten in seiner Beschreibung Hamburgs zusammen: âWie der Chinese teilte er das ganze Menschengeschlecht in Hamburger und âButenminschenâ[66] â womit er die noch etwas vergröberte Idee verband, die sich der Grieche bei seinem âBarbarosâ dachte [âŠ] Was ihm höher schien, wollte er aus Trotz, was ihm niedriger war, aus Verachtung nicht kennen.â[67] âJunkerthum, welches an Uebermuth, Stolz, Aufgeblasenheit etc. dem deutschen Hofjunkerthum nicht nachsteht.â[68] Noch Thomas Mann schrieb 1904 an seinen Bruder Heinrich: âEs ist ein altes LĂŒbecker Senatorssohnvorurtheil von mir, ein hochmĂŒthiger Hanseateninstinkt, ⊠daĂ im Vergleich mit uns eigentlich alles Ăbrige minderwerthig ist.â[69]
Vom Hamburger BĂŒrgermeister Johann Heinrich Burchard wird berichtet, dass er bei Erstellung der WandgemĂ€lde im Festsaal des Hamburger Rathauses, die Prof. Hugo Vogel entworfen hatte, den PortrĂ€tmaler Heinrich Kugelberg anwies, einen zur Taufe knienden JĂŒngling aus dem GemĂ€lde zu entfernen, das die Christianisierung Hamburgs darstellen sollte, denn âHamburger knien vor niemandemâ.[70] Dieser Stolz des freien BĂŒrgers wirkte bis in die Vollstreckung der Todesstrafe hinein. SpĂ€testens seit dem Mittelalter wurde in Hamburg ausschlieĂlich durch Enthauptung mit dem Richtschwert gerichtet.[71] Diese Hinrichtungsart galt gegenĂŒber der Vollstreckung der Todesstrafe durch den Strang, durch RĂ€dern oder auf sonstige Weise nicht als ehrenrĂŒhrig und war andernorts dem Adel vorbehalten.
VerhÀltnis zum MilitÀr
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Als Seehandelsrepubliken legten die HansestĂ€dte, besonders Hamburg, in der Hansezeit Wert auf den Kampf gegen die Seepiraterie. Doch zu eigenen LandstreitkrĂ€ften hatten die Hanseaten ein eigenwilliges VerhĂ€ltnis. Die StĂ€dte benötigten das BerufsmilitĂ€r zwar, um im Krisenfall ihre Befestigungsanlagen ausreichend besetzen und verteidigen zu können, wollten sich aber nicht allein auf das BerufsmilitĂ€r stĂŒtzen. Zudem lehnte der Hanseat den regelmĂ€Ăig das Offizierskorps bildenden Adel ab und verabscheute zugleich den zum groĂen Teil aus entwurzelten Existenzen zusammengesetzten Mannschaftsstand.[72]
WĂ€hrend der Befreiungskriege gab es aber dann doch die Hanseatische Legion, eine Truppe, die sich aus BĂŒrgern der drei HansestĂ€dte Hamburg, Bremen und LĂŒbeck zusammensetzte. Sie bestand zunĂ€chst aus einer Gruppe Hamburger BĂŒrger, die sich auf Anregung des zeitweilig russischen Generals Tettenborn 1813 zusammenfand. Alsbald schlossen sich VerbĂ€nde von Freiwilligen aus LĂŒbeck und Bremen an, wo Heinrich Böse das Freiwillige Bremische JĂ€ger-Korps ins Leben rief.
Hamburg schuf nach der Hamburger Franzosenzeit parallel eine eigene, aus BĂŒrgern bestehende Truppe, das Hamburger BĂŒrgermilitĂ€r. LĂŒbeck grĂŒndete neben seinem BerufsmilitĂ€r die LĂŒbecker BĂŒrgergarde. In Bremen wurden 1813, nach der Bremer Franzosenzeit, zwei Bataillone gebildet. 1815 wurde Böse als Oberst mit der Organisation einer Bremer BĂŒrgerwehr beauftragt.[73]
Der Höchstkommandierende des Hamburger BerufsmilitĂ€rs, der Hamburgischen Garnison, hatte nur den Rang eines Obersten, weil die Hamburger Hanseaten kein Interesse daran hatten, einen General mit den seinem âStandâ gebĂŒhrenden GeltungsansprĂŒchen in der Stadt zu haben. Auch in Bremen fĂŒhrte die 600 Mann starke BĂŒrgerwehr ein Oberst, zeitweise auch ein Major. Anders LĂŒbeck, das sich einen Grafen ChasĂŽt als âGeneralleutnantâ fĂŒr sein damals 600 Mann starkes LĂŒbecker StadtmilitĂ€r leistete.
Das Hamburger BĂŒrgermilitĂ€r spiegelte die gesellschaftlichen VerhĂ€ltnisse in der Stadt wider. WĂ€hrend die vorherige, von den Franzosen aufgelöste BĂŒrgerwache noch eine kleinbĂŒrgerliche Veranstaltung war, der durch ihren klĂ€glichen Zustand eine âallgemein anerkannte und in Karikaturen verstattete LĂ€cherlichkeitâ zu eigen war,[74] boten die verschiedenen Truppenteile des Hamburger BĂŒrgermilitĂ€rs Gelegenheit zu gesellschaftlicher Differenzierung. Das Offizierskorps wurde von den Fernhandelskaufleuten majorisiert.[75] Die Freikorps Artillerie, JĂ€ger und Kavallerie entschieden im Gegensatz zur Infanterie zudem selbst darĂŒber, wen sie aufnahmen.[76] So bestand insbesondere die Kavallerie hauptsĂ€chlich aus Söhnen von Kaufleuten,[77] die allein in der Lage waren, den erheblichen, privat zu tragenden Aufwand fĂŒr die Uniform, die eigenen Pferde und die zum Korps gehörenden Trompeter zu leisten (siehe im Einzelnen âBedeutung und soziale Struktur des BĂŒrgermilitĂ€rsâ).
Als Hamburg und Bremen 1866 sich mit PreuĂen im Norddeutschen Bund vereinigten, entstand noch das preuĂische 1. Hanseatische Infanterie-Regiment Nr. 75, das ursprĂŒnglich als Infanterieregiment 75 in Stettin aufgestellt und spĂ€ter nach Harburg und Stade verlegt wurde und nach dem Deutschen Krieg 1866 in Bremen und Stade stationiert war. Der Begriff Hanseatisch diente hier also lediglich als höfliche Verzierung.
MĂ€zenatischer BĂŒrgersinn
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Stiftungen aus hansischer Zeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die HansestĂ€dte weisen heute noch funktionierende Stiftungen des Mittelalters wie das LĂŒbecker Heiligen-Geist-Hospital des Bertram Morneweg von 1282 auf. War das Stiften von Vikarien und PrĂ€benden im Mittelalter noch fast ausschlieĂlich von der Sorge um das eigene Seelenheil bestimmt, so zeigen sich zumindest in der Zeit des SpĂ€tmittelalters die Bildnisse der Stifter in demĂŒtiger Haltung am Rand der Tafelbilder der FlĂŒgelaltĂ€re.[78] Mit der Reformation und ihren BilderstĂŒrmen ist in den drei HansestĂ€dten diesbezĂŒglich ein Wandel unterschiedlichen AusmaĂes verbunden; in Bremen blieb aus der Vorzeit am wenigsten erhalten. Im Zuge der Renaissance fand nach der Reformation das Epitaph als neue Kunstform Eingang in die Welt des Stiftens und mit ihm rĂŒckte das PortrĂ€t des Stifters in den Vordergrund. Die Intention der Stifter war nunmehr, von der Nachwelt anhand der Grabmale und Grabkapellen oder Wohltaten nachhaltig erinnert zu werden.[79] Daneben stand die Armenpflege weiterhin im Vordergrund; die zahlreichen LĂŒbecker GĂ€nge und Höfe wĂ€ren anders nicht denkbar. Der FĂŒchtingshof von 1637 ist ein weiteres herausragendes Beispiel einer heute noch funktionierenden Altstiftung.[80]
Stiftungen in hanseatischer Zeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit der Reformation und spĂ€ter vor allem im 19. Jahrhundert setzten sich die erfolgreichen Hamburger Kaufleute mit oft groĂzĂŒgig ausgestatteten Stiftungen ein Denkmal. Bis auf den heutigen Tag gehört es zu den vornehmsten hanseatischen Tugenden, seinem BĂŒrgerstolz und seinem Stolz auf seine Stadt mit frĂŒher teils gewiss zugleich euergetischem â das heiĂt dem den FĂŒhrungsanspruch der MĂ€chtigen und Reichen unterstreichenden, jetzt nur noch mĂ€zenatischen â BĂŒrgersinn Ausdruck zu geben,[81] der Hamburg heute zur âStiftungshauptstadtâ[82] der Bundesrepublik macht. Aber auch die LĂŒbecker Schwester wĂ€re ohne ihre zahlreichen Stiftungen nicht zu denken.
Weitere namhafte Stifter waren in der Neuzeit u. a.:
- in Hamburg
- Johann Heinrich Freiherr von Schröder (1784â1883), âSchröderstiftâ 1850
- Martin Johann Jenisch der JĂŒngere (1793â1857), âJenisch-Stiftâ
- Georg Friedrich Vorwerk (1793â1867), âVorwerk-Stiftâ 1866
- Auguste Jauch (1822â1902), âDamenstift aus Dankbarkeitâ 1881 in Kiel und andere
- Karl Heinrich Schmilinsky (1818â1891), âSchmilinsky-Stiftâ 1895
- Edmund Siemers (1840â1918), âEdmund-Siemers-Stiftungâ und andere
- Alfred Beit (1853â1906), Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung, âAlfred und Otto Beit-Stiftâ
- Alfred Toepfer (1894â1993), Alfred Toepfer Stiftung F. V. S.
- Kurt A. Körber (1909â1992), Körber-Stiftung
- in LĂŒbeck
- Henning Parcham, âParchamâsche Stiftungâ 1602
- Margaretha Elisabeth Jenisch, âJenische Freischuleâ 1829
- Emil Possehl, âPossehl-Stiftungâ 1919
- in Bremen
- St.-Remberti-Stift, das spĂ€testens 1305 gegrĂŒndet wurde.[83]
- Haus Seefahrt, Stiftung âArme Seefahrtâ von 1545
- Stiftung Alten Eichen von 1596, die als Àlteste Jugendhilfeeinrichtung in Deutschland gilt.
- Stiftung St. Petri Waisenhaus von 1692 in Bremen.
Stiftungen in Hanseatischer Tradition
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Alfred Toepfer (1894â1993), âAlfred Toepfer Stiftung F.V.S.â 1931
- Kurt A. Körber (1909â1992), âKörber-Stiftungâ 1959
- Gerd Bucerius (1906â1995), âZeit-Stiftungâ 1971
- Heinrich DrĂ€ger (1898â1986), âDrĂ€ger-Stiftungâ 1974
- Helmut Greve (1922â2016), âHamburgische Stiftung fĂŒr Wissenschaften, Entwicklung und Kulturâ
Ehrenamt
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Ebenso wie die Hanseaten als MĂ€zene auftraten, war es ĂŒblich, ehrenamtlich seiner Stadt nach KrĂ€ften zu dienen.[84] Die Wurzeln dieses SelbstverstĂ€ndnisses lagen in den aus dem mittelalterlich-genossenschaftlichen Leben erwachsenen Einrichtungen, die ehrenamtlich von den BĂŒrgern selbst getragen wurden. Teils zur Entlastung, teils zur Kontrolle des Senats, teils auch zur gemeinschaftlichen Betreuung stĂ€dtischer und mildtĂ€tiger Einrichtungen entwickelten sich zahlreiche AusschĂŒsse und Verwaltungen. In diesen Gremien betĂ€tigten sich die BĂŒrger ehrenamtlich. Auf diese Weise vermied es Hamburg, eine BĂŒrokratie aufzubauen, wie sie in den deutschen Binnenstaaten entstand, in denen den Untertanen nicht einmal beratende Stimme zustand. Nur auf den unteren und mittleren Ebenen der Verwaltung und in einzelnen speziellen Funktionen wurden Berufsbeamte eingesetzt. Erst die 1614 begonnene Einrichtung der Hamburger Garnison brachte die Neuerung, dass nicht die BĂŒrger selbst ihre Belange wahrnahmen, sondern auf bezahlte KrĂ€fte zurĂŒckgriffen.[85] Die Hanseaten regierten sich nicht nur selbst, sie verwalteten sich auch selbst.
Beispielhaft ist der Werdegang von Matthias Mutzenbecher (1653â1735). Er absolvierte 1669 eine kaufmĂ€nnische Lehre in Hamburg und wurde 1678 selbstĂ€ndiger Kaufmann. Nachdem er ĂŒber knapp zwanzig Jahre sein Unternehmen aufgebaut hatte, ĂŒbernahm er folgende Aufgaben, die zugleich einen Einblick in den Umfang hanseatischer Selbstverwaltung geben: 1696 Jurat (Kirchgeschworener), 1699 Mitglied des Niedergerichts, 1702â1708 KĂ€mmerei-BĂŒrger, 1710 Oberalter, 1710â1735 Senator, 1711â1712 DĂŒpe-Herr (Stromtiefe der Elbe), 1711â1712 Fortifications-Deputation, 1713, 1723, 1731 Ratsdeputierter fĂŒr den Land-, Elb- und Neuwerker Zoll und Börsen-Deputation, 1715â1716 Vorhöckerei (Kontrolle von Lebensmittelpreistreibereien), 1715, 1726â1727 Deputation zur Brot-Ordnung, 1717 dritter PrĂ€tor, 1718 zweiter, 1719 erster PrĂ€tor (Vorsteher des Niedergerichts und Polizeiherr), 1720â1722 SchoĂ-Herr (Vermögenssteuer) der Nikolai-SchoĂtafel, 1723â1735 der Katharinen-SchoĂtafel, 1721 Korn-Herr, 1721â1722 Bank-Deputation, 1721â1727 Deputation zur Annahme der Fremden, 1721 zweiter Landherr auf Bill- und Ochsen-WĂ€rder, 1723â1725 zweiter, 1726â1727 erster Landherr zu Hansdorf und Wohldorf, 1722â1727 Wein-Accise- und Wette-Deputation, 1723â1735 Kriegsrats-Kollegium und Obrist des Regiments zu St. Katharinen, 1726 zweiter, 1728 erster Kirchspiel-Herr zu St. Jacobi, 1728â1735 Mitglied der (mit LĂŒbeck gemeinsamen) Bergedorfer Visitations-Behörde, 1728â1735 Mitglied des Scholarchats, 1728 zweiter, 1729â1735 erster Landherr zu Hamm, Horn und auf dem Hamburger Berg, 1728â1735 AdmiralitĂ€ts-Kollegium, 1728â1735 Vorstand der Deputation fĂŒr das Matten- und MĂŒhlenwesen, 1728â1735 Patron des Ratsweinkellers, 1729â1735 Makler-Deputation, 1729â1735 zweiter Kirchspielherr zu St. Nikolai, 1731 Patron des Mariae-Magdalenen-Klosters und des Heilig-Geist-Hospitals, 1731â1735 PrĂ€ses der Convoi-Deputation (fĂŒr die staatlichen Geleitschiffe).[86]
Neben dieses Wirken in den stĂ€dtischen Gremien trat der sonstige Einsatz fĂŒr Belange der Allgemeinheit. Viele kulturelle und mildtĂ€tige Projekte wurden durch die Bremer Gesellschaft Museum, die Hamburger Patriotische Gesellschaft von 1765 oder die LĂŒbecker Gesellschaft zur Beförderung gemeinnĂŒtziger TĂ€tigkeit angestoĂen und gefördert. Dazu gehören vielfach die stĂ€dtischen Museen, Kunstsammlungen und Bibliotheken und diverse Projekte der sozialen FĂŒrsorge und Armenpflege. In einer ungewöhnlichen KontinuitĂ€t, die nur in wenigen anderen Stadtstaaten wie zum Beispiel Basel Parallelen hat, sind diese drei Gesellschaften den aufklĂ€rerisch-gemeinnĂŒtzigen Impulsen und Zielen treu geblieben.
Personen, die sich ehrenamtlich engagiert haben, sind zum Beispiel:
in Hamburg:
- Amandus Augustus Abendroth (1767â1842), 1821 Schöpfer des âMagdalenen-Stiftesâ
- Theodor AvĂ©-Lallemant (1806â1890), 52 Jahre Vorstandsmitglied und Vorsitzender der Philharmonischen Gesellschaft
- Johann Georg BĂŒsch (1728â1800), MitbegrĂŒnder der âAllgemeinen Armenanstaltâ
- August Jauch (1848â1930), seit 1890 im Armenwesen tĂ€tig
- Amalie Sieveking (1794â1859), 1831 GrĂŒnderin des âWeiblichen Vereins fĂŒr Armen- und Krankenpflegeâ
- Johann Hinrich Wichern (1808â1881), 1833 GrĂŒnder des âRauhen Hausesâ
in Bremen
- Johann Focke (1848â1922), Syndicus, GrĂŒnder und Leiter des Focke-Museums in Bremen
- Justin Friedrich Wilhelm Löning (1796â1879), Kaufmann, Vorsitzender des BĂŒrgerparkvereins Bremen
- Hermann Henrich Meier junior (1845â1905), Unternehmer, KunstmĂ€zen, Vorsitzender des Kunstvereins in Bremen (Kunsthalle Bremen)
- Franz Ernst SchĂŒtte (1836â1911), Kaufmann, MĂ€zen der Stadt, Vorsitzender des BĂŒrgerparkvereins Bremen
LandhÀuser und Villen
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Die Hanseaten entzogen sich der immer enger und volkreicher werdenden Stadt und schufen um Hamburg einen GrĂŒngĂŒrtel mit Sommersitzen und Parkanlagen,[87] die so zahlreich waren, dass das Altonaer Museum 1975 in einer Ausstellung 500 Ălbilder, Drucke und Modelle prĂ€sentieren konnte.[88] Im 19. Jahrhundert erlangte besonders die Elbchaussee als beliebter Ansiedlungsort Bedeutung, auf der sich âder Hamburger Kaufmann [âŠ] ein Wahrzeichen [âŠ] errichtetâ hat,[89] âeine in sich geschlossene Kulturlandschaft von europĂ€ischem Rang.â[90] Letzter groĂer Neubau eines Hauses in dieser Landhaustradition war in der Zeit der Weimarer Republik das aus DiskretionsgrĂŒnden in der Literatur Haus K. in O. genannte Anwesen fĂŒr Philipp FĂŒrchtegott Reemtsma mit einer Wohn- und NutzflĂ€che von etwa 1700 mÂČ.
In Bremen entstanden Villen und LandhĂ€user in Oberneuland, Borgfeld, Horn-Lehe sowie im östlichen Schwachhausen, aber vereinzelt auch im spĂ€ter industrialisierten Walle und Gröpelingen. Aber auch im damals noch nicht-bremischen Gebiet am Nordufer der Lesum in Lesum oder St. Magnus wurden groĂe LandhĂ€user gebaut.
Lebte der Hanseat in der Stadt eher unauffĂ€llig in nĂŒchternen BĂŒrgerhĂ€usern, liebte er es umso mehr, in seinen LandhĂ€usern Luxus zu treiben.[91] Der fĂŒr die quasi-adligen Landsitze betriebene Aufwand â sei es beim Bau, sei es beim Erwerb solcher Landsitze â war zum Teil betrĂ€chtlich und ĂŒbertraf den fĂŒr manches Jagdschloss eines mecklenburgischen Landesherrn.[92] War es dem Mittelstand durchaus möglich, sich eine bescheidene, regelmĂ€Ăig gemietete Wohnung auf dem Land zu leisten,[93] so waren es nur âReiche und Superreicheâ, die sich die aufwĂ€ndigen LandhĂ€user leisten konnten,[93] um das âHamburger Modellâ[94] zu leben.
Erhaltene LandhÀuser und Villen
Hamburg
Von âHamburgs SchĂ€tzen an ehemaligen LandhĂ€usernâ[95] sind unter anderem erhalten:
- Landhaus J. C. Godeffroy in Nienstedten
- Landhaus P. Godeffroy in Nienstedten
- Jenisch-Haus in Klein Flottbek
- Voghts Landhaus in Klein Flottbek
- Herrenhaus WellingsbĂŒttel in WellingsbĂŒttel
- klassizistische Villa Alsterchaussee in Harvestehude
Bremen
In Bremen sind an groĂen LandhĂ€usern unter anderem erhalten:
- Gut Hodenberg in Oberneuland
- Heinekens Landgut mit Heinekens Park in Oberneuland
- Landhaus Böving mit dem Landschaftsgarten Höpkens Ruh in Oberneuland
- Landgut Muhle mit Muhles Park in Oberneuland
- Landhaus Caesar-Ichon mit Park in Oberneuland
- Knoops Park in Lesum, das Landgut bzw. Schloss MĂŒhlenthal wurde abgerissen
- Admiral-Brommy-Haus in Lesum, das Christian Lahusen erwarb
LĂŒbeck

Die LĂŒbecker Familien hatten seit dem Mittelalter in GĂŒter des Umlands in Holstein, Sachsen-Lauenburg und Mecklenburg investiert. Trotz verwandtschaftlicher Bande bestand die distanzierende Abgrenzung der LĂŒbecker zum Landadel fort, nicht zuletzt, weil die in der Zirkelgesellschaft zusammengefasste gesellschaftliche FĂŒhrungsgruppe der Reichsstadt reichsadlig privilegiert war. In der unmittelbaren Umgebung der Stadt wurden diese GĂŒter, insbesondere die Untergruppe der LĂŒbschen GĂŒter, auch als reprĂ€sentative Sommerwohnsitze vor den Toren vorgehalten. Innerhalb der LĂŒbecker Landwehr gelegene GĂŒter wie das Gut Strecknitz wurden entsprechend genutzt. Das Gut PaddelĂŒgge ging bereits 1602 aufgrund des Testaments des Ratsherrn Parcham in die Parchamâsche Stiftung ĂŒber, deren StiftungsvorstĂ€nde das 1734 erneuerte Gutshaus aufgrund der Stiftungssatzung bis heute reihum als Sommerhaus nutzen. Daneben entstanden im 18. Jahrhundert die Sommer- oder GartenhĂ€user vor den Toren, von denen etliche bis heute erhalten sind. Ein Vorreiter dieser Entwicklung war LĂŒbecks damaliger Stadtkommandant Egmont von ChasĂŽt. Als herausragendes Beispiel fĂŒr das Rokoko gilt das Schlösschen Bellevue an der Trave, heute von Hafenanlagen umgeben. Eines der bekannteren Beispiele fĂŒr ein Sommerhaus im Stile des Klassizismus ist die Lindesche Villa von 1804. Mit Aufhebung der Torsperre 1864 wurden die SommerhĂ€user zunehmend auch als Dauerwohnsitze genutzt.
Hanseaten und Jagd
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Neben stĂ€dtischem Grundbesitz und LandhĂ€usern â etwa entlang der Elbchaussee â galt der Besitz eines Gutes im schleswig-holsteinischen Umland als Statussymbol gehobener Art, wo zahlreiche Hanseaten die Jagd pflegten. Die Jagd diente dabei nicht allein dem Zeitvertreib, sondern wurde zur BĂŒhne groĂbĂŒrgerlicher Selbstdarstellung: Aufwand und Wildwahl fungierten als Zeichen gesellschaftlicher Geltung. Martin Haller konstatierte bei den Hanseaten eine hochherrschaftliche Neigung zu bisweilen exzessiv betriebener Jagd.[97] Der betriebene Aufwand war zum Teil betrĂ€chtlich und ĂŒbertraf den fĂŒr manches Jagdschloss eines mecklenburgischen Landesherrn.[98] Johann Christian Jauch junior lieĂ auf WellingsbĂŒttel ein Gatter anlegen,[99] um das nicht heimische Rotwild zu jagen, wie es nach 1871 auch Otto von Bismarck im östlich von Hamburg gelegenen Sachsenwald tat.[100] Zu diesem Zweck lieĂ er bestehende Bauernhöfe niederlegen und die landwirtschaftliche Nutzung weitgehend einstellen, um das GelĂ€nde jagdlich nutzbar zu machen.[101][A 1] Heinrich Ohlendorff pachtete 1867 unweit WellingsbĂŒttels zwischen Volksdorf und Ahrensburg GelĂ€nde als Jagdgebiet auf Niederwild. 1878 kaufte er in Volksdorf drei Bauernhöfe und lieĂ dort von 1879 bis 1880 ein Jagd- und Sommerhaus am Platz der heutigen Ohlendorffâschen Villa errichten. "Dass es ĂŒber Salon und Esszimmer verfĂŒgte, nicht aber ĂŒber ein zweites Schlafzimmer, zeigt, dass es auf Kosten der Bequemlichkeit vor allem dem Streben des Hausherrn nach seinem VergnĂŒgen und nach ReprĂ€sentation dient."[102]
Ruinöser Lebensstil
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Nimmt man prĂ€gende Elemente des Hanseatentums zusammen, dann liegt auf der Hand, warum immer wieder bedeutende Hanseaten in Vermögensverfall gerieten: Auf der âEinnahmeseiteâ konnten die WechselfĂ€lle eines weltweiten Seehandels zum plötzlichen Versiegen der benötigten Mittel fĂŒr den aufwendigen Lebensstil (siehe âPĂ€rrisch Lebenâ) des Hanseaten fĂŒhren. Auf der âAusgabenseiteâ konnte der unter den Hanseaten âgeboteneâ Lebensstil selbst gröĂere Vermögen binnen kurzer Zeit aufzehren. Das bei Hanseaten stets gepflegte Ehrenamt war ein weiteres Risiko fĂŒr ausgeglichene Einnahmen und Ausgaben. Adolph Freiherr Knigge meinte Ende des 18. Jahrhunderts, lediglich im calvinistisch geprĂ€gten Bremen sei âder Luxus um vieles geringer wie [sic] in den ĂŒbrigen HansestĂ€dtenâ.[103] Mit dem sich ausweitenden Ăberseehandel und seinen Gewinnen Ă€nderte sich der Lebensstil auch in Bremen, selbst wenn der in Hamburg betriebene Luxus nicht erreicht wurde. âIn der feudalen Prachtentfaltung stehen die âHanseatenâ hinter den deutschen FĂŒrstenhöfen lĂ€ngst nicht mehr zurĂŒck. In der ReprĂ€sentationslust, in der Zurschaustellung von Macht und Reichtum kann es in Deutschland keiner mehr mit Hamburg aufnehmen.â[104]
Prominente Beispiele fĂŒr Vermögensverfall aus den genannten GrĂŒnden gibt es viele. Der Hamburger Kaufmann und Sozialreformer Caspar Voght (1752â1839) legte auf seinen Hamburger LĂ€ndereien ein Mustergut an, dessen âparc du midiâ den heutigen Jenischpark bildet. Seinen âReichtum hat er wie kein anderer hanseatischer Kaufmann des Jahrhunderts in den Dienst des kulturellen und wissenschaftlichen Fortschritts und der fĂŒrsorglichen UnterstĂŒtzung der Allgemeinheit gestelltâ.[105] Seine Unternehmung ging aufgrund der Kontinentalsperre 1811 bankrott. Voght musste sein Gut an den Bankier und Senator Martin Johann Jenisch verkaufen und lebte zuletzt bei der Witwe seines vormaligen GeschĂ€ftspartners Georg Heinrich Sieveking. LĂŒbecks BĂŒrgermeister Mattheus Rodde (1754â1825) fungierte in der Franzosenzeit als GroĂfinanzier seiner Heimatstadt. Dreieinhalb Jahre lang erhielt er die gesamten EinkĂŒnfte der Stadt aus Steuern und Abgaben und beglich dafĂŒr auf eigene Rechnung alle öffentlichen Ausgaben. 1810 war Rodde zahlungsunfĂ€hig und musste als Bankrotteur aus dem Rat ausscheiden und LĂŒbeck verlassen. Erst am Ende seines Lebens lebte er, von Freunden unterstĂŒtzt, wieder in LĂŒbeck. Cesar Godeffroy (1813â1885) wurde in seinen besten Zeiten der âSĂŒdseekönigâ genannt und galt als âInbegriff des hanseatischen Kaufmannsâ. Er war PrĂ€ses der Handelskammer Hamburg, bewohnte im Sommer das ererbte âLandhaus J. C. Godeffroyâ und lieĂ dort ein Hirschgatter anlegen. Zudem begrĂŒndete er das âMuseum Godeffroyâ. Ende 1879 stellte er die Zahlungen ein und schloss mit seinen GlĂ€ubigern einen Vergleich, dessen Abwicklung ĂŒber 30 Jahre in Anspruch nahm. Wohlhabende Freunde ermöglichten ihm bis zu seinem Tode den Verbleib in seinem Haus.
Anglophilie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Meyerâs Conversations-Lexicon schrieb 1849 ĂŒber Hamburg: âDie höheren StĂ€nde H.s charakterisirt eine gewisse AuslĂ€nderei, besonders eine blinde Vorliebe fĂŒr Frankreich und vor Allem fĂŒr England und Alles, was englisch ist [âŠ], wĂ€hrend man die deutschen Interessen kaum eines flĂŒchtigen Hinblicks wĂŒrdigte.â[68]
Hansische Zeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die HansestĂ€dte verband eine lange Handelstradition mit England. Seit 1266 konnten sich Hansekaufleute an der englischen OstkĂŒste niederlassen und Handel treiben. 1281 eröffneten Hamburger, Kölner und LĂŒbecker Kaufleute in London den âStalhofâ als zentrales Handelskontor. 1567 lieĂ sich die Kaufmannskompagnie der âMerchant Adventurersâ in Hamburg im âEnglish Courtâ nieder. Daraus resultierten enge wirtschaftliche, politische und intellektuelle Verbindungen. ZunĂ€chst bestand jedoch das âniederlĂ€ndischeâ Zeitalter, als die hollĂ€ndische Sprache beinahe eine lingua franca der Elbkontore war. âWas in Hamburg an Neuerungen eingefĂŒhrt wurde, [âŠ] was dem Handel, der Kultur und dem Lebensstil sein Gesicht gab, hing mit jener groĂbĂŒrgerlich-kaufmĂ€nnischen Kultur im Westen zusammen, die den Hamburgern durch ihren Protestantismus verwandt, durch ihren Zugang zur Welt ĂŒberlegen war.â[106] Ein wesentlicher Faktor waren dabei die niederlĂ€ndischen GlaubensflĂŒchtlinge, die im AchtzigjĂ€hrigen Krieg um die Wende zum 17. Jahrhundert nach Hamburg kamen. Erst die Wiederbelebung des Handels zwischen England und den norddeutschen HansestĂ€dten nach der Stuart-Restauration (1660â1689) leitete allmĂ€hlich eine Wende ein.[107]
18. Jahrhundert
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit Anfang des 18. Jahrhunderts brachten hugenottische GlaubensflĂŒchtlinge den HansestĂ€dten wirtschaftliche BlĂŒte. Frankreich löste Holland als prĂ€gende Kultur ab. Zugleich ist ein stĂ€rkerer Einfluss englischen Lebensstils zu verzeichnen, der in Konkurrenz zum Einfluss Frankreichs trat. Neben der Aufhebung des Monopols der Merchant Adventurers trugen weitere Faktoren zum Aufschwung des Handels mit den HansestĂ€dten bei. So verursachten die Englisch-NiederlĂ€ndischen Seekriege im 17. und 18. Jahrhundert eine Verlagerung des englischen Handelsverkehrs zu den norddeutschen HĂ€fen, wĂ€hrend der Spanische Erbfolgekrieg zu einem völligen Erliegen ihres Handels mit Spanien fĂŒhrte.[108] WĂ€hrend das an dem âNebenmeerâ der Ostsee liegende LĂŒbeck hiervon nicht entscheidend erfasst wurde, spielte Bremen im Handel mit England zu keinem Zeitpunkt eine so herausragende Rolle wie Hamburg. Die Company of Merchant Adventurers verbot ihren Mitgliedern ursprĂŒnglich den Direkthandel mit Bremen, der deswegen ĂŒber die Niederlande und Hamburg abgewickelt wurde. Dies Ă€nderte sich erst als Folge der Englisch-HollĂ€ndischen Seekriege, als England den Direkthandel mit Bremen aufnahm, um Holland zu schĂ€digen. Zudem wurde der Bremer Handel behindert durch die politischen VerhĂ€ltnisse: Das Umland der Hansestadt Bremen war als Herzogtum Bremen von 1648 bis 1719 unter schwedischer Herrschaft. SchlieĂlich mussten die Bremer Kaufleute fĂŒr den Handel entlang der Weser Zoll entrichten, vor allem an die zeitweise von dĂ€nischen FĂŒrsten regierte Grafschaft Oldenburg und das Herzogtum Oldenburg.[109]

Die eigentliche Anglophilie erreichte wĂ€hrend der AufklĂ€rung mit der Rezeption englischer Schriftsteller im 18. Jahrhundert ihren ersten Höhepunkt. Dabei bedingte die Konfessionalisierung des Lebens einen konfessionell-selektiven Rezeptionsprozess: Die Anglophilie fand vornehmlich im protestantischen Deutschland wie den HansestĂ€dten Resonanz.[110] Nicht nur die ungewöhnliche politische StabilitĂ€t und wirtschaftliche ProsperitĂ€t des damaligen England fand allgemeine Beachtung, sondern vor allem auch das unvergleichliche MaĂ an Freiheit und Rechtssicherheit, das die Untertanen des Königs von GroĂbritannien genossen.[111] England war nicht nur Hauptkonkurrent der Hanseaten, sondern zugleich wichtigstes Vorbild. Die politischen VerhĂ€ltnisse auf der Insel erschienen gerade Kreisen des aufgeklĂ€rten hanseatischen BĂŒrgertums erstrebenswert. Auch die Freimaurerei kam ĂŒber das âEinfallstorâ Hamburg von England ins Reich. 1737 wurde hier die erste Loge, die âLoge dâHambourgâ, gegrĂŒndet.[112] Ende des 18. Jahrhunderts begann sich die englische Gartenbaukunst unter den Hanseaten auszubreiten, beginnend mit der âornamented farmâ Caspar Voghts.
Die Französische Revolution lenkte das Augenmerk wieder auf Frankreich. WĂ€hrend der erste Jahrestag des Sturms auf die Bastille in Paris auf dem Marsfeld gefeiert wurde, fand parallel dazu in Harvestehude vor den Toren Hamburgs ein Freiheitsfest statt, dessen Initiator der Hanseat Georg Heinrich Sieveking war. Das Fest sorgte weit ĂŒber Hamburgs Grenzen hinweg fĂŒr Aufsehen â sogar der FĂŒhrer der Girondisten, Brissot, erwĂ€hnte es lobend in seinem âPatriot Françaisâ â, blieb aber fĂŒr die (politische) Kultur Hamburgs ohne konkrete Folgen.
19. Jahrhundert
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Hamburger Franzosenzeit 1806 bis 1814 erlitt die Frankophilie der Hanseaten einen RĂŒckschlag. Zur Durchsetzung der Kontinentalsperre, einer Wirtschaftsblockade ĂŒber die britischen Inseln, lieĂ NapolĂ©on I. Hamburg wĂ€hrend des Vierten Koalitionskrieges 1806 besetzen. Die Besatzer verboten den Handel mit GroĂbritannien und beschlagnahmten alle englischen Waren in der Stadt. Weil England zu dieser Zeit nach Frankreich der zweitwichtigste Wirtschaftspartner Hamburgs war, kam es in der Folge zu einer Vielzahl von Bankrotten hanseatischer Handelsfirmen. Auch der LĂŒbecker Seehandel kam in den Jahren von 1807 bis 1813 fast völlig zum Erliegen; zwischen 1811 und 1812 lief kein einziges Schiff den Hafen LĂŒbecks an. Damit war die Handelsstadt wĂ€hrend dieser Zeit praktisch von allen Einnahmen abgeschnitten (siehe LĂŒbecker Franzosenzeit). Nach der vorĂŒbergehenden Befreiung Hamburgs durch die Russen 1813 wurde Hamburg erneut von den Franzosen besetzt. Vor den Toren der Stadt wurden die HĂ€user abgerissen, um freies Schussfeld zu schaffen. Die Hamburger Hauptkirchen wurden zu PferdestĂ€llen umfunktioniert, das Silberdepot der Hamburger Bank beschlagnahmt. Napoleon wird der Ausspruch zugeschrieben: âIch ziehe es vor, die Hamburger zahlen zu lassen. Das ist die beste Art, Kaufleute zu bestrafen.â Nach der endgĂŒltigen Befreiung von den Franzosen erfolgte eine umgehende Restauration der VerhĂ€ltnisse in den HansestĂ€dten. Insbesondere wurde der vorherige Rechtszustand weitestgehend wiederhergestellt. Eine kritische WĂŒrdigung, geschweige denn Ăbernahme von moderneren Einrichtungen des französischen Staatswesens unterblieb angesichts des im 19. Jahrhundert anhaltenden Hasses auf die Besatzer und ihre VerbĂŒndeten.


England konnte aufgrund seines technischen Vorsprungs durch die Industrialisierung, die dort im 18. Jahrhundert begonnen hatte, den deutschen Markt verstĂ€rkt mit preiswerten Industrieprodukten bedienen, wobei englische Firmen besonders Hamburg als Einfallstor nach Deutschland nutzten. Zeitweilig fĂŒhrte jedes zweite Schiff, das den Hamburger Hafen anlief, die englische Flagge. Die Offenheit fĂŒr diesen Handel, der den Hamburgern Gewinn und ArbeitsplĂ€tze bescherte, ist die Wurzel des Vorwurfs âantinationalerâ Gesinnung der Hanseaten. Die BinnenlĂ€nder kritisierten die Einfuhren und verlangten nach Protektion durch Schutzzölle, gar durch die SchlieĂung des Hamburger Freihafens, um Zeit fĂŒr die Modernisierung ihrer Industrien zu gewinnen.[113]
Im 19. Jahrhundert fassten englische Ingenieure und Architekten in Hamburg FuĂ: Edward James Smith lieĂ in den 1830er Jahren die ersten Wasserrohre in Hamburg legen. Der englische Architekt George Gilbert Scott baute 1842 nach dem Hamburger Brand die Nicolaikirche wieder auf. James Godfrey Booth rief 1844 die erste âGas-Compagnieâ ins Leben. William Lindley war auf den Gebieten der Ver- und Entsorgungstechnik, des Wasserbaus und der Stadtplanung tĂ€tig und zwischen 1842 und 1860 fĂŒr eine umfassende Modernisierung der Stadt Hamburg verantwortlich.
Die gĂ€ngige Rede von der âAnglophilie der Hanseatenâ darf indes nicht darĂŒber hinwegtĂ€uschen, dass ungeachtet politischer Differenzen auch Frankreich stilbildend blieb. Heinrich Heine lebte seit 1831 in Paris. Er verspottete von dort aus mit Vorliebe den hamburgischen Kaufmannsgeist. Alexis de Chateauneuf, Spross einer Hugenottenfamilie, wurde 1842 Leiter der technischen Kommission zum Wiederaufbau der abgebrannten Hamburger Innenstadt. Er gestaltete maĂgeblich die heutige Innenstadt Hamburgs. FĂŒr die Mitte des 19. Jahrhunderts beklagte der Architekt Martin Haller: âDamals gehörte es leider noch zum guten Ton, daĂ die reichsten Hamburger ihre Hauseinrichtungen vom Auslande bezogen. Senator Jenisch âŠ, Gottlieb Jenisch[114] âŠ, Cesar Godeffroy und Baron Ernst Merck ⊠Carl Heine[115] ⊠Emile Nölting[116] âŠ ĂŒberlieĂen die Einrichtung ihrer FestrĂ€ume Pariser Decorateuren u. Handwerkern. Die Möbelausstattung des Union Clubs ⊠ward auf George Parishâs[117] Anordnung aus London bezogen.â
Die Nachricht vom Sieg der bĂŒrgerlich-demokratischen Februarrevolution von 1848 in Frankreich wurde in Hamburg mit Jubel aufgenommen.
Die Anglophilie fand auch in den sportlichen Vorlieben der Hanseaten Ausdruck. Hamburg war das wichtigste Einfallstor der englischen âsportsâ fĂŒr Deutschland. Das sogenannte Boat Race, ein Ruderwettkampf zwischen den UniversitĂ€ten Cambridge und Oxford, fand im Jahr 1829 zum ersten Mal statt. 1836 wurde der Hamburger Ruder-Club als Ă€ltester deutscher Ruderclub gegrĂŒndet und die erste deutsche Ruderregatta gab es 1843 in Hamburg. 1845 fand in Hamburg die erste Segelregatta statt. In Altona wurde 1869 der Ă€lteste Bicycle-Club der Welt gegrĂŒndet, hervorgegangen aus dem âEimsbĂŒtteler Velocipeden Reitclubâ. Im selben Jahr fand in Altona das erste öffentliche âVelociped-Wettrennenâ statt. Das englische System der LeistungsprĂŒfungen fĂŒr VollblĂŒter wurde ĂŒbernommen und 1869 in Hamburg das Norddeutsche Derby â heute Deutsches Derby â erstmals ausgetragen. Es ist eines der Ă€ltesten Pferderennen auĂerhalb GroĂbritanniens und bis heute eines der bedeutendsten Ereignisse im Pferdesport weltweit. Auch in anderen Sportarten wie Tennis und Hockey spielte Hamburg eine Pionierrolle.
Andere Hanseaten, wie die jagdbegeisterten Jauchs, pflegten das pheasant shooting nach englischem Vorbild,[118] das sich seit Beginn der Viktorianischen Epoche zu einem der gesellschaftlichen Fixpunkte der landed gentry entwickelt hatte.
An der Wende zum 20. Jahrhundert folgte der Golfsport mit der GrĂŒndung des Wentorf-Reinbeker Golfclubs 1901 und 1906 des Hamburger Golf-Clubs, die zu den Ă€ltesten Golfanlagen Deutschlands gehören.
20. Jahrhundert
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Anglophilie der Hanseaten fand auch in der Zeit des Nationalsozialismus ihren Ausdruck. Vom Hamburger Bildungs- und GroĂbĂŒrgertum nahm die Swing-Jugend als oppositionelle Jugendkultur ihren Ausgang. Ihre AnhĂ€nger demonstrierten durch gepflegt-lĂ€ssige, dem englischen Stil nachempfundene Kleidung und das Hören von Jazzmusik ihre Ablehnung der nationalsozialistischen Jugendideologie. Selbst die von Hamburger Gymnasien 1980 ausgehende unpolitische, von Teilen der Oberschicht geprĂ€gte Popperkultur, die erste originĂ€r deutsche Jugendkultur in Westdeutschland, trug in ihren Konsumvorlieben noch erkennbare anglophile ZĂŒge. Modegeschichtlich waren die Popper die WeiterfĂŒhrung der Mods. Diese hatten ausgehend von GroĂbritannien in den frĂŒhen und mittleren 1960er-Jahre guten Geschmack und Stilsicherheit zum Wesen jeder Rebellion erklĂ€rt. Die Mods entstammten jedoch allesamt der Arbeiterklasse und hebelten somit die Regeln der britischen Klassengesellschaft aus. DemgegenĂŒber waren die Popper zu nicht unwesentlichen Teilen Kinder von Hanseaten und â nach weiterer Ausbreitung â der Ober- oder gehobenen Mittelschicht an anderen Orten.[119]
Aufgrund seiner Anglophilie wird Hamburg noch heute als âdie allerenglischste Stadt des Kontinentsâ apostrophiert.[120]
Juden und Hanseaten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Juden wurden nicht als Hanseaten betrachtet. Die Stellung der Juden wandelte sich zwar auch in den HansestÀdten ab dem Ende des 18. Jahrhunderts im Zuge der Judenemanzipation in Deutschland. Dieser Prozess ging jedoch nicht so weit, dass Juden bis zum Ende des Hanseatentums alter PrÀgung 1918 als Hanseaten gelten konnten.
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
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Die Juden unterlagen in den HansestĂ€dten zeittypischen Restriktionen (siehe Geschichte der Juden in Deutschland), die jedoch unterschiedlich ausgeprĂ€gt waren. Nach der alten lĂŒbeckischen Verfassung konnten Juden, ein Schutzjude und einige jĂŒdische KĂŒnstler ausgenommen, nicht frei in der Stadt wohnen und daselbst Handel und Gewerbe treiben, am allerwenigsten aber als Nicht-Christen das BĂŒrgerrecht erlangen, von dem der Eintritt in ein bĂŒrgerliches Collegium abhĂ€ngig war.[121] In Hamburg war der Antisemitismus nicht so stark ausgeprĂ€gt wie in anderen Teilen Deutschlands und den beiden SchwesterstĂ€dten. Juden konnten in der Stadt relativ gut leben, Ghettos wie andernorts gab es nicht, jedoch gestattete der Senat den Juden die Hamburger StaatsbĂŒrgerschaft erst Mitte des 19. Jahrhunderts. Auch der Besitz von Grundeigentum war den Juden â wie dem Adel (siehe Hanseaten und Adel) â bis 1848 untersagt. Das hinderte jĂŒdische Kaufleute wie beispielsweise die Hamburger Familie Warburg nicht, erfolgreiche BankhĂ€user aufzubauen.
Anders als in Berlin war mit dem wirtschaftlichen Erfolg der jĂŒdischen Bankiers und Kaufleute in Hamburg jedoch keine gesellschaftliche Gleichstellung verbunden. In Berlin hatte sich keine den Hanseaten vergleichbare Oberschicht gebildet oder sie war durch fortwĂ€hrende Zuwanderung ĂŒberspielt worden. DemgegenĂŒber hinderten die gesellschaftlich festgefĂŒgten Strukturen in Hamburg die gesellschaftliche Akzeptierung von Juden als GroĂbĂŒrger.[122] Ein weiterer Grund wird gewesen sein, dass sich Juden in Hamburg zunĂ€chst primĂ€r als Fabrikanten etablierten,[123] die in den HansestĂ€dten als âGewerbetreibendeâ ohnehin nicht den GroĂhandelskaufleuten gesellschaftlich gleichgestellt waren.
19. Jahrhundert
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]WĂ€hrend der Zeit der französischen Besatzung der HansestĂ€dte (siehe Hamburger Franzosenzeit und LĂŒbecker Franzosenzeit) waren die fĂŒr Juden geltenden Restriktionen aufgehoben. Nach dem Wiener Kongress kam es in den HansestĂ€dten auch insoweit zu einer Restauration. Aus LĂŒbeck und Bremen wurden die dort ansĂ€ssig gewordenen Juden wieder vertrieben. Eine Judenkommission des Rates in Bremen beschloss 1819, den Juden in Bremen eine VerlĂ€ngerung des Aufenthaltsrechts zu versagen, so dass 1826 nur zwei Schutzjuden in Bremen lebten.
Anders war die Lage in dieser Hinsicht in Hamburg. In Hamburg bestand mit 3000 Juden lange die gröĂte jĂŒdische Gemeinde in Deutschland. Der Hamburger Senat war den Juden wohlgesinnt und beabsichtigte, wohlhabenden Juden das VollbĂŒrgerrecht einzurĂ€umen, weil er sich von einer Gleichstellung der Juden eine Förderung des durch die französische Besatzung heruntergekommenen Handels versprach. Hiergegen opponierten nachdrĂŒcklich die KleinbĂŒrger,[124] so dass schlieĂlich der Zustand wiederhergestellt wurde, wie er vor der Franzosenzeit bestanden hatte.
Die fehlende Gleichberechtigung hinderte Juden nicht, sich als hanseatische Patrioten zu verstehen, wie das Beispiel des bedeutenden Hamburger Bankiers Salomon Heine belegt. Heine besaĂ â wie in solchen FĂ€llen ĂŒblich ĂŒber einen Strohmann erworben â ein Haus am Jungfernstieg in Hamburg und einen Landsitz in Ottensen. Beim groĂen Hamburger Brand von 1842 lieĂ er sein Haus am Jungfernstieg sprengen, um ein weiteres Ăbergreifen der Flammen zu verhindern. AnschlieĂend verzichtete er zugunsten der Hamburger Feuerkasse auf die Auszahlung der Versicherungssumme. Heines Beerdigung 1844 geriet zu einer stummen Demonstration seiner PopularitĂ€t. Tausende Hamburger, Juden wie Christen, begleiteten ihn auf seinem letzten Weg auf den JĂŒdischen Friedhof nach Ottensen. Gleichwohl erlangte Heine weder das Hamburger BĂŒrgerrecht noch die Mitgliedschaft in der Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg.[125]
Die Wahlrechtsreformen 1848 in LĂŒbeck, 1849 in Bremen und 1848 sowie 1860 in Hamburg[126] stellten die Juden rechtlich endgĂŒltig gleich. Eine gesellschaftliche Gleichstellung erfolgreicher jĂŒdischer Kaufleute mit der hanseatischen Oberschicht war damit jedoch nicht verbunden. âMich, der ich von drauĂen kam, berĂŒhrte am stĂ€rksten die SelbstverstĂ€ndlichkeit, mit der diese Trennung der autochthonen und der jĂŒdischen guten Gesellschaft von beiden Seiten als unabĂ€nderlich hingenommen wurde.â[127] Selbst Albert Ballin, Hamburger Reeder und eine der bedeutendsten jĂŒdischen Personen des deutschen Kaiserreiches, mit dem der Kaiser privat verkehrte, war zeitlebens von der Hamburger Gesellschaft nicht voll akzeptiert. Das hatte neben dem Umstand, dass er ânurâ Generaldirektor und nicht Inhaber der Reederei HAPAG war, konfessionelle GrĂŒnde.
1849 wurde den Juden in Bremen wieder die Niederlassung erlaubt. 1863 verlieh man der Israelitischen Gemeinde auch die Körperschaftsrechte. 1876 wurde dann eine Synagoge erbaut und 1896 hatte die Israelitische Gemeinde wieder einen Rabbiner.
In der Zeit des Nationalsozialismus
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Hamburg
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]FĂŒr die Hamburger Hanseaten gibt es bislang keine geschlossene, nicht einmal eine ansatzweise Untersuchung zu ihrem Verhalten in der Zeit des Nationalsozialismus, wie sie etwa fĂŒr den deutschen Adel existiert.[128] Der Appell der Regierungsparteien Hamburgs bei den BĂŒrgerschaftswahlen 1931, âHanseaten, gebt euch nicht selber auf!â, war nicht mehr als eine Beschwörung regionalen Sonderbewusstseins und scheiterte.[129] Es steht zu vermuten, dass den Hanseaten ebenso wenig wie dem Adel, dessen feudaler Lebensweise und SelbstverstĂ€ndnis sie sich bis 1918 angeglichen hatten, die soziale und politische Selbstbehauptung gelungen ist.
In Kreisen der eigentlichen Hanseaten erfreute sich die NSDAP nach ihrer NeugrĂŒndung 1925 durchaus wohlwollender UnterstĂŒtzung, wie sich an Veranstaltungen des Hamburger Nationalklubs, der die Spitzen der Hamburger Gesellschaft zu vereinen suchte, wenn auch nicht reprĂ€sentativ, ablesen lĂ€sst. 1926 konnte Adolf Hitler vor ihm auftreten und wurde von dem Hanseaten Vorwerk begrĂŒĂt: âWorte der EinfĂŒhrung sind eigentlich unnötig bei dem Gast, den wir heute abend bei uns zu sehen die Ehre haben. ⊠Sein mannhaftes Eintreten fĂŒr seine Ăberzeugung hat ihm in den weitesten Kreisen Achtung, Verehrung und Bewunderung eingetragen. Wir freuen uns sehr, daĂ er heute abend zu uns gekommen ist. Dieser Freude haben auch die Klubmitglieder dadurch Ausdruck gegeben, daĂ sie heute abend so zahlreich erschienen sind. ⊠Die heutige Veranstaltung ist so stark besucht wie vielleicht noch keine Veranstaltung des Klubs.â[130] Hitler sprach erneut 1930 vor dem Klub. 1931 wurde Joseph Goebbels als Redner geladen.
In die gleiche Richtung weist die Industrielleneingabe, mit der bereits 1932 die Berufung Adolf Hitlers zum Reichskanzler gefordert wurde. FĂŒnf von 20 Unterzeichnern waren prominente Mitglieder alter hanseatischer Familien: der Bankier und Reeder Carl Vincent Krogmann,[131] der Bankier Erwin Merck, der Bankier Kurt Freiherr von Schröder,[132] der Senator Franz Heinrich Witthoefft[133] und der Reeder Kurt Woermann.[134]
Wilhelm Amsinck Burchard-Motz, aus alter hanseatischer Familie, ab MĂ€rz 1933 Zweiter BĂŒrgermeister des Koalitionssenats aus NSDAP, DNVP und DVP (siehe Hamburger Senat im Nationalsozialismus), leitete Anfang April 1933 die Selbstauflösung der DVP in Hamburg ein und forderte alle Parteiangehörigen â mit weit ĂŒberwiegendem Erfolg â auf, gemeinsam mit ihm in die NSDAP einzutreten.
NaturgemÀà sind Gegenbeispiele zu finden. So kollaborierten die bedeutenden Versicherungsmakler Jauch & HĂŒbener ĂŒber den mit dem Hanseaten Walter Jauch verwandten Stabschef der militĂ€rischen Abwehr unter Admiral Canaris, Generalmajor Hans Oster, mit Hans von Dohnanyi. Der Hanseat Otto HĂŒbener wurde dafĂŒr Ende April 1945 in Berlin hingerichtet. Solche EinzelfĂ€lle können wohl ebenso wenig ĂŒber ein Versagen auf breiter Front hinwegtĂ€uschen wie die adeligen Teilnehmer des Attentats vom 20. Juli 1944 ĂŒber das Versagen weiter Kreise des Adels.
Bremen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Bremer Hanseaten als Kaufleute oder Gewerbetreibende waren konservativ, aber wie die Arbeiterschaft nicht fĂŒr die Nationalsozialisten.
Bereits 1922 wurde die erste Bremer Ortsgruppe der NSDAP gegrĂŒndet. 1928 erhielt die NSDAP bei BĂŒrgerschaftswahlen aber nur 1,1 Prozent. Ab 1928 unterstand die Ortsgruppe dem Gau Weser-Ems in Oldenburg; fĂŒr Hanseaten war das befremdlich. Vor der Reichstagswahl 1930 hielt Hitler zum ersten Mal eine Wahlkampfrede in Bremen. Nur rund zwölf Prozent wĂ€hlten im September 1930 die NSDAP. Die dann folgende BĂŒrgerschaftswahl vom November 1930 brachte der NSDAP 25,4 Prozent der Stimmen und 32 Sitze in der Bremischen BĂŒrgerschaft.
Bei den Reichstagswahlen im Juli 1932 erhielt die NSDAP 31 Prozent der Stimmen, bei den Reichstagswahlen im November 1932 wÀhlten nur 21 Prozent (Reich: 33,6 Prozent) die NSDAP und bei den Reichstagswahlen im MÀrz 1933 erreichten die Nazis ein Ergebnis von 32,6 Prozent (Reich: 44,5 Prozent).
Das NS-Regime entstand 1933 durch den politischen Druck der NSDAP, mit der Ernennung von Richard Markert (NSDAP) zum Polizeisenator durch den Reichsminister des Innern Wilhelm Frick, mit der Verschleppung der Abgeordneten von SPD und KPD in GefĂ€ngnisse und Konzentrationslager und schlieĂlich mit der RegierungsĂŒbernahme am 6. MĂ€rz 1933, einen Tag nach den Reichstagswahlen. Die NS-Zeit war neben der Besetzung durch NapolĂ©on (1810â1813) die einzige Zeit seit dem Mittelalter, wĂ€hrend der die Hansestadt nicht als freie Stadt existierte, sondern in einen Reichsgau eingegliedert war. FĂŒr Bremer Hanseaten war das ein unzumutbarer Zustand. Nun erst, nach der MachtĂŒbernahme, machten einflussreiche Hanseaten beim kommissarisch eingesetzten BĂŒrgermeister Markert ihre Aufwartung; man arrangierte sich, und der VizeprĂ€ses der Handelskammer Bremen Biedermann hielt markige nationalistische Reden.
Von den elf Mitgliedern im Senat in dieser Zeit mĂŒssen die Kaufleute Theodor Laue, der von der DNVP kommende Otto Flohr, Hermann Ritter und der Jurist Richard Duckwitz der Klientel der bĂŒrgerlichen Hanseaten aus Bremen zugerechnet werden. Auch der Widerstand war nicht die Angelegenheit der Bremer Hanseaten, sondern von Mitgliedern der KPD und SPD.
Hanseatentum in der Gegenwart
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Der Satz âWirklich genuine Hanseaten sind Menschen, deren Vorfahren hier schon vor Jahrhunderten als hanseatische Kaufleute, Reeder, Banker, tĂ€tig warenâ[137] ist in dieser Form unzutreffend. Er meint jene Hanseaten, deren auf den Privilegien der Oberschicht grĂŒndendes Hanseatentum alter PrĂ€gung 1918 endete. Nicht untergegangen ist die âhanseatische Lebensartâ, die in ungebrochener Tradition der Lebensart dieser Hanseaten steht. Als Beispiel hanseatischer LiberalitĂ€t kann hier der Nachkriegssenator Hans-Harder Biermann-Ratjen gelten, und noch 1968 trat der Hamburger Kaufmann Erik Blumenfeld aus hanseatischem Anstand von seinem Amt als Vorsitzender der CDU zurĂŒck, weil seine Firma fallierte.
Heute werden zu den Hanseaten unverĂ€ndert die Mitglieder der alten Familien gerechnet. âSie sind nicht mehr alle reich, vielleicht sogar nur noch die Minderheit, aber sie gehören zusammen, sie halten zusammen.â[137] Insofern findet im heutigen Sprachgebrauch der Begriff âHanseatâ weiter unverĂ€ndert Verwendung wie die Begriffe âAdelâ bzw. âAdeligeâ fĂŒr die Angehörigen der frĂŒheren adeligen Familien. Hinzu kommen die erfolgreichen Kaufleute und Senatoren der hanseatischen StĂ€dte Hamburg, LĂŒbeck und Bremen, solange nur ein âtypischer Zug [âŠ] fĂŒr Hanseaten, einfach eine bestimmte Lebensart vorzulebenâ,[137] gegeben ist â wie es der vormalige Hamburger Senator Helmut Schmidt mustergĂŒltig verkörpert. Hat der Begriff des âAdelsâ den Vorzug, durch seine leichte Unterscheidbarkeit eine falsche Anwendung leicht erkennbar zu machen, so hat der Begriff des âHanseatenâ den Vorzug, eine durch das fortlaufende Hinzutreten heutiger BĂŒrger âhanseatischer Lebensartâ eine âweiterlebende Speziesâ zu bezeichnen. Insofern kommt ihm zugute, rechtlich nicht klar abgegrenzt und damit nicht wie der Adel durch das Adelsgesetz von 1920 abgeschafft worden zu sein.
Ob der Begriff kĂŒnftig eine Ausdehnung erfahren wird auf Personen jener frĂŒheren HansestĂ€dte, die sich im Zuge einer historischen RĂŒckbesinnung seit der Deutschen Wiedervereinigung ebenfalls âHansestadtâ genannt haben,[138] bleibt abzuwarten. Der mit dem Begriff des Hanseaten verbundene Nimbus, auch Unkenntnis seiner eigentlichen Bedeutung haben vielfĂ€ltige neuzeitliche Aneignungsversuche, auch externe Zuweisungen zur Folge, ohne dass dabei der ursprĂŒngliche, schichtenspezifische Aspekt gewahrt wird. So wird beispielsweise der FuĂballverein âHamburger SVâ regelmĂ€Ăig als âdie Hanseatenâ bezeichnet.[139] Der hier behandelte soziostrukturelle Begriff des Hanseaten erleichtert wie die insoweit vergleichbaren Begriffe âPatrizierâ oder âGroĂbĂŒrgerâ solche Aneignungsversuche. Grund ist, dass diese nicht wie der Begriff âAdelâ eine bereits durch den Adelstitel formal leicht unterscheidbare Bevölkerungsschicht bezeichnet haben bzw. bezeichnen. Zuschreibungen wie an den Hamburger Verleger und Stifter Gerd Bucerius[140] oder an den frĂŒheren Hamburger Senator Helmut Schmidt,[136] der das PrĂ€dikat âHanseatâ zudem dezidiert fĂŒr sich beanspruchte,[135] beleben die herkömmliche Bedeutung des Begriffs âHanseatâ. Das zeigt, dass der Begriff trotz vielfĂ€ltiger Verwendung nicht seinen soziologischen Kerngehalt verliert. Andernfalls wĂŒrde er sich zu einem rein regionale BezĂŒge kennzeichnenden Begriff wandeln.
Hanseatische Familien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Familiensinn war eine der vorherrschenden Eigenschaften der Hanseaten. Die Familienbande waren in allen hanseatischen StĂ€dten von gleicher Bedeutung. Sie ersetzten die fehlenden Feudalstrukturen und waren ein Fundament des stĂ€dtischen Gemeinwohls. Die Ehrfurcht vor dem Aufstieg der eigenen Familie dominierte das hĂ€usliche und stĂ€dtische Leben der âoberen Zehntausendâ,[141] oft nicht ohne, wie Ida Boy-Ed es beschrieb, âdie spezifische Hanseatenkrankheit: den Patrizierwahnsinn, in welchem jede Familie sich einbildet, aristokratischer als alle anderen zu sein.â[142] In diesem SelbstverstĂ€ndnis liegt zugleich die Wurzel fĂŒr das Hamburgische Geschlechterbuch. Es verzeichnet in bislang 17 BĂ€nden in einer VollstĂ€ndigkeit, âwie sie keine andere deutsche Stadt aufzuweisen hatâ,[143] die hanseatische Oberschicht, âeine eng in sich verflochtene soziale Schicht, die allerdings nur einen kleinen aber doch wichtigen Sektor der Hamburger Bevölkerung in Vergangenheit und Gegenwart ausmacht.â[143] LĂŒbeck verfĂŒgt als einzige der drei StĂ€dte ĂŒber eine Ratslinie, die der LĂŒbecker BĂŒrgermeister Emil Ferdinand Fehling zuletzt 1925 edierte, die alle bis dahin bekannten Ratsmitglieder mit KurzlebenslĂ€ufen verzeichnet. Die LĂŒbecker Hanseaten werden heute im Rahmen des Biographischen Lexikons fĂŒr Schleswig-Holstein und LĂŒbeck (SHBL) erschlossen, von dem 11 BĂ€nde (1970â2012) erschienen sind. FĂŒr Bremen existieren solche umfassenden Veröffentlichungen bislang nicht.
Hanseatische Familien waren bzw. sind mit Angabe des ersten Auftretens am Ort:
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Hanseaten nach Reichtum
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Bis zum Ersten Weltkrieg war das Ansehen hanseatischer Kaufleute so sehr mit Vermögenskennzahlen verbunden, dass diese fĂŒr die HansestĂ€dte auch veröffentlicht wurden.[145] FĂŒr die kleinste und âĂ€rmsteâ von ihnen, fĂŒr LĂŒbeck, ergibt sich folgende Liste der zehn reichsten LĂŒbecker Hanseaten vor dem Ersten Weltkrieg:[146]
- Emil Possehl, Senator und Inhaber der Firma Possehl â 12 Millionen Mark
- Charles Petit, DĂ€nischer Generalkonsul und Teilhaber der Firma Charles Petit & Co. â 5 Millionen Mark
- Hermann Eschenburg, PrĂ€sident der Handelskammer und Teilhaber der Firma Jost Hinrich Havemann & Sohn â 4,5 Millionen Mark
- H. P. Friedrich Ewers senior, Teilhaber der Firma F. R. Ewers & Sohn â 4 Millionen Mark
- August Gossmann, Schwedischer Konsul und Teilhaber der Firma Gossmann & JĂŒrgens â 3,9 Millionen Mark
- Carl Dimpker, WĂŒrttembergischer Konsul und Teilhaber der Firma Dimpker & Sommer â 3,7 Millionen Mark
- Wilhelm Eschenburg, NiederlĂ€ndischer Konsul und Inhaber der Firma H. W. Eschenburg â 3,3 Millionen Mark
- Johannes Suckau, Ăsterreichisch-Ungarischer Konsul und Inhaber der Firma J. A. Suckau â 3,1 Millionen Mark
- Carl Tesdorpf, PreuĂischer Konsul und Inhaber der Firma Carl Tesdorpf â 2,8 Millionen Mark
- Richard Piehl, Belgischer Konsul und Teilhaber der Piehl & Fehling â 2,6 Millionen Mark
Ungeachtet eines gewissen Zusammenhangs von Hanseatentum und Reichtum, der seine Wurzeln schon darin hatte, dass die Hanseaten zumeist GroĂbĂŒrger, diese Kaufleute und damit tendenziell wohlhabend waren, handelte es sich jedenfalls in Hamburg keineswegs um oligarchische Strukturen, weil selbst extremer Reichtum keineswegs den unmittelbaren Zugang zur eigentlichen FĂŒhrungsschicht zur Folge hatte, wie beispielsweise der Fall des âPetroleumkönigsâ Wilhelm Anton Riedemann zeigt, der vielen Hamburgern zu katholisch fromm war.[147]
Hanseaten ohne hanseatischen Familienhintergrund
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Es hat immer wieder Einzelpersonen âohne Herkunftâ gegeben, denen das PrĂ€dikat âHanseatâ in seiner hergebrachten Bedeutung in gleicher Weise wie den Mitgliedern der alten hanseatischen Familien zugesprochen wurde, weil sie âdas Hanseatischeâ verkörperten. Zu diesen Hanseaten â BĂŒrgermeister der drei HansestĂ€dte hier ausgenommen â zĂ€hlen (als beispielgebende Auswahl):
- Gerd Bucerius (1906â1995), Verleger: âDas Hanseatische wurde dem in Hamm geborenen Anwaltssohn nicht in die Wiege gelegt â es wuchs ihm erst im Lauf seines langen, unruhigen Lebens zu. Sein Elternhaus war gutbĂŒrgerlich.â[148]
- Karl Carstens (1914â1992): âDer neue BundestagsprĂ€sident Karl Carstens [âŠ] kennt als [âŠ] gebĂŒrtiger Hanseat auch die hohen Tugenden des Anstands und der Selbstbeherrschung.â[149]
- Walther Leisler Kiep (1926â2016), Nachkomme von Jakob Leisler: âder unangepasste Hanseat, der aus seiner Abneigung gegen die âkleinbĂŒrgerlicheâ CDU keinen Hehl machte.â[150] âDer bevorzugt in den Nadelstreif gewandete Hamburger, im Auftritt und Gestus der Paradehanseat bis ĂŒber die Grenze des Klischeehaften hinausâ[151]
- Helmut Schmidt (1918â2015), Altbundeskanzler: âfĂŒr viele [âŠ] der Hanseat par excellenceâ,[136] der seine Herkunft selbst als âkleinbĂŒrgerlichâ beschreibt,[152] geboren im Arbeiterviertel Hamburg-Barmbek, der Vater Gustav Schmidt, Adoptivsohn eines ungelernten Hafenarbeiters, zum Leiter einer Handelsschule aufgestiegen.
Hanseatische Feste
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Unter den Festlichkeiten mit jahrhundertelanger Tradition ragt heute sicher die Schaffermahlzeit des Hauses Seefahrt in Bremen heraus und erzielt bundesweit den höchsten Aufmerksamkeitswert. Gleichwohl bestehen in den SchwesterstĂ€dten LĂŒbeck und Hamburg Ă€hnliche Veranstaltungen, auf denen sich die Hanseaten, mit und ohne hanseatischen Familienhintergrund, jĂ€hrlich mit ihren EhrengĂ€sten aus Politik, Kultur und Wirtschaft austauschen. Diese Art der Feste wurde in den HansestĂ€dten auf allen Ebenen der Gesellschaft gleichermaĂen gelebt. Ein lebendiges Beispiel ist in LĂŒbeck die Kringelhöge des Amtes der Stecknitzfahrer.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Gerhard Ahrens: Die Hanseaten und der Reichsgedanke seit dem frĂŒhen 19. Jahrhundert. In: Bremisches Jahrbuch. Band 67, Bremen 1989, S. 17â28.
- Hans Wilhelm Eckardt: Von der privilegierten Herrschaft zur parlamentarischen Demokratie. Die Auseinandersetzungen um das allgemeine und gleiche Wahlrecht in Hamburg. 2. Auflage. Landeszentrale fĂŒr Politische Bildung, Hamburg 2002.
- Ernst Finder: Hamburgisches BĂŒrgertum in der Vergangenheit. De Gruyter, Hamburg 1930.
- Kurt Grobecker: Hanseatische Lebensregeln. Kabel, Hamburg 1995, ISBN 3-8225-0359-2.
- Renate Hauschild-Thiessen: Adel und BĂŒrgertum in Hamburg. In: Hamburgisches Geschlechterbuch. 14, 1997, S. 21â32.
- Hellmut Kruse: Wagen und Winnen. Ein hanseatisches Kaufmannsleben im 20. Jahrhundert. Die Hanse, Hamburg 2006, ISBN 3-434-52618-8.
- Rudolf Herzog: Hanseaten. Roman der Hamburger Kaufmannswelt. Berlin 1909.
- John F. Jungclaussen: Risse in weiĂen Fassaden. Der Verfall des Hanseatischen BĂŒrgeradels. Siedler, MĂŒnchen 2006, ISBN 3-88680-822-X.
- Rainer Postel: Hanseaten. Zur politischen Kultur Hamburgs, Bremens und LĂŒbecks. In: Hans-Georg Wehling (Red.): Regionale politische Kultur. Kohlhammer, Stuttgart 1985, ISBN 3-17-008608-1, S. 15â35.
- Percy Ernst Schramm: Hamburg, Deutschland und die Welt. Leistung und Grenzen hanseatischen BĂŒrgertums in der Zeit zwischen Napoleon I. und Bismarck. 2. Auflage. Hoffmann und Campe, Hamburg 1952.
- Percy Ernst Schramm: Hamburg und die Adelsfrage (bis 1806). In: Zeitschrift des Vereins fĂŒr Hamburgische Geschichte. 55, 1969, S. 81â94.
- Andreas Schulz: WeltbĂŒrger und Geldaristokraten. Hanseatisches BĂŒrgertum im 19. Jahrhundert. Stiftung Historisches Kolleg, MĂŒnchen 1995.
- Margrit Schulte BeerbĂŒhl: Das Netzwerk der Hanse. In: EuropĂ€ische Geschichte Online. Hrsg. vom Leibniz-Institut fĂŒr EuropĂ€ische Geschichte, 2011.
- Lu Seegers: Hamburg und das Hanseatische. In: JĂŒrgen Zimmerer, Kim Sebastian Todzi (Hrsg.): Hamburg: Tor zur kolonialen Welt. Erinnerungsorte der (post-)kolonialen Globalisierung. Wallstein, Göttingen 2021, ISBN 978-3-8353-5018-2, S. 247â262.
- Matthias Wegner: Hanseaten. Von stolzen BĂŒrgern und schönen Legenden. Siedler, Berlin 1999, ISBN 3-88680-661-8.
- Susanne Wisborg: Wo er steht, ist Hamburg. Unbekannte Geschichten bekannter Hanseaten. Christians, Hamburg 1992, ISBN 3-7672-1159-9.
- Nicola Wurthmann: Senatoren, Freunde und Familien. Herrschaftsstrukturen und SelbstverstĂ€ndnis der Bremer Elite zwischen Tradition und Moderne, 1813â1848 Staatsarchiv Bremen, Bremen 2009, ISBN 978-3-925729-55-3.
- Hermann Kellenbenz: Der Bremer Kaufmann. Versuch einer sozialgeschichtlichen Deutung. In: Bremisches Jahrbuch. 51, 1969, S. 19â50.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Belege
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Dadurch nahm die Einwohnerzahl in einem Umfang ab, dass dem Lehrer im Dorf WellingsbĂŒttel das Schulgeld knapp wurde. Auf Intervention der Staatskanzlei in Kopenhagen wurden die Hofstellen weiterer stillgelegter Bauernhöfe als Bedienstetenwohnungen genutzt. Fiege S. 70.
- â Matthias Wegner: Hanseaten. Berlin 1999, S. 100.
- â Natalie Bombeck: Jauchs Vorfahren waren WellingsbĂŒtteler. In: Hamburger Abendblatt. 25. Januar 2007.
- â Eine Ausnahme bildet J. Werdenhagen: De Rebus Publicis Hanseaticis Tractatus. Frankfurt 1641.
- 1 2 3 Gerhard Ahrens: Hanseatisch. In: Schmidt-Römhild: LĂŒbeck-Lexikon. 2006 unter Hinweis auf: Rainer Postel: Hanseaten. Zur politischen Kultur Hamburgs, Bremens und LĂŒbecks. In: Der BĂŒrger im Staat. 34, 1984, S. 153â158.
- â Herbert SchwarzwĂ€lder: Hanseaten, hanseatisch. In: Das GroĂe Bremen-Lexikon. Bremen 2003, ISBN 3-86108-693-X.
- â Huret: Hamburg im Jahre 1906. In: Hamburgische Geschichts- und HeimatblĂ€tter. 13, 1993, S. 62.
- â Deutsches Schiffahrtsmuseum: Ein Hamburger war der wahre König der SĂŒdsee. Regional-Presse-Info 16/98 vom 19. November 1998 (Digitalisat; Historikerin Gabriele Hoffmann fand das verschollen gewesene Familienarchiv der Godeffroys und verwertete es zu einer spannenden Geschichte ĂŒber eine einflussreiche Dynastie. Am 1. Dezember liest sie im Bremer SchĂŒtting aus ihrem neuen Buch Das Haus an der Elbchaussee. Die Godeffroys â Aufstieg und Niedergang einer Dynastie).
- â Percy Ernst Schramm: Hamburg, Deutschland und die Welt. Leistung und Grenzen hanseatischen BĂŒrgertums in der Zeit zwischen Napoleon I. und Bismarck. 2. Auflage. Hoffmann und Campe, Hamburg 1952, S. 28.
- â Siehe Quiddje.
- â Heinz H. König: The Brits. Unsere Freunde in Europa? Das Deutsch-englische MissverstĂ€ndnis. 2008, S. 21.
- â Meyerâs Conversations-Lexicon, 14. Band (1849), S. 922: Dort herrschte âeine altmodische Oberservanz in Beziehung auf die strengste Sonderung der verschiedenen Klassen âŠ, wo die drei StĂ€nde: der Handelsadel, der wohlhabende Industrielle oder kleine Kaufmann und der Plebs auf das SchĂ€rfste getrenntâ waren.
- â Meyerâs Conversations-Lexicon, 14. Band (1849), S. 922.
- â Wegner, S. 34: âIn Hamburg wurde sehr genau zwischen dem groĂen und dem kleinen BĂŒrgerrecht unterschieden, und nur wer dank seiner ökonomischen VerhĂ€ltnisse imstande war, das GroĂe BĂŒrgerrecht zu erwerben, verfĂŒgte ĂŒber die uneingeschrĂ€nkte Handels- und Gewerbefreiheit, durfte in den Senat, die BĂŒrgerschaft und andere Ămter gewĂ€hlt werden â und das waren nur wenige. Die vermögenden Kaufleute gaben in den HansestĂ€dten den Ton an.â S. 35: âSie sicherten aus eigener VerfĂŒgungsgewalt die Macht ihres Standes und ihrer Klasse, grenzten sich in Rang und Habitus gegen die kleinen Kaufleute, die âKrĂ€merâ ab und betrachteten sich mit einigem Recht als Herrscher ihrer Stadt.â; das GroĂe BĂŒrgerrecht kostete 1600 in Hamburg 50 Reichstaler, das Kleine BĂŒrgerrecht 7 Reichstaler, siehe Mirjam Litten: BĂŒrgerrecht und Bekenntnis: StĂ€dtische Optionen zwischen Konfessionalisierung und SĂ€kularisierung in MĂŒnster, Hildesheim und Hamburg. 2003, S. 30.
- â Wegener, S. 35 âAuf gleicher Höhe standen nur noch die Juristen, denn auch die Advokatur wurde ja als freies und selbstĂ€ndiges Gewerbe angesehen.â.
- â Birgit-Katharine Seemann: Stadt, BĂŒrgertum und Kultur: Kurturelle Entwicklung und Kulturpolitik in Hamburg von 1839 bis 1933 am Beispiel des Museumswesens. 1998, S. 22.
- â Meyerâs Conversations-Lexicon, 14. Band (1849), S. 923.
- â Andrea Purpus: Frauenarbeit in den Unterschichten: Lebens- und Arbeitswelt Hamburger DienstmĂ€dchen und Arbeiterinnen um 1900 unter besonderer BerĂŒcksichtigung der hĂ€uslichen und gewerblichen Ausbildung. 2000, S. 10.
- â Ulrike von Goetz, Arne Cornelius Wasmuth: RevolutionĂ€re Hanseaten. In: Welt Online. 21. Oktober 2001.
- â Matthias Wegner: Hanseaten, Berlin 1999, S. 39; siehe zum Ganzen Heinz Schilling, Gottfried Niedhart, Klaus Hildebrand: Die Stadt in der frĂŒhen Neuzeit. 2004, S. 25f.
- â Zitiert nach George J. Buelow, Hans Joachim Marx: New Mattheson Studies. 1983, S. 42.
- â Wegener S. 40.
- â Wegener S. 42.
- â So schon fĂŒr die hansische Zeit Henning Landgraf: Bevölkerung und Wirtschaft Kiels im 15. Jahrhundert. 1959, S. 63.
- â Beispielsweise Bergenfahrer oder Schonenfahrer.
- â Emil Ferdinand Fehling: LĂŒbeckische Ratslinie von den AnfĂ€ngen der Stadt bis auf die Gegenwart. LĂŒbeck 1925.
- â ffh Internetausstellungen ( vom 20. Juni 2007 im Webarchiv archive.today)
- â Tilman Stieve: Der Kampf um die Reform in Hamburg 1789â1842. Hamburg 1993, S. 31f.
- â Hildegard von Marchthaler: Die Bedeutung des Hamburger Geschlechterbuchs fĂŒr Hamburgs Bevölkerungskunde und Geschichte. In: Hamburgisches Geschlechterbuch. 9, 1961, S. 26.
- â v. Marchthaler, S. 23: âDie bisher erschienenen acht Hamburger BĂ€nde des Deutschen Geschlechterbuchs sind ein in sich geschlossenes Werk, wie es keine andere deutsche Stadt aufzuweisen hat. Sie erfassen eine eng in sich verflochtene soziale Schicht, die allerdings nur einen kleinen aber doch wichtigen Sektor der Hamburger Bevölkerung in Vergangenheit und Gegenwart ausmacht. Soziologisch gesehen sind die Hamburger BĂ€nde so wertvoll, weil die darin vorkommenden Personen in erster Linie TrĂ€ger der kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung des Stadtstaates Hamburg sind und als Kaufleute, Reeder, Bankiers und Juristen Förderer ihrer Stadt gewesen sind. Zahlreiche Personen aus diesen Hamburger Geschlechtern haben als Senatoren an der Regierung des Stadtstaates teilgenommen oder haben in der BĂŒrgerschaft als Vertreter der Bevölkerung am Gedeih ihrer Vaterstadt mitgewirkt.â.
- â Sprich: AmĂink.
- â Siehe Carl Friedrich Petersen.
- â v. Marchthaler, S. 30: âFamiliengeschichte ist in Hamburg auch meist Firmengeschichte, und da auch die Chefs der groĂen HandelshĂ€user seit eh und je verantwortliche Ămter in der Verwaltung des Stadtstaates hatten, bestand eine feste Verflechtung zwischen Familie, GeschĂ€ft und regierenden Kreisen.â.
- â Geert Seelig: Die geschichtliche Entwicklung der Hamburgischen BĂŒrgerschaft und der hamburgischen Notabeln. Hamburg 1900, S. 43 â Hervorhebung durch Seelig.
- 1 2 Arne Cornelius Wasmuth: Hanseatische Dynastien. Die Hanse, Hamburg 2001, ISBN 3-434-52589-0, S. 9.
- â Renate Hauschild-Thiessen: Adel und BĂŒrgertum in Hamburg. In: Hamburgisches Geschlechterbuch. 14, 1997, S. 22.
- â Percy Ernst Schramm: Gewinn und Verlust. Christians, Hamburg 1969, S. 108.
- â Wegner, S. 80.
- â Bernhard Pabst: Die Familie Anckelmann in Hamburg und Leipzig. Teil 3: Die Familie Esich aus Bremen und die spĂ€ten Hamburger Anckelmann, 2007, S. 120 ff.
- â Renate Hauschild-Thiessen: Adel und BĂŒrgertum in Hamburg. S. 26.
- â Rainer Geissler, Thomas Meyer: Die Sozialstruktur Deutschlands: Zur gesellschaftlichen Entwicklung mit einer Bilanz zur Vereinigung. 2006, S. 29, weisen darauf hin, dass âWert auf Nobilitierung und Ratstitelâ eher im industriellen BĂŒrgertum gelegt wurde, wĂ€hrend âdie reiche Kaufmannschaft der Handelszentren dagegen ⊠mehr an bĂŒrgerlich-stĂ€dtischen Traditionenâ festhielt.
- â Zur Familie siehe Artikel ĂŒber seinen Sohn: John von Berenberg-Gossler.
- â Hauschild-Thiessen: Adel und BĂŒrgertum in Hamburg. S. 30.
- â Roberts: Schroders. London 1992, S. 42, merkt dazu an, âa very unusual honor for a Hamburg merchantâ.
- â Schramm: Gewinn und Verlust. Veröffentlichungen des Vereins fĂŒr Hamburgische Geschichte Nr. 24, 1969, S. 108.
- 1 2 Hauschild-Thiessen: Adel und BĂŒrgertum in Hamburg. S. 31.
- â Percy Ernst Schramm: Gewinn und Verlust. Die Geschichte der Hamburger Senatorenfamilien Jencquel und Luis. Hamburg 1969, S. 108.
- â Renate Hauschild-Thiessen: Adel und BĂŒrgertum in Hamburg. In: Hamburgisches Geschlechterbuch. 14, 1997, S. 31.
- â MĂŒhlfried, S. 53.
- â Jungclaussen, S. 87f.
- â Hauschild-Thiessen, S. 25.
- 1 2 Wasmuth S. 98.
- â So starb der Hamburger Senator Heinrich Christian Sieveking (1752â1809), ohne seiner Tochter Amalie Sieveking (siehe dort) ausreichende Mittel fĂŒr die Ausbildung oder LebensfĂŒhrung zu hinterlassen, so dass wohlhabende Verwandte sich ihrer annehmen mussten.
- â Susanne Wiborg: âWo er steht, ist Hamburgâ, er imponierte sogar Wilhelm II.: Johann Heinrich Burchard, der âkönigliche BĂŒrgermeisterâ, in: Susanne Wiborg: Wo er steht, ist Hamburg. Hamburg 1992, S. 7â18.
- â Alois Friedel: Deutsche Statussymbole. 1968, S. 71 â⊠dass bei den Hanseaten die Vergabe und Annahme von Orden seit alters her nicht ĂŒblich ist âŠâ.
- â Brockhaus EnzyklopĂ€die in zwanzig BĂ€nden, Band 8, 1969, S. 101: âDie HansestĂ€dte verleihen selbst keine Orden und versuchen in ihrem Bereich traditionell die Annahme von Orden zu begrenzen (Ausnahme âHanseatenkreuz)â.
- â Ludwig Benninghoff: Deutschland. S. 231, âSenat, Beamte und Richter der Hansestadt Hamburg lehnen jedoch aus traditioneller Gepflogenheit die Annahme und das Tragen von Orden und Ehrenzeichen ab.â.
- â âden fĂŒhrenden ReprĂ€sentanten ja die Annahme und das Tragen von Orden verboten war.â, Senatsbeschluss vom 26. Juni 1895, Amtsblatt der freien und Hansestadt Hamburg, Nr. 85, 27. Juni 1895, zitiert nach: Tobias von Elsner: Kaisertage: die Hamburger und das Wilhelminische Deutschland im Spiegel öffentlicher Festkultur. EuropĂ€ische Hochschulschriften, Reihe 3: Geschichte und ihre Hilfswissenschaften. 471, 1991, S. 343.
- â Werner Kloos und Reinhold Thiel: Bremer Lexikon. Artikel Orden (Ehrenzeichen). Bremen 1997, ISBN 3-931785-47-5.
- â Michael Dauer: Orden? nein danke! In: manager-magazin.de. 19. Juli 2002; siehe Hans-Olaf Henkel.
- â GĂŒnter Stiller: Niedergang der Kaufmannskönige. In: Hamburger Abendblatt. 25. Februar 2006.
- â Jungclaussen, S. 10.
- â Karl-Heinz BĂŒschemann: Jenseits von Soll und Haben. In: Die Zeit. Nr. 23, 3. Juni 1988.
- â LĂŒder Döscher: Bremer Rathaus-Plauderei. SchĂŒnemann, Bremen 1967, ISBN 3-7961-1508-X, S. 107â111.
- â Werner Kloos: Bremer Lexikon. Hauschild, Bremen 1980, ISBN 3-920699-31-9, S. 238.
- â Renate Hauschild-Thiessen: Ăber den Hamburgischen Nationalcharakter. In: Deutsches Geschlechterbuch. 127, 1979, S. 24.
- â âButen un binnenâ ist niederdeutsch und bedeutet in etwa âdrauĂen und drinnenâ, was eine Anspielung auf die geographische Lage Bremens und Bremerhavens sowie Hamburgs, die an der See und im Binnenland liegen, sowie auf den Wahlspruch der Bremer Kaufleute, buten un binnen â wagen un winnen (drauĂen und drinnen â wagen und gewinnen), der noch heute als Inschrift am SchĂŒtting zu finden ist, darstellt.
- â Jonas Ludwig von HeĂ: Hamburg topographisch, politisch und historisch beschrieben. Band 1, 1787, S. 99.
- 1 2 Meyerâs Conversations-Lexicon, 14. Band (1849), S. 923; online bei MDZ.
- â Zitiert nach: Hans Wisskirchen: Die Welt der Buddenbrooks. Frankfurt am Main 2008, S. 12.
- â Josef Nyary: Harte Sitten in der GroĂstadt. In: Hamburger Abendblatt. 21. Juli 2003.
- â Andreas Seeger, Fritz Treichel: Hinrichtungen in Hamburg und Altona 1933â1945. Hamburg 1998, S. 10. WĂ€hrend der Hamburger Franzosenzeit fĂŒhrten die Besatzer die Guillotine ein, die nach der Befreiung bis zur Abschaffung der öffentlichen Hinrichtung Mitte des 19. Jahrhunderts wieder durch das Richtschwert ersetzt wurde.
- â Andreas Fahl: Das Hamburger BĂŒrgermilitĂ€r 1814â1868. Berlin 1987, S. 16.
- â Adam Storck: Ansichten der Freien Hansestadt Bremen und ihrer Umgebungen. ISBN 0-543-91990-0, S. 409. Herbert SchwarzwĂ€lder: Das GroĂe Bremen-Lexikon; Edition Temmen, Bremen 2003, ISBN 3-86108-693-X.
- â BĂŒrgermeister Amandus Augustus Abendroth, zitiert nach Andreas Fahl: Das Hamburger BĂŒrgermilitĂ€r 1814â1868. Berlin 1987, S. 31.
- â Andreas Fahl: Das Hamburger BĂŒrgermilitĂ€r 1814â1868. Berlin 1987, S. 284.
- â Andreas Fahl: Das Hamburger BĂŒrgermilitĂ€r 1814â1868. Berlin 1987, S. 178. Dies war freilich in der preuĂischen Landwehr nicht anders.
- â Andreas Fahl: Das Hamburger BĂŒrgermilitĂ€r 1814â1868. Berlin 1987, S. 179.
- â So der BĂŒrgermeister Heinrich Brömse (â 1502) mit seiner Familie auf dem Nebenaltar des Heinrich Brabender in der Jakobikirche. Am deutlichsten zeigt sich diese Entwicklung am Triumphkreuz des Bernt Notke aus dem Jahr 1477 im LĂŒbecker Dom, an dem der Stifter Bischof Albert II. Krummendiek neben âseinerâ Maria Magdalena kniet.
- â In der Zeit des Barock erreicht das Epitaph als Kunstform in Norddeutschland unter Thomas Quellinus seinen Höhepunkt. Der ihm durch den Kaufmann Thomas Fredenhagen 1697 in Auftrag gegebene barocke Hochaltar fĂŒr die LĂŒbecker Marienkirche ist die gröĂte Ausstattungsspende seit der Reformation.
- â Die alten Stiftungen konnten die Franzosenzeit nur ĂŒberleben, wenn sie ĂŒberwiegend in Grundbesitz investiert hatten und die aufstehenden GebĂ€ude sich erhalten lieĂen.
- â Renate Hauschild-Thiessen: Ăber den Hamburgischen Nationalcharakter. S. 22.
- â Katja Gerhartz: Hamburg â deutsche Stiftungshauptstadt. In: Welt Online. 4. Juli 2004.
- â Ruprecht Grossmann, Heike Grossmann: Das St.-Remberti-Stift. Bremens Ă€lteste soziale Siedlung im Wandel der Zeiten. S. 18.
- â Renate Hauschild-Thiessen: Ăber den Hamburgischen Nationalcharakter. S. 23.
- â Percy Ernst Schramm: Hamburg, Deutschland und die Welt. Leistung und Grenzen hanseatischen BĂŒrgertums in der Zeit zwischen Napoleon I. und Bismarck. 2. Auflage. Hoffmann und Campe, Hamburg 1952, S. 18.
- â Deutsches Geschlechterbuch, Band 19, Zweiter Hamburger Band, Görlitz 1911, Stammfolge âMutzenbecherâ, S. 295f.
- â Hildegard von Marchtaler: Das Landhaus der Hamburger. Deutsches Geschlechterbuch, Band 171 (12. Hamburger), Limburg an der Lahn 1975, S. 19.
- â Ausstellungskatalog: GĂ€rten, LandhĂ€user und Villen des hamburgischen BĂŒrgertums. Kunst, Kultur und gesellschaftliches Leben in vier Jahrhunderten. Museum fĂŒr Hamburgische Geschichte. Hamburg 29. Maiâ26. Oktober 1975.
- â Paul Th. Hoffmann: Die Elbchaussee. Hamburg 1977, S. 3.
- â Paul Th. Hoffmann: Die Elbchaussee. Hamburg 1977, S. 9.
- â Hildegard von Marchtaler: Das Landhaus der Hamburger. S. 23.
- â MĂŒhlfried, S. 610.
- 1 2 Marchtaler Landhaus; S. 27.
- â Jungclaussen, S. 115.
- â Hildegard von Marchtaler: Das Landhaus der Hamburger. S. 29.
- â Lithographie des befreundeten Malers und Zeichners Eugen KrĂŒger 1861, der regelmĂ€Ăiger Jagdgast der Jauch war.
- â MĂŒhlfried, Klaus: Baukunst als Ausdruck politischer Gesinnung â Martin Haller und sein Wirken in Hamburg, Diss. Hamburg 2005, S. 49f.
- â MĂŒhlfried, Klaus: Baukunst als Ausdruck politischer Gesinnung â Martin Haller und sein Wirken in Hamburg, Diss. Hamburg 2005, S. 610.
- â Fiege, Hartwig: Geschichte WellingsbĂŒttels, NeumĂŒnster 1982, S. 70.
- â Hegewald, Carl LĂ©on: FĂŒrst Bismarck als JĂ€ger, Neudamm 1895, S. 168.
- â Fiege, Hartwig: Geschichte WellingsbĂŒttels, NeumĂŒnster 1982, S. 70.
- â MĂŒhlfried, Klaus: Baukunst als Ausdruck politischer Gesinnung â Martin Haller und sein Wirken in Hamburg, Diss. Hamburg 2005, S. 618.
- â Zitiert nach Wegener S. 110.
- â Wegener S. 207.
- â Wegener S. 62f.
- â Schramm S. 21.
- â Margrit Schulte-BeerbĂŒhl: Deutsche Kaufleute in London: Welthandel und EinbĂŒrgerung(1660â1818). 2007, ISBN 978-3-486-58038-9, S. 89.
- â Schulte-BeerbĂŒhl S. 90.
- â Schulte-BeerbĂŒhl S. 92.
- â Anton Schindling: Bildung und Wissenschaft in der frĂŒhen Neuzeit 1650â1800. 1999, ISBN 3-486-56422-6, S. 91.
- â Hans-Christof Kraus: Montesquieu, Blackstone, de Lolme und die englische Verfassung des 18. Jahrhunderts. Jahrbuch des historischen Kollegs 1995, ISBN 3-486-56176-6, S. 114.
- â Bernd Roeck: Lebenswelt und Kultur des BĂŒrgertums in der frĂŒhen Neuzeit. 1988, ISBN 3-486-55571-5, S. 66.
- â Frank M. Hinz: Planung und Finanzierung der Speicherstadt in Hamburg. LIT, MĂŒnster 2000, ISBN 3-8258-3632-0, S. 17.
- â Bruder des Vorgenannten, Haus erbaut von Franz Gustav Joachim Forsmann, heute Ăberseeclub e. V.
- â 1810â1860, Cousin Heinrich Heines.
- â Jacques Emile Louis Alexandre Nölting.
- â 1807â1881, siehe Deutsches Geschlechterbuch, Band 209, 15. Hamburger, Limburg an der Lahn 1999, S. 184f.
- â Fieldssports Journal: Pheasant shooting - a short history, 16. Mai 2020 .
- â Ulf Poschardt: Die Rebellion der Kaschmir-Kinder. In: Welt Online. 4. Juli 2004.
- â Helmut Böhme: Frankfurt und Hamburg. Des Deutschen Reiches Silber- und Goldloch und die allerenglischste Stadt des Kontinents. Frankfurt am Main 1968.
- â Karl Klug: Geschichte LĂŒbecks wĂ€hrend der Vereinigung mit dem französischen Kaiserreiche. 1811â1813. LĂŒbeck 1857, Abtheilung 2, Abschnitt 11.
- â Hans LiebeschĂŒtz, Arnold Paucker: Das Judentum in der Deutschen Umwelt 1800â1850. 1977, ISBN 3-16-839412-2, S. 165.
- â Vgl. LiebeschĂŒtz 1977, S. 204f.
- â Heinrich Graetz: Geschichte der Juden. S. 304.
- â Franklin Kopitzsch, Dirk Brietzke: Hamburgische Biografie. 2003, ISBN 3-7672-1366-4, S. 182.
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- â Stephan Malinowski: Vom König zum FĂŒhrer. Sozialer Niedergang und politische Radikalisierung im deutschen Adel zwischen Kaiserreich und NS-Staat. Berlin 2003, ISBN 3-05-003554-4.
- â Horst Möller, Andreas Wirsching, Walter Ziegler: Nationalsozialismus in der Region: BeitrĂ€ge zur regionalen und lokalen Forschung und zum internationalen Vergleich. 1996, ISBN 3-486-64500-5, S. 95.
- â Kurt Gossweiler: Hitler und das Kapital. 1925â1928. 1926 galt Hitler noch vielenorts als Ludendorffianer (âder Trommlerâ). Dies Ă€nderte sich dann bald.
- â Mitglied im Freundeskreis ReichsfĂŒhrer SS, Mitglied der NSDAP, Hamburger BĂŒrgermeister 1933 bis 1945.
- â Mitglied im Freundeskreis ReichsfĂŒhrer SS, Mitglied der NSDAP, Mitglied der SS, SS-BrigadefĂŒhrer, in dessen Haus im Januar 1933 die entscheidenden Verhandlungen vor Hitlers Ernennung zum Reichskanzler stattfanden; verwaltete das âSonderkonto Sâ seines Bankhauses, auf das die Mitglieder des Freundeskreises ReichsfĂŒhrer-SS jĂ€hrlich eine Million Reichsmark fĂŒr Sonderaufgaben von Heinrich Himmler einzahlten.
- â Mitglied im Freundeskreis ReichsfĂŒhrer-SS, Mitglied der NSDAP.
- â Mitglied der NSDAP.
- 1 2 Hamburger Abendblatt vom 18. Mai 2007.
- 1 2 3 BĂŒrgermeister Ortwin Runde, Pressemeldung der Pressestelle der Hansestadt Hamburg vom 6. Januar 1999.
- 1 2 3 Petra Marchewka: Der Hanseat. Das PortrÀt einer norddeutschen Spezies. In: Deutschlandradio Berlin, LÀnderreport. 13. Dezember 2004.
- â Siehe Gebrauch des Beinamens Hansestadt.
- â Hier handelt es sich jedoch vermutlich um die journalistische Alltagspraxis âKĂŒrze vor Genauigkeitâ. Denn herkömmlich war FuĂball kein Sport junger Hanseaten. Segeln, Tennis oder â fĂŒr MĂ€nner â Polo waren angemessener.
- â Ansprache von BundesprĂ€sident Johannes Rau bei der Trauerfeier fĂŒr Rudolf Augstein, Hamburg, 25. November 2002.
- â Wegener S. 96 und 111.
- â Ida Boy-Ed: Ein königlicher Kaufmann. Stuttgart 1922, S. 29, Textversion auf Commons: Image:Boy-Ed Ein königlicher Kaufmann.djvu.
- 1 2 Hildegard von Marchthaler: Die Bedeutung des Hamburger Geschlechterbuches fĂŒr Hamburgs Bevölkerungskunde und Geschichte. Hamburgisches Geschlechterbuch Band 9 = Deutsches Geschlechterbuch Band 127, S. 22.
- â Non-family partners â »Joh. Berenberg, Gossler & Co.« ( vom 9. November 2013 im Internet Archive), berenberg.de
- â Jahrbuch des Vermögens und Einkommens der MillionĂ€re in den drei HansastĂ€dten. 1912.
- â Zitiert nach Jan Zimmermann: St. Gertrud 1860â1945. Bremen 2007, S. 8.
- â Klaus MĂŒhlfried: Baukunst als Ausdruck politischer Gesinnung. Martin Haller und sein Wirken in Hamburg. ( vom 17. Juli 2007 im Internet Archive; PDF; 8,2 MB) Hamburg 2006 (Dissertation), S. 55.
- â Uwe Bahnsen: In der UnabhĂ€ngigkeit des Denkens blieb er sich immer treu. In: Welt Online. 18. Mai 2006.
- â Karl-Heinz JanĂen: Sauer gegen Wehner In: Die Zeit. 11. Februar 1977.
- â Im Spenden-Zwielicht: Leisler Kiep feiert Geburtstag. In: RP Online. 3. Januar 2001.
- â Ansgar Graw: Immer an der Grenze zum Klischee. In: Welt Online. 26. April 2001.
- â Kerstin Kullmann, Dirk Kurbjuweit, Klaus Wiegrefe: Eine Aura der StĂ€rke. In: Der Spiegel. Nr. 50, 8. Dezember 2008, S. 62.