Merlach FR
| FR ist das KĂŒrzel fĂŒr den Kanton Freiburg in der Schweiz. Es wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen EintrĂ€gen des Namens Merlach zu vermeiden. |
| Merlach | |
|---|---|
| Staat: | |
| Kanton: | |
| Bezirk: | See |
| BFS-Nr.: | 2271 |
| Postleitzahl: | 3280 |
| Koordinaten: | 574843Â /Â 197092 |
| Höhe: | 435 mÂ ĂŒ. M. |
| Höhenbereich: | 429â453 m ĂŒ. M.[1] |
| FlĂ€che: | 0,34 kmÂČ[2] |
| Einwohner: | 586 (1. Januar 2026)[3] |
| Einwohnerdichte: | 1724 Einw. pro kmÂČ |
| AuslĂ€nderanteil: (Einwohner ohne Schweizer BĂŒrgerrecht) | 9,0 % (1. Januar 2026)[4] |
| Website: | www.merlach.ch |
Merlach FR | |
| Lage der Gemeinde | |
Merlach (mundartlich ) ist der deutsche Name von Meyriez [] (Freiburger Patois ), einer politischen Gemeinde im Seebezirk (französisch: District du Lac) des Schweizer Kantons Freiburg.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Merlach liegt auf 435 mÂ ĂŒ. M., 1 km sĂŒdwestlich des Bezirkshauptortes Murten (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich am SĂŒdufer des Murtensees und am Rand der angrenzenden Molassehöhen, im nördlichen Freiburger Mittelland.
Mit einer FlĂ€che von 0,34 kmÂČ ist Merlach die flĂ€chenmĂ€ssig kleinste Gemeinde des Kantons Freiburg. Sie umfasst einen Abschnitt am SĂŒdufer des Murtensees (rund 1 km Seeuferlinie). Der Gemeindeboden erstreckt sich vom Seeufer sĂŒdwĂ€rts ĂŒber einen flachen Uferrandstreifen bis auf die angrenzende GelĂ€ndeterrasse. Am Rand des Merlachfeldes wird mit 451 mÂ ĂŒ. M. der höchste Punkt von Merlach erreicht. Von der GemeindeflĂ€che entfielen 1997 82 % auf Siedlungen, 6 % auf Wald und Gehölze, 6 % auf Landwirtschaft, und rund 6 % waren unproduktives Land.
Einzige Nachbargemeinde ist Murten, welche das landseitige Territorium von Merlach auf der Ost-, SĂŒd- und Nordseite vollstĂ€ndig umschliesst.
Bevölkerung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einwohnerzahl
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit 586 Einwohnern (Stand 1. Januar 2026) gehört Merlach zu den kleineren Gemeinden des Kantons Freiburg. Die Bevölkerungszahl von Merlach belief sich 1900 auf 244 Einwohner. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts war die Bevölkerungszahl mehreren Schwankungen unterworfen. Ein erster Bevölkerungsschub erfolgte wĂ€hrend der 1950er-Jahre von 259 Einwohnern (1950) auf 332 Personen (1960). Danach nahm die Bevölkerung bis 1980 wieder leicht ab. Ein rasches Bevölkerungswachstum wurde seit 1990 (359 Einwohner) verzeichnet. Heute ist das Gemeindegebiet weitgehend ĂŒberbaut. Das Siedlungsgebiet von Merlach ist damit lĂŒckenlos mit demjenigen von Murten zusammengewachsen.

Sprachen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Dorf gilt aufgrund des geschichtlichen Hintergrundes heute offiziell noch als französischsprachige Gemeinde und wird in den Registern als Meyriez gefĂŒhrt. Heute allerdings hat es eine deutliche deutschsprachige Mehrheit: Von den Bewohnern sind 81,2 % deutschsprachig, 13,5 % französischsprachig, und 1,5 % sprechen Italienisch (Stand 2000).
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Merlach war bis Mitte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprÀgtes Dorf. Heute haben Ackerbau und Obstbau nur noch einen marginalen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Weitere ArbeitsplÀtze sind im lokalen Kleingewerbe und vor allem im Dienstleistungssektor vorhanden. Wichtigster Arbeitgeber ist das in Merlach stationierte Spital des Seebezirks. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf dank seiner attraktiven Lage zu einer Wohngemeinde entwickelt. Die meisten ErwerbstÀtigen sind deshalb Wegpendler, die hauptsÀchlich in Murten, teilweise auch in der Region Freiburg arbeiten.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde ist verkehrsmĂ€ssig recht gut erschlossen. Sie liegt an der alten Hauptstrasse von Bern via Murten nach Payerne, wird aber durch die Ortsumfahrung von Murten vom Transitverkehr entlastet. Der nĂ€chste Anschluss an die 1997 eröffnete Autobahn A1 (Bern-Lausanne) befindet sich rund 4 km vom Ortskern entfernt. Seit dem 25. August 1876 wird das Gemeindegebiet von der Eisenbahnlinie von Murten nach Payerne durchquert. Der Bahnhof Murten liegt gerade ausserhalb der Gemeindegrenze, in einer Entfernung von 500 m von Merlach. FĂŒr die Feinverteilung im öffentlichen Verkehr sorgt die Postautolinie, die auf der Strecke von Murten via Spital Merlach nach DĂŒdingen verkehrt.[7]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Gemeindegebiet von Merlach war schon sehr frĂŒh besiedelt. Als Ă€lteste Zeugnisse der Anwesenheit des Menschen gelten die am Seeufer gefundenen Ăberreste der Pfahlbauten aus der Bronzezeit. Ferner sind einzelne Spuren der Römerstrasse erhalten, die von Aventicum (Avenches) nach Petinesca fĂŒhrte.
Die erste urkundliche ErwÀhnung des Ortes erfolgte 1162 in der Phrase Cono de Meriaco «Cono von Meriacum». SpÀtere Nennungen sind etwa Meriei (1173), Meiri (1200/1220), Mirie (1226/1250) und Meirie (1228) sowie deutsch Merlach (1551). Der Ortsname ist von einem lateinischen Personennamen abgeleitet.[8]
Seit dem Mittelalter unterstand Merlach der Herrschaft Murten. 1475 gelangte das Dorf als Teil der Landvogtei Murten unter die gemeinsame Verwaltung der StÀnde Bern und Freiburg. Im Jahr 1536 erhielt Merlach von Murten das Gemeinderecht. Dabei wurde jedoch nur ein Gebiet ausgeschieden, das so weit reichte wie die HÀuser des Dorfes, weshalb Meyriez heute ein Àusserst kleines Gemeindegebiet besitzt. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) kam Merlach an den Kanton Freiburg. WÀhrend der Helvetik und der darauf folgenden Zeit gehörte es zum Distrikt Murten, bevor es 1848 mit der neuen Kantonsverfassung in den Seebezirk eingegliedert wurde.
SehenswĂŒrdigkeiten
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Die romanische Pfarrkirche, ein einschiffiger Bau mit Polygonalchor, geht im Kern auf das 11. und 12. Jahrhundert zurĂŒck. Um 1529 wurde die Kirche vergrössert; das Hauptportal stammt von 1670. Das Pfarrhaus wurde 1552 errichtet und um 1700 umgestaltet. Ebenfalls bemerkenswert ist der Landsitz Chatoney aus dem 18. Jahrhundert mit einem englischen Landschaftspark.
Im Jahr 1822 wurde im Andenken an die Schlacht bei Murten ein Obelisk errichtet. Er steht an der Stelle einer ehemaligen Schlachtkapelle, die 1798 beim Einfall der Franzosen zerstört wurde.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hans Friedrich Balmer (1854â1910), Geograph, Geographiehistoriker, Historiker, Schriftsteller, Journalist und Leiter einer graphischen Anstalt
- Jules Hartung (1876â1971), französischer Offizier
- Cédric Zesiger (* 1998), Fussballspieler
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hermann Schöpfer: Merlach. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Hermann Schöpfer: Les monuments dâart et dâhistoire du Canton de Fribourg, Band IV: Le District du Lac, Band I (= KunstdenkmĂ€ler der Schweiz. Band 81). Hrsg. von der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1989, ISBN 3-909158-21-8. S. 203â241.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Geographische Kennzahlen â Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die Höhenbereiche zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- â Geographische Kennzahlen â Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- â Bilanz der stĂ€ndigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991-2025. In: bfs.admin.ch. Bundesamt fĂŒr Statistik, abgerufen am 22. August 2026 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2025 zusammengefasst).
- â StĂ€ndige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeit 2010-2025. Bei spĂ€teren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2025 zusammengefasst. Abruf am 22. August 2026
- â Martin Schuler: Kanton Freiburg - Die Bevölkerungszahlen auf lokaler Ebene vor 1850. (CSV; 15 kB) Bundesamt fĂŒr Statistik, NeuchĂątel, 16. Juni 2023, abgerufen am 26. Oktober 2025.
- â Daten der Eidgenössischen VolkszĂ€hlungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt fĂŒr Statistik, NeuchĂątel, 12. Juli 2024, abgerufen am 26. Oktober 2025 (Ăffnung in Excel nur ĂŒber "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
- â 20.547 DĂŒdingen - Gurmels - Murten - Meyriez HĂŽpital. In: oev-info.ch. 5. November 2024, abgerufen am 26. Oktober 2025.
- â Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de dialectologie der UniversitĂ€t Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 594.


