Greng
| Greng | |
|---|---|
| Staat: | |
| Kanton: | |
| Bezirk: | See |
| BFS-Nr.: | 2261 |
| Postleitzahl: | 3280 |
| Koordinaten: | 573758Â /Â 195614 |
| Höhe: | 439 mÂ ĂŒ. M. |
| Höhenbereich: | 429â465 m ĂŒ. M.[1] |
| FlĂ€che: | 0,96 kmÂČ[2] |
| Einwohner: | 179 (1. Januar 2026)[3] |
| Einwohnerdichte: | 186 Einw. pro kmÂČ |
| AuslĂ€nderanteil: (Einwohner ohne Schweizer BĂŒrgerrecht) | 14,5 % (1. Januar 2026)[4] |
| Website: | www.greng.ch |
| Lage der Gemeinde | |
Greng ist eine politische Gemeinde im Seebezirk (französisch: District du Lac) des Kantons Freiburg in der Schweiz.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Greng liegt auf 439 mÂ ĂŒ. M., 2,5 km sĂŒdwestlich des Bezirkshauptortes Murten (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich am SĂŒdufer des Murtensees nahe der MĂŒndung des Dorfbaches, am Rand der angrenzenden Höhen, im nördlichen Freiburger Mittelland.
Die FlĂ€che des nur gerade 1,0 kmÂČ grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt am SĂŒdufer des Murtensees (rund 1,5 km SeeuferlĂ€nge). Das Seeufer ist besonders im Bereich der Halbinsel bei Fin de Dy (Grengspitz) mit einem SchilfgĂŒrtel bestanden. Von den flachen Uferpartien erstreckt sich der Gemeindeboden landeinwĂ€rts beidseits des von Courgevaux herkommenden Dorfbachs bis an den Wald La Bourille (452 mÂ ĂŒ. M.). Mit 464 mÂ ĂŒ. M. wird auf einem WiesenhĂŒgel westlich von Ober-Greng die höchste Erhebung der Gemeinde erreicht. Von der GemeindeflĂ€che entfielen 1997 15 % auf Siedlungen, 13 % auf Wald und Gehölze, 70 % auf Landwirtschaft, und etwas mehr als 2 % waren unproduktives Land.
Greng besteht aus den Ortsteilen Unter-Greng, 439 mÂ ĂŒ. M. an der Hauptstrasse von Murten nach Avenches, Ober-Greng, 450 mÂ ĂŒ. M. am Dorfbach etwas landeinwĂ€rts gelegen, und dem westlichen Teil des Weilers Blessoney (440 mÂ ĂŒ. M.). Nachbargemeinden von Greng sind Murten und Courgevaux im Kanton Freiburg sowie Faoug im Kanton Waadt.
Bevölkerung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit 179 Einwohnern (Stand 1. Januar 2026) gehört Greng zu den kleinen Gemeinden des Kantons Freiburg. Im Jahr 1428 waren in Greng fĂŒnf Steuerpflichtige vermerkt, was einer Einwohnerzahl von rund 20 Personen entspricht. Die Bevölkerungszahl von Greng belief sich 1850 auf 81 Einwohner, 1900 auf 70 Einwohner. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts nahm die Bevölkerungszahl bis 1980 kontinuierlich weiter auf 55 Personen ab. Seither wurde wieder ein markantes Bevölkerungswachstum verbunden mit einer Verdreifachung der Einwohnerzahl innerhalb von 20 Jahren verzeichnet.

Einwohnerzahlen: VolkszÀhlungsdaten[5][6]
Sprachen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von den Bewohnern sind 92,0 % deutschsprachig, 5,3 % französischsprachig, und 0,7 % sprechen Italienisch (Stand 2000). Damit ist Greng heute ĂŒberwiegend deutschsprachig. Der Ortsname, abgeleitet von grange (Scheune), und die noch heute gĂŒltigen Bezeichnungen Greng-Dessous und Greng-Dessus weisen aber auf ein ursprĂŒnglich französischsprachiges Dorf hin. Wahrscheinlich hat sich das MehrheitsverhĂ€ltnis zwischen Französisch und Deutsch im Lauf des 17. oder 18. Jahrhunderts gekehrt.
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Greng war bis in die zweite HÀlfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprÀgtes Dorf. Noch heute haben der Ackerbau, der Obstbau sowie die Milchwirtschaft und die Viehzucht einen wichtigen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Weitere ArbeitsplÀtze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf auch zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele ErwerbstÀtige sind deshalb Wegpendler, die hauptsÀchlich in den Regionen Murten, Freiburg und Bern arbeiten.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde ist verkehrsmÀssig gut erschlossen. Sie liegt an der Hauptstrasse 1 von Bern via Payerne nach Lausanne. Der nÀchste Anschluss an die 1997 eröffnete Autobahn A1 (Bern-Lausanne) befindet sich rund 6 km vom Ortskern entfernt. Seit dem 25. August 1876 wird das Gemeindegebiet von der Eisenbahnlinie von Murten nach Payerne durchquert, es gibt aber keine Haltestelle in Greng, somit besteht keine Anbindung an das Netz des öffentlichen Verkehrs.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]An den Ufern des Murtensees wurden Spuren von Pfahlbauten aus dem Neolithikum gefunden. Die erste urkundliche ErwÀhnung des Ortes erfolgte 1314 unter dem Namen Gruein; 1349 erschienen die Bezeichnungen Gruent und Grangiis (von lat. grangia (Scheune) abgeleitet).
Der Bischof von Lausanne hat in Greng im 12. und 13. Jahrhundert mehrere MĂŒhlen verpachtet. SpĂ€ter entstanden daraus verschiedene Gewerbe fĂŒr die Tuchverarbeitung, darunter eine von 1775 bis 1784 betriebene Indienne-Manufaktur. Im 19. Jahrhundert wurde die Tuchindustrie aufgegeben.
Seit dem Mittelalter unterstand Greng der Herrschaft Murten. 1475 gelangte das Dorf als Teil der Landvogtei Murten unter die gemeinsame Verwaltung der StĂ€nde Bern und Freiburg. Nach dem Zusammenbruch des Ancien RĂ©gime (1798) kam Greng an den Kanton Freiburg. WĂ€hrend der Helvetik und der darauf folgenden Zeit gehörte es zum Distrikt Murten, bevor es 1848 mit der neuen Kantonsverfassung in den Seebezirk eingegliedert wurde. Von 1848 bis 1982 besass Greng eine gemeinsame Gemeindeverwaltung mit dem benachbarten Meyriez, die Kassen wurden jedoch getrennt gefĂŒhrt.
SehenswĂŒrdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Markant ist das in Unter-Greng stehende Schloss Greng (frĂŒher auch Grein genannt), das 1785â87 als Besitzerresidenz gebaut wurde. Es diente bis 1803 verschiedentlich als Treffpunkt bekannter Persönlichkeiten, darunter Madame de StaĂ«l und Benjamin Constant. Das Schloss wurde ab 1987 restauriert und der Schlosspark mit zusammengebauten Villen ĂŒberbaut. Greng besitzt keine eigene Kirche, es gehörte stets zur Pfarrei Meyriez.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Website der Gemeinde Greng
- Ursula Birchler: Greng. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Luftaufnahmen des Dorfes
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Geographische Kennzahlen â Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die Höhenbereiche zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- â Geographische Kennzahlen â Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen wurden die FlĂ€chen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- â Bilanz der stĂ€ndigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991-2025. In: bfs.admin.ch. Bundesamt fĂŒr Statistik, abgerufen am 22. August 2026 (bei spĂ€teren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2025 zusammengefasst).
- â StĂ€ndige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeit 2010-2025. Bei spĂ€teren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2025 zusammengefasst. Abruf am 22. August 2026
- â Martin Schuler: Kanton Freiburg - Die Bevölkerungszahlen auf lokaler Ebene vor 1850. (CSV; 15 kB) Bundesamt fĂŒr Statistik, NeuchĂątel, 16. Juni 2023, abgerufen am 21. Oktober 2025.
- â Daten der Eidgenössischen VolkszĂ€hlungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt fĂŒr Statistik, NeuchĂątel, 12. Juli 2024, abgerufen am 21. Oktober 2025 (Ăffnung in Excel nur ĂŒber "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).

