Wallenried FR
| FR ist das KĂŒrzel fĂŒr den Kanton Freiburg in der Schweiz. Es wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen EintrĂ€gen des Namens Wallenried zu vermeiden. |
| Wallenried | ||
|---|---|---|
| Staat: | ||
| Kanton: | ||
| Bezirk: | See | |
| Gemeinde: | Courtepin | |
| Postleitzahl: | 1784 | |
| frĂŒhere BFS-Nr.: | 2283 | |
| Koordinaten: | 575391Â /Â 191438 | |
| Höhe: | 559 mÂ ĂŒ. M. | |
| Höhenbereich: | 480â610 m ĂŒ. M. | |
| FlĂ€che: | 3,88 kmÂČ | |
| Einwohner: | 455 (31. Dezember 2016) | |
| Einwohnerdichte: | 117 Einw. pro kmÂČ | |
| Website: | www.courtepin.ch | |
Ortseingang von Wallenried, von Villarepos her kommend | ||
| Karte | ||

Wallenried (französisch Esserts (Lac); Freiburger Patois ) war bis zum 31. Dezember 2016 eine politische Gemeinde im Seebezirk (französisch: District du Lac) des Kantons Freiburg in der Schweiz. Trotz der mehrheitlich französischsprachigen Bevölkerung besitzt die Gemeinde offiziell einen deutschen Namen. Am 1. Januar 2017 fusionierte Wallenried mit den ehemaligen Gemeinden BarberĂȘche und Villarepos zur neuen Gemeinde Courtepin.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wallenried liegt auf 559 mÂ ĂŒ. M., sechs Kilometer sĂŒdlich des Bezirkshauptortes Murten (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich in einer GelĂ€ndemulde im Quellgebiet des Ruisseau des Echelles (rechter Seitenbach des Chandon), im MolassehĂŒgelland des nördlichen Freiburger Mittellandes.
Die FlĂ€che des 3,9 kmÂČ grossen ehemaligen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt der vom eiszeitlichen Rhonegletscher ĂŒberformten Molassehöhen zwischen dem Murtensee im Nordwesten und dem Saanetal im Osten. Der zentrale Teil des Gebietes wird von der breiten Mulde des Ruisseau des Echelles eingenommen. Diese wird im SĂŒden von den HĂŒgeln Epenay (577 mÂ ĂŒ. M.) und Zudalla (mit 611 mÂ ĂŒ. M. der höchste Punkt von Wallenried), im Osten vom Bois des RĂąpes (602 mÂ ĂŒ. M.) und dem Sattel zum Biberental, im Norden von der Höhe des Oberholzes umgeben. Nach Westen tieft sich das Tal des Baches allmĂ€hlich in die Molasseschichten ein, wobei aus SĂŒden zwei weitere BĂ€che, darunter jener aus dem Creux-Maringou, zufliessen. Von der GemeindeflĂ€che entfielen 1997 13 % auf Siedlungen, 18 % auf Wald und Gehölze und 69 % auf Landwirtschaft.
Zu Wallenried gehören einige Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Wallenried waren Murten, Cressier, Gurmels, Courtepin, Misery-Courtion und Villarepos.
Bevölkerung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit 455 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016) gehörte Wallenried zu den kleinen Gemeinden des Kantons Freiburg. Von den Bewohnern sind 53,5 % französischsprachig, 43,6 % deutschsprachig, und 0,6 % sprechen Italienisch (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Wallenried belief sich 1910 auf 299 Einwohner. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts pendelte die Bevölkerungszahl im Bereich zwischen 240 und 300 Einwohnern. Erst seit 1980 (244 Einwohner) wurde ein deutliches Bevölkerungswachstum verzeichnet.

Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wallenried war bis in die zweite HÀlfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprÀgtes Dorf. Noch heute haben der Ackerbau, der Obstbau und die Viehzucht einen wichtigen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Weitere ArbeitsplÀtze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden. Wallenried ist Standort eines Golfplatzes. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf auch zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele ErwerbstÀtige sind deshalb Wegpendler, die hauptsÀchlich in den Regionen Freiburg und Murten arbeiten.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde liegt abseits der grösseren Durchgangsstrassen, ist aber von Courtepin leicht erreichbar. Durch die TPF-Linie 546 von Murten nach Courtepin ist Wallenried an das Netz des öffentlichen Verkehrs angebunden. Der Bahnhof Courtepin an der Eisenbahnlinie Freiburg-Murten befindet sich rund 1 km vom Ortskern entfernt.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die erste urkundliche ErwĂ€hnung des Ortes erfolgte 1337 unter dem Namen Essert. Von 1498 ist die deutsche Version Ried ĂŒberliefert. Seit dem 17. Jahrhundert hiess das Dorf Wallenried. Seit dem Mittelalter bildete Wallenried eine kleine Herrschaft, die im Lauf der Zeit zahlreiche Besitzerwechsel erfuhr und 1729 an die Familie Castella gelangte.
1442 kam das Dorf durch Kauf unter die Herrschaft von Freiburg und gehörte fortan zur Alten Landschaft (Spitalpanner). Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte Wallenried wÀhrend der Helvetik und der darauf folgenden Zeit zum Distrikt Freiburg und ab 1831 zum Deutschen Bezirk Freiburg, bevor es 1848 mit der neuen Kantonsverfassung in den Seebezirk eingegliedert wurde.[3]
SehenswĂŒrdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Dorf- und Schlosskapelle wurde 1760 von Rodolphe de Castella zum Dank an seinen Sieg in Wesel gestiftet. UrsprĂŒnglich als private Schlosskapelle erbaut, bald auch als Dorfkirche zugĂ€nglich, dokumentiert dieses Gotteshaus das Zusammenleben der Schlossherrschaft mit der umliegenden Bevölkerung. Das Schloss Wallenried ist ein im 18. Jahrhundert erbautes rechteckiges Herrenhaus, das 1824 umgebaut und vergrössert wurde. Dazu gehörten drei Aussenhöfe, wovon der grösste heute zu einem Golfplatz umgenutzt ist.[4]
- Kirche
- Schlosspark
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hermann Schöpfer: Les monuments dâart et dâhistoire du Canton de Fribourg, Tome IV: Le District du lac (I). Hrsg. von der Gesellschaft fĂŒr Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1989 (KunstdenkmĂ€ler der Schweiz Band 81), ISBN 3-909158-21-8. S. 413â431.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Martin Schuler: Kanton Freiburg - Die Bevölkerungszahlen auf lokaler Ebene vor 1850. (CSV; 15 kB) Bundesamt fĂŒr Statistik, NeuchĂątel, 16. Juni 2023, abgerufen am 16. September 2025.
- â Daten der Eidgenössischen VolkszĂ€hlungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt fĂŒr Statistik, NeuchĂątel, 12. Juli 2024, abgerufen am 16. September 2025 (Ăffnung in Excel nur ĂŒber "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
- â Hermann Schöpfer: Les monuments d'art et d'histoire du canton den Fribourg. Tome IV: Le district du Lac (I) (= La sociĂ©tĂ© d'histoire de l'art en Suisse [Hrsg.]: Les monuments d'art et d'histoire de la Suisse. Band 81). Wiese, BĂąle 1989, ISBN 3-909158-21-8, S. 413â430 (französisch, ekds.ch).
- â Judith Fasel: Herrschaftssitze in Wallenried im Seebezirk. In: Regionaljournal Bern, Fribourg, Wallis. Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), 14. Oktober 2002, abgerufen am 29. Oktober 2024.

